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20.06.2007, 19:11
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Plebejer
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Registriert seit: 20.06.2007
Beiträge: 2
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Hilfe bei Keilschrifterkennung
Hallo,
ich bin neu in diesem Forum und keiner vom Fach.(Historik, Geschichte)
Ein Freund war von mir vor 2 Monaten in und um Damaskus unterwegs, als er am Wegesrand einen Stein mit einer Inschrift endeckte. Der Text besteht aus 4 Zeilen und war im Stein "eingeritzt" bzw."eingekeilt".
Hier ein Link zu der Abschrift der Steininschriften.
http://jonashenze.meine-hp.net/damaskus.jpg
Nun folgende Fragen:
Aus welcher Zeit könnten die Inschriften stammen?
Welches Volk benutzte diese Schrift?
Was bedeuten die Schriftzeichen?
Oder ist dieses Gekritzel nur Gekritzel?
Da ich hier neu bin, weiß ich nicht inwiefern ihr mir bei meiner Frage weiterhelfen könnt, aber da bin ich mal Optimist und danke euch im Voraus für eure Hilfe.
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20.06.2007, 19:26
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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Ohne wirklich Experte zu sein: Einige der Schriftzeichen sehen wie "stinknormales" griechisch aus, d. h. keine Keilschrift. Also zumindest sind Lambdas, Alphas und ein Gamma sind unzweifelhaft zu erkennen, und auch andere Buchstaben sehen aus wie aus dem heutigen lateinischen Alphabet. Aber der einzige hier mit Ahnung von (Alt-)Griechisch ist Celebthol, glaube ich...
Aus welcher Zeit könnten die Inschriften stammen?
Um das anhand dieser Abschrift festzustellen, bräuchtest du einen ausgebildeten Alt-Philologen. Denn wirst du hier leider nicht finden. Grundsätzlich war das Griechische über Jahrtausende Verkehrssprache im östlichen Mittelmeer.
Welches Volk benutzte diese Schrift?
s.o.; eigentlich jedes in dieser Region (neben eigenen Schriften, wie bspw. das Hebräische)
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
Geändert von Kimon (20.06.2007 um 19:30 Uhr).
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20.06.2007, 20:36
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 779
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Zitat von Kimon
Aber der einzige hier mit Ahnung von (Alt-)Griechisch ist Celebthol, glaube ich...
Ja, mit "Ahnung" vom Schulgriechischen, und das ist auch schon drei, vier Jahre her...  , aber bei Epigraphik und ohne Lexikon schauts düster aus.
Das Problem ist, dass ich ein paar der Buchstaben nicht entziffern kann, weil sie undeutlich sind bzw. mir aus dem normalen Griechischen Alphabet nicht bekannt sind, z.B. der dritte Buchstabe in der Zeile unter 2. .
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μηδὲν ἄγαν
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20.06.2007, 20:48
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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Ja, mit "Ahnung" vom Schulgriechischen, und das ist auch schon drei, vier Jahre her...
Ich glaub du bist damit trotzdem die Koryphäe hier!
Das Problem ist, dass ich ein paar der Buchstaben nicht entziffern kann, weil sie undeutlich sind bzw. mir aus dem normalen Griechischen Alphabet nicht bekannt sind, z.B. der dritte Buchstabe in der Zeile unter 2. .
Genau der ist mir auch aufgefallen, auch, weil er ja öfter vorkommt. Der direkt darunterliegende schaut auch seltsam aus, oder ist das ein Psi? Und das Zeichen, welches aussieht wie ein lateinisches "C" (u. a. vierter Buchstabe von links unter der 3) kenne ich aus dem Griechischen auch nicht.
Tja, da bräuchte man wohl echt nen Philologen, der könnte die "Sonderzeichen" womöglich einordnen...
Vielleicht ist es ja auch gar kein griechisch, sondern es bedient sich nur des griechischen Alphabets (so wie die Etrusker das lateinische nutzten)?
Ich hoffe wir konnten ein bisschen helfen, jonas!
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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20.06.2007, 20:51
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.228
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Zitat von Kimon
Vielleicht ist es ja auch gar kein griechisch, sondern es bedient sich nur des griechischen Alphabets (so wie die Etrusker das lateinische nutzten)?
Sicher muss man das bedenken, jedoch erscheint es mir unwahrscheinlich, da sämtliche anderen ortsüblichen oder ehemals ortsüblichen Sprachen über ein eigenes Alphabet verfügen und Griechisch in Damaskus doch recht nahe liegt - wenn man davon ausgeht, dass der Text älter ist.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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20.06.2007, 21:05
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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War auch nur eine Idee, damit sich der arme Cele nachher nicht an irgendeinem aramäischen Dialekt des Phönizischen mit späthethitischen Relikten die Zähne ausbeißt!
