07.09.2008 - 12:18
Historik Forum
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  #1  
Alt 06.05.2008, 13:35
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
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Beiträge: 684
Moses zog einst in den Jemen

Ich halte es für eine faszinierende These, mit der sich bis in die Gegenwart hinein politischer "Sprengstoff" verbindet: Das alte Gelobte Land ist nicht in Palästina, sondern im Süden des heutigen Saudi-Arabiens zu finden.

Das Thema ist nichts für Überflieger, man muss sich einlesen. Das Ganze aufgebracht hat Kamal Salibi:
Kamal Salibi – Wikipedia

Es lohnt sich, aus der Schweiz die ausführlichere Argumentation zu lesen:
Kamal Salibi, Prof. Dr. Kamal Salibi, Die Bibel kam aus dem Lande Asir, Religiöse Ignoranz, Gottesdefinition, "Vater, Sohn und Heiliger Geist"

Was haltet ihr davon?
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  #2  
Alt 06.05.2008, 19:27
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 781
Ich habe jetzt den zweiten verlinkten Artikel zur Hälfte gelesen - was mich stört ist dieser konspirative Ton und damit verbunden solche Aussagen wie: Das Buch wurde aufgekauft - es ist in Bayern an fast jeder Universitätsbibliothek vorhanden, oder Die Kirche würde zu sehr auf das alte Testament aufbauen - was ich gelinde gesagt für Schwachsinn halte.

Methodisch halte ich den linguistischen Ansatz als alleinigen Beweis für fraglich: Es soll Leute geben - erfahrene Forenmitglieder wissen worauf ich anspiele - die aus dem heutigen Mazedonisch das Demotische ableiten können. Somit bleibt ein einzelner Lösungsansatz fraglich.
Aus historischer Sicht ist der angebliche Auszug aus Ägypten zu sehr an Ramses geknüpft (obwohl die Frage unter welchem Herrscher er nun stattgefunden haben könne nicht eindeutig geklärt ist). Und - was mir wichtiger erscheint: Was ist mit den Seevölkern, die die Levanteküste erreichten und dort seßhaft wurden.
Diese werden ja im AT erwähnt und beeinflussen die dort geschilderten Ereignisse auch - wie ist das in Einklang zu bringen?
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #3  
Alt 06.05.2008, 19:58
Benutzerbild von TigerMC
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Registriert seit: 04.03.2005
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die armen jemeniten wenn die juden nun das lesen werden sie wohl auch anfangen zuerst jemenitisches land aufzukaufen und langsam langsam dort die macht an sich reissen, aber spätestens mit einem neuen ben gurion und einem neuen "befreiungskrieg"
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  #4  
Alt 06.05.2008, 20:28
Benutzerbild von Jan
Jan Jan ist offline
Patriot
 
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Beiträge: 573
Zitat von TigerMC Beitrag anzeigen
die armen jemeniten wenn die juden nun das lesen werden sie wohl auch anfangen zuerst jemenitisches land aufzukaufen und langsam langsam dort die macht an sich reissen, aber spätestens mit einem neuen ben gurion und einem neuen "befreiungskrieg"
Yay Tiger ... Dein Anti-Israelismus mag ich ja teilweise noch nachvollziehen können, aber auch die smilies können nicht verhüllen, dass Du ein bisschen sehr pauschalisierst
Vielleicht überdenkst Du Auzssagen, die das Satzfragment "die Juden" enthalten, in Zukunft nochmal
__________________
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Meine Stärke, Deutschlands Macht.

Freund der Freiheit
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  #5  
Alt 06.05.2008, 20:31
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.410
das sollte eine anspielung an die gründung israels sein das wort die juden habe ich bewusst geniommen, da ich das wort die zionisten unschön finde und es das wort die israelis zur zeit dergründung noch nicht gab, also heute würde es gehen, du hast recht da klönnte man auch hinschreiben die israelis
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  #6  
Alt 07.05.2008, 16:02
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 684
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Methodisch halte ich den linguistischen Ansatz als alleinigen Beweis für fraglich: Es soll Leute geben - erfahrene Forenmitglieder wissen worauf ich anspiele - die aus dem heutigen Mazedonisch das Demotische ableiten können. Somit bleibt ein einzelner Lösungsansatz fraglich.
Interessant finde ich den geografischen Teil der Argumentation (kommt im Text, glaube ich, später): Die Erklärung von im AT beschriebenen Phänomenen mit Vulkanismus, den es im Jemen nachweislich gab, für den es in Palästina aber keine Spuren gibt. Der interdisziplinäre Ansatz, der sich eben nicht nur auf Linguistik beschränkt, ist sicherlich ein Pluspunkt bei der Bewertung der These.
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  #7  
Alt 10.05.2008, 13:09
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 684
Der Hammer:
Mt. Sinai Found

Ein Video, auf den Spuren von Moses in Saudi-Arabien, mit dem Altar, auf dem einst das Goldene Kalb stand, heute hinter Stacheldraht.

Kann man sowas fälschen? Warum sollte man?
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  #8  
Alt 10.05.2008, 13:34
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.248
Tja warum sollte man? Vielleicht um den Israelis auch noch die historische Begründung für ihren Staat zu nehmen?
Betrachten wir doch das Alte Testament mal als das was es wirklich ist. Die Legendensammlung eines Volkes. Da muss nicht immer alles wahr sein.

Wenn ich mir solche Texte wie den von dir verlinkten durchlese und dort steht "beweisen eindeutig", "Faktum", dann muss ich mit den Augen rollen. In der Geschichtswissenschaft und vor allem in dieser fast schon vorhistorischen Zeit finde ich es anmaßend solche Vokabeln in den Mund zu nehmen.
Weiterhin ignoriert der Autor vollständig, dass die ägyptischen Quellen während des Seevölkersturmens meines Wissens nach sehr lückenhaft sind. Da kann alles mögliche passiert sein.

Beim nächsten Punkt kann man eigentlich aufhören weiterzulesen, denn dann gleitet es in die klassische Verschwörungstheoriebegründung ab. Er unterstellt allen, die der Lehrmeinung anhängen, sie wären indoktriniert. Diese Negierung anerkannter Erkenntnisse ist ein klassisches Merkmal von Verschwörungstheorien.

Als nächstes beweist der Autor gravierende historische Lücken. Er ortet die Wikinger und Dschingis Khan ins Jahr 1170 ein. Erstere waren geschätzte drei Jahrhunderte früher aktiv und letzterer war da noch ein kleines Kind. Das ist ein typischer Versuch emotionaler Beeinflussung weil historisch einigermaßen versierte Leute mit beiden Begriffen Angst und Schrecken verbinden.
Ganz im Gegenteil, um 1170 war die Welt sogar ziemlich geordnet - jedenfalls für damalige Verhältnisse. Im Nahen Osten wurde zwar gerade der dritte Kreuzzug geführt aber der gilt ja nicht gerade als größter Kreuzzug der Geschichte. Keine hundert Jahre später konnte Marco Polo seine große Reise durchführen aber das erwähnt der Autor nichtmal.

Achja was mich noch interessieren würde ist was Babylon in Saudi-Arabien suchte...

Sorry aber ich werde bei dem Text das Gefühl nicht los, jemand hatte eine Theorie und suchte dann die Beweise und nicht umgekehrt.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #9  
Alt 22.05.2008, 18:22
Plebejer
 
Registriert seit: 07.05.2008
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Beiträge: 40
Ich persönlich finde schon den Wikipedia-Artikel zu Kamal Salibi an manchen Stellen auffallend wohlwollend. OK, er ist kein Moslem, so kann man ihm vielleicht keine Voreingenommenheit vorwerfen, aber es ist logisch, dass eine solche These im Islam sehr begeistert aufgenommen wird. Wenn Mose im Jemen war, dann nicht MIT dem Volk Israel, sondern allein - nach seiner Flucht aus Ägypten (als Christ gehe ist selbstverständlich davon aus, dass Mose eine historische Figur ist und setze das auch in diesen und evtl. künftigen Ausführungen in diesem Thread stillschweigend voraus)
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  #10  
Alt 26.05.2008, 12:04
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
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Beiträge: 684
Zitat von Tertullian Beitrag anzeigen
Als Christ gehe ist selbstverständlich davon aus, dass Mose eine historische Figur ist und setze das auch in diesen und evtl. künftigen Ausführungen in diesem Thread stillschweigend voraus
Interessant ist die These, dass Moses ein ägyptischer Vizekönig der Provinz Kusch (Äthiopien) gewesen sei. Dazu Buch, Buchbesprechung unter
GEO.de - Religionsgeschichte: War Moses ein Ägypter? - Kultur › Geschichte
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  #11  
Alt 26.05.2008, 16:31
Plebejer
 
Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Musterländle
Beiträge: 40
Zumindest bin ich mir sicher, dass der Name Mose(s) vom ägyptischen Thutmosis abgeleitet ist und keinen hebräischen Ursprung hat. Geo stößt wie die meisten anderen (populär-) wissenschaftlichen Blätter leider ins Horn der pauschalen Bibelkritik. Ich persönlich finde es unseriös, immer gleich "gab es nicht", "erfunden" zu schreien, wenn es keine archäologischen Beweise gibt. Seriös wäre allenfalls die Aussage "kann nicht bewiesen werden". Verwunderlich, dass die heutigen Israelis mit solchen Aussagen letztlich am eigenen Ast sägen. Nach biblischen Erzählungen lebten die Israeliten während der Wüstenwanderung nicht in festen Behausungen, so ist es geradezu logisch, dass archäologische Spuren nicht oder nur kaum auszumachen sind. Bücher à la "Keine Posaunen von Jericho" wiederum sind schon auf Grund der atheistischen Voreingenommenheit des Autors zumindest kritikwürdig.
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  #12  
Alt 20.07.2008, 19:21
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 684
Ich fand dazu eine neue Internetseite:
Mosesinyemen
Eigentlich abenteuerlich ein Nebenaspekt: Das alte Kadesh-Barnea aus dem AT, das man nie eindeutig identifiziert hat, soll Mekka sein.
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