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30.08.2008, 14:11
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 853
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Afghanistan
Ich finde bislang keinen speziellen Thread zu diesem Thema. Deutsche Soldaten haben jetzt wohl Zivilisten in Afghanistan getötet.
Grundsätzlich habe ich ein Unbehagen beim Einsatz deutscher Soldaten in dem fernen Land. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Und jeder getöte Zivilist ist ein Drama - wo immer das passiert. Wenn ich jetzt aber höre und sehe, wie dieser Vorfall von Politikern benutzt wird zu Propaganda-Getöse, dann übersteigt das für mich die Grenze der Verhältnismäßigkeit.
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30.08.2008, 14:39
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Grundsätzlich schließe ich mich deiner Meinung an. Dennoch finde ich auch, daß die Bundeswehr dort fehl am Platze ist. (Wie die anderen NATO Staaten einfach auch)
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30.08.2008, 14:53
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.477
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Die Frage ist doch ob nicht die Presse erst jetzt von toten Afghanen erfahren hat?
Ich habe es ja in einem anderen Thema bereits geschrieben. Mit der jetztigen Strategie bzw. ohne Strategie kann man nur sagen: Raus da und zwar ganz schnell! Man hat irgendwie das Gefühl alle Parteien hätten beschlossen, dass man lieber noch 50 Jahre da bleibt, hauptsache das Thema muss nicht behandelt und damit öffentlich diskutiert werden. Und ansonsten wartet man ab was die Amerikaner tun und lässt die Dinge so gleiten.
Meine ehrliche Meinung dazu, das kann man vielleicht in Bosnien-Herzegowina so machen aber nicht am anderen Ende der Welt. Machen wir es wie die Amerikaner in Vietnam und evakuieren unsere Truppen mit Hubschraubern sobald die Taliban Kabul einnehmen?
Sollte allerdings ein Plan aufgestellt werden, mit konkreten Zielen und Zeitplänen, sowie konkreten Forderungen an die afghanische Regierung, dann kann man meiner Meinung nach auch über eine längere Stationierung deutscher Soldaten reden.
Einen positiven Effekt hatte der Einsatz aber bisher. Er hat die Unzulänglichkeiten der Bundeswehr schonungslos ans Tageslicht gerückt. Oder fliegt noch eine andere führende Nation ihre Truppen mit ukrainischen Chartermaschinen in Krisengebiete?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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30.08.2008, 15:27
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Tribun
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Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 83
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was den konkreten zeitplan angeht ,so hat man mir mal auf so ner info veranstaltung der bundeswehr gesagt, das man in einem land wie afghanistan von einem mindestens 20 jahre dauernden einsatz ausgeht und so wie es momentan aussieht wohl eher 25 bis 30 Jahre.
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30.08.2008, 17:46
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Gesperrt
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Registriert seit: 29.07.2008
Beiträge: 405
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Die Staatsanwaltschaft in Potsdam prüft ob sich die Soldaten die an dem Zwischenfall beteiligt gewesen sind strafbar gemacht haben... Mein Gott ist das Krank.
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30.08.2008, 19:55
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Aber ein ganz normaler Vorgang. Egal was du als Soldat machst- es ist falsch. Entweder verstößt das Handeln gegen militärische Vorschriften, oder irgendwelche zivilen Gesetze werden angewendet, weil du die militärischen Vorschriften ausgeführt hast bzw. dich nicht gleich hast erschießen lassen, was wahrscheinlich immer das Allerklügste wäre.
Das ist meines Erachtens nach das Hauptproblem für die mangelnde Rekrutenzahl.
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30.08.2008, 22:30
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.604
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Ich bin der Meinung der ganze Einsatz ist falsch und kopflos, diletantisch ausgeführt ohne klare Ziel- und Strategiesetzung. Drum wiederspreche ich Herrn Struck ganz deutlich un dsage Deutschlands grenzen werden NICHT am Hindukusch verteidigt.
Ergo raus mit unseren Jungs, wir müssen nicht für andere den Kopf hinhalten und unser friedliches Land und unsere friedlebenden Menschen zur Zielscheibe von Extremisten machen, nur weil ein Paar Politiker meinen Sie müssten Weltpolizei spielen. Das reingepumpte Geld kann man hier besser einsetzen.
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31.08.2008, 10:17
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 357
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Zitat von mozart2
Die Staatsanwaltschaft in Potsdam prüft ob sich die Soldaten die an dem Zwischenfall beteiligt gewesen sind strafbar gemacht haben... Mein Gott ist das Krank.
Lieber Mozart,
was ist daran krank. Wir leben in einem Rechtstaat.
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Nichts ist unmöglich
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31.08.2008, 11:09
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Königin der Amazonen
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Registriert seit: 30.08.2008
Beiträge: 46
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Ich glaube nicht, dass es richtig ist/war, sich in Afghanistan einzumischen. Für niemanden.
Zuerst war es Afghanistan, wo europäische Staaten die USA unterstützten, dann war es der Irak, der plötzlich von einem Diktator regiert wurde (war Saddam Hussein etwa kein Diktator als er mit den USA Geschäfte gemacht hat???) und was kommt noch weiter? Der Iran und Nordkorea? Und was tun, wenn alle "Schurkenstaaten" von der Landkarte getilgt sind?
Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein!
Dass Zivilisten von deutschen Soldaten getötet wurden (ich will nicht in Frage stellen, ob auch andere Soldaten Zivilisten getötet haben, das steht nämlich außer Frage), ist sehr traurig.
