08.10.2008 - 10:34
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  #1  
Alt 17.12.2007, 22:35
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
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Beiträge: 729
All about evil - Das Böse

Die Zeitschrift "G-Geschichte" macht mich auf eine Ausstellung des Überseemuseums Bremen aufmerksam, das dem Bösen auf die Spur zu kommen versucht. Unabhängig von der Ausstellung scheint mir das ein spannendes Thema zu sein. Wer hat definiert, was "böse" ist? Welche Funktion hat in der Geschichte die Zuordnung, "böse" zu sein? In der Inquisition spielte das wohl eine Rolle, als gesellschaftliches Regulativ. Was ist der Ursprung des Bösen (bitte kommt mir nicht mit der christlichen Erbsünde!).
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  #2  
Alt 17.12.2007, 23:21
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Es gibt kein gut und böse. Es gibt nur richtig oder falsch und das wertfrei.
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  #3  
Alt 18.12.2007, 07:50
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
Böse ist doch immer das Gegenteil des von der Gesellschaft Tollerierten würde ich sagen. Heute wie früher.
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  #4  
Alt 18.12.2007, 10:18
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Die Zeitschrift "G-Geschichte" macht mich auf eine Ausstellung des Überseemuseums Bremen aufmerksam, das dem Bösen auf die Spur zu kommen versucht. Unabhängig von der Ausstellung scheint mir das ein spannendes Thema zu sein.
Verflucht wieso sagt mir das keiner, immerhin wohne ich in diesem lausigen Kaff.

Ich sehe das ansonsten ähnlich wie Argeados. Es gibt allerdings nicht das Böse sondern viele abgestufte Böse. Das Böse ist auch ein Hilfsmittel der Menschen zum leichteren Verstehen, er unterteilt dadurch die Welt bzw. seinen Lebensbereich in Gut und Böse.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #5  
Alt 19.12.2007, 01:03
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 729
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Verflucht wieso sagt mir das keiner, immerhin wohne ich in diesem lausigen Kaff.
Lieber Wulfnoth, geh doch mal ins Museum.
Ganz so simpel scheint mir das alles übrigens doch nicht zu sein. Ich denke an die "Achse des Bösen" eines Herrn Bush. Das Böse als Propagandainstrument scheint mir an andere Empfindungen als an richtig oder falsch anzusetzen. Allerdings bin ich kein Psychologe.
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  #6  
Alt 19.12.2007, 07:17
Benutzerbild von Dinictis
Quaestor
 
Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 180
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Es gibt kein gut und böse. Es gibt nur richtig oder falsch und das wertfrei.
Auch Richtig und Falsch sind nicht wertfrei (Es sei denn du beziehst dich auf pure Logik). Ansonsten ist es ebenso von Erziehung, Kulturkreis etc. abhängig, was als Richtig und was als Falsch empfunden wird.
__________________
QVOD BONVM FAVSTVM FELIX FORTVNATVMQVE SIT

AMICVS CERTVS IN RE INCERTA CERNITVR
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  #7  
Alt 19.12.2007, 10:25
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Ich meinte das völlig wertfrei und auf das Ergebniss bezgen.
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  #8  
Alt 19.12.2007, 21:00
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
Ich finde in "der Herr der Ringe" ist das Böse hervorragend beschrieben: es trachtet nach einer absoluten Unterwerfung der Einzelnen und nach einer Auslöschung jeglicher Individualität. Die Finalität ist das Ausschlaggebende: alles kannst Du richtig machen - trotzdem steht am Ende des Weges als Ergebnis das Böse; Du kannst auch alles Falsch machen und am Ende findest Du das Gute.
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #9  
Alt 19.12.2007, 22:24
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Das setzt voraus, dass Individualität und Freiheit etwas "Gutes" ist.
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  #10  
Alt 19.12.2007, 23:56
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 729
Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Ich finde in "der Herr der Ringe" ist das Böse hervorragend beschrieben: es trachtet nach einer absoluten Unterwerfung der Einzelnen und nach einer Auslöschung jeglicher Individualität. Die Finalität ist das Ausschlaggebende: alles kannst Du richtig machen - trotzdem steht am Ende des Weges als Ergebnis das Böse; Du kannst auch alles Falsch machen und am Ende findest Du das Gute.
Noch mal zurück zur "Achse des Bösen" eines Herrn Bush. Wie kriege ich damit das Zitierte auf die Reihe?
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  #11  
Alt 20.12.2007, 07:54
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
Herr der Ringe ist wohl das Paradebeispiel für eine Schwarz-Weiß Malerei ...
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  #12  
Alt 20.12.2007, 10:57
Benutzerbild von Tacitus
Tribun
 
