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14.01.2008, 13:14
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Auf den Spuren der Seevölker
Vor 3000 Jahren tauchen an den Küsten des Mittelmeeres unbekannte Krieger auf. Ihr Vorstoß kommt schnell und unerbittlich. Wo sie anlegen, verbreiten sie Furcht und Schrecken. Blühende Reiche stürzen sie in den Untergang. Nichts kann die Fremden aufhalten.
Neue Ziele in der Ägais
Waren die Seevölker für die Zerstörung von Troja verantwortlich?
Um 1200 vor Christus tauchen die Seevölker mit ihren Schiffen plötzlich aus den Dunkel der Geschichte auf.Unaufhaltsam erstürmen sie die großen Zentren im Vorderen Orient. Die namenlosen Krieger entpuppen sich als Schrecken der späten Bronzezeit. Bei ihrem Erscheinen gehen blühende Städte unter, Großreiche zerfallen
Quelle: ZDF.de
Geändert von dieter 4711 (14.01.2008 um 13:17 Uhr).
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14.01.2008, 13:27
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
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ähh gab/ gibts es im ZDF ne Doku über diese?
Hab ich da was verpasst?
Ist aber etwas reisserisch geschrieben
Zitat von dieter 4711
Ihr Vorstoß kommt schnell und unerbittlich. Wo sie anlegen, verbreiten sie Furcht und Schrecken. Blühende Reiche stürzen sie in den Untergang. Nichts kann die Fremden aufhalten...
...Quelle: ZDF.de
Die Ägypter hatten durchaus einige Zeit sich vorzubereiten denn vorher mussten ja die Regionen zwischen Troja und Palästina/Israel dran glauben.Und letztendlich sind sie ja auch dort hängengeblieben und konnten nie Ägypten erobern.
Off-Topic:
Aber besonders nett finde ich was sie mir so alles zutrauen
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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14.01.2008, 15:22
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Beiträge: 314
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Zitat von Nichts
ähh gab/ gibts es im ZDF ne Doku über diese?
Hab ich da was verpasst?
Ist aber etwas reisserisch geschrieben
Lieber Nichts,
Gestern um 19:30 Uhr im ZDF. Titel war glaube ich, Goliath den David mit der Schleuder besiegt hat. Die Seevölker ließen sich, nachdem das mit Ägypten nicht geklappt hatte, in Palästina nieder.
Der Text war Orginal ZDF. Ich werde noch mehr darüber schreiben
Die Ägypter hatten durchaus einige Zeit sich vorzubereiten denn vorher mussten ja die Regionen zwischen Troja und Palästina/Israel dran glauben.Und letztendlich sind sie ja auch dort hängengeblieben und konnten nie Ägypten erobern.
Off-Topic:
Aber besonders nett finde ich was sie mir so alles zutrauen
Der ägyptische Geheimdienst warnte Ramses III.
Lieber Nichts, dass mit dem Zutrauen verstehe ich nicht ganz?
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14.01.2008, 15:43
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
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Off-Topic:
Zitat von dieter 4711
Nichts kann die Fremden aufhalten.
jetzt?
Was mir immer noch keiner gesagt hat: wenn da steht Quelle ZDF,gab oder gibts vor/in kurzem ne doku darüber?
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Geändert von Nichts (14.01.2008 um 15:58 Uhr).
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15.01.2008, 09:30
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Zitat von Nichts
Off-Topic:
jetzt?
Was mir immer noch keiner gesagt hat: wenn da steht Quelle ZDF,gab oder gibts vor/in kurzem ne doku darüber?
Lieber Nichts,
ich kann Dir nur erzählen wie ich vorgegangen bin. Habe also am Sonntag von 19:30 bis 20:15 die Sendung des ZDF gesehen. Am Montag habe ich die Webseite vom ZDF angeklickt und unter "Spuren der Seevölker" gesucht. Dabei habe ich einiges gefunden, das was mir wichtig erschein ausgedruckt und stelle davon etwas ins Forum mit Quellenangabe.
