05.09.2008 - 21:43
Historik Forum
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  #181  
Alt 23.06.2006, 09:56
Benutzerbild von Dinictis
Quaestor
 
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Beiträge: 175
Original von SeniorDingDong
Eher älter!
Sorry wenns nur Wikipedia ist, aber das ist nunmal das schnellste und ich muss mch beeilen:
Original von Wikipediaas Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Zeitskala des Römischen Kalenders, lat. ab urbe condita, abgekürzt a.u.c., deutsch „von der Gründung der Stadt (Rom) an“. Ausgrabungen auf dem Palatin fanden tatsächlich Siedlungsreste aus der Zeit um 1000 vor Christus.
Kommt jetzt darauf an, wie man das definiert. Wenn es um die reine Besiedlung des Gebiets geht, dann stimmt die Zahl um 1000 v.u.Z.
Wenn es um die Stadtwerdung geht, dann ist die Zeit zwischen 650 und 610 v.u.Z. richtig, als Rom unter etruskischen Einfluss geriet und die beiden Hauptsiedlungskerne zu einer Stadt verschmolzen. Eine direkte Gründung hat es eher nicht gegeben.
__________________
QVOD BONVM FAVSTVM FELIX FORTVNATVMQVE SIT

AMICVS CERTVS IN RE INCERTA CERNITVR
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  #182  
Alt 23.06.2006, 13:23
Benutzerbild von Dinictis
Quaestor
 
Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 175
Hier mal ein "neuer" (zumindest was die Entdeckung angeht) Fall von Geschichtsfälschung :

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...381627,00.html
__________________
QVOD BONVM FAVSTVM FELIX FORTVNATVMQVE SIT

AMICVS CERTVS IN RE INCERTA CERNITVR
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  #183  
Alt 18.08.2006, 13:45
Plebejer
 
Registriert seit: 29.09.2005
Beiträge: 8
Sers.

zum thema geschichtsfälschung habe ich gerade ein buch vor mir liegen, welches ich mir unlängst gekauft habe:

"Lexikon der Geschichtsirrtümer - Von Alpenüberquerung bis Zonengrenze" von Jörg Meidenbauer.

ich hab noch nicht angefangen zu lesen, aber es sieht durchaus interessant aus und beschreibt legenden, irrtümer und fälschungen in der geschichte.
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  #184  
Alt 07.11.2007, 19:10
Plebejer
 
Registriert seit: 18.10.2007
Beiträge: 32
Nachdem ich mir jetzt den Thread mal durchgelesen habe, wundere ich mich fast schon, dass eins der bekanntesten Irrtümer der Zeitgeschichte fehlt:

Der Sturm auf das Winterpalais 1917 - er fand gar nicht statt.

Das wohl bekannteste Revolutions-Bild, welches angeblich die Erstürmung darstellen soll, stammt aus dem Film "Oktober" [1927 gedreht] von dem Regisseur Sergej Eisenstein, welchen man einfach kurzer Hand zum Dokumentarfilm erklärte.
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  #185  
Alt 07.11.2007, 19:14
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.247
Ja stimmt das hab ich auch schon mal gehört. In dem Zusammenhang wurde auch gesagt, dass ein paar regierungstreue Soldaten im Winterpalais ausgereicht hätten um die Bolschewiki zu zerstreuen.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #186  
Alt 28.12.2007, 17:17
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 391
Die Konstantinische Schenkung, mit der die Päpste ihre Herrschaft über weite Teile Italiens legitimierten, war eine Fälschung.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.