Die Soldaten werden nach Afghanistan geschickt, damit dort endlich etwas Frieden einzieht, und dann sowas! Die riesige Verantwortung, die auf den Soldaten lastet muss ja wirklich unerträglich sein, aber ich finde es nicht in Ordnung, dass dieses Vertrauen, das alle in einen setzen, so missbraucht wird.
Ich glaube aber, dass man, um das genauer beurteilen zu können, die ganzen Hintergründe kennen müsste, wie das alles passiert ist.
Raus da und zwar ganz schnell!
Der Meinung bin ich auch! Man kann keinem Land eine Demokratie aufzwingen, nur weil es selbst nicht in der Lage ist, eine aufzubauen. Das Volk wird sich früher oder später dagegen wehren können und müssen. Eine Diktatur oder ein Regime hat noch nie ewig funktioniert! Aber Afghanistan muss den Schritt dazu selber tun, es hiflt nichts, wenn sich alle einmischen und sagen: "So musst du das machen!" Denn niemand lässt sich gerne von anderen korrigieren. Und der Stolz hinterher, wenn es einmal geschafft ist, ist auch größer, wenn man sagen kann, dass man alles allein erreicht hat.
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31.08.2008, 11:09
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 782
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Zitat von Wulfnoth
Machen wir es wie die Amerikaner in Vietnam und evakuieren unsere Truppen mit Hubschraubern sobald die Taliban Kabul einnehmen?
(...)
Er hat die Unzulänglichkeiten der Bundeswehr schonungslos ans Tageslicht gerückt.
Ja; unter anderem fehlen mWn der Bundeswehr Flugzeuge und Hubschrauber. Die Bundeswehr ist erst in den A.-Einsatz gezogen, nachdem die Amerikaner versicherten, die deutschen Soldaten im Notfall zu evakuieren...
Zitat von mozart2
Die Staatsanwaltschaft in Potsdam prüft ob sich die Soldaten die an dem Zwischenfall beteiligt gewesen sind strafbar gemacht haben... Mein Gott ist das Krank.
Wieso? Wenn Menschen andere Menschen töten ist es mE genau das richtige, das zu überprüfen. Die Vorstellung, Soldaten seien rechtlich sankrosankt und dürften für Fehlverhalten nicht zur Verantwortung gezogen werden, ist in einer angeblich demokratischen Armee fehl am Platze.
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31.08.2008, 11:32
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Wieso? Wenn Menschen andere Menschen töten ist es mE genau das richtige, das zu überprüfen. Die Vorstellung, Soldaten seien rechtlich sankrosankt und dürften für Fehlverhalten nicht zur Verantwortung gezogen werden, ist in einer angeblich demokratischen Armee fehl am Platze.
Das hat nichts mit Fehlverhalten und Nichtbetrafenwollen zu tun. Ein ziviles Gericht bleibt eben zivil. Und wie will sich ein, womöglich durch Zivildienst noch dem Wehrdienst entzogener Richter, in die Psyche der Soldaten hineinversetzen und militärische Belange analysieren?
Das ist eindeutig ein Zeichen für fehlende Militärgerichtsbarkeit.
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31.08.2008, 23:12
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Königin der Amazonen
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Registriert seit: 30.08.2008
Beiträge: 46
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Ein ziviles Gericht bleibt eben zivil. Und wie will sich ein, womöglich durch Zivildienst noch dem Wehrdienst entzogener Richter, in die Psyche der Soldaten hineinversetzen und militärische Belange analysieren?
Ähm... Mord ist in meinen Augen immer noch Mord. Ob das im Krieg passiert oder im "zivilen Alltag" spielt für mich keine Rolle. Ich glaube nicht, dass es in einer "Friedensmission" von "militärischem Belang" ist, Zivilisten zu töten.
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Was wir heute tun, bestimmt, wie die Welt morgen aussieht!
Marie von Ebner-Eschenbach
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01.09.2008, 03:07
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Andersherum: Woher weiß der Soldat am Checkpoint, daß da Zivilisten auf ihn zugefahren kommen und nicht Sprengstoffattentäter? Rein äußerlich ist da wohl kaum oder nicht zu unterscheiden.
Im Nachhinein die Feststellung zu treffen: da war kein Sprengstoffgürtel unter dem Gewand und demzufolge zu sagen: "Du hast gemordet", heißt doch wohl das Pferd von hinten aufzuzäumen.
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01.09.2008, 10:18
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Königin der Amazonen
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Registriert seit: 30.08.2008
Beiträge: 46
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Zitat von Titus_Livius
Im Nachhinein die Feststellung zu treffen: da war kein Sprengstoffgürtel unter dem Gewand und demzufolge zu sagen: "Du hast gemordet", heißt doch wohl das Pferd von hinten aufzuzäumen.
Auch wieder wahr. Die Situation ist ziemlich schwierig zu beurteilen. Zumindest in meinen Augen. Leider muss ich zugeben, dass mir die genauen Umstände vorher nicht bekannt waren, wie und warum die Zivilisten zu Tode gekommen sind. Tut mir Leid, hätte mich mit meinem Kommentar vielleicht noch etwas zurückhalten sollen.
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Was wir heute tun, bestimmt, wie die Welt morgen aussieht!
Marie von Ebner-Eschenbach
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01.09.2008, 10:55
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
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Du mußt dich nicht für deine Meinung entschuldigen. Dabei war ich in Afghanistan ja auch nicht.
Aber ich glaube, daß uns eine Erfahrung trennt: Der militärische Wach- und Sicherheitsdienst. Das war uns auch bei der Armee schon bewußt. Egal was du machst, es ist definitiv immer falsch, weil irgendwelche Dritte die ganze Situation von außen, vom Schreibtisch aus beurteilen und die Leute, die es dann direkt betrifft nur Staffage sind.
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