05.12.2008 - 00:10
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  #16  
Alt 11.07.2008, 19:17
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Tlaloc der Regengott bei den Azteca.
Und bei den Griechen war in fast jedem Brunnen und Quell eine Nymphe daheim.

Tja, und vergessen wir nicht den berühmten "Regenmann" der Prairieindianer Nordamerikas.
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  #17  
Alt 12.07.2008, 00:02
Spender
 
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Es gibt auch einen rechtlichen Aspekt: Wer ist im Besitz, bzw. wer bekommt Zugang zum Wasser. Daraus leiteten sich schon Forderung in den Bauerkriegen ab.
In manchen Naturvölkern ist Wasser übrigens gleich gestellt mit Land: Es gibt keinen Besitz daran, nur kollektives Nutzungsrecht.
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  #18  
Alt 12.07.2008, 11:51
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Beiträge: 714
Die Mafia kontrolliert auf Sizilien fast die gesamten Wasservorräte. Da nach der Einigung Italiens keine Kontrolle seitens der Behörden über die Grundwasserverteilung erfolgte, verblieb diese unter privater Kontrolle. Es kam sogar zu Ermordungen von "Brunnenwächtern". Der Rohstoff Wasser ist insbesondere für die Bewässerung der Zitrusplantagen für die Bauern überlebensnotwendig.
Hinzu kommt eine weitreichende Kontrolle über die landwirtsch. Genossenschaften seitens mafiöser Strukturen.
Das fundamentale Übel ist die private Kontrolle über wasserreiche Gegenden. Der Staat hat hier längst versagt.
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  #19  
Alt 12.07.2008, 13:50
Spender
 
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Beiträge: 854
So ändern sich die Zeiten. Bei den Alten Römern galt die Wasserversorgung als öffentliche Dienstleistung, deshalb auch der Bau von Aquädukten. Allerdings gingen die Leitungen immer nur ins Erdgeschoss. Nur dort gab es dann auch Wasseruhren!

Das führt zu einem Sprengstoff-Thema: Kommunen heute denken über Privatisierung auch der Wasserversorgung nach ...
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  #20  
Alt 12.07.2008, 14:03
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Na ja das ist nicht ganz richtig. Soweit ich weiß mündeten die Aquädukte meist in öffentlichen Brunnen, von denen aus sich ein Großteil der Bevölkerung versorgte. Privatleitungen in Häuser dürften nur eine absolute Minderheit gehabt haben. Man kann also maximal von einer beschränkten öffentlichen Dienstleistung sprechen.

Im Übrigen war den Römern das Phänomen des Wasserdiebstahls durchaus bekannt. So wurden die Leitungen Inner- und Außerorts häufig illegal angezapft. Es gab also ein Wertgefühl für Wasser, ob solche illegalen Abzweigungen auch bestraft wurden weiß ich nicht, kann ich mir aber vorstellen.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #21  
Alt 12.07.2008, 17:09
Spender
 
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Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Na ja das ist nicht ganz richtig. Soweit ich weiß mündeten die Aquädukte meist in öffentlichen Brunnen, von denen aus sich ein Großteil der Bevölkerung versorgte. Privatleitungen in Häuser dürften nur eine absolute Minderheit gehabt haben.
Nach der Literatur (Jerome Carcopini, Rom, Reclam 1992) wurden in Rom ab Beginn des 2. Jh. v. Chr. Konzessionen für Abzweigungen zu Privathäusern gegen Gebühr vergeben. Damit beschränkten sich die Zuleitungen auf die Erdgeschosse der Reichen.
Unabhängig davon waren die Wasserträger-Sklaven ein wichtiger Bestandteil der Haushalte von Reichen. Carcopini: "Bei den Rechtsgelehrten der ersten Hälfte des 3. Jh. gehören sie als unentbehrlicher Bestandteil so fest zum Gemeinschaftsleben jedes Wohnhauses, dass sie wie die Türhüter, die ostiarii, und die Zimmerkehrer, die zetarii, mit ihm sozusagen eine Einheit bilden und mit in den Besitz dessen übergehen, der das Haus erworben hatte".
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  #22  
Alt 12.07.2008, 17:28
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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In Pompeij sieht man ja eindrucksvoll, daß sich im Atrium der Domus das sogenannte "Impluvium" befand. Ein Becken zum Auffangen des Regenwassers vom Dach. Das Wasser konnte vom Impluvium in eine Zysterne geleitet werden (unterirdisches Wasserreservoir). Hinzu kamen eben die Anschlüsse von Privathäusern (auf Kosten der Besitzer) durch Bleirohre an das öffentliche Rohrwassersystem. Das Wasser wurde von einem "Castellum Aquarum" gezapft, ein Druckregulierungs-Wasserturm der gleichzeitig zur Verteilung diente.
In Pompeij zu besichtigen auch eine "piscina" in der Mitte der Palestra.
Fassungsvermögen: 1.340 cbm. 34,55 m lang und 22,25 breit. Wurde auch mittels Bleirohr von einem Castellum aus versorgt.
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  #23  
Alt 12.07.2008, 18:01
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Dann ist es aber mit einem Wert verbunden, d.h. nur wer es sich leisten konnte hatte Wasser und die große Mehrheit eben nicht.
Unter einer öffentlichen Dienstleistung verstehe ich ein wenig was anderes.
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  #24  
Alt 12.07.2008, 18:48
Spender
 