Geändert von K. Ropp (29.12.2007 um 00:25 Uhr). Grund: Rechtschreibfehler
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  #187  
Alt 29.12.2007, 00:32
Benutzerbild von K. Ropp
Praetor
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 391
Soweit ich weiß, waren die immensen Verluste bei der Alpenüberquerung Hannibals nur eine Erfindung der römischen Geschichtsschreibung, um diese militärische Leistung klein zureden.
__________________
Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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  #188  
Alt 29.12.2007, 10:38
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 682
Zu dieser Diskussion hier passt als Exkurs die "Zeitzeugen"-Diskussion. Die Geschichtsschreiber auch der Römer waren nicht objektiv, sie hatten eine subjektive Wahrnehmung oder wurden bezahlt, waren also PR-Angestellte ihrer Herren. Das führte immer wieder zu "Erfindungen" bzw. Fälschungen.
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  #189  
Alt 29.12.2007, 11:29
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 781
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Soweit ich weiß, waren die immensen Verluste bei der Alpenüberquerung Hannibals nur eine Erfindung der römischen Geschichtsschreibung, um diese militärische Leistung klein zureden.
Ich habe hier momentan leider nur eine Zusammenfassung zu diesem Thema und keine Hannibalbiographie zur Hand, aber die Zahlen der römischen Geschichtsschreibung stammen nach dieser wohl aus dem Tatenbericht, den Hannibal selbst in einen süditalienischen Tempel hinterlassen hat.
Außerdem scheinen prorömische Geschichtsschreiber wie Polybios die Gefahren der Alpenüberquerung, so wie sie einige Zeitgenossen dargestellt haben, eher als gering einzuschätzen.
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #190  
Alt 29.12.2007, 11:33
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.247
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Außerdem scheinen prorömische Geschichtsschreiber wie Polybios die Gefahren der Alpenüberquerung, so wie sie einige Zeitgenossen dargestellt haben, eher als gering einzuschätzen.
Was in sofern schon widersinnig ist wenn man bedenkt, dass die Römer die Alpenvölker selbst erst unter Augustus endgültig unterwerfen konnten.
__________________
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  #191  
Alt 29.12.2007, 11:47
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Soweit ich weiß, waren die immensen Verluste bei der Alpenüberquerung Hannibals nur eine Erfindung der römischen Geschichtsschreibung, um diese militärische Leistung klein zureden.
Viel interessanter finde ich, dass alle über die Alpenüberquerung Hannibals sprechen aber kaum jemand über seinen Bruder Hasdrubal, der wenige Jahre später diese Leistung wiederholte.
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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  #192  
Alt 29.12.2007, 11:55
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.247
Zitat von Kimon Beitrag anzeigen
Viel interessanter finde ich, dass alle über die Alpenüberquerung Hannibals sprechen aber kaum jemand über seinen Bruder Hasdrubal, der wenige Jahre später diese Leistung wiederholte.
Wobei dessen Leistungen in Spanien sowieso recht wenig Beachtung geschenkt werden.
__________________
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  #193  
Alt 29.12.2007, 11:59
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 315
Walter Görlitz schreibt in seiner Hannibalbiographie "Hannibal" (Verlag Voltmedia) dazu:

- Hannibal setzte im August 218 v.Chr. mit 50000 Fusssoldaten, 9000 Reitern und 37 Elefanten zum grossen Sprung nach Oberitalien an. Das war auch etwa die Sollstärke, die Anfang September 218 v.Chr. 100 bis 150 Kilometer nördlich von Massilia am Unterlauf der Rhone lag.

- Als die Armee schliesslich nach der Alpenüberquerung das Tal der Dora Riparia erreichte, war sie auf 20000 Fussoldaten, 6000 Reiter und 20 Elefanten geschrumpft.

Ein Grossteil der Verluste kam gemäss Görlitz durch die Kämpfe mit den Allobrogen und Ceutronen (den "Bergvölkern") zustande. Sehr viele Tote gab es aber auch durch die witterungsbedingten Einflüsse zu beklagen.

Görlitz hält die besagten Verluste für plausibel. Er zieht sehr interessante Vergleiche zu Märschen anderer Armeen durch ebenso unwegsames Gelände, was ich aus militärhistorischer Warte für äusserst clever und aussagekräftig halte. So nennt er die aussergewöhnlich hohen Marschverluste der gewiss wohltrainierten napoleonischen Armee in Russland 1812. Oder er nimmt den Marsch des Tataren Khan Mohammed II Toghluk, der 1337 mit 200000 Mann den Himalaya zu überqueren versuchte, um von Nordindien nach China zu gelangen; und dabei sein gesamtes Heer verlor. Im Herbst 1799 kostete der Zug des russischen Feldmarschalls Suwarow über den grossen St. Bernhard ein Drittel der russischen Mannschaft, fast alle Geschütze sowie ein Drittel des Pferdebestandes.

Görlitz zitiert in diesem Zusammenhang Clausewitz, der sagte: "Diese Verluste liessen sich den Verlusten einer verlorenen Schlacht gleichstellen".

Fazit: Märsche durch Eis und Schnee und über Gebirgspässe können für Armeen überliefertermassen extrem verlustreich sein. Eigentlich muss man angesichts der oben genannten Vergleiche sogar zum Schluss kommen, dass Hannibals Verluste sich im Verhältnis zur gemeisterten Aufgabe noch im Rahmen hielten. Er verlor 3000 Pferde, 30000 Soldaten und 17 Elefanten.
__________________
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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  #194  
Alt 19.01.2008, 14:28
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 682
Zitat von K. Ropp Beitrag anzeigen
Die Konstantinische Schenkung, mit der die Päpste ihre Herrschaft über weite Teile Italiens legitimierten, war eine Fälschung.
Dazu ein aktueller Buchtipp (TB):
Philipp Vandenberg, Das vergessene Pergament, bei Bastei Lübbe erschienen im Dez. 07

Ein typischer, spannender Vandenberg, ich konnte nicht aufhören zu lesen, bis ich durch war - auch wenn sich Motive ("Alles wird gut" / Überall lauern die Verfolger) allzu wiederholen.
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  #195  
Alt 13.04.2008, 17:00
Plebejer
 
Registriert seit: 07.04.2008
Beiträge: 14
Zitat von Wien Beitrag anzeigen
Du hast zwar recht das mann sich daran halten muss, aber anzweifeln darf mann auch die "Wahrheit"!

Gruss aus Wien


Du kannst auch 2+2=4 anzweifeln....
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