Die Beschaffenheit des "Steins" würde auch u. U. Rückschlüsse auf den Inhalt zulassen. Echte Epigraphik würde ich eigentlich ausschließen, zumindest von dem ausgehend, wie jason den Fund schildert. Falls der "Stein" bspw. eigentlich eine festgebrannte Tontafel wäre, so ließe sich vermuten, dass der Inhalt eine unspektakuläre Inventarsliste ist, die nur durch den Zufall erhalten geblieben ist, weil ein Feuer in der Nähe war. Da die Dozenten aus der unserer Philologie aber alle so nett sind, hoffe ich natürlich auf ein weiteres Menanderfragment oder gerne auch was Älteres, bspw. von Äschylos.
P.S.: Wenn die Inschrift römisch wäre, würden mich auch Kommentare wie "Claudia lässt jeden ran" oder "L. Cornelius Rufus hat keine Haare auf dem Kopf und ist impotent" auch nicht überraschen!
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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20.06.2007, 21:17
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 779
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Zitat von Kimon
Genau der ist mir auch aufgefallen, auch, weil er ja öfter vorkommt. Der direkt darunterliegende schaut auch seltsam aus, oder ist das ein Psi?
Könnte es sein, mich verwirrt der Strich am Anfang, wäre nämlich auch denkbar, dass das ne Ligatur ist. Allerdings ergibt die Abfolge als Psi für mich keinen sichtbaren Sinn.
Und das Zeichen, welches aussieht wie ein lateinisches "C" (u. a. vierter Buchstabe von links unter der 3) kenne ich aus dem Griechischen auch nicht.
Hm, das könnte ein Sigma sein, wurde manchmal wie C geschrieben...
Und in Damaskus könnte das ja auch in einen Zeitraum von über 1000 Jahren geschrieben worden sein...
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μηδὲν ἄγαν
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21.06.2007, 11:45
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Quaestor
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Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 174
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Zitat von Celebthol
Hm, das könnte ein Sigma sein, wurde manchmal wie C geschrieben...
Dagegen spricht, dass der ganze Text in Großbuchstaben geschrieben ist und ein Sigma als "c" nur als Kleinbuchstabe vorkommt (und dann eigentlich nur am Wortende).
Ich habe mich mal ein wenig durch die Wikipedia gekämpft und folgendes gefunden:
Zu dem "c": http://de.wikipedia.org/wiki/Stigma_%28Buchstabe%29
Dann wäre da noch dieses schräggestellte Pi: http://de.wikipedia.org/wiki/Sampi
Das spricht aus meiner Sicht dafür, dass der Text aus vorklassischer Zeit stammt.
Was hier allerdings aus dem Rahmen fällt, ist dieses Omega al Kleinbuchstabe zwischen den ganzen Großbuchstaben ....
Mal ganz davon abgesehen, dass der Text an einigen Stellen eine heftioge Konsonantenhäufung aufweist. Wie Griechisch sieht das jedenfalls nicht aus. (Wobei ich allerdings kein Griechische kann....  )
__________________
QVOD BONVM FAVSTVM FELIX FORTVNATVMQVE SIT
AMICVS CERTVS IN RE INCERTA CERNITVR
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21.06.2007, 12:39
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Plebejer
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Registriert seit: 20.06.2007
Beiträge: 2
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Danke für eure raschen Antworten!
Ich kann leider nichts zu dem "Stein" sagen, der den Text beinhaltet, werde nochmal meinen Freund fragen, wie der Stein aussah.
Also soviel konnte ich aus euren Posts entnehmen:
es könnte ein altgriechischer text sein,
es könnte ein text von einem dort ansässigen völkchen sein, Mit akzent
aber zeitlich ist dieser Stein schwer einzuordnen, vor allem auch wegen den unterschiedlichen Schriftzeichen aus verschiedenen Spracheinflüssen.
Danke nochmal für eure Hilfe, hoffe es gibt da noch andere Vermutungen, die mir weiterhelfen könnten.
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21.06.2007, 12:47
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 779
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Zitat von Dinictis
Dagegen spricht, dass der ganze Text in Großbuchstaben geschrieben ist und ein Sigma als "c" nur als Kleinbuchstabe vorkommt (und dann eigentlich nur am Wortende).
Wobei ich einmal auch eine Münze gesehen hatte, in der das Sigma als C (auch in der Wortmitte?) und als Großbuchstabe vorkommt, war angeblich eine Provinzialmünze aus römischer Zeit.
Die restlichen Buchstaben hatte ich gestern auch mal in der Wikipedia erreicht, allerdings sind es eben nicht exakt die selben. Ähnlichkeiten sind mitunter vllt. auch zu phönizischen Buchstaben zu finden...
Und das mit der Konsonantnehäufung entspricht ja auch eher den semitischen Sprachen
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μηδὲν ἄγαν
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