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11.06.2008, 15:36
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Plebejer
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Registriert seit: 11.06.2008
Beiträge: 7
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Versailler Vertrag - Verknüpfende Thematik
Hallo historik-forum User,
meine Frage bezieht sich auf den Versailler Vertrag und die Ursachen und Folgen. Die Ursache des VV ist definitiv der 1. Weltkrieg, allerdings ist der verstärkte Nationalismus eine Folge des 1. Weltkrieges. Mich würden die Verknüpfungen und Zusammenhänge interessieren! Die Anfänge des Nationalismus könnte man dementsprechen ja 1798 einordnen, also zur Zeit der franz. Revolution einordnen, allerdings bräuchte ich Belege, die diese These unterstreichen.
Um den VV zu erklären werde ich dementsprechen auf den 1. WK eingehen müssen, die Ursachen und Folgen Kennzeichen, eventuell die Dolchstoßlegende, ..
Falls euch noch verknüpfende Themen des VV einfallen, würde ich mich sehr freuen  Vielen Dank im Voraus.
LG Matty
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11.06.2008, 18:24
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 282
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Zitat von matty
Hallo historik-forum User,
meine Frage bezieht sich auf den Versailler Vertrag und die Ursachen und Folgen. Die Ursache des VV ist definitiv der 1. Weltkrieg, allerdings ist der verstärkte Nationalismus eine Folge des 1. Weltkrieges.
Erkläre doch bitte mal, inwiefern ein verstärkter Nationalismus Folge des Ersten Weltkrieges war.
Und auf welches Land beziehst Du Dich dabei?
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Glory, glory to old Ireland,
glory, glory to this island,
glory to the memory of the men
who fought and died,
"No surrender" is the war cry of
the Belfast Brigade.
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11.06.2008, 22:46
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Warum siehst Du den Anfang des Nationalismus in Europa 1798, erklär mir das mal bitte.
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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12.06.2008, 00:29
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 799
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Zitat von Jason
Warum siehst Du den Anfang des Nationalismus in Europa 1798, erklär mir das mal bitte.
Wahrscheinlicher ist 1789 - kann auch ein Zahlenverdreher sein.
Der Anfang des Nationalismus im modernen Sinne wird dort meist wegen der sozialen Reichweite und der Wirkungsmacht der Nationsidee gesehen. In Deutschland setzt man ihn meist mit den Befreiungskriegen an - was nur bedingt stimmt, da seine Trägerschaft damals noch klein war - wahrscheinlicher ist eine Ausdehnung des Nationalstaatsgedankens in den 1830er Jahren. Nämlich zunächst in Verbindung mit nationalen Ideen. Allerdings konnte der Nationalismus sehr leicht mit anderen Gedankenwelten kombiniert werden, so dass er nicht auf diese eine beschränkt werden kann.
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μηδὲν ἄγαν
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12.06.2008, 10:56
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Plebejer
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Registriert seit: 11.06.2008
Beiträge: 7
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Ersteinmal bedanke ich mich für die Antworten
Zitat von Beckmann
Erkläre doch bitte mal, inwiefern ein verstärkter Nationalismus Folge des Ersten Weltkrieges war.
Und auf welches Land beziehst Du Dich dabei?
Ich beziehe mich auf Deutschland, nach Kriegsende wurde das nationalistische Gedankengut weiter verstärkt (Ausblick auf den 2. WK/ Nationalsozialismus)!
Zitat von Jason
Warum siehst Du den Anfang des Nationalismus in Europa 1798, erklär mir das mal bitte.
Es war tatsächlich ein Zahlendreher, natürlich ist die richtige Jahreszahl 1789 (franz. Revolution). Genau dieser Punkt des "angeblichen" Anfangs des Nationalistischen Gedankenguts ist mir schleierhaft, ich werde mündlich geprüft und wir müssen diese Verknüpfungen bringen, dieser Punkt ist dementsprechend sehr wichtig, nur gute belegende Thesen fehlen mir :(
Gruß Matty
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12.06.2008, 12:53
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Plebejer
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Registriert seit: 24.04.2008
Beiträge: 14
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ich bin mir nicht sicher,ob du das so meinst: also du willst unter anderem einen zusammenhang zwischen dem VV und dem verstärkten nationalismus nach dem 1. weltkrieg?
wenn du das so meinst: der VV wurde von vielen deutschen als eine art "schandvertrag" angesehen. man fühlte sich ungerecht/viel zu hart behandelt. genau diese negative stimmung haben die nationalistischen eliten dann auch versucht zu nutzen, um ihre ziele durchzusetzen.ich kann mir auch vorstellen, das diese gewissermaßen notsituation auch das zeug dazu hatte, die menschen in deutschland etwas zusammenzuschweßen. so eine jetzt-erst-recht-mentalität vielleicht.
ich hoffe das war jetzt nicht kompletter müll den ich hier verzapft habe (zu meiner verteidigung: ich hab seit mai keine schule/geschichte mehr...) und dass ich dir etwas helfen konnte
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12.06.2008, 14:42
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Plebejer
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Registriert seit: 11.06.2008
Beiträge: 7
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Ein plausibler Grund wäre, dass die Menschen für ihre Könige gekämpft haben, weil sie aufgrund des Lehnswesen dazu gezwungen wurden (1789)
Nun tun "sie" es aus Überzeugung für ihr Land und für das politische System .(1914-1918)
Ich denke, dass müsste ein wichtiger verknüpfender Punkt sein?