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15.01.2008, 09:46
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Die Ursache für den plötzlichen Niedergang der Mittelmeerregion gehörte lange zu den großen Rätseln des Altertums. Die Auswirkungen hingegen stehen in den geschichtsbüchern: Völker machen sich auf den Weg in eine neue Heimat. Reichtümer werden aufgegeben. Friedliche Seefahrer wandeln sich zu Piraten, und geschäftstüchtige Händlder schlüpfen in die Rolle von Eroberern.
Wurde Homer von wahren Begebenheiten inspiriert?
Mythos Trojanischer Krieg
Die Spur führt zunächst an die Küste Kleinasiens, zu den einst trutzigen Mauern von Troja. Von der legendären Handelsstadt erzählt der Dichter Omer in seinem Epos, der Illas. Zehnjahre standen die Griechen vor den Toren, bis eine List den Untergang der Metopole besiegelte. Seine Verse begründeten den Mythos vom Trojanischen Krieg, den angeblich die Götter entschieden hatten. Erst Heinrich Schliemann suchte nach den archäologischen Fakten.
Quelle:ZDF.de
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15.01.2008, 20:53
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
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ah deswegen, hatte die erste Angabe überlesen da du sie in ein Zitat von mir mit reingepackt hast.
Ist aber gemein was du hier machst:
Zwingst indirekt mich neugirigen Menschen mein Buch über die ganzen Ramses (geht glaub ich bis Ramses der 11) herauszusuchen, um über die Invasion der Seevölker mehr zu erfahren...
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16.01.2008, 09:34
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Zitat von Nichts
ah deswegen, hatte die erste Angabe überlesen da du sie in ein Zitat von mir mit reingepackt hast.
Ist aber gemein was du hier machst:
Zwingst indirekt mich neugirigen Menschen mein Buch über die ganzen Ramses (geht glaub ich bis Ramses der 11) herauszusuchen, um über die Invasion der Seevölker mehr zu erfahren...
Lieber Nichts,
ich will nicht gemein sein. Da ich noch in anderen Foren schreibe, nehme ich mir für dieses Forum eine gewisse Zeit. Weiter im Text:
Bis heute gibt es für Homers Szenario keine Beweise. Inzwischen ziehen die Forscher eine zweite Theorie in Betracht, dass die Seevölker bei ihrer Fahrt ins Ungewisse den Ort niedermachten. Grabungsschnitte auf dem Burgberg von Troja geben die dramatische Vergangenheit der Stadt preis. In sieben Metern Tiefe stießen die Archäologen auf Hinweise, die kriegerische Auseinandersetzungen in der Zeit um 1180 vor Christus bestätigen.
Quelle:ZDF.de
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17.01.2008, 09:39
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Mysteriöse Eroberer
Ende des 13. Jahrhundert gabe einen Niedergang der Hochkultur in Troja. Zu beobachten waren mehrere Brandschichten als Zerstörungserscheinungen, aber auch davor verstärkte Bemühungen um Befestigungen. Es handelt sich offenbar um eine Kriegerische Zeit, die Gegner können allerdings nicht genau identifiziert werden. Wie Homer in seinem Heldenbericht schildert, entschieden Zweikämpfe die wichtigen Etappen des Krieges. Eine Taktik, die auch die mysteriöswn Eroberer bei Angriffen gehabt haben sollen: Das Duell zweier Männer entscheidet eine ganze Schlacht.
Wie aus dem Nichts
Es ist also vorstellbar, dass die Seekrieger die reiche Festung an sich reißen wollten. Das bleibt aber Spekulation. Feststeht, mit ihren schnellen Schiffen steuerten die Glücksritter immer neue Ziele in der Ägäis an. Wie aus dem Nichts schlugen sie zu und verschwanden wieder. Ihre Raubzüge fielen in eine Zeit, in der die Reiche ständig gegeneinander zu Felde zogen und Machtkämpfe die Dynastien schwächten.
Quelle: ZDF.de
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17.01.2008, 10:17
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Naja, der Sturm der "Seevölker" gehört wohl zu den eher mysteriösen Abschnitten der Geschichte. Es gibt diverse Theorien über Herkunft und Motivation dieser Völker. Mal sind sie Indogermanen, dann Kleinasiaten, dann sogar pseudo-Wikinger. Man sollte deshalb aufpassen und sich nicht in allzu reisserischen Beschreibungen sulen.
