25.07.2008 - 05:45
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  #31  
Alt 03.09.2007, 17:07
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Nach dem Ende von Privatisierungswut und Neoliberalismus ist man in anderen Ländern schon längst auf den Trichter gekommen, dass Privatisierung von Staatsaufgaben kein Allheilmittel ist. Deutschland braucht für solche Erkenntnisse leider bekanntermaßen etwas länger und benötigt noch einen Fehlversuch damit in Berlin endlich mal ein paar Glühbirnen angehen.
Aber es bleibt ja noch die Hoffnung Köhler. Der hat immerhin auch die Privatisierung der Flugsicherung gestoppt.

Interessant ist übrigens, dass der CSU-Politiker (und damalige Verkehrsminister von Bayern) der die Privatisierung in den Koalitionsvertrag hineinzwang heute Vorstand bei der Bahn ist.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #32  
Alt 04.09.2007, 23:27
mozart
Gast
 
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Jaja, unsere lieben. Sie nehmen sich alles was nicht ihnen ist.
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  #33  
Alt 05.09.2007, 09:46
Thete
 
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Zitat von rasputin753 Beitrag anzeigen
das heißt privatisierung und wenn der mensch so gestrickt wäre dass er sich um den besitz aller so gut kümmern würde wie um den eigenen, dann bräuchten wir die nicht und der kommunismus würde vielleicht doch funktionieren.
Hervorragend von dem kleinen Häuschen am Stadtrand auf einen Betrieb mit zigtausend Beschäftigten geschlossen. *augenroll*

Werden solche Betriebe der öffentlichen Daseinsfürsorge privatisiert, muss man damit rechnen, dass sich die neuen Besitzer mehr um ihren Geldbeutel kümmern als um die Versorgung der Allgemeinheit mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen. Ist genau der Effekt, den Du ansprichst. Das heisst bei der Bahn bzw. beim Schienennetz, dass im Endeffekt Investitionen unterlassen und unrentable Strecken geschlossen werden. Konnte man alles in England beobachten. Dort ist das Schienennetz inzwischen so marode, dass es Milliarden kosten wird, dass aufzuholen; dabei ist zwar die streckenbetreibende Geselschaft pleite gegangen, aber ich gehe jede Wette ein, dass die Verantworltichen Personen ihr Schäfchen im Trockenen haben und das ganze für sich als Gewinn verbuchen.

Dabei fällt mir ein: Wenn irgendein Idiot mal (wieder) darauf kommt, dass doch auch die Wasserversorgung privatisiert gehört, gehe ich auf die Barrikaden. Dann können wir uns bald wie in anderen Ländern mit Mineralwasser die Zähne putzen, oder das Leitungswasser schmeckt so nach Chlor, das man denkt, man ist im Schwimmbad (Wie in Japan).
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  #34  
Alt 05.09.2007, 10:41
Benutzerbild von toblu
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Registriert seit: 30.01.2007
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Beiträge: 288
Auch wenn es allem widerspricht, was man in der aktuellen Debatte dazu hört: Ich bin vor kurzem über eine Woche mit dem Zug durch Großbritannien gefahren und habe ganz hervorragende Erfahrungen mit den Bahngesellschaften dort gemacht.

Es ist zwar etwas verwirrend, wenn man immer erst herausfinden muss, ob die Gesellschaft, bei der man buchen will, die entsprechende Strecke überhaupt befährt, aber ansonsten hatten wir echt keinerlei Probleme.
Die Züge waren in gutem Zustand und immer (!) pünktlich, es gab ausreichend Personal, das jederzeit geholfen hat, und die Bahnhöfe sahen aus wie überall sonst auf der Welt

Von den 5 deutschen Zügen, die wir auf unserer Reise gefahren sind, hatten übrigens 3 (!) Verspätung, wegen einem haben wir sogar den Anschlusszug verpasst und durften statt gebuchtem ICE Regionalbahn fahren.
Der Nachtzug war in Englang nicht nur billiger, sondern auch wesentlich komfortabler (zumindest die normalen wagen).

Ist natürlich ein subjektiver Eindruck, i know.
__________________
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  #35  
Alt 05.09.2007, 11:53
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
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Beiträge: 701
Zitat von toblu Beitrag anzeigen
Auch wenn es allem widerspricht, was man in der aktuellen Debatte dazu hört: Ich bin vor kurzem über eine Woche mit dem Zug durch Großbritannien gefahren und habe ganz hervorragende Erfahrungen mit den Bahngesellschaften dort gemacht.
Die Debatte in Dtld., auf die die meisten sich bezogen, geht nicht um die Geselschaften, die die Züge betreiben, sondern die das Schienennetz verwalten. Und da muss man sich nur die Unfallstatistiken ansehen.

Auch wäre es interessant, wie flächig dass Eisenbahnnetz in GB noch ist. Ich war seit Jahren nicht mehr, insofern hab ich da keine Ahnung.

Aber was das Schienennetz angeht: Man schaue sich die Londoner Tube an: Da wurde das Netz privatisiert, einige Leute haben sich eine goldene Nase verdient, investiert wurde nichts, die U-Bahn-Anlagen sind verfallen; jetzt darf die Stadt das ganze wieder übernehmen, um die Fehler auszugleichen (sprich bezahlen). Die Gewinne wurden privatisiert und von denen eingestrichen, die sowieso zu viel Kohle haben, die Verluste wurden sozialisiert und dürfen von allen getragen werden. Tolle Politik.
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  #36  
Alt 05.09.2007, 13:06
Benutzerbild von toblu
Homo Novus
 
Registriert seit: 30.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 288
die londoner u-bahn hat mich übrigens auch überzeugt
viel besser als z.b. paris

(trotzdem stimmen deine einwände natürlich und meine persönlichen erfahrungen taugen als diskussionsgrundlage recht wenig)
__________________
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  #37  
Alt 05.09.2007, 17:58
Benutzerbild von rasputin753
Praetor
 
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Beiträge: 414
Zitat von toblu Beitrag anzeigen
(trotzdem stimmen deine einwände natürlich und meine persönlichen erfahrungen taugen als diskussionsgrundlage recht wenig)
wieso denn ? du kannst wenigstens im gegensatz zu den meisten anderen hier diskutierenden über erfahrungen aus erster hand reden, und nicht über ein artikelchen hier, eine meldung da vermutete statistiken und ungute gefühle.
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  #38  
Alt 05.09.2007, 18:04
Benutzerbild von rasputin753
Praetor
 
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Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Nach dem Ende von Privatisierungswut und Neoliberalismus ist man in anderen Ländern schon längst auf den Trichter gekommen, dass Privatisierung von Staatsaufgaben kein Allheilmittel ist. Deutschland braucht für solche Erkenntnisse leider bekanntermaßen etwas länger und benötigt noch einen Fehlversuch damit in Berlin endlich mal ein paar Glühbirnen angehen.
jetzt verwechsel privatisierung und neoliberlismus in deutschland nicht.. in deutschland hat es nie einen neoliberalismus gegeben.. ohnehin schrecklich dass dieses wort mittlerweile so eine negative färbung in der öffentlichkeit bekommen hat, denn es fordert doch nichts außer mehr freiheiten und daruas erfolgende eigenverantwortung. schon erhard hat schließlich gesagt, wenn ich ich den mal wieder aus der mottenkiste ziehen darf,: "der markt muss nicht sozial werden, der markt ist sozial!"
welche anderen länder meinst du denn eigentlich ?


Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Interessant ist übrigens, dass der CSU-Politiker (und damalige Verkehrsminister von Bayern) der die Privatisierung in den Koalitionsvertrag hineinzwang heute Vorstand bei der Bahn ist.
ach ja der gute amigismus... würde mir fehlen er hat bayern schielßlich groß gemacht..

p.s. : pardon für den doppelpost habe wulfnoths antwort erst so spät gesehen.
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  #39  
Alt 12.10.2007, 16:57
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Wie hier ja die meisten Wissen dürften mag ich unseren Föderalismus eigentlich nicht - heute aber schon.
Die Landesfürsten haben die Bahnprivatisierung wie abzusehen war vorläufig in die Wüste geschickt, bzw. genau genommen in den Bundestag. Wenn der zustimmt gehts wieder zurück in den Bundesrat, der hoffentlich wieder ablehnen wird und dann liegt diese grässliche Reform erstmal auf Eis.
Ich denke gerade die aktuelle Streiksituation beweist was für eine immense Bedeutung die Bahn hat.
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  #40  
Alt 05.05.2008, 19:42
Benutzerbild von Wulfnoth
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Neuseelands Eisenbahn wird wieder staatlich | tagesschau.de

Warum schaut Deutschland eigentlich nie in die Welt hinaus?
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  #41  
Alt 05.05.2008, 19:48
Spender
 
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Beiträge: 606
Service läßt sich auch ohne Privatisierung verbessern. Die Tage fuhr ich mit der Bahn, und bei der Einfahrt in den Bahnhof kam die Durchsage: "An alle Raucher: Der Zug hat fünf Minuten Aufenthalt". Viele haben sich gefreut und sind aus dem Zug gestürzt.

Geht doch auch so, oder?
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  #42  
Alt 05.05.2008, 21:08
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München
Beiträge: 2.366
der weg den neuseeland geht ist der richtige.
ich fände es mehr als traurig wenn wir die selben fehler hier wiederholen würden. lieber deren erfahrungen ernstnehmen und erst garnicht in die privatisierungsfalle tappen
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  #43  
Alt 06.05.2008, 08:38
Thete
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 701
Leider tun wir das gerade, die Privatisierungsgeschichte ist doch mehr oder minder durch, oder?

Naja, da wir in 'nem anderen Thread gerade beim Thema Lobbyismus sind: Wem nützt diese Privatisierung eurer Meinung nach?
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  #44  
Alt 06.05.2008, 14:21
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.067
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Naja, da wir in 'nem anderen Thread gerade beim Thema Lobbyismus sind: Wem nützt diese Privatisierung eurer Meinung nach?
Vielen! Vor allem vielen Einzelpersonen. Mehrdorn weil es sein großes Projekt war und er bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen seine Bezüge sicher drastisch erhöhen kann, Tiefensee weil er sich viel zu früh drauf festgelegt hatte und alles andere für ihn eine Niederlage wäre. Irgendwo nützt es auch den Neoliberalen, die das jetzt als große Erfolgsgeschichte der Staatsminderung feiern werden. Und nicht zu vergessen Steinbrück, der ja bis 2011 einen Haushalt ohne Schulden vorlegen will, natürlich unter der Vorraussetzung er ist dann noch Minister.

Die Frage ist wohl eher wem nützt es nicht und das ist klar. Angestellte und Verbraucher gewinnen durch diese Privatisierung nichts.
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  #45  
Alt 06.05.2008, 19:39
Thete
 
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Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Die Frage ist wohl eher wem nützt es nicht und das ist klar. Angestellte und Verbraucher gewinnen durch diese Privatisierung nichts.
Das ist für mich so klar, da frag ich kaum noch...

Ne, ich meinte, welche Lobby-Gruppen da wohl Pate gestanden haben (außer den von Dir erwähnten Einzelpersonen; v.a. Hr. Mehdorn war schon immer ein großer Lobbyist in eigener Sache...)?
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