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08.11.2005, 20:40
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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Darf man so urteilen?
Hermann Bengtson schreib in seiner Römischen Geschichte, die ich gerade lese auf Seite 118 und 119 folgendes über den Untergang Karthagos. Ich möchte das hier mal zitieren weil hier ja einige "Punier-Fans" sind.
Der Untergang Karthagos ist ein Ereignis von ungeheurer Tragweite in der Geschichte des Mittelmeerraumes. Die Stadt war auf dem Altar des römischen Sicherheitsbedürfnisses geopfert worden. Dennoch war mit der Vernichtung der Karthagos keine eigentliche Lücke entstanden. Ist doch der Beitrag der Punier zur Geschichte der menschlichen Zivilisation mehr als bescheiden, die Kunst der Punier ist sogar von abstoßender Häßlichkeit, für die es im Altertum schwerlich Paralellen gibt. Den karthagischen Künstlern mangelt es nicht nur an Orginalität, sondern auch an jeglicher Grazie. Und die punischen Inschriften [...] sind zumeist Grabinschriften oder Weihungen von ermüdender Einförmigkeit. [...] Besonders abstoßend waren die Menschenopfer, die in Karthago dem Baal und der Tanit, der Himmelsgöttin, dargebracht wurden, eine grausame Sitte, die durch Funde von Tausenden von Urnen mit Kinderknochen in einem Heiligtum unweit von Kothon, dem Handelshafen, bestötigen dies. In der Welt des Mittelmeeres waren die Karthager Fremdlinge, sie hatten sich nicht den anderen Völkern angeglichen, sondern ihre Eigenart bewahrt, ein Volk mit einer höchst einseitigen Begabung, das in seinem Todeskampf wenig Sympathien und keine Bundesgenossen gefunden hat.
Als ich das gelesen hab hatte ich zuerst das Gefühl dass der Autor nicht nur über Römische Geschichte schreibt sondern ihre Propaganda mit Haut und Haaren aufgesogen hat. So viele Vorurteile und Halbwahrheiten in einem dermaßen kurzen Teil sind mit selten untergekommen.
Wie kann man heute sagen dass Kunst häßlich war, wo doch gerade Kunst einem ständigen Wandel unterliegt und immer anders wahrgenommen wird. Und wie kann man Grabschriften Eintönig finden wenn wir nach 2000 Jahren mehr Geschichte auch immer noch dieselben Formeln auf unsere Grabsteine schreiben.
Auch die Theorie mit den Kinderopfern kann inzwischen mehr als nur bezweifelt werden. Zumindest für die Spätzeit gilt sie doch als wiederlegt.
Und am Ende auch noch von fehlenden Bundesgenossen schreiben wenn der Autor doch gerade auf den 117 Seiten davor erläutert hat wie Rom nach und nach jede größere Macht im Mittelmeer vernichtet hat.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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08.11.2005, 23:32
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Praetor
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Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
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Na atusch
Ich glaube wer Elefanten in den Krieg führt ist um einiges Kreativ
Und wenn sie es geschaft haben die Römer so Stark zum schwitzen zu bringen,dann müssen die doch einiges drauf gehabt haben. gebe zu kenne mich da auch kaum aus....
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Wenn du dich klein , nutzlos, beleidigt und depressiv fühlst, denke immer daran; du warst einmal das schnellste und erfolgreichste Spermium in deiner Gruppe!
"Seid vor allem immer fähig,jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen.Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs." Che Guevara
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09.11.2005, 09:25
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 800
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Soweit ich weiß ist die Römische Geschichte von Bengtson schon älter, das älteste Exemplar das ich gefunden habe stammt aus dem Jahr 1973 - er ist 1989 gestorben, also im Punkt Karthago nicht auf aktuellen Stand. Dann vlllt. noch Eingenommenheit für die griechisch-römische Kunst (da sind die Inschriften aber auch nicht so).