Fakt ist: Um 1200 vor Christus setzte im östlichen Mittelmeerraum eine Wanderungsbewegung von Völkern an, die offensichtlich in mehreren Wellen über die Hochkulturen in Kleinasien, im Nahen Osten und in Ägypten hereinbrachen. Wobei man bereits hier aufpassen muss. Es handelte sich nicht um einen einmaligen Sturm, bei dem abertausende von fremden Kriegern loszogen und alles wegfegten. Vielmehr kam es im 13. und 12. Jahrhundert vor Christus immer wieder zu Angriffen. Wie bereits bei der Völkerwanderung ins römische Reich haben wir es also nicht mit einem einmaligen, besonders heftigen Ereignis zu tun, sondern eher mit einer über einen langen Zeitraum anhaltenden Gefahr. Unter anderem zeigt sich das daran, dass sich verschiedene ägyptischen Pharaonen wiederholt gegen Invasionen von der See her verteidigen mussten.
In den altägyptischen Quellen werden diese Invasoren sehr heterogen beschrieben. Sie unterschieden sich in Sprache, Bewaffnung und Ausrüstung. Allerdings ist sich die Forschung heute gemäss meines Wissensstandes zumindest in einem Punkt einig: Die Kleidung der fremden Völker war einheitlich dem Mittelmeerraum zuzuordnen. Das spricht für die Theorie, dass die "Seevölker" aus dem kleinasiatischen Raum oder der Ägäis stammten. Ebenfalls für diese Theorie spricht, dass es im 13. Jahrhundert vor Christus im östlichen Mittelmeerraum offenbar zu einer schweren ökonomischen Krise kam. Der Seehandel brach von der Levante bis in die Ägäis praktisch zusammen, was selbst bei den mächtigen Reichen im Nahen Osten zu teils dramatischen Versorgungsengpässen führte. Da die Wanderung der "Seevölker" nachweislich von West nach Ost erfolgte, müssen die Probleme dort besonders gross gewesen sein. Völker gingen in der Geschichte meist aus den selben Gründen auf Wanderschaft: Naturkatastrophen, Verdrängung durch andere, stärkere Völker, Überbevölkerung oder Nahrungsmittelknappheit. Zumindest Letzteres erscheint in der Phase, von welcher wir hier sprechen als gesichert.
Ich halte deshalb die Theorie, dass die "Seevölker" aus Kleinasien oder der Ägäis stammten, für die Wahrscheinlichste.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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17.01.2008, 11:36
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Anbei ein zwar etwas älterer, aber durchaus aufschlussreicher Text zu den "Seevölkern".
Die Seevölker und die ethnographischen Probleme. Tyrsener und Achaeer
Die bisher behandelten Probleme werden noch verwickelter durch Angaben, die wir aus Ägypten erhalten. Unter Merneptaḥ hat sich eine Koalition von Völkern »aus den Ländern des Meeres« oder von »aus allen Ländern gekommenen Nordleuten« mit libyschen Stämmen zu einem Angriff auf Ägypten verbunden. Genannt werden Aqaiwaša, Tur(u)ša, Luka, Šerdana. Šakaruša (Šakalša). Drei von ihnen, die Turša, Šerdana und Šakaruša, erscheinen nachher wieder bei der großen Völkerwanderung unter Ramses III. neben den Philistern und Zakkari, den Danauna »von ihren Inseln« und den Uašeš »von der See«. Die Aqaiwaša und die Luka kommen nur bei Merneptaḥ vor, und zwar haben jene, wie die Liste der Erschlagenen zeigt, damals bei weitem das größte Kontingent gestellt; die Luka dagegen werden in dieser Liste überhaupt nicht erwähnt, waren also offenbar nur mit wenigen Leuten beteiligt.