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Vielleicht ist es tatsächlich ein begriffliches Mißverständnis. Damals ließ die Öffentliche Hand Aquädukte bauen, heute läßt sie Gräben buddeln und Rohrleitungen verlegen. Das war/ist die Dienstleistung. Wer sie nutzen wollte/will, muss blechen.
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  #25  
Alt 14.07.2008, 17:30
Tribun
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 51
Der Vollständigkeit halber kopiere ich meinen Beitrag aus einem anderen Beitrag hierein.

"Das Wasserproblem sollte eigentlich kein Problem mehr darstellen. Wir haben bereits die Technik dafür, aus Salzwasser Trinkwasser zu gewinnen.

Mittels Solarthermie ist das überhaupt kein Problem. Es müssen "nur" zig Milliarden investiert werden. Oder man denkt an einen Tausch. Die Industriestaaten bekommen von den Saharastaaten tausende Quadratkilometer Land zur Verfügung gestellt um dort die Solarthermie-Kraftwerke aufzubauen. Dafür erhalten diese Staaten sauberes Trinkwasser. Das wäre doch mal ein Vorschlag!"

Sinngemäß schrieb Wulfnoth dazu, das der Salzgehalt des Wassers dadurch extrem ansteigen würde bzw. schon ist.
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  #26  
Alt 14.07.2008, 17:36
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Die Mittelmeerregion grenzt an Ländern wie Schweiz und Österreich an mit einem Überfluss an hochwertigem Wasser. Wir bräuchten keine teuren Entsalzungsanlagen für die Länder des südlichen Mittelmeeres.
Interessant finde ich jetzt die Initiative von Sarkozy mit der Union der Mittelmeerländer.
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  #27  
Alt 14.07.2008, 17:56
Tribun
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 51
Dann müssten sich diese Länder bereiterklären und ihren "Überfluß" mit der Welt teilen bzw. verkaufen. Damit sind wir wieder beim Thema Wasser als Machtfaktor.

Wer will sich von einem Wasserlieferanten abhängig machen, wenn er es auch selbst besorgen könnte? Jeder will möglichst unabhängig sein.
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  #28  
Alt 14.07.2008, 18:08
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Deswegen ist eine Union der Mittelmeerländer sinnvoll, in denen diese (so ähnlich wie schon die EU) das gegenseitige Interesse der Kooperation erkennen.
Wir können diesen Ländern bei ihrer Entwicklung in ein modernes Zeitalter helfen, können kulturell voneinander profitieren sowie Rohstoffe austauschen.
Ganz zu schweigen vom Frieden und Wohlstand der sich immer mehr um Europa rum etabliert.
Und Wasser ist in den nördlichen Ländern mehr als genug da.
Es könnten täglich WasserTanker von Genua nach Nordafrika auslaufen.
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  #29  
Alt 14.07.2008, 18:40
Benutzerbild von Belisarius
Tribun
 
Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 83
und wie soll das wasser transportiert werden?
mit tankern? Pipelines?
wenn wasser jemals so teuer werden sollte das sich ein solcher kostenaufwand rentieren würde, würden große teile der armen bevölkerung warscheinlich verdursten , weil sie es sich nicht leisten können.
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  #30  
Alt 14.07.2008, 19:06
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.069
Wasser wird ja heute schon mit riesigen und langen Leitungen in Großstädte gebracht. Ans Herz legen kann ich hierbei die Geschichte der Wiener Wasserversorgung. Sehr interessant. Das Wasser Wiens zählt zu den absolut besten der Welt, und das für eine Millionenstadt. Falls es wen interessiert kann er sich ja mal reinlesen.

Die wasserreichen Staaten werden in Zukunft sicher einiges an Geld lukrieren können für ihr Wasser.
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