07.10.2008 - 02:39
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  #1  
Alt 01.12.2007, 11:07
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Schädelkult der Kelten

Es ist ja weitestgehend bekannt, dass Kelten einen Schädelkult betrieben. Mir hat sich gerade nur eine Frage dazu aufgetan.
So ein Schädel verwest ja recht schnell bzw. fängt an zu stinken und deshalb finde ich einige Darstellungen bei denen Schädel an Streitwagen hängen oder am Gürtel einiger Krieger oder gar im Haus einiger Kämpfer sehr unglaubwürdig, es sei denn sie kannten Konservierungsmethoden.
War dem so?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #2  
Alt 01.12.2007, 12:09
Benutzerbild von Renascor
Tigers Hare Krischna Jung
 
Registriert seit: 03.12.2005
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Beiträge: 754
Soweit ich weiss, konnten die Kelten konservieren.
Ich bin der Meinung ich habe irgendwo mal gelesen, dass sie das vor allem taten, damit sie die Köpfe später irgendwelchen Gästen zeigen konnten. Dafür ist natürlich ein intakter Kopf besser geeignet als ein verwester Schädel. Die Trophäe sollte ja beeindrucken.

Ich glaube, Kalk spielte bei der Konservierung eine große Rolle, aber ich hab das Buch leider nicht mehr, wo ich es gelesen hatte.
Im Web finde ich da nur bei Wiki was "vernünftiges".
[...]Die Kelten trennten ihren getöteten Feinden die Köpfe ab und sammelten diese. Dabei handelte es sich um eine spirituelle Geste, die sich oft in verschiedensten Kulturen wiederfindet, wie zum Beispiel die Skalps bei einigen Indianerstämmen. Der Kopf galt bei den Kelten als Sitz der Seele, der Kopf eines Feindes stärkte den Träger. Die Köpfe wurden an das Pferd gebunden (Sofern vorhanden) oder am Gürtel befestigt. Manchmal wurden sie zur Konservierung mit Kalk bestrichen.[...]
- Zur Quelle auf Wikipedia.de
Seriösere Quellen finde ich momentan nicht.
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Der Glaube kommt aus dem Herzen. Die Vernunft muß ihn festigen. Glaube und Vernunft sind nicht Gegenkräfte, wie manche Leute meinen. Je tiefer der Glaube ist, um so mehr schärft er die Vernunft. Wenn der Glaube blind wird, stirbt er. - Mahatma Gandhi
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  #3  
Alt 01.12.2007, 12:31
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Hm Kalk ist doch eigentlich eine sehr ätzende Substanz. Soweit ich weiß wurde sie während der Pest benutzt um die Leichen schneller verwesen zu lassen. Das widerspricht sich doch eigentlich.
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  #4  
Alt 01.12.2007, 13:43
Benutzerbild von Renascor
Tigers Hare Krischna Jung
 
Registriert seit: 03.12.2005
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Hm Kalk ist doch eigentlich eine sehr ätzende Substanz. Soweit ich weiß wurde sie während der Pest benutzt um die Leichen schneller verwesen zu lassen. Das widerspricht sich doch eigentlich.
Ich bin kein Chemiker.
Vielleicht gibt es da vielseitige Verwendungszwecke.

Aber Chemie war nie mein Ding.
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  #5  
Alt 01.12.2007, 13:48
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von Renascor Beitrag anzeigen
Aber Chemie war nie mein Ding.
Meines auch nicht, die einzige 6 meines Lebens und das in der 8. Klasse. Mir fehlen also schon die Grundkenntnisse.
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  #6  
Alt 01.12.2007, 19:48
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 739
Bin zwar auch kein Chemiker, aber Kalk tötet mW Bakterien; deshalb die Behandlung von Pestleichen mit dem Zeug. Bakterien sind aber auch für die Zersetzung von Leichen verantwortlich; deshalb mumifizieren sowohl Leichen, die unter sehr trockenen Bedingungen herumliegen (Wüste), als auch Moorleichen unter Sauerstoffabschluss.
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  #7  
Alt 04.12.2007, 15:41
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 321
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Kelten für die Konservierung von Köpfen ähnliche Techniken verwendeten, wie bsp. die Maring in Papua-Neuguinea. Die Köpfe in den "Sammlungen" der Kelten könnten demnach Schrumpfköpfe gewesen sein.