Daß die Heimat dieser Stämme im Bereich des Ägaeischen Meeres zu suchen ist, kann nicht zweifelhaft sein. Die Luka (Lykier) haben wir schon kennen gelernt, ebenso die Šerdana und ihre alten Beziehungen zu Ägypten, dem sie auch jetzt ein starkes Söldnerkontingent stellen. Die Turša »vom Meere« können nur die Tyrsener sein, die eine griechische Sage (im homerischen Dionysoshymnus) als Seeräuber im Ägaeischen Meer kennt und die hier auf Lemnos und Imbros noch im 6. Jahrhundert gesessen haben, während der Hauptteil des Volkes nach Italien hinüber gezogen ist und hier der Landschaft Etrurien den Namen gegeben hat. In den Šakaruša hat man auf Grund des Namensanklangs die Sikeler zu erkennen geglaubt, die damals noch in Unteritalien saßen. Möglich ist das gewiß, so gut wie die Ableitung der Šerdana aus Sardinien, da die große Völkerbewegung dieser Epoche in der Tat nach Italien hinübergegriffen hat; aber als gesichert kann es nicht betrachtet werden.
In den Aqaiwaša endlich hat man allgemein die Achaeer erkannt, deren Namen Ἀχαιοί, abgesehn von dem Suffix, sehr korrekt wiedergegeben sein würde.
Nun erfahren wir aus Merneptaḥs Angaben aber noch, daß die Šakaruša, Turša, Šerdana und Aqaiwaša – die Luka werden hier nicht erwähnt – beschnitten waren. Bei den Ägyptern besteht seit alters der Brauch, den Gefallenen eine Hand abzuschneiden und danach ihre Zahl zu ermitteln und zugleich die Belohnungen zu verteilen. Unter Merneptaḥ aber wurden den Libyern die Phalli abgeschnitten, weil sie unbeschnitten waren – ein Brauch, der ebenso bei den Israeliten in der Geschichte Davids im Kampfe mit den Philistern vorkommt; unbeschnitten zu sein gilt eben als Schande, und so zeigt man noch an den Leichen die Verachtung gegen die Unreinen. Bei den Seevölkern dagegen werden nicht die Phalli, sondern die Hände abgeschnitten, »weil sie keine Vorhaut hatten«. Über die anderen bei Ramses III. vorkommenden Völker haben wir keine Angaben; aber von den Philistern wissen wir sicher, daß sie unbeschnitten waren, und das wird auch von ihren übrigen Genossen gelten.
Es ist sehr überraschend, die Beschneidung hier in der Seewelt zu treffen. In Ägypten ist sie seit ältester Zeit heimisch und von hier aus haben sie die Israeliten und die Phoeniker übernommen; daß die Šerdana und die mit ihnen in Berührung stehenden Stämme die Sitte gleichfalls von den Ägyptern entlehnt haben, ist denkbar. Später freilich finden wir sie in diesen Gebieten nirgends mehr – die Kolcher, die nach Herodot beschnitten waren, liegen viel zu weit ab –, auch nicht bei den Etruskern. Soll man nun annehmen, daß auch die Achaeer sie wenigstens im Kolonialgebiet zeitweilig mitgemacht haben? Oder sind die Aqaiwaša doch ein ganz anderes Volk und dann etwa identisch mit den Achchijawa und diese keine Achaeer? Es ist peinlich, hier wie in vielen anderen Fragen, daß unser Material so dürftig und wortkarg ist; aber die Gesamtlage spricht doch stark dafür, daß auch die Achaeer, die eben damals sich im östlichen Mittelmeer ausbreiteten, an diesen Bewegungen beteiligt gewesen sind, so gut wie nachher die Danaer (Danauna).
