Login
|
|
|
Forenübersicht
|
|
|
|
 |

23.08.2008, 02:20
|
|
Gesperrt
|
|
Registriert seit: 29.07.2008
Beiträge: 405
|
|
|
Finanzspritzen der BRD
Die IKB verspekuliert sich und verliert ca. 10 Mrd Euro. Duzende weitere Beispiele sind bekannt u.a. als Folge der Immobilienkrise in den USA.
Scheinbar mühelos springt die BRD sofort ein, spritzt die Bank mit 10 Mrd. Euro voll und als Belohnung quasi bekommen die Versager auch noch unglaubliche Abfindungen.
Sie haben?s vergeigt, wir zahlen die Zeche - Politik - Berliner Kurier
Soweit so gut. Wie kann es aber sein, dass man sich in der Politik manchmal über Jahre hinweg streitet, ob die Rentner jetzt 10 Euro mehr erhalten (was natürlich durch weitere Abgaben schon wieder weg ist), ob die Eltern 10 euro mehr erhalten aber 10 Mrd. und mehr, je nach Situation, scheint man sich über Nacht einig zu sein. Wie funktioniert das und warum nicken die Politiker da so schnell alles ab?
|

23.08.2008, 08:53
|
|
Proconsul
|
|
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
|
|
|
Die Frage ist eigentlich, ob es nicht besser gewesen wäre die IKB pleite gehen zu lassen mit allen Konsequenzen.
Für ein "Pleite gehen lassen" würden sprechen:
- Verantwortung der Banken für ihre Geschäfte wird gestärkt
- der Steuerzahler hätte seine Subventionsmilliarden noch
dagegen würde sprechen:
- eine Insolvenz würde möglicherweise das Vertrauen der Bervölkerung in das Banksystem zerstören, was unweigerlich zu Liquiditätsengpässen bei anderen Banken führen würde, da die Bevölkerung ihre Guthaben plündert, was zu weiteren Bankinsolvenzen führen könnte. Dann wäre eine Wirtschaftskrise die Folge.
Meine Meinung:
Pleite gehen lassen, da sich nur so das System von allein erneuern kann. Auch auf die Gefahr einer Rezession hin, die aber nach einiger Zeit in eine gesunde Konjunktur umschwingen wird.
die Folgen einer Subvention sind immer:
- das Verschleudern von immensen Steuergeldersummen
- das Aufschieben von Problemen in die Zukunft, da nur Symptome kuriert werden und nicht die Wurzeln des Übels.
Aber dazu traut sich die Politik nicht und darum wird das ganze System auch einmal mit einem Mordskrachen in sich zusammenfallen. Man sieht ja schon bei den Amerikanern, mit welchen Mühen man sich gegen den Markt stemmt. Und diese Mühen werden immer größer von Mal zu Mal.
Es ist wie bei einem Dampfkessel: Umso mehr Dampf drinnen ist, der nicht rausdarf, umso mehr staut er sich an, bis es doch zur Explosion kommt.
|

23.08.2008, 10:50
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.477
|
|
|
Auch wenn ich Tituts Analyse schon zustimmen würde bleibt noch ein weiterer Punkt offen.
Es ist hier keineswegs so, dass der Staat eine beliebige privatwirtschaftliche Bank stützen würde, sondern er stützt eine Bank an der er meines Wissens nach über die KfW bis dahin großen Anteil hält.
Rein wirtschaftlich betrachtet pumpt also lediglich ein Investor nochmal größere Geldmittel in eine angeschlagene Anlage.
Dass das Geld vom Steuerzahler kommt ist ein generelles Problem staatlicher Firmen.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

23.08.2008, 11:03
|
|
Proconsul
|
|
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
|
|
|
Nach einer Pressemeldung ist der Verkauf der IKB auch politisiert. Die amerikansiche Lonestar Gruppe bot 150 Millionen Euro und bekam den Zuschlag, ein Privatinvestor aus Rußland bot nach dieser Meldung 600 Millionen und ging leer aus. Der Bund hatte ursprünglich mit 800 Millionen Einnahmen gerechnet.
|

24.08.2008, 09:06
|
|
Gesperrt
|
|
Registriert seit: 29.07.2008
Beiträge: 405
|
|
Zitat von Titus_Livius
Nach einer Pressemeldung ist der Verkauf der IKB auch politisiert. Die amerikansiche Lonestar Gruppe bot 150 Millionen Euro und bekam den Zuschlag, ein Privatinvestor aus Rußland bot nach dieser Meldung 600 Millionen und ging leer aus. Der Bund hatte ursprünglich mit 800 Millionen Einnahmen gerechnet.
Hab ich auch in den Nachrichten gehört. Ich dachte erst an einen schlechten Witz. Also das muss man sich mal vorstellen. Der Steuerzahler darf erstmal 10 Mrd. Euro blechen um die Bank zu retten un dann verkauft der Staat die für en Apfel und en Ei. Also irgendwie fühl ich mich da verarscht. Das ist Diebstahl am Volk.
|