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μηδὲν ἄγαν
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09.11.2005, 13:19
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Propraetor
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Registriert seit: 18.03.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 543
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Der hält wahrscheinlich die europäische Kunst für die beste von allen, als ob man das so sagen könnte. ICh muss sagen: Nein, so kann amn nicht urteilen, es sei denn er gibt in seinem Buch nicht Fakten sondern eigene Meinungen wieder, dann müsste man das leider Akzeptieren. Ich frage mich allerdings ob dann der Rest des Buches auch voller Klischees und eigenen Meinungen anstatt Fakten ist?
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09.11.2005, 13:20
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
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Der ist ja sehr kontra karthager/ pro Römer, naja, das ist wahrscheinlich seine eigene Meinung.
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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09.11.2005, 15:20
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.479
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hehe lustiger text, nun das zeigt propagnda verjährt nie, genauso wie es heute noch g enug leute gibt die an den endsieg glauben und meinen der krieg sei noch nicht vorbei, oder ausschwitz hätte es nie gegeben, oder uns irgendwas von prostitution in israel erzählen, so gibt es auch heute noch leute die sich von der einseitigen siegergeschichtsschreibung der römer beeinflussen lassen.
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09.11.2005, 15:44
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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Natürlich ist Bengtson nicht mehr der aktuelle Stand aber immerhin hielt man das Buch bei CH Beck in den 90ern noch für Wert noch einmal eine Auflage herauszubringen.
Außerdem sind manche Sachen wie die Beurteilung der Kunst doch eher zeitlos und auch bezüglich des letzten Absatzes dürfte sich in 20 Jahren nicht viel verändert haben.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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09.11.2005, 16:43
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Separatisto
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Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
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Lustig wenn einer denken würde, das die Römer aus taktischen gründen so getan haben, als ob sie untergehen würden, um sich später die Weltherrschaft an sich zu reißen
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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09.11.2005, 19:42
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Ädil
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Registriert seit: 11.03.2005
Beiträge: 206
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Ich finde es auch ziehmlich lachhaft. Besonders den Abschnitt wo gesagt wird dass sich die Karthager den anderen Völkern angeglichen haben. Die Römer waren doch eigentlich die Leute die am Völkerfeindlichsten von allen waren ?(
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Alle wollen in den Himmel, aber niemand will sterben.
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09.11.2005, 20:07
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
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Beiträge: 6.343
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Weshalb Völkerfeindlich? Man muss bedenken dass sie immer große Teile der unterworfenen Kulturen in ihre eigene eingebaut haben.
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09.11.2005, 20:39
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 800
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Original von Wulfnoth
Natürlich ist Bengtson nicht mehr der aktuelle Stand aber immerhin hielt man das Buch bei CH Beck in den 90ern noch für Wert noch einmal eine Auflage herauszubringen.
Ich hab hier irgendwo im Regal Delbrück liegen, erste Auflage 1900 und nach heutigen Maßstäben vermutlich auch kein Standard, in ein paar Punkten eher unlogisch für mich, trotzdem bringt man 2003 noch eine Neuauflage raus usw. Vllt ist bei Bengtson der Rest noch brauchbar.
Meinungen in solchen Punkten sind immer sehr subjektiv und gerade im Bereich Karthago wurden soweit ich weiß erst in den letzten Jahren in bestimmten Punkten neue Erkenntisse erlangt.
Die Römer waren doch eigentlich die Leute die am Völkerfeindlichsten von allen waren
Kann man so meiner Meinung nach nicht sagen.
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μηδὲν ἄγαν
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10.11.2005, 13:25
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.479
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vielleicht meint er völerfeindlich wie feinlich allen anderen völkern gesonnen, denn das würde ja fast stimmen, ihr wisst ja die drei arten der beziehung der römer zu anderen, entweder war man verbündet, also versklavt und muste im krieg alles abstellen, oder man war feind oder man war einfach zu unattraktiv/zu weit weg um angegriffen zu werden
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