25.07.2008 - 05:39
Historik Forum
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  #1  
Alt 11.05.2007, 07:18
Ädil
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 347
Atlantis - Gibt es einen wahren Kern?

Ich bin mir bewusst, dass der Titel für wahrhaft Geschichtsinteressierte schon ziehmlich abschreckend wirkt. Aber ich will keine esoterisch und mythisch geprägten Theorien, sondern nur wissen, was hinter diesem ganzen Getuhe steckt. Wikipedia gibt da eine gute Übersicht, die mich auch zufriedenstellen würde, hätte ich nicht bei einem seriösen Keltenexperte irgendwas von einem Seefahrervolk gelesen hätte, die durch Überschwemmungen aufs Festland kamen, und sich dort mit den "Venetern" vermischten. Das ganze könnte eventuell der Hintergrund der Theorie Platons sein, so Jean Markale in seinem Buch "Die Druiden".
Das Buch schien mir bis dahin sehr seriös und nicht für esoterische Freaks geschrieben. Hoffe ihr sagt mir jetzt nicht, der Typ gehört genau so zu den Freaks wie alle anderen, die sich mit dem Thema befassen, sonst hätte ich das Buch ja umsonst gelesen
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  #2  
Alt 11.05.2007, 09:08
Quaestor
 
Registriert seit: 25.09.2006
Ort: nähe Freiburg im Breisgau
Beiträge: 104
Schwieriges Thema...
Es gibt Theorien nach denen die Wanderung der Seevölker im 13 Jhd. v. Chr. durch schwere Naturkatastrophen hervorgerufen wurde. Die Urheimat dieser zumindest tw. indogermanischen Völker sollte demnach "Atlantis" gewesen sein.
Wo sich dieses Atlantis befunden haben solle bzw. ob in dieser Theorie auch nur ein Funken Wahrheit steckt sei dahingestellt.
Das plötzliche Auftreten und die unbekannte Herkunft der Seevölker schließen diese zumindest nicht aus.

Gruß kobra
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  #3  
Alt 11.05.2007, 17:15
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Das Schwierige an dem Thema ist eben, was man als "Kern der Atlantissage" gelten lässt. Wenn man sich wirklich ganz grob nur auf Kulturen oder sogar lediglich einzelne Regionen bezieht, die durch eine Naturkatastrophe zerstört wurden und einen gewissen wie auch immer gearteten Eindruck auf die mediterrane Kulturlandschaft hinterlassen hat, dann kann man nichts dagegen einwenden (Santorin und/oder Minoer nur mal als prominentes Beispiel).
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  #4  
Alt 30.10.2007, 23:21
Benutzerbild von Efna
Plebejer
 
Registriert seit: 30.10.2007
Beiträge: 20
Ich habe mal gehört das einige Historiker glauben das der wahre Kern der Atlantissage in den Kretischen Kulturen des Altertums. Andererseits denke ich kann ich mir auch gut vorstellen das Platon in Atlantis einfach nur seinen Idealstaat präsentieren wollte.
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  #5  
Alt 31.10.2007, 06:46
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Also ich fand bisher die Theorie, daß Atlantis identisch mit der Antarktis ist, am besten.
Vielleicht findet sich hier der Ursprung der Pyramiden in Südamerika, Afrika und Asien.
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  #6  
Alt 31.10.2007, 10:26
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Also ich fand bisher die Theorie, daß Atlantis identisch mit der Antarktis ist, am besten.
Dass meinst Du nicht ernst, oder?!? ANTarktis? Wer soll denn da gewohnt haben, wie soll er da hin gekommen sein, und was hat das ganze mit Platons Atlantis zu tun? Mir waren ja schon so Ideen wie Helgoland immer viel zu abstrus...

Mit dem "Kern der Atlantissage" kann eigentlich nur eines gemeint sein: Der wahre historische Kern, der sich hinter Platons Atlantis-Erzählung versteckt, oder eben auch nicht. Will sagen, da Platon der einzige ist, der von einem etwas namens Atlantis erzählt (bzw. die einzige erhaltene Quelle), macht es nur in diesem Kontext Sinn, hinter Atlantis herzujagen.