Von den unter Ramses III. hinzukommenden Völkerschaften läßt sich über die Uašeš »von der See« nichts weiter ermitteln. In den Danauna (im Amarnabrief 151 Danuna) »von ihren Inseln« werden wir den Namen der Danaer von Argos erkennen dürfen. Das Hauptkontingent der Seevölker aber, die Ramses III. in großen Schlachten zu Land und zur See besiegt, bilden die beiden engverbundenen Stämme, deren Namen Pursta (auch Puirsta) und Zakkari geschrieben werden. Die Konsonanten des ersteren (Prst) sind die korrekte Wiedergabe von עוים, Philister. Aus der israelitischen Überlieferung wissen wir, daß diese in die Küstenebene des dann nach ihnen Palaestina benannten Landes von der Insel Kaptor her eingewandert sind und die alten hier liegenden Städte wie Gaza und Askalon besetzt haben; weiter nördlich, in Dor, haben nach einem ägyptischen Bericht die Zakkari sich festgesetzt. Nach Ausweis der Funde haben sie Gefäße der spätmykenischen Zeit mitgebracht und in ihrer neuen Heimat diesen Stil beibehalten und weitergebildet. Daß die Insel Kaptor Kreta ist, kann nicht zweifelhaft sein, wenn der Name auch in umfassenderem Sinn die weitere ägaeische Inselwelt mit einschließen mag. Auf nahe Beziehungen zu den Kafti weist hin, daß in einer Liste von Kaftunamen, die ein ägyptischer Schreiber auf einer Holztafel verzeichnet hat, ein Name 'Akašan vorkommt, der dem des Philisterkönigs Akiš (LXX Αγχους) von Gat zur Zeit Davids und dem des Ikausu von Aqqaron zur Zeit Assarhaddodons und Assurbanipals entspricht.
Aber auch der Volksname Kreter כרת hat sich bei den Philistern neben diesem immer lebendig erhalten. Außerdem erscheinen die Philister oder vielmehr die gesamten Seevölker in der Sage unter dem Namen Japhet, dem verkündet wird, daß Gott ihm weiten Raum schaffen und daß er auch in den Zelten Šems (d.i. der Israeliten) wohnen, aber Kana'an beider Knecht sein soll; darin lebt der Name der Kafti fort. So werden wir auch in der Angabe, daß Gaza von Minos als Minoia gegründet sei und der dort verehrte Hauptgott, den seine Verehrer einfach Marna »unser Herr« nennen, identisch sei mit dem Zeus Κρηταγενής oder Κρηταῖος, ein Fortleben einer richtigen Tradition erblicken dürfen.
Über die Herkunft der Zakkari läßt sich weiter nichts ermitteln, als daß sie wie die Philister ein Seevolk sind. Die ägyptischen Darstellungen geben beiden und ebenso den einmal neben ihnen dargestellten Danauna gleiche Gestalt und Tracht. Charakteristisch ist vor allem die Kopfbedeckung, ein breiter, meist mit Buckeln oder zackigen Streifen geschmückter Reif, offenbar von Metall, mit gefälteltem Nackenschutz von Zeug oder Filz und einem unter dem Kinn verknoteten Sturmband; auf ihm sitzt auf einer Kappe ein nach allen Seiten ausladender Aufsatz aus dicht aneinander liegenden Federn. Schon früher ist erwähnt, daß diese Federkrone sich ebenso auf dem kahlen und bartlosen Kopf findet, der auf dem Diskus von Phaistos als Schriftzeichen am Anfang zahlreicher Wörter (wohl Eigennamen) steht. Somit werden die Philister und Zakkari dasjenige Volk sein, das diese Stempelschrift erfunden hat und aus dessen – bisher nicht aufgefundenen – Wohnsitzen der Diskus nach der kretischen Stadt gelangt ist. Auch die Möglichkeit, daß der Philistername mit dem der Pelasger identisch ist, kann nicht ganz abgelehnt werden.
Unter der Kappe ist das Haupthaar niemals angedeutet, also entweder kurz geschnitten oder rasiert, wie bei den Köpfen und den übrigen Figuren auf dem Diskus. Die Krieger sind durchweg bartlos, wie die Šerdana, nur ältere Häuptlinge tragen mehrfach einen Bart. Die Gesichtszüge sind von denen der Semiten und der Chetiter durchaus verschieden, das Profil verläuft geradlinig wie bei den Griechen. Mit diesen stimmen die Waffen überein, längere Lanzen und kürzere Speere, kurze spitze Schwerter und runde Schilde. Der Oberkörper ist in den sorgfältiger gearbeiteten Bildern von einem bis zum Gürtel reichenden Panzerhemd bekleidet, das auch die Schultern umschließt, während Hals und Arme freibleiben. Auf der Brust sind Linien eingezeichnet, die der Krümmung der Rippen entsprechen und am Brustbein spitz zulaufen. So ist es wohl eher ein festes Wams mit Besatz von Metall oder starkem Zeug zum Schutz der Brust, als ein Metallpanzer. Unter ihm sitzt ein bis zu den Knien reichender Lendenschurz, der ebenso wie der Gürtel mit Troddeln verziert ist. Die Beine sind nackt.
