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22.03.2008, 10:39
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Bilder in der Geschichte
Letztens habe ich über die Macht der Bilder sinniert.
Ein Bild kann die Öffentlichkeit viel mehr beeinflussen/manipulieren als irgendwelche seriöse Berichterstattung.
Es gibt da eine ganze Reihe von Bildern die Schockwellen in der Öffentlichkeit ausgelöst haben, auch in jüngster Vergangenheit.
Letztens kam im Fernsehen´wieder das Bild des Viet-Congs der vor laufender Kamera erschossen wird.
Dinge die in jedem Krieg eigentlich "ungesehen" passieren - aber sobald einer mal mitknipst, ist jeder plötzlich skandalisiert und die Weltöffentlichkeit wird "wachgerüttelt".
Früher waren Bilder eher eine hehre Heldendarstellung, oder ein Propagandainstrument, ein Kunstwerk. Aber sie hatten in der Regel doch nicht die Wirkung die wir seit dem XIX Jahrhundert (seit dem Sezessionskrieg?) damit erzielen können.
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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22.03.2008, 12:02
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 685
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Zitat von Jason
Früher waren Bilder eher eine hehre Heldendarstellung, oder ein Propagandainstrument, ein Kunstwerk. Aber sie hatten in der Regel doch nicht die Wirkung die wir seit dem XIX Jahrhundert (seit dem Sezessionskrieg?) damit erzielen können.
Bilder waren vor allem Auftragsarbeiten, Künstler mussten davon leben. Kunsthistoriker wissen das zu berücksichtigen und können von daher dann doch Informationen aus den Bildern ablesen - zum Beispiel versteckte Hinweise auf Protest oder sich verändernde gesellschaftliche Werte. Natürlich gibt es Ausnahmen. Eines meines Lieblingsbilder sind die "Sprichwörter" von Brueghel.
Verändert hat sich das m.E. durch die Fotografie, die es möglich machte, ungeschönt zu dokumentieren. Realität einzufangen.
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22.03.2008, 12:43
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 781
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Ich würde die Wirkung der Bilder deutlich früher ansetzen und auch nicht auf die Erzeugnisse der gesellschaftlich höheren Schichten, die vermutlich kaum Einfluss entfalteten, beschränken.
Fakt ist doch, dass im späten Mittelalter die ersten Flugschriften auftauchten, die mit Bildern versehen waren, und man schon damit über erste "massenwirksame" Bildmedien verfügte.
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μηδὲν ἄγαν
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22.03.2008, 13:32
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 685
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Anerkannt ist die Bedeutung der Schmähschriften und Flugblätter zur Zeit der Reformation. Das waren aber immer kombinierte Bild- und Textblätter. Bild ohne Text wirkte nicht. In sofern war die Erfindung eines Herrn Gutenberg auch ein wichtiger Beitrag (natürlich über die hier behandelte Frage hinaus).
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22.03.2008, 13:54
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Mit Bildern und Texten manipulierten schon die Pharaonen des alten Ägyptens die Nachwelt sehr. Schon damals gab es Bilder die wen man sie heutzutage ansieht einem naheliegen wie gross doch die Macht des Pharaos gewesen sei, sie aber in der Regel gar nicht war.
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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22.03.2008, 14:02
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Verändert hat sich das m.E. durch die Fotografie, die es möglich machte, ungeschönt zu dokumentieren. Realität einzufangen.[/quote]
Durch die Linse eines Erstbetrachters wird die Realität auch irgendwie manipuliert und so dargestellt wie er es möchte.
Trotzdem sind solche Dokumente doch (häufig) schockierender wie ein Holzstich aus dem Mittelalter der -zugegeben- auch horrende Grausamkeiten darstellen kann.
Vielleicht sind wir auch "nur" zu weit weg von gewissen Ereignissen. Die meisten von uns kennen einen Krieg nur aus Hollywood-Filmen.
@Sokotra
und paradoxerweise abstrahieren die Künstler immer mehr, desto "schärfer" die realität eingefangen werden kann.
Denke mal an "Guernica".
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
Geändert von Jason (22.03.2008 um 14:10 Uhr).
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22.03.2008, 14:13
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 781
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Zitat von Sokotra
Das waren aber immer kombinierte Bild- und Textblätter. Bild ohne Text wirkte nicht. In sofern war die Erfindung eines Herrn Gutenberg auch ein wichtiger Beitrag (natürlich über die hier behandelte Frage hinaus).
War es das Photo aus dem Vietnamkrieg nicht auch mit Text kombiniert, u.a. weil es ein Pressephoto war (auch wenn der tatsächliche Hintergrund des Bildes wohl den meisten verschlossen bleibt)? Und wurde die Antikriegshaltung dabei nicht mehr durch die Wirkung des Bildes als durch den Text (der nur Bildbeschreibung liefert) geschaffen? Und wie war das dann in der Reformationszeit? Hatte dort nicht auch die bloße detailierte bildliche Darstellung des Papstes als Antichrist, die auf einen Blick zu erfassen ist, den Betrachter viel schneller die Aussage des Bildes übermittelt als der beigefügte Text?
Daher gilt meiner Meinung nach, dass derartige Bildquellen sehr gut die Bedeutung von Bildern wiedergeben. Das ganze ist ja mMn. mehr eine kulturhistorische als eine kunsthistorische Frage.
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μηδὲν ἄγαν
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22.03.2008, 14:17
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Wobei auch zu bedenken ist, dass gerade bei Bildern mit christlichen Motiven heute eine Deutung ungleich schwerer fällt, als damaligen Menschen, die diese Motive von kleinauf lernten.
Etwas was heute eventuell eine Bildbeschreibung benötigte, wurde damals von vielen verstanden.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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25.04.2008, 13:59
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Plebejer
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Registriert seit: 24.04.2008
Beiträge: 12
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dazu kommt noch, dass man fotografierte bilder heutzutage auch verändern kann. mit der richtigen software geht alles. garniert man das ganze mit einem geschickt geschriebenen text, so ergibt das genug stoff für einen skandal oder effektive propaganda.
dementsprechend würde ich sagen, dass bilder einen enormen einfluss auf die gesellschaft und z.T auch auf die zeit nehmen können. mit einem text kombiniert noch stärker.
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25.04.2008, 22:46
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Also wird auch hier die Realität irgendwie gefiltert oder sogar verändert.
Bilder sind eine sehr subjektive Sicht über einen kleinen Teil der Realität. Eine Momentaufnahme die in dem Moment etwas Besonderes Darstellt das wiederum zweckdienlich ist für irgendwen. Man braucht Bilder nicht mal manipulieren, wenn das richtige fotografiert wird ist die Reaktion des Publikums immer vorhersehbar.
Wie die Bilder vom ölverschmutzten Seevogel im Irak `90.
Anscheinend stammte das Bild gar nicht vom persischen Golf...
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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