Hierbei existieren ja mehrere Theorien, die Atlantis alle im östlichen Mittelmeer vermuten (wie immer man das auch mit den Säulen des Herakles vereinbart, jenseits derer Atlantis zu finden war). Santhorin, Kreta, Zypern...

Die Theorie, die ich für am stichhaltigsten halte, ist die Atlantis=Troja-Hypothese, die vor einigen jahren ja sogar im Spiegel vorgestellt wurde. Könnte daran liegen, dass ich vor nicht allzu langer Zeit einen sehr guten Roman (Troja von Gisbert Haefs) las, der genau diese Hypothese in den Mittelpunkt stellte.

Jegliche Versuche, Atlantis in den Atlantik zu verorten, der ja nach dieser Sage benannt ist, halte ich für... zum Scheitern verurteilt. Am wahrscheinlichstenb ist und bleibt es wohl leider, dass es Atlantis nie gab und sich entweder Platon oder irgendwer in Ägypten einfach eine gute Geschichte ausgedacht hat...
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  #7  
Alt 31.10.2007, 10:31
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
Was ich ja nicht verstehe ist wieso es für so viele Menschen so schwer ist zu akzeptieren, dass Platon möglichweise nur ein Volksmärchen wiedergegeben hat.
Herje wenn man in 2000 Jahren die HdR-Trilogie findet und Mordor sucht, wird man dann aufgrund der Gebirgslage Mordor in Tschechien suchen?
Nur weil es alt ist, heißt es nicht dass es nicht frei erfunden ist...
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #8  
Alt 31.10.2007, 12:50
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Dass meinst Du nicht ernst, oder?!? ANTarktis? Wer soll denn da gewohnt haben, wie soll er da hin gekommen sein, und was hat das ganze mit Platons Atlantis zu tun? Mir waren ja schon so Ideen wie Helgoland immer viel zu abstrus...
Solltest Du davon wirklich noch nie etwas gehört haben???
Das finde ich befremdlich.
Schreibt Platon doch deutlichst, daß Atlantis jenseits Gibraltars gelegen hat, was allen Mittelmeerspekulationen schon eine Absage erteilt.

Platon berichtet ferner vom Untergang einer Zivillisation vor knapp 10.000 Jahren.
Fakt ist: Vor etwa 10.000 Jahren war die Antarktis eisfrei, danach nichtmehr.
Warum sollte dieser eisfreie Kontinent als einziger nicht besiedelt gewesen sein?
Warum tauchen um diese Zeitspanne die ersten Hochkulturen in Südamerika und Afrika und Asien auf? Warum gibt es erstaunliche Gemeinsamkeiten, um nur die Pyramiden als offensichtlichstes Beispiel zu nennen?

Bedenken wir mal, die eindeutig astronomische Ausrichtung dieser Bauten.
Überall auf der Welt entstanden astronomische Bauten, aber die meisten dienten als Kalender und richteten sich nach dem Lauf der Sonne.
Die Pyramiden hingegen richten sich nach den Sternen.
Und was ist von größter Bedeutung für eine frühe Hochkultur, ein Seefahrervolk?
Richtig, die Navigation bedingt die gute Kenntnis des Himmelszeltes.
Ich jedenfalls glaube nicht, daß die beeindruckenden atsronomischen Kenntnisse gleichzeitig auf drei Kontinenten durch ein paar Gelehrte erlangt wurden. Das bedingt eine enorme Entwicklung unter Beteiligung vieler Ressourcen, wie sie ein Volk aufbringt, für das Seefahrt eine Zentrale Bedeutung hat.