Registriert seit: 27.07.2007
Ort: NRW
Beiträge: 79
Zitat von Argeados Beitrag anzeigen
Herr der Ringe ist wohl das Paradebeispiel für eine Schwarz-Weiß Malerei ...
einmal das und ich finde das Böse ist ein Erfindung des Menschen selbst in Wirklichkeit gibt es sowas wie "Gut" und "Böse" gar nicht.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
Friedrich d. Grosse
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  #13  
Alt 20.12.2007, 12:50
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
Ich denke dass viele Menschen mit dem Zufall nicht zurechtkommen. Wenn mich ein Blitz trifft, so ist es Zufall (außer ich gehe mit einem Golschläger spazieren). Doch viele Menschen akzeptieren das nicht und suchen nach besseren Erklärungen. Sie glauben an das Schiksal das einem Böses will, oder an bösen Zauber von den Mitmenschen. Das Böse diehnt quasi als Erklärung für viele Dinge die schiefgehen. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Eng mit der Frage des Bösen ist die Frage nach dem Gewissen verwandt. Wir haben vor ein, zwei Jahren in Religon über das Gewissen philosophiert. Laut Lehrmeinung ist das Gewissen etwas kulturelles, dh dass es von klein auf "erlernt" wird. Ich sehe das etwas diefferenzierter. Für mich ist ein bestimmter Teil des Gewissens angeboren, zB dass man nicht töten darf. Weitergehendes, zB nicht stehlen, ist erlernt.

Für mich gibt es also auch zwei Arten des Bösen. Das einfache Böse, das jeder Mensch anders sieht und das absolute Böse, welches alle Menschen verabscheuen.

Das erstere wird vom Leben jedes einzelnen bestimmt. Für mich ist lügen nicht in Ordnung, doch mein nächster mag vielleicht keinen Anstoß daran nehmen.

Das zweite ist etwas was alle gesunden Menschen verurteilen. Einen Mord wird niemand gutheißen. Ich sage mit Bedacht "gesunde" Menschen da zB ein Psychopath nichts empfindet und so auch nichts falsches daran erkennen kann.
__________________
Wahrlich glücklich ist, wer am Abend sagen kann, heute habe ich gelebt - Horaz
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  #14  
Alt 20.12.2007, 12:59
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
Sicherlich kann ein Mord gutgeheißen werden.
Du siehst das etwas durch die rosarote Brille.
Dein wirklich und unwirklich böses ist ja auch reine Definitionsfrage. Wo hört das eine auf und wo fängt das andere an.
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  #15  
Alt 20.12.2007, 13:05
Propraetor
 
Registriert seit: 31.01.2007
Beiträge: 615
Das ist es ja. Das absolute Böse ist das was unser ererbtes Gewissen für böse hält. Das andere ist halt was jedem Menschen einzeln "zusteht" und kann deswegen nicht erschöpfend und allgemeingültig sein, das Erstere wohl.

Meine Reli-Prof würde sich winden wenn sie "ererbtes Gewissen" hört, doch dass ist meine Meinung und an der halte ich fest, auch wenn die allgemeine Lehrmeinung eine andere ist. Ich jedenfalls bin von der Kostbarkeit des Lebens überzeugt. So sehr dass ich glaube dass das in unserem Genmaterial verankert ist.
__________________
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