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12.06.2008, 17:23
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 282
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Zitat von matty
Ich beziehe mich auf Deutschland, nach Kriegsende wurde das nationalistische Gedankengut weiter verstärkt (Ausblick auf den 2. WK/ Nationalsozialismus)!
In meinem leistungskurs haben wir eine grafische Darstellung der Entwicklungen von Nationalismus und Liberalismus von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart ausgearbeitet.
Die Aussage, der Nationalismus habe nach dem ersten Weltkrieg zugenommen, ist ziemlich weit gefächert, zwischen Ende des Weltkrieges und der Machtergreifung liegen ja doch noch ein paar Jahre der Weimarer Republik.
Zudem sollte man auch zwischen den verschiedenen sozialen Milieus unterscheiden.
Und nicht zuletzt braucht man für diese Aussage eine Quelle.
Natürlich setzte mit dem Dritten Reich, quasi durch Propaganda verordnet ein übersteigerter Nationalismus ein.
Die Aussage wie von Dir getätigt halte ich für eine Klausur aber als absolut nicht ausreichend.
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Geändert von Beckmann (12.06.2008 um 18:55 Uhr).
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12.06.2008, 17:32
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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Ja vor allem wenn man sich die Wahlergebnisse der KPD anschaut. Weit über 10% der Deutschen kehrten sich also völlig von jedem Nationalismus ab und wählten die "Internationale".
Das einzige was man hier eigentlich für die Diskussion festhalten muss ist, dass einseitige Erklärungsmuster seltenst greifen. Man muss das Blatt Papier immer von drei Seiten betrachten. Oben, Unten und gefaltet.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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12.06.2008, 19:00
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 799
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Zitat von matty
Ein plausibler Grund wäre, dass die Menschen für ihre Könige gekämpft haben, weil sie aufgrund des Lehnswesen dazu gezwungen wurden (1789)
Eben nicht. Gerade mit der französischen Revolution kam ja die Idee nicht für den König sondern für den Staat zu kämpfen als breitenwirksames, neues Phänomen auf. Der Staat wird nicht durch den König bedingt, sondern durch die Bevölkerung, die sich zum Staat zusammenschließt.
Nun tun "sie" es aus Überzeugung für ihr Land und für das politische System .(1914-1918)
Das hatte schon lange davor eingesetzt - das war gewissermaßen nur ein Endpunkt. In Weimar würde ich von einen anderen Nationalismus sprechen, es war ein konservativ-revisionistischer Nationalismus, der nicht auf einer Identifikation mit dem Staat, sondern auf der Identifikation mit den früheren Staat/System beruhte.
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μηδὲν ἄγαν
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13.06.2008, 17:03
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Plebejer
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Registriert seit: 20.05.2008
Ort: Eberswalde
Beiträge: 36
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Ursachen 1.Weltkrieg fällt mir ein
z.B.
1. Ein starker Bevölkerungszuwachs (Fortschritte Medizin, Hygiene, lange Friedensperiode in Mittel- und Westeuropa)
führte dazu das die Vererbten Vermögen der Bevölkerung durch immer mehr Menschen geteilt werden mussten. Um seinen matieriellen Standard zu halten waren die meisten Menschen darauf angewiesen, das es ein hohes industrielles Wirtschaftswachstum gab.
Das machte große Teile der Bevölkerung dafür sensibel, das die Quellen einer expansiven Industrie gesichert blieben. Daher Interesse am Gerangel um Kolonien und Marktzugänge (vor allem in Asien).
Der Gegensatz des Arbeiters versucht seinen Lohn zu erhöhen, zum Kapitalisten der seinen Gewinn durch die Lohnerhöhung geschmälert sieht. Verliert während der wilhelminisch(II.)en Hochkonjunktur an Bedeutung. Gegenüber der Bedrohung die beide Seiten empfinden, im Angesicht der Benachteiligung der deutschen Einflusssphäre und des Zuspätkommens beim Aufteilen der Welt (gegenüber GB und F). Der soziale Konflikt kippt zunehmend in Nationalismus, in "Deutschlands Grösse" wird eine bessere materielle Vorsorge für die Zukunft gesehen, als in einer "gerechteren Verteilung" der Güter im Inland.
(Gemeinsam gegen andere Länder, statt Klassenkampf, kommt in der Politik letztlich im Burgfrieden der Sozialdemokraten zum Ausdruck).
2. Verpatzte Bündnispolitik in der Nach-Bismarck-Ära. Der Pan-Germanismus war nach 1871 saturiert, stand dem unbefriedigten Pan-Slawismus und dem Revanchismus Frankreichs gegenüber.