24.08.2008, 09:39
|
|
Proconsul
|
|
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
|
|
|
Nur wird man langfristig mir dieser Politik nicht weiterkommen, da so Milliarden an Volksvermögen vernichtet werden, nur damit keine russischen Investoren zum Zuge kommen.
Im Grunde genommen erreicht man genau das Gegenteil. Man verschleudert den letzten Staatsbesitz in fremde Hände.
Abgeschmettert wurde letztes Jahr auch aus politischen Gründen der russische Sistema- Einstieg bei der Telekom.
Da das Geld fehlt, setzte der Bund als Hauptaktionär eine höhere Dividende durch, die aus der Substanz des Unternehmens gezahlt wird, also höher als der erwirtschaftete Unternehmensgewinn ist. Und dann wundert man sich öffentlich über einen drastischen Stellenabbau bei dem Unternehmen.
Es ist vieles nicht mehr nachvollziehbar in diesem Lande.
Andererseits: Was sind rund 10,5 Milliarden € verschleuderte und verschenkte Steuergelder und Staatseinnahmen bei 1,5 Billiarden Schulden. Um mit Ackermann zu sprechen: Peanuts!
Geändert von Titus_Livius (24.08.2008 um 09:45 Uhr)
|

24.08.2008, 10:04
|
|
Proconsul
|
|
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
|
|
|
Einmal als Anhang die Entwicklung der Staatsverschuldung seit 1950 nach den Zahlen des Bundes der Steuerzahler.
Der aktuelle Stand beträgt 1,511 Billiarden Euro Schulden. Jeder 5. durch Steuern eingenommene Euro beim Bund wird alleinig zur Begleichung der Zinsschuld ausgegeben. Wohlgemerkt, geht es nur um Zinsen und nicht etwa um Tilgung! Das man da enorme Angst vor reichen Ländern hat (Rußland quasi schuldenfrei, rund 581 Milliarden $ (z.Zt. runde 395 Mrd. €) Währungsreserven, China, 1,8 Billiarden $ an Währungsreserven usw.) liegt naturgemäß auf der Hand.
PS: Von den deutschen Staatsschulden müßte man jetzt noch die Währungsreserven abziehen. Diese betrugen Ende Juli nach Angaben der Dt. Bundesbank 95 Mrd. ohne Goldbestände, die aktuell einen runden Wert von 64 Mrd. Euro haben)
Als Ausblick würde ich meinen, daß wir zur Zeit in einer Umbruchphase sind und in der Perspektive die Kinder der Globalisierung ihre Mütter überragen, wenn nicht sogar dominieren werden. Ob das aber so von den westlichen Industriestatten angedacht war, wage ich zu bezweifeln.
Geändert von Titus_Livius (24.08.2008 um 10:17 Uhr)
|

26.08.2008, 21:35
|
|
Tribun
|
|
Registriert seit: 25.11.2007
Beiträge: 84
|
|
|
Besonders wird mir im Hinblick auf den demografischen Wandel schlecht. Wenn der Staatshaushalt jetzt schon, in relativ guten Jahren, nicht ausreicht, wie soll er erst dann reichen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gehen, die sie sich den Ruhestand einigermaßen rechtmäßig erarbeitete haben? (Ich bemängle nicht die Arbeit dieser Generation, nur den Mangel an in die Welt gesetzten Kinder, diese Lücke also, auf die Baby-Boom-Jahre folgt).
Erneut rächt sich, dass große Teile der Bevölkerung die Entscheidungen der Regierung nicht hinterfragt hat, und jene Parteien mit Stimmen belohnt, die die größten Wahlgeschenke verteilt.
|

27.08.2008, 13:23
|
|
Nur ein Mensch.
|
|
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 225
|
|
Zitat von Titus_Livius
Einmal als Anhang die Entwicklung der Staatsverschuldung seit 1950 nach den Zahlen des Bundes der Steuerzahler.
Zitat von Zemiocro
Besonders wird mir im Hinblick auf den demografischen Wandel schlecht. Wenn der Staatshaushalt jetzt schon, in relativ guten Jahren, nicht ausreicht, wie soll er erst dann reichen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gehen, die sie sich den Ruhestand einigermaßen rechtmäßig erarbeitete haben?
halte ich beides für denkfehler, weil es die produktivitätsentwicklung im gleichen zeitraum ignoriert.
schon heute kann man mit weniger menschen als theoretisch arbeitsfähiog sind, immer mehr produzieren. wenn davon in der staatskasse trotzdem zuwenig ankommt, ist das ein steuerrechtliches problem, kein demographisches ...
__________________
"Wenn die Arbeit Spaß macht, ist das Leben die wahre Freude, ist die Arbeit Pflicht, ist das Leben Sklaverei“ Maxim Gorki
|

