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04.06.2008, 14:15
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 329
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Welche Rolle spielte eigentlich die Pastinake im Mittelalter?
Die Pastinake ist ein Rüben-ähnliches Knollengewächs, das heute in vielen Lebensmittelläden als uraltes, traditionell-europäisches Nahrungsmittel angepriesen wird (meist als Ersatz für die offenbar weniger nährstoffreichen und pestizidbeladenen Karotten in der Babynahrung)
Ich frage mich da manchmal, ob die Pastinake tatsächlich so alt ist, dass sie z.B. im Mittelalter in Deutschland oder der Schweiz weit verbreitet war.
Weiss jemand darüber mehr?
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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04.06.2008, 14:28
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.477
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Off-Topic:
Zitat von Sokotra
Mohhrüben hatten wenig Bedeutung, weil sie nicht in das System der Dreifelderwirtschaft passten. Die Vielfalt der Getreidearten war dafür größer als heute.
Und vermutlich weil die damals noch nicht so lecker orange aussagen. 
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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04.06.2008, 16:28
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 851
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Zitat von Kriegsknecht
Welche Rolle spielte eigentlich die Pastinake im Mittelalter?
Die Pastinake, mit der Petersilie verwandt und mit Schierling verwechselbar, war tatsächlich weit verbreitetes, nährstoffhaltiges Grundnahrungsmittel - und wurde dann von der Kartoffel nachhaltig verdrängt.
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04.06.2008, 16:43
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 329
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@Sokotra
Danke für die Erklärung. Ich habe die Pastinake noch nie probiert. Aber ich denke beim nächsten Einkauf werde ich in der Gemüseabteilung mal zugreifen.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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08.06.2008, 10:38
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 851
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Man kann zu diesem Thema auch die These aufstellen: Küche spiegelt nicht nur Geschichte, sie macht auch Geschichte.
Dazu ein Buchtipp aus meinem Bücherschrank:
Sidney W. Mintz, Die süße Macht - Kulturgeschichte des Zuckers (Campus 1987)
Rohrzucker, ursprünglich in Neuguinea zuhause, erlebte durch die arabische Expansion einen Siegeszug erst im Mittelmeerraum, und kam dann weiter nach Norden. Der Anthropologe Mintz erzählt, wie Zucker insbesondere in Großbritannien einen Boom erlebte.
Die enorme Nachfrage führte dann zum transatlantischen Dreieckshandel, in dessen Verlauf schätzungsweise zehn Millionen Afrikaner als Arbeitskräfte = Sklaven zu den "Zuckerinseln" der Karibik gelangten (Todesopfer waren es mehr als diese Zahl besagt). Das hat die geographische Entwicklung des "schwarzen Kontinents" dramatisch beeinflusst, hat als wirtschaftliche Folge Kapitalbestände erzeugt, die dann auch auf Anlage warteten wodurch die Industrielle Revolution mit gefördert wurde, und es hat - nach Abschaffung des Sklavenhandels - die Frage der Substitution der Handelsware Mensch durch andere Exportgüter gestellt, wodurch der Kolonialismus Auftrieb erhielt.
Aua - da habe ich gerade was in einen Satz gebracht, wozu man sonst dicke Bücher braucht. Bitte um Nachsicht!
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08.06.2008, 12:43
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
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Die ersten modernen Sportmedizinischen Schriften sind aus Tarent überliefert. Eine Stadt der Magna Graecia mit vielen Olympioniken. Es gab dort sogar eine Akademie für Athletik und Sportmedizin. Filolaos schrieb: "Iss von allem aber nicht zu viel. Als allererstes Gemüse und Obst, dann Milch, Käse und Fleisch: so wird es Dir zugute kommen. Kaue das Essen gut und iss zu festen Zeiten. Beim Essen, achte darauf, daß Du bequem sitzt. Wenn Du bekümmert, wütend oder verängstigt bist, dann vermeide es zu essen."
Moderne Ansichten für einen antiken Griechen.
@Sokotra
Der Tabakanbau in Amerika spielte jedoch auch eine große Rolle.