Nächster Punkt: Woher stammen die definitiv uralten Karten die die Antarktis ohne Eispanzer zeigen, wenn nicht von einer dortigen Hochkultur?
Ich spreche wohlgemerkt von den Karten des Piri Re'is aus dem 16 Jhd. die wohl Abschriften viel älterer Karten waren.
Wohl gemerkt zeigten diese Karten nicht nur die eisfreie Antarktis die ja erst im 19 Jhd entdeckt wurde, sondern auch die damals noch nie kartografierte Ostküste Südamerikas.

Kolumbus wurde als zurückgekehrter weißer Gott in Schiffen ohne Paddel von den Ureinwohnern Südamerikas begrüßt. Eine Legende die sich über den ganzen Kontinent zieht...

Und der Untergang... einfache Erklärung: Polverschiebung, Abschmelzung von Eismassen, Meeresspiegelanstieg und Vereisung der Antarktis.

Stellt man sich nun einen enorm anwachsenden Meeresspiegel vor und ein von der Antarktis fliehendes Seefahrervolk, was wären bessere Anlaufpunkte als das Hochland der Anden, Äthiopiens oder Südostasiens und damit der Orte, an denen vor rund 10.000 Jahren erstaunlicherweise fast gleichzeitig frühe Hochkulturen entstanden.
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  #9  
Alt 31.10.2007, 12:51
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Was ich ja nicht verstehe ist wieso es für so viele Menschen so schwer ist zu akzeptieren, dass Platon möglichweise nur ein Volksmärchen wiedergegeben hat.
Herje wenn man in 2000 Jahren die HdR-Trilogie findet und Mordor sucht, wird man dann aufgrund der Gebirgslage Mordor in Tschechien suchen?
Nur weil es alt ist, heißt es nicht dass es nicht frei erfunden ist...
Aber die Geschichte hat gezeigt, daß viel Geschichten einen wahren Kern haben.
Nehmen wir das Reich des Priesterkönigs Johannes, eine Geschichte des Mittelalters die die Hoffnung der Kreuzfahrer hochhielt, zum Teil erwiesene Fälschung, zum Teil läßt sie sich jedoch zum Beispiel auf die christen Äthiopiens zurückführen...

Wenn Du jedes geschichtliche Werk von vornherein als Fiktion abtust, negierst Du einen bedeutenden Teil der Weltgeschichte, wie ihn die Geschichtswissenschaft darstellt.
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  #10  
Alt 31.10.2007, 13:11
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Solltest Du davon wirklich noch nie etwas gehört haben???
Das finde ich befremdlich.
Schreibt Platon doch deutlichst, daß Atlantis jenseits Gibraltars gelegen hat, was allen Mittelmeerspekulationen schon eine Absage erteilt.
Der Troja-Variante nicht; die "Säulen des Herakles" bezeichneten beide Augänge des Mittelmeers, und Troja liegt wohl hinter dem Eingang zu den Dardanellen.

Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Platon berichtet ferner vom Untergang einer Zivillisation vor knapp 10.000 Jahren.
Fakt ist: Vor etwa 10.000 Jahren war die Antarktis eisfrei, danach nichtmehr.
Vor zehntausend Jahren war gerade Europa aus dem Eis aufgetaut (oder noch dabei...). Da soll die Antarktis eisfrei gewesen sein? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen...

Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Warum sollte dieser eisfreie Kontinent als einziger nicht besiedelt gewesen sein?
Weil er mal echt sehr, sehr weit von allem anderen entfernt liegt; über Südafrika haben ja auch weder Platon noch die Ägypter was geschrieben, warum dann über die Antarktis? (Uups, gerade fällt mir dese Afrika-Umseglung ein... Okay, vielleicht haben die Ägypter was über Südafrika geschrieben... ).

Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Warum tauchen um diese Zeitspanne die ersten Hochkulturen in Südamerika und Afrika und Asien auf? Warum gibt es erstaunliche Gemeinsamkeiten, um nur die Pyramiden als offensichtlichstes Beispiel zu nennen?
Die ersten Hochkulturen Amerikas brauchten mW etwas länger, um sich zu entwickeln; vor 10.000 Jahren war da noch nicht viel...
Zu den Pyramiden: Das ist eine geometrische Grundform, noch dazu eine sehr leicht zu kontruierende. Außerdem hat sie Vorbilder in der Natur; Dünen, Hügel oder Berge erinnern nun mal eher an pyramidenförmige Gebilde als an griechische Tempel.