27.08.2008, 13:59
|
|
Plebejer
|
|
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Aargau / CH
Beiträge: 43
|
|
|
Selbstverständlich ist die Sache ein demographisches Problem. Es mag sein, dass weniger Menschen mehr produzieren, eventuell sogar mehr verdienen. Dennoch sind diese Menschen bei weitem nicht in der Lage, derart viele Rentenbezüger zu finanzieren.
Man kann von der arbeitenden Schicht unmöglich verlangen, dass faktisch 2 verdienende Personen 1 Nichtverdienende "unterhalten" müssen. Alleine diese Belastung wäre bereits viel zu hoch. Dazu kommen noch die Steuern, welche der Staat für die diversen anderen Kostenpunkte, die ein Staat nun mal hat, einfordern muss.
Müsste das ganze mit Steuererhöhungen finanziert werden, würde Deutschland noch massiv höhere Abgänge an vermögenden Privatpersonen und Firmen haben, als es das beim heutigen Satz schon hat. Entsprechend wäre die Finanzierung endgültig verunmöglicht.
|

27.08.2008, 14:26
|
|
Proconsul
|
|
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.245
|
|
|
Im Grunde genommen hat die gesetzliche Rentenversicherung nichts mit der Staatsverschuldung und Steuereinnahmen zu tun, da Rentenzahlungen eine Versicherungsleistung sind, für die der Bund nur im Notfall einspringen muß. Demzufolge ist die Demographie für die Staatsverschuldung nur insoweit interessant, als das man diese in Bezug zu Steuerzahlern setzt.
|

27.08.2008, 14:41
|
|
Plebejer
|
|
Registriert seit: 27.10.2005
Ort: Aargau / CH
Beiträge: 43
|
|
|
Seh ich anders. Zwar hängt die Rentenversicherung nicht direkt am Staatssäckel, doch verfügt sie über die genannte "Notfallversicherung".
Ich denke wir gehen soweit einig, dass weniger zahlende Menschen nicht mehr beziehende Menschen versorgen können => Demographisches Problem
Die natürliche Folge daraus ist, dass die Staatskasse früher oder später mit massiven Finanzspritzen aushelfen muss. Woher sie diese Gelder nehmen, ist das echte Problem, welches die Politiker von morgen zu lösen haben werden. Etwas weniger gravieren wäre es, wenn die Politiker von heute bereits vorsorgen würden.
|

27.08.2008, 14:47
|
|
Nur ein Mensch.
|
|
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 225
|
|
Zitat von dayrider
Selbstverständlich ist die Sache ein demographisches Problem. Es mag sein, dass weniger Menschen mehr produzieren, eventuell sogar mehr verdienen. Dennoch sind diese Menschen bei weitem nicht in der Lage, derart viele Rentenbezüger zu finanzieren.
[zynismus ein]tja, dann muss man die überschüssigen rentner wohl verhungern lassen[zynismus aus]
wenn es wachsende produktivität einerseits, wachsende (alters)armut andererseits gibt, kann die frage doch nur sein, wie man u.a. den rentnern (und lohnabhängigen und arbeitslosen ...) eine teilhabe an diesen produktivitätsgewinnen ermöglicht.
__________________
"Wenn die Arbeit Spaß macht, ist das Leben die wahre Freude, ist die Arbeit Pflicht, ist das Leben Sklaverei“ Maxim Gorki
|
 |
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
|
Letzte Themen
|
Verläuft...
Views: 107,
Antworten: 13
|
Wo ist Kuusinen ?
|
Lehren des frühen...
Views: 754,
Antworten: 22
|
"US-Finanzkrise"...
Views: 2231,
Antworten: 128
|
Deutsche Sprache...
Views: 380,
Antworten: 54
|
1.Koalitionskrieg -...
Views: 203,
Antworten: 22
|
Obama verspricht...
|
Gab es das Drittes...
Views: 478,
Antworten: 17
|
Elisabeth I.
Views: 179,
Antworten: 17
|
Juristische...
|
Keine...
|
Robert Edward Lee
Views: 498,
Antworten: 29
|
Staatshilfe für Opel
Views: 649,
Antworten: 44
|
Legitimation für...
Views: 296,
Antworten: 22
|
Forum für...
|
|
|
Letzte Links
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|