30.08.2008 - 04:06
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  #1  
Alt 07.11.2007, 09:44
Benutzerbild von Wittichis
Edelfreier
 
Registriert seit: 21.09.2007
Ort: Burgtreswitz
Beiträge: 40
Slawische Siedlungen und Handelswege

Das Gebiet entlang der Grenze zur Tschechei ...egal ob Sachsen...Thüringen..Franken...Baiern...ist ja durchsetzt von Siedlungen deren Entstehung man vom Namen her in die Slawenzeit verweisen kann. Bei meinen Heimatort Burgtreswitz, welcher früher (und noch heute so von den Einheimischen bezeichnet wird) Draeswitz hiess ist nur einer vielen!
Bei uns gibt es den Fluss "Pfreimd",-der Name kommt aus den Indogermanischen...reihen sich die slawischen Ortsnamen wie eine Perlenkette. Pfrentsch..Lohma..Draeswitz...Böhmischbruck...Vohe nstrauß (Vohendrezze) Pölnitzmühle..Nankau..Tresenfeld...Kainzmühl....Tr öbes... In meinen Augen ein Indiz für eine starke slawische Präsenz bei uns, und wieder ein Beweis..dass wir Baiern (Gottlob) keine "reinen" Germanen...Deutschen sind....
Aber kann es sein, dass es sich hierbei sogar um eine alte Handels; Heeresstraße handelt?
Keine 1,5 Km Luftlinie von der Pfreimd läuft nämlich die sog. "alte Heeresstraße" aus dem Mittelalter.....neben der übrigens die A 6 von Nürnberg nach Prag...
Und aber auch...was bedeuten die Ortsnamen?? Und was haltet Ihr von meiner Theorie der Handelsstraße? Im Mittelalter wurde übrigens an einen Bach welcher in die Pfreimd mündete, Names Tröbesbach, Gold geschürft.
Mehr zu uns... www.moosbach.de und www.heimat-now.de.
Noch was möchte ich anfügen. In einen Waldstück findet sich der Nachweis...meiner Ansicht nach...auf eine viel ältere Besiedlung.... Das Waldstück "Höll"...und siehe an...durch dieses fließt der Michelbach...habe dazu eine Anfrage in www.onomastik.de gestellt. Lest seber dort weiter.
__________________
+++ extra bavariam non est vita, et si est vita, non est ita+++
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  #2  
Alt 09.11.2007, 16:38
Benutzerbild von Mecklenburg-Schwerin
König Kürbis
 
Registriert seit: 11.03.2005
Ort: Teterow/Meckl.
Beiträge: 41
In meinen Augen ein Indiz für eine starke slawische Präsenz bei uns, und wieder ein Beweis..dass wir Baiern (Gottlob) keine "reinen" Germanen...Deutschen sind....
Germanen = Deutsche? Dann müssten Niederländer eigentlich auch Deutsche sein? Die später entstandenen verschiednenen Nationalitäten sind doch letzten Endes nur Ausdruck der verselbstständigten Interessen verschiedener Volksgruppen, nicht nur innerhalb ehemaliger germanischer Kreise. Deutschlands Profil besteht doch gerade in der Vereinigung verschiedener ehemaliger Volks- und Stammesgeschichte auf dem heutigen Territorium und die dadurch vielfach unterschiedlich geprägten Regionen. Demnach ist Deutschland selbst letztlich doch "nur" das Produkt vieler Menschen mit ähnlichen Zielen und Problemen, die sich ihre Demokratie erkämpften. Von schweren Schicksalsstunden brauche ich hier sicher nicht zu schreiben, darüber ist man sich nun allmählich ja wohl im Klaren ... Trifft jetzt vielleicht nicht unbedingt das Thema des vorangehenden Beitrags, greift aber einen Punkt in der Argumentation auf, der mir zu schaffen machte.
Was schon eher zur Thematik passt und ich auch noch anfügen möchte: Vergessen wir nicht, dass Gebiete, deren nähere Vergangenheit eher zur Zeit slawischer Besiedlung gerechnet wird, auf den derzeit bundesdeutschen Gebieten vor den Umbrüchen der Völkerwanderung auch von slawischen Stämmen und Verbänden die Heimat darstellten. So kann man, Geschichtskarten betrachtend, die der späteren Lombardei ihren Namen gebend Langobarden in nordelbischen Gebieten leicht wiederfinden. In der Nähe meiner Heimatstadt Teterow konnten durch Ausgrabungen diverser alltäglicher Gegenstände vor der Zeit des Niederlassens des kleinen Slawenstammes der Zirzipanen unter Fürst Otimar, beispielsweise die Anwesenheit von Germanen in diesem Raum in der Bronzezeit belegt werden.
Auf diese vielen Umbrüche u.ä. folgten dann aber Jahrhunderte verschiedener Fürstenhäuser und Herrschaften, was die jahrhundertelange Zurückverfolgung deutscher Geschichte sicher noch verkompliziert, v.a. was die Besiedelung durch angesprochene Slawen angeht, welche in dieser Zeitfolge im Zuge von Christianisierung und "Germanisierung" relativ schnell in die unterschiedlichen Machtkonstellationen integriert und eine neuerliche Vermischung stattfand. Ich denke, ohne in Lokalpatriotismus ausufern zu wollen 8), ist immer noch der Fall "Mecklenburg": 1000 Jahre slawische Herrschaft bis zum Kriegsende 1918. Da saßen in Schwerin immer noch Herrscher aus der obodrititschen Linie Niklots, der ja immer noch über dem Eingangsportal des Schweriner Schlosses thront. Darin inbegriffen die Zeit des Widerstandes gegen eine preußische Okkupation: Nordostelbien also eines der wenigen letzten Gebiete unter Eigenständigkeit, wenn auch völlig verarmt. 8)
Tut mir wirklich Leid, wenn ich die Handelswege-Thematik jetzt nicht mehr aufgegriffen habe, aber die slawische Vergangenheit aus allgemeiner Sicht erschien mir in erster Linie sehr wichtig, im Forum mit aufgeführt zu werden.
Und was nun meine Beschreibung der unterschiedlichen Perioden der Besiedlung heutigen deutschen Gebietes angeht und somit das Jahrhunderte währende Herausbilden typisch deutscher Regionalitäten, lässt sich wohl am eindeutigsten von dem von mir im Zuge der "Du bist Deutschland"-Hysterie geschaffenen Plakat verdeutlichen: "DU bist Mecklenburg." Ich werde es mal suchen und gleich hier reineditieren. Bis denn dann!

EDIT:
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"Globalisierung ist nur ein anderes Wort für US-Herrschaft." Henry Kissinger

Geändert von Mecklenburg-Schwerin (09.11.2007 um 16:43 Uhr). Grund: Büld rinmokt!
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