Die Šerdana tragen im übrigen dieselben Waffen und dieselbe Kleidung bis auf den für sie charakteristischen ehernen Helm mit Hörnern (Mondsichel).
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
Geändert von Kriegsknecht (17.01.2008 um 15:41 Uhr).
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17.01.2008, 11:36
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
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Fortsetzung:
Auf einer Vase jungmykenischer Zeit, aus einem kyklopischen Haus in Mykene, ist der Auszug von Kriegern ins Feld – hinter ihnen steht die Frau, die mit Trauergestus von ihnen Abschied nimmt – und weiter eine Schar in die Schlacht rückender Kämpfer dargestellt. Jene tragen lange Lanzen, an denen der Brotbeutel hängt; diese schwingen Speere zum Kampf. Beide Gruppen haben runde Schilde; um den Rumpf sitzt ein ornamentiertes Wams (oder Panzer?), das auch die Schultern umschließt, während der Hals freibleibt; darunter verdeckt ein Untergewand mit Troddeln die Scham. Im allgemeinen entspricht diese Tracht der eben geschilderten; abweichend ist, daß auch der Arm mit einem Ärmel umschlossen ist, und daß sie Gamaschen (κνημῖδες) und Schuhe tragen. Außerdem haben sie Backen- und Kinnbart; aber der Schnurrbart ist abrasiert und ebenso fehlt jede Andeutung des Haupthaars. Fast völlig übereinstimmend mit den Philistern, Zakkari und Danauna ist bei der zweiten Gruppe die Kopfbedeckung, eine bunte Kappe auf einem Reif, nach beiden Seiten überladend, mit einem Aufsatz paralleler Striche darauf, die den Federn entsprechen; nur der Nackenschirm fehlt. Man wird damit verbinden dürfen, daß nach Herodot die Lykier »rings mit Federn besetzte Filzmützen« trugen. Bei der anderen Gruppe könnten die beiden Hörner am Helm der Mondsichel auf dem Helm der Šerdana entsprechen, wenngleich hier eher eine rein griechische Entwicklung vorliegt, die Sicherung des Helmes gegen Hiebe durch daran angesetzte Haken (φάλοι).
So wenig man an eine direkte Gleichsetzung dieser mykenischen Kriegerscharen mit den von den Ägyptern dargestellten wird denken dürfen, so zeigen die Übereinstimmungen doch, daß sie alle demselben Kulturkreis angehören, in dem die Völkerschaften sich gegenseitig beeinflußten und in Bewaffnung und Tracht sich angeähnelt haben.
Andersartig ist die Kopftracht in dem stark zerstörten Bild eines Turšahäuptlings in Medinet Habu: über der Stirn hält ein breites Band (oder Reif?) das Haar zusammen, das lockenartig endend über der Stirn liegt, aber ziemlich kurz gehalten ist und daher nicht auf die Schultern herabfällt. Gleichartige Gestalten, in denen wir daher Turša erkennen dürfen, finden wir neben Ägyptern, Šerdana und Philistern oder Zakkari sowie Negern in der Garde Ramses' und ebenso unter den Söldnern in der Libyerschlacht. Einer von diesen trägt über der Brust, an einer Schnur vom Hals herabhängend, eine runde Scheibe, wie wir sie mehrfach auch bei Semiten finden, wohl zugleich als Schmuckstück und als Amulett.