Unter Bismarck war es gelungen Frankreich weitgehend zu isolieren, sowie Russland von England zu trennen, in dem man ein geschicktes Bündnissystem aufzog (Dreibund, Dreikaiserpakt).
Beginnend mit der Marokko Krise verspielte Deutschland für kurzfristige koloniale Vorteile die Isolation Frankreichs und beförderte die Annäherung Englands an Rußland. So war man letztlich, um nicht selbst isoliert zu werden, auf das Bündniss mit den beiden "Kranken Männern" Österreich-Ungarn und Türkei festgenagelt. Die einseitige militärische Planung (Schlieffen Plan) führte letztlich in den Krieg.
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14.06.2008, 12:30
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Plebejer
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Registriert seit: 11.06.2008
Beiträge: 7
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Die bisher genannten Punkte sind plausibel und wirklich gut, ich vertehe nur nicht, wieso die französische Revolution der Anfang des Nationalismus ist (gerade auf dem Hinblick des Zeitraumes nach dem 1. wk.). Ich werde wohl meinen Lehrer mal anrufen müssen^^
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16.06.2008, 13:09
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
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Den Zusammenhang Franz. Rev. / Nationalismus sehe ich auch nicht. Der Spruch "L'etat c'est moi" war der des Königs. Nun wollte sich das Bürgertum emanzipieren, und das einfache Volk ging mit dem Ruf nach Brot auf die Straße. Den Bürgern war wie dem einfachen Volk die Nation, pragmatisch gesehen, wurscht. Ging es den Sansculotten um nationale Werte? Kaum. Napoleons Expansion war klassisch und nichts Neues. Nationalismus führte dann 1848 in der Paulskirche zu seiner ersten Manifestation.
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16.06.2008, 16:23
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 799
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Zitat von matty
Die bisher genannten Punkte sind plausibel und wirklich gut, ich vertehe nur nicht, wieso die französische Revolution der Anfang des Nationalismus ist (gerade auf dem Hinblick des Zeitraumes nach dem 1. wk.). Ich werde wohl meinen Lehrer mal anrufen müssen^^
Nicht anfang des Nationalismus an sich, der hat in der Renaissance und im Humanismus erste Impulse erfahren, aber Anfang des Nationalismus in seiner Ausprägung als Massenphänomen. Nation wird - nach Nipperdey, der hinsichtlich einiger Punkte seiner Definition etwas überholt ist, die Grundzüge aber immerhin noch trifft - eine neue Großgruppe. Der Einzelne gehört in erster Linie zur Nation, die Bindung und Loyalität ihr gegenüber wird höher gestuft als etwa Bindungen und Loyalitäten zu Region, zu Stand, zu Dynastie, Konfession, Klasse oder politischer Ideologie; der Mensch ist dabei in erster Linie Mitglied einer Nation.
Der Durchsetzungsprozess erfolgte natürlich nicht plötzlich, sondern erst in den bürgerlichen Schichten.
Die französische Revolution ist für den deutschen Nationalismus wichtig: Einerseits, weil sie grundlegende Ideen geprägt hat, andererseits, weil durch die Ereignisse in ihrer Folgezeit (Napoleon) auch nationalistische Tendenzen geweckt wurden.
Oder um es mit einer neueren Sichtweise zu beschreiben:
Um 1800 traff die Idee der Nation als Gemeinschaft bürgerlicher Freiheit, rechtlicher Gleichheit und brüderlicher Solidarität ältere Ansätze des Nationalbewusstseins und konnte so an Traditionen, kult. Gemeinsamkeiten und polit. Strukturen, die auch später Einfluss haben, anknüpfen. Die Franz. Revolution bildete hierbei einen zentralen Punkt, da sie „verschiedene Stränge zusammenführte und zu einem scharf konturierten Leitbild verdichtete.“
Wichtig ist außerdem, dass die Bewegung "Nationalismus" im Umfeld des Prozesses „der Auflösung der traditional-ständischen Sozialordnung und des Übergangs zur modernen bürgerlichen Gesellschaft freier Individuen“ entstand.
Mit dem Verlust alter Bindungen entstand ein Vakuum, dass durch eine neue Bindung, nämlich die an die Nation, welche sich wiederum über gemeinsame Sprache und Kultur definierte, gefüllt wurde.
Für den Nationalismus in Weimar muss man sicherlich verschiedene Stränge differenzieren, es gab da sicherlich gemeinsame Grundlagen, etwa hinsichtlich der Revision von Versailles, aber auch Gegensätze (Haltung zur Staatsform).
Nationalismus führte dann 1848 in der Paulskirche zu seiner ersten Manifestation.
Erste nationale Aufbruchstimmung mit dem Befreiungskriegen, Ermordung Kotzebues, allmähliche Ausbreitung des Gedankengutes in den 1820ern/1830ern, Zusammengehen mit liberalen Ideengut, Hambacher Fest 1832 etc.
Könnte noch mehr schreiben, aber im Moment muss mich der Schmalkaldener Bund mehr interessieren...
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μηδὲν ἄγαν
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