25.07.2008 - 19:15
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  #16  
Alt 16.03.2008, 17:44
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.068
Da es zu diesem Thema wohl doch erhöhten Gesprächsbedarf gibt habe ich die Themen mal getrennt.

Ich kenne mich damit nicht aus, aber wäre es möglich dass BMW einen Haustarifvertrag hat, der deutlich über dem Metalltarif liegt? Dann würde das auch wieder Sinn machen, weil letzterer dürfte irgendwas mit 12€ für Facharbeiter sein.
__________________
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  #17  
Alt 16.03.2008, 21:03
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Prof. Peter Schüren, Universität Münster: (Arbeitsrechtler)
»Unter dem Deckmantel eines Tarifvertrages wird der Billigstlohn realisiert. Mehr nicht. Eine solche Vergütung kann eigentlich nur dann entstehen, wenn Arbeitgeberträume auf der Stelