07.10.2008 - 02:47
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  #1  
Alt 09.11.2007, 07:52
Novalis
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Friedmann vs. Mahler

Ich möchte gerne folgendes Interview hier posten, da ich denke, daß man das durchaus mal gelesen haben sollte.
Für den Fall einer Diskussion möchte ich im Vorfeld bei diesem emotionalen Thema an die Sachlichkeit appellieren.

http://www.vanityfair.de/articles/ag...7/11/01/04423/
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  #2  
Alt 09.11.2007, 09:28
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
Tut mir leid, lieber Novalis, ich hab's nicht geschafft, das zu Ende zu lesen. Cui bono? Allenfalls für Vanityfair, die auf Leserfang gehen möchte. Wenn da ein Unverbesserlicher und ein Provokateur (beide eitel und publizitätsgeil) aufeinander stießen, dann ist das für nix symptomatisch oder repräsentativ. Ja, wir müssen in Deutschland wachsam sein. Nicht weit von meinem Wohnort liegt Gräfenberg, und da marschieren gern die Neonazis auf. Es sind immer ein Vielfaches mehr, die dagegen demonstrieren. Darüber ist zu berichten, und das geschieht auch. Aber Friedmann versus Mahler? Cui bono?
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  #3  
Alt 09.11.2007, 09:37
Novalis
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Beiträge: n/a
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
Tut mir leid, lieber Novalis, ich hab's nicht geschafft, das zu Ende zu lesen. Cui bono? Allenfalls für Vanityfair, die auf Leserfang gehen möchte. Wenn da ein Unverbesserlicher und ein Provokateur (beide eitel und publizitätsgeil) aufeinander stießen, dann ist das für nix symptomatisch oder repräsentativ. Ja, wir müssen in Deutschland wachsam sein. Nicht weit von meinem Wohnort liegt Gräfenberg, und da marschieren gern die Neonazis auf. Es sind immer ein Vielfaches mehr, die dagegen demonstrieren. Darüber ist zu berichten, und das geschieht auch. Aber Friedmann versus Mahler? Cui bono?
Muß Dir net leid tun, ich bin blos bis Seite 2 gekommen
Und ich finde beide grauenvoll.
Da gabs son Sprichwort mit nem Sack und nem Knüppel
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  #4  
Alt 09.11.2007, 10:25
mozart
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Beiträge: n/a
Ich habe es schon mal irgendwo geschrieben. Es hätte ein echt interessantes Interview geben können, also ich würd mich dem Friedman gerne stellen. Aber mit Mahler haben sie leider das Extremste was die Rechtsradikale Szene zu bieten hat eingeladen - und das die Dumm wie Stroh ist wissen wir alle.

...Leider gibt es auch in diesem Forum genug User die daraus pauschal die politische Rechte ableiten...
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  #5  
Alt 09.11.2007, 10:28
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
Grauenvoll ist richtig. Sachdienlich für die Diskussion ist aber die dpa-Meldung (besonders der letzte Absatz), die für alle, die das Interview nicht gelesen haben, die Kontroverse ganz gut zusammen fasst. Ich zitiere:

"Nach dem umstrittenen Interview mit dem Rechtsextremisten Horst Mahler hat der Publizist Arno Lustiger das Magazin «Vanity Fair» angezeigt.

In dem von Michel Friedman geführten Interview werde mehrfach der Holocaust geleugnet, heißt es in der Anzeige, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mahler hatte das Interview mit «Heil Hitler, Herr Friedman» begonnen und Nazi-Gedankengut vertreten.

Nach dem Interview hatte Friedmann Mahler wegen Volksverhetzung angezeigt. Mahler und Friedman seien ihm «völlig egal», dass die Zeitschrift das Ganze aber auch noch als «Skandal» auf den Titel hebe, «dafür soll sie büßen», sagte Lustiger.

Der Historiker, ein Überlebender des KZ Auschwitz, stellte die Anzeige gegen den Chefredakteur Ulf Poschardt und den Herausgeber Bernd Runge. Das Schreiben bezieht sich auf den Paragrafen 130 des Strafgesetzbuches (Volksverhetzung).

Von Poschardt gab es am Donnerstag zu der Anzeige keine Stellungnahme. In einem Editorial verteidigte er allerdings das Interview. «In einer Zeit, in der rechtes Gedankengut auch bürgerliche Schichten erreicht, muss die Auseinandersetzung mit den Feinden der Demokratie mit Mitteln der Aufklärung geschehen», schrieb er. «Meinungsfreiheit ist dafür unverzichtbar.»

Auf die Frage «Soll man so ein Interview veröffentlichen?» antwortete das Magazin in einer offiziellen Stellungnahme: «Man muss es drucken. Unser Interview zeigt, wie wenig Wahrheit der rechte Wahn enthält, selbst bei einem angeblichen Intellektuellen wie Mahler. Wir veröffentlichen dieses Interview, weil wir glauben, dass es eine bessere Bloßstellung der deutschen Rechtsextremen nie gegeben hat, auch, wenn Mahler darin Dinge sagt, die in Deutschland verboten sind: Er leugnet den Holocaust und benutzt den Hitler-Gruß.»"
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  #6  
Alt 09.11.2007, 10:42
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Danke für die "Zusammenfassung". Ich hatte wirklich keine Lust mir das komplette Interview durchzulesen und der dpa-Auszug zeigt ja dass man es sich sparen kann.

Ohne das Interview jetzt gelesen zu haben meine ich aber, dass es richtig war es zu drucken. Im Internet muss man sich mit dem Schund an jeder Ecke auseinander setzen, weshalb sollten die absurden und unhaltbaren Thesen der Rechtsextremisten nicht auch in Zeitungen ausgebreitet werden. Sicher alle sagen immer "Jaja die Glatzen, die leugnen den Holocaust" aber hat schon mal jemand einen Rechtsextremen den Holocaust leugnen hören? Die wenigsten wohl!
Wichtig ist natürlich das Interview in den richtigen Kontext zu betten, wenn es nicht selbstaussagend genug ist. Das wäre dann aber Sache der Zeitschrift.
Außerdem hebt es die aktuelle Nazidiskussion endlich von der mauscheligen Stammtischatmosphäre von Herman und ihren Autobahnen und Müttern endlich auf das wahre menschenverachtende Niveau.

Nachtrag:
Ob die Zeitschrift dafür allerdings die passende Plattform ist bleibt mal dahingestellt...
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #7  
Alt 09.11.2007, 12:47
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.474
interessant finde ich dass sich mozart friedmann stellen will
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  #8  
Alt 09.11.2007, 13:47
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Ja, ich habe mir das komplette Interview durchgelesen... bei den Ausführungen hat bei mir desöfteren das Verständnis ausgesetzt. Der Herr Mahler neigt sehr viel zum Schwafeln und Zitieren, widerspricht sich permanent selbst...

Eine grundsätzliche Sache, die mir nicht in den Kopf wollte: Ich dachte immer die RAF wäre gegen Nazis und hat diese gezielt getötet... Aber nach wie vor scheint er die Taten der RAF zu begrüßen.
Ein ganz ganz merkwürdiges Interview...
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  #9  
Alt 09.11.2007, 13:49
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Ließ dir mal eine Kurzbiographie von Mahler durch. Der Kerl ist Gründungsmitglied der RAF und erst später ins rechsextreme Lager gewechselt.
Wobei ich sowieso immer sage, dass der Weg vom linken zum rechten Rand nicht besonders weit ist.
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  #10  
Alt 09.11.2007, 13:51
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Ja, nur deutet er die Handlungen der RAF als gegen das Judentum gerichtet. Jedenfalls hört es sich so an...
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  #11  
Alt 09.11.2007, 14:03
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
Langatmig ist es, aber ich denke, eine vernünrtige Aufarbeitung der Frage zu RAF/Juden:

http://www.spreeblick.com/2007/10/16...ichte-der-raf/
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  #12  
Alt 09.11.2007, 14:10
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Antisemitismus bzw. Antiisraelismus ist ja kein ausschließliches Phänomen der extremen Rechte sondern auch vor allem auch ein Phänomen der extremen Linken. Man schaue sich nur die Positionen der Linkspartei heute dazu an.

@Sokotra: Danke für das Interview. Wo nimmst du sowas immer her? Google?
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #13  
Alt 09.11.2007, 14:14
Novalis
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Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Antisemitismus bzw. Antiisraelismus ist ja kein ausschließliches Phänomen der extremen Rechte sondern auch vor allem auch ein Phänomen der extremen Linken. Man schaue sich nur die Positionen der Linkspartei heute dazu an.

@Sokotra: Danke für das Interview. Wo nimmst du sowas immer her? Google?
Jep, gerade was die RAF anbelangt, denke man an Palästinensische Ausbildungslager und Unterstützungsaktionen...
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  #14  
Alt 09.11.2007, 14:17
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 728
Ich glaube, ich habe mich in einem Beitrag schon geoutet, dass ich als Journalist arbeite. In dem Job kann ich nicht spekulieren, sondern brauche Quellen, auf die ich mich berufen kann. Ich hab auch mal Geschichte studiert und dabei gelernt, Quellen zu suchen. Aus dem Gemisch habe ich einfach Routine und Fantasie im recherchieren. Darauf bilde ich mir nichts ein ...
Im letzten Fall: Tatsächlich Google ...
Besten Gruß und schönes Wochenende
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  #15  
Alt 09.11.2007, 17:36
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 321
Ich habe mich durch die 16 Seiten durchgekämpft. Nach der Lektüre muss ich sagen: Journalistisch halte ich den Abdruck für sehr heikel. Und das hat nicht mal unbedingt mit der Person des Herrn Mahler zu tun.

Vielmehr wundere ich mich über Friedmann. Was wollte er mit diesem Interview bezwecken? Oder anders gesagt: Wenn ich mich auf ein zweistündiges Gespräch mit jemandem einlasse, von dem ich weiss, dass er meine Existenz aufgrund meiner Religion nicht anerkennt und mich unter anderen Umständen wohl töten lassen würde - was gibts da zu besprechen?

Friedmann ist ein Provokateur, der sich gerne in der Rolle des Lanzenträgers im Kampf gegen den Antisemitismus sieht. Mit diesem Interview hat er sich aber meines Erachtens selber ein Ei gelegt. Eklatanterweise kommt Mahler nämlich viel positiver rüber, als es eigentlich der Fall sein sollte. Wenn man den Text gelesen hat, nervt man sich eher über Friedmanns blöde Fragerei als über Mahlers wirre Aussagen. Das darf nicht passieren. Mahler kann sich in diesem Gespräch prima selber verkaufen: Als unverstandener, dem Volk nahe stehender und dem politischen Establishment kritisch gegenüber stehender Nationalist. Dabei ist er schlichtweg ein religiös motivierter Antisemit und Rassist.

Sowas hätte man niemals veröffentlichen dürfen. Meine Meinung.
__________________
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910

Geändert von Kriegsknecht (09.11.2007 um 17:40 Uhr).
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