Die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten spielte doch auch eine Rolle für den Zusammenbruch dieses "goldenen Dreiecks"?
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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08.06.2008, 13:03
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 851
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Tabakanbau: Ja, aber das kam (plus Baumwollplantagen) zeitversetzt nach den "sugar mills", die in Barbados als erstes wie Pilze aus dem Boden schossen. Es sprach sich herum, wie profitabel der Einsatz von Negersklaven war.
Mit dem Zusammenbruch des "goldenen Dreiecks" war es wie mit vielen Dingen, das war nicht monokausal; starke Lobbies zur Abschaffung des Sklavenhandels gab es in Paris und London. Die Vereinigten Staaten waren am Menschenhandel nur marginal beteiligt, auch als Zielgebiet war Brasilien noch wichtiger als die USA.
Aber zurück zur Küche und zu den Essgewohnheiten. Filolaos war ein kluger Mann ...
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09.06.2008, 20:35
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
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Beiträge: 714
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Essen ist ja eine richtige Philosophie die die Lebenseinstellung wie fast kein anderes Thema wiederspiegelt. Ich merke es bei meinen Kollegen. Jeder hat irgendwie seinen "Spleen" bis hin zum kompletten Vegetarier.
Die Küche ist sicherlich ein wichtiger zivilisatorischer Indikator.
Wenn ich an die amerikanische und englische Küche im Gegensatz zur französischen und italienischen denke, dann haben wir die kulturellen Gegensätze im Kochtopf sublimiert!
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09.06.2008, 21:27
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
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Aber auch in Deutschland gibt es regional große Unterschiede. Zum Beispiel ist das einzigste Land, wo man richtige Wurst machen kann Thüringen. Und das sogar fast global betrachtet.
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10.06.2008, 09:55
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Zitat von Titus_Livius
Aber auch in Deutschland gibt es regional große Unterschiede. Zum Beispiel ist das einzigste Land, wo man richtige Wurst machen kann Thüringen. Und das sogar fast global betrachtet. 
Hui, jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster. Die Thüringer Bratwurst ist zweifelsohne sehr schmackhaft. Verglichen mit einer echten St. Galler Olma-Bratwurst kann die Thüringer aber einpacken. Und gegenüber einer rassigen Tessiner-Rostwurst sieht die Thüringer aus wie ein Anfänger.
Der Wurstkrieg ist eröffnet. Übrigens: Beide genannten Würste sind in der Schweiz historisch gesehen von Bedeutung. Die St. Galler-Bratwurst wurde der Überlieferung nach bereits von den Mönchen des Klosters St. Gallen verzehrt. Und dieses Kloster steht immerhin bereits seit dem 8. Jahrhundert. Die Wurst ist also sozusagen ein historischer Zeitgenosse von Karl Martell und Co.
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10.06.2008, 12:15
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Spender
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Attacke! Da muss ich schon mit den Nürnberger Rostbratwürsten gegen halten. Nürnberger Bratwürste wurden bereits 1313 namentlich in einer Urkunde erwähnt. Thüringer Bratwürste sind erst seit 1404 bekannt.
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10.06.2008, 12:38
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Proconsul
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Nun besteht die Thüringer Wurst nicht nur aus Rostbratwurst, sondern man kann aus allerhand Zutaten und Fleisch noch ganz andere leckere Würste herstellen. Das das so ist beweisen tagtäglich ungezählte Touristen, die Wurstwaren unterschiedlichster Art tütenweise mit nach Hause tragen oder sich von Verwandten schicken lassen.
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10.06.2008, 14:20
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Demokrat
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10.06.2008, 14:27
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Proconsul
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Das er sich da mal nicht täuscht, da der Tourist nicht bei den Billigpreisen im Supermarkt zuschlägt, sondern im Fachgeschäft des Fleischers, wo Qualität auch seinen Preis hat.
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10.06.2008, 15:15
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
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Nürnberger Rostbratwürste gelten auch in Kalifornien und China als begehrte Spezialität. Thüringer Würste kennt dort niemand. Nürnberger Rostbratwürste spiegeln somit die Geschichte der Globalisierung (um den Bogen zum Thema hin zu kriegen).
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