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18.06.2008, 17:32
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 325
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Zitat von TigerMC
also ich kann dazu nix 100%fundiertes sagen, aber ich meine, dass der boden der ukraine zwei sowjetunionen hätte versorgen können
Problem war bestimmt nur die schlechte Infrastruktur, Kriegszerstörungen und die feindliche Haltung des Staates gegen die Grossbauern.
Das System der grossen "volkseigenen" Kolchosen war ja lange Zeit nicht
so Leistungsfähig wie diese. Zumal die Priorität ja nicht bei der Nahrungsversorgung der Bevölkerung gelegen hat.Aber die Nahrungsprobleme dürften vor den Krieg für die UDSSR schlimmer gewesen sein.
Konkrete Erntezahlen hat hier zufällig jemand?+
@Beckmann interessante Links
Ist ja schon politisch brisant gewesen, dass die Sowjets soviel Geld für Weizen aus dem Westen ausgaben, warum nur kein Versuch des Eigenanbaus von mehr Weizen, bzw. weisst du ob dies auch in den 70-90er Jahren so gemacht wurde?
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
Geändert von Nichts (18.06.2008 um 17:38 Uhr)
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18.06.2008, 17:56
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Selbst ernähren konnte sich die UDSSR Getreideimporte wurden durchgeführt, um den Lebensstandard zu erhöhen. (verschiedene Produkte auf Getreidebasis wie Bier, Kuchen usw.) Aber Geld als Kaufkraft ist nunmal nicht beliebig vermehrbar und wenn die Wirtschaft sowieso schon am Boden liegt greift ein Ausgabenprogramm zur Ruhigstellung der Bevölkerung nur zeitweise und außer Schulden kommt nicht wirklich viel dabei heraus. Liest sich zwar abgedroschen,aber genau denselben Fehler machen heute die linken Parteien mit ihren Wahlversprechen wieder.
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03.07.2008, 12:51
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Tribun
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Registriert seit: 30.06.2008
Beiträge: 51
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Die SU hat den Kalten Krieg eindeutig verloren - und mit ihr das von ihr geführte Lager des "real existierenden Sozialismus". Schließlich hat sich die SU als solche aufgelöst. Ihre Nachfolgerstaaten, allen voran die Russische Republik, wollten sich sämtlich nicht in ihrer Nachfolge sehen, sondern sozusagen neu anfangen.
Verloren hat sie ihn aus zwei Gründen, die aber miteinander zusammenhängen.
Die Kommandowirtschaft - "Planwirtschaft" - kann aus strukturellen Gründen niemals die Effizienz einer Marktwirtschaft erreichen. Selbst unter den Bedingungen der "Kriegswirtschaft" haben Rathenau im I. und Speer im II. Weltkrieg unmißverständlich demonstriert, daß eine behördenmässige Steuerung von Wirtschaft durch Anweisungen weitaus ineffektiver ist, als die Kräfte des Marktes.
Dieses strukturelle Defizit wurde noch verschlimmert durch die von beiden Seiten betriebene anfänglich sehr weitreichende Abschottung der SU und der RGW-Staaten vom Weltmarkt, zu der man schon in den sechzigern und siebzigern den Anschluß verloren hatte.
Dies alles führte zu einem hohen Importbedürfnis der SU, die ausserhalb des RGW mit Devisen bezahlt werden mußten. Diese Devisen wurden teilweise mit Rohstoffexporten erlöst, in einem zunehmenden Maße jedoch wurden sie als Kredite gewährt, die nicht nur getilgt, sondern auch noch verzinst werden mußten. Die SU geriet immer weiter in eine Lage, die man als beginnende "Zinsknechtschaft" bezeichnen könnte, wenngleich sie noch nicht soweit gewesen war, wie die DDR, die bei bundesrepublikanischen Geldgebern soweit verschuldet gewesen war, daß man "humanitäre Zugeständnisse" mit dem Scheckbuch erpressen konnte. Zu einem effektiven Verschuldungsmanagment konnte man sich niemals wirklich aufraffen.
Und ganz obendrauf kam das "Totrüsten". Rüstung ist volkswirtschaftlich gesehen eine ungeheure Verschwendung, ein Luxus. Moderne Waffensysteme sind sündhaft teuer, und produzieren nichts - im Gegenteil, sie sind nur dazu geeignet, Produktionsmittel zu vernichten. Man kann Rüstung von daher "antiökonomisch" nennen. Der Rüstungswettlauf, der seine groteske Spitze in der Anhäufung atomarer "overkill-Kapazitäten" gefunden hatte, hat enorm viel Geld verschlungen. Die "kapitalistischen" Staaten konnten sich das aufgrund der effizienteren Wirtschaftsform immer noch eher leisten, als die SU und ihr Staatenbund. Auf den Punkt gebracht kostete jede Atombombe die SU ein Vielfaches von dem, was der "Westen" dafür aufbringen musste - vor allem, wenn man es im prozentualen Verhältnis zum Bruttosozialprodukt sieht.
Dieser Mittelabfluß in die Rüstung hat die Volkswirtschaft der SU - und ihrer Partnerstaaten - als letzter und womöglich entscheidender Faktor auf die immer steil werdende abschüssige Bahn gebracht. Der berühmte Nachrüstungsbeschluß der Nato, der im Bereich der atomaren Mittelstreckenraketen die Rüstungsspirale nochmals nach oben trieb, war der letzte ökonomische Streich gewesen: an den SS-20-Raketen ist die SU entgültig zugrunde gegangen.
Dieser Niedergang war deutlich abzulesen am "Investitionsstau", wie er auch in der DDR so deutlich erkennbar gewesen war - in der SU muß er noch viel schlimmer gewesen sein. Man hat von der Substanz gelebt, die irgendwann soweit aufgebraucht war, daß das ökonomische System kollabierte, die Abhängigkeit von immer neuen Geschäften mit dem "Klassenfeind" und immer neuen Krediten immer größer geworden ist. Gorbatschow ist m.E. weniger als der große Reformator der SU anzusehen, als ihr Konkursverwalter.
Zusammenfassend kann man sagen, daß der "Kalte Krieg" ein Paradebeispiel für die bekannte Clausewitz-Travestie ist, wonach der Frieden die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sei.
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06.07.2008, 19:13
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Nur ein Mensch.
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Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 225
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da werden im allgemeienen zwei gegenpositionen vertreten: 1.) innere Ursachen (planwirtschaft); 2.) äußere Probleme (kalter krieg, rüstungswettlauf)
beide enthalten sicher einiges an wahrheit, treffen aber m.E. nicht den Kern der Sahce
Galtung hat Anfang der 80er drei grundlegende widersprüche unterschieden:
SU- Satelliten (Moskau will Kontrolle, die Satelliten wollen mehr Freiraum)
Nationalitäten (einerseits zwischen den nationalitäten, andrerseits zwischen zentrum und republiken)
Stadt- Land (der Sowjetbürger auf dem Lande hat deutlich schlechter gelebt als in der Stadt)
diese widersprüche nicht zu lösen, musste zum untergang führen. der versuch allerdings, einen dieser widersprüche zu lösen, verstärkte die jeweils anderen, und führte auf diese weise zum untergantg. die chance, die probleme allmählich anzugehen, hatte man in den 80ern nicht mehr- als man diese chance noch hatte, war der reformdruck zu gering.
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