EDIT: Rechtschreibung

Geändert von Thersites (31.10.2007 um 14:13 Uhr).
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  #11  
Alt 31.10.2007, 13:22
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Vor zehntausend Jahren war gerade Europa aus dem Eis aufgetaut (oder noch dabei...). Da soll die Antarktis eisfrei gewesen sein? kann ich mir nicht wirklich vorstellen...
Ist aber wissenschaftlich erwiesen, anhand von Flora und Faunafunden im Eis.
Im Übrigen ist das Indiz, daß auch Europa gerade auftaute durchaus ein Argument für eine Polverschiebung.

Die ersten Hochkulturen Amerikas brauchten mW etwas länger, um sich zu entwickeln; vor 10.000 Jahren war da noch nciht viel...
Zu den Pyramiden: Das ist eine geometrische grundform, noch dazu eine sehr leicht zu kontruierende. Außerdem hat sie Vorbilder in der Natur; Dünen, Hügel oder Berge erinnern nun mal eher an pyramidenförmige Gebilde als an griechische Tempel.
Und wo sind die Pyramiden in Europa, im übrigen Asien? Warum sind dort nicht auch welche Entstanden?
Dort hat man lieber Steinkreise gebastelt....
Und wo Du sagst... Geometrie... die muß man erstmal kennen ;-)
Bekanntlich gabs ja nichtmal das Rad in Südamerika.
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  #12  
Alt 31.10.2007, 13:39
Benutzerbild von Kimon
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Registriert seit: 25.12.2005
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Beiträge: 1.191
Mit einer Antarktis-Theorie machen es sich die entsprechenden (Populär-)Wissenschafter aber ziemlich einfach, weil man mangelnde archäologische Funde einfach durch das ewige Eis erklären kann...

Soweit ich weiß, ist die Antarktis schon seit Millionen Jahren von Eis bedeckt, zumindest teilweise, allerdings gibt es ja immer wieder Wärmeperioden. Trotzdem ist es dort immer kalt gewesen und das gerade dort eine Hochkultur sich entwickelt hätte widerspricht doch der Beobachtung, dass Kulturen in klimatisch begünstigten Regionen entstehen.

Die weltweit errichteten Pyramiden wurden übrigens zu sehr unterschiedlichen Zeiten gebaut, in der ägyptischen Geschichte blieb die Zeit des Baus ein sehr kurzer Abschnitt.


Ich spreche wohlgemerkt von den Karten des Piri Re'is aus dem 16 Jhd. die wohl Abschriften viel älterer Karten waren.
Die Interpretation dieser Karte ist ziemlich umstritten.
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  #13  
Alt 31.10.2007, 13:42
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
(...) Polverschiebung.
Du meinst das Wandern der magnetischen Pole? Die haben aber nichts mit dem klima zu tun. Der geographische Pol verschiebt sich nicht. Die Antarktis war vor zig Millionen Jahren da, wo sie heute ist, und wird das auch noch in zig Millionen Jahren sein.
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  #14  
Alt 31.10.2007, 13:50
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Es stimmt aber schon, dass die Antarktis einmal eisfrei war, daher findet man auch bspw. Fossilien dort. Allerdings war der Kontinent soweit ich weiß seit Auftauchen des Menschen mit Eis bedeckt. Es mag aber möglich sein, dass Teile durch eine Wärmephase vom Eis befreit waren.
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  #15  
Alt 31.10.2007, 14:10
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Vor 10.000 war aber gerade eine Eiszeit am abklingen; nicht ausgeschlossen, dass das zu regionalen Wärmephasen führen kann, aber eher unwahrscheinlich...
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