Unter den Bildern gefesselter Feinde auf glasierten Fayencekacheln, mit denen Ramses III. seinen Palast in Medinet Habu geschmückt hat, finden sich neben Libyern, Syrern, Chetitern und Negern auch einige, die an diese Gestalten erinnern. Alle diese Figuren tragen nicht die Kriegsrüstung, sondern reich mit Stickerei geschmückte Gewänder, ähnlich wie die Šerdana in der Galatracht, in der sie in dem Bilde der Schlacht bei Qadeš als Leibwache Ramses' III. dargestellt sind. Einer, in buntem Obergewand und langem Unterrock, mit Backen- und Schnurrbart, trägt über der Stirn das breite Band und dahinter das Haar in Strähnen zurückgekämmt und gleichmäßig abgeschnitten; das scheint also ein Turša zu sein. Auf der Brust hängt ihm unter der Halskette ein Ring. Ein anderer trägt statt dessen die volle Scheibe. Auch er hat einen kurzen Vollbart. Die Gesichtszüge sind ganz europäisch. Über der Stirn scheint auch bei ihm ein Band zu liegen; das Haar ist zerstört. Der Leib ist unter der Brust mit einem horizontal gestreiften Tuch umwickelt, von der Schürze hängen Troddeln über den Leibrock herab. Die gleiche Kleidung findet sich bei Phot. 5 a; hier ist das Stirnband mit Steinen geschmückt, das Haar liegt in Strähnen auf dem Kopf und ist geradlinig abgeschnitten.
Besonders bedeutsam ist weiter, daß sich in einem Grab von Enkomi (Salamis) auf Cypern ein Kasten aus Elfenbein gefunden hat, dessen Schnitzereien in mykenischem, aber asiatisch beeinflußtem Stil eine Jagd darstellen; und in dieser tragen zwei Krieger im Gefolge der wie die ägyptischen und mykenischen Fürsten auf dem Wagen stehenden Hauptfigur ganz deutlich denselben mit Buckeln geschmückten Stirnreifen mit Nackenschutz und mit dem überhängenden Federaufsatz wie die Philister. Das Grab, in dem sich ein paar Eisenmesser mit Elfenbeingriff gefunden haben, gehört der Zeit um 1200 an. So wird hier die Mischung der verschiedenen Volkstümer anschaulich, welche die Insel besiedelt haben; mehrere Elfenbeinschnitzereien aus anderen Gräbern zeigen statt dessen bartlose Köpfe mit dem mykenischen, mit Eberzähnen besetzten Helm.
Quelle: Eduard Meyer: Geschichte des Altertums. Darmstadt 41965, Bd. 2/1, S. 555-566.
Permalink: http://www.zeno.org/Geschichte/M/Mey...er+und+Achaeer
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
Geändert von Kriegsknecht (17.01.2008 um 15:41 Uhr).
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17.01.2008, 14:14
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
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Beiträge: 314
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Lieber Kriegsknecht,
vielen Dank für Deine umfangreichen erklärungen. Ich habe mein Wissen aus dem ZDF, wie ich schon mitteilte.
Eins würde mich noch interessieren, warum haben die Seevölker Griechenland und die Ägäis verlassen?
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17.01.2008, 14:57
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Demokrat
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@dieter
Tja, genau das weiss man eben nicht so genau. Das liegt weitgehend im Dunkeln der Geschichte. Ich kenne den allerneusten Wissensstand nicht. Allerdings dürfte der naheliegenste Grund – wie bereits erwähnt – eine Verschlechterung der Lebensbedingungen im angestammten Siedlungsraum dieser Völker gewesen sein. Was genau die Ursache für diese Verschlechterung war ist unklar. Vielleicht kam es zu einer Naturkatastrophe, vielleicht veränderten sich die klimatischen Bedingungen (mit der Folge von Ernteeinbussen und Hungersnöten), vielleicht fielen andere Völker in die Ägäis ein und verdrängten die Seevölker, etc.
Da ist viel Spielraum für Spekulation vorhanden. Klar ist, dass es in dieser Phase offensichtlich zu enormen Umwälzungen und zu Verschiebungen ganzer Völkerschaften kam. So etwas bleibt selten ohne nachhaltige Auswirkungen.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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