Ich habe irgendwo mal etwas in dieser Richtung gelesen. Ich weiss aber nicht mehr wo.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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  #8  
Alt 04.12.2007, 16:25
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 739
Das hervorstechende Merkmale der Schrumpfköpfe ist ihre Größe (sie sind klein, ach nein), die nur erreicht wird, indem der Schädelknochen zertrümmert und dann entfernt wird. Ich glaub nicht, dass das bei den Kelten der Fall war.

Hat aber eigentlich nichts mit der Konservierung zu tun; wüßte nicht, was dagegen spricht, das da die Kopfkäger in Ost und West die gleichen Techniken verwandten.
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  #9  
Alt 02.01.2008, 23:13
Benutzerbild von cyrtic
Tribun
 
Registriert seit: 21.02.2005
Beiträge: 71
In einer Dokumentation über die Mafia hat ein ehemaliger Mafiosi erzählt, dass sie Leichen immer im Keller in einem Loch mit Kalk vergraben haben. So sind diese nach einem Halben Jahr absolut unkenntlich gewesen, und konnten als "Dünger" verwendet werden.

Hier noch eine Antwort von Yahoo Answers: http://de.answers.yahoo.com/question...1105836AAdQxhu

cyrtic
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  #10  
Alt 17.08.2008, 20:48
Plebejer
 
Registriert seit: 17.08.2008
Beiträge: 1
Hallo,
ein paar Anmerkungen zu den vorangegangenen Ausführungen:
Kalk wurde von den Kelten zum Färben der Haare und überhaupt des ganzen Körpers verwendet. Wir wissen heute, das dies der Schutz der Kelten gegen Ungeziefer war. Besonders die Haare wurden mit Kalk gefärbt und schützte die Menschen damals vor Läusen und Flöhen. Es wurde nicht der gelöschte Kalk (zum Bauen heute!) verwendet sondern der geriebene Kalkstein. Nur der gelöschte Kalk ätzt.
Die Schädel, die ein Kelte z.B. aus dem Krieg mit heim brachte, wurden gereinigt. In einen Ameisenhaufen legen und nach einigen Stunden ist nur noch der reine Knochen übrig. So ein Kopf wurde zum Beispiel oben an der Stirn rund herum abgesägt. Aus den entstehenden Schalen wurde der Wein und das Obst den Gästen gereicht.
Der Rest des Schädels war ein begehrtes Rohmaterial. Wenn man weiß, dass der Schädesknochen der stabilste am ganzen menschlichen Körper ist, ein Hüftknochen ist längst nicht so fest, kann man verstehen, dass daraus kleine Geräte gemacht wurden: Kämmchen, Fiebeln, Feilen, die Nadel zum Nähen der Kleidung, die Spitze für den Pfeil usw. Man hing auch Köpfe vors Haus um die guten Götter herein zu bitten und die bösen Götter auszusperren. In Lehmhäusern wurden auch Köpfe in die Wand eingemauert, sodass nur das Gesicht zu sehen war.

Ganz herzliche Grüsse

Christa
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  #11  
Alt 19.08.2008, 01:32
Benutzerbild von Fotospezi67
Plebejer
 
Registriert seit: 18.08.2008
Beiträge: 19
Ich vermute der Schädelknochen wurde ausgekocht und in der Sonne getrocknet und dann mit einer Mischung aus Baumharzen und eventuell unter Zugabe von Kalk also einer Art Farbe zusätzlich präpariert.

So hatte man eine super Trophäe für abstrakte nordische mythologisch basierte Gesellschaftsprozeduren oder auch Handlungen die auf einer religiösen Vorstufe hinarbeiteten oder einfach nur zum verängstigen der Feinde oder als Statussymbol für Rangfolgen untereinander.

Ach meines Wissen waren die Schädelbecher bei Kelten innen schon aus Gold ( Man hat tatsächlich so etwas gefunden ) .

Die ältesten Trinkbecher der Welt sind die von den Neandertalern aus Schädeldecken,
Durch den Trunk aus einem solchen Gefäß ehrte man vielleicht den Toten und bekam Kontakt zur Unterwelt, das setzt ein hohes Maß an abstraktem Vorstellungsvermögen voraus.

Geändert von Fotospezi67 (19.08.2008 um 01:40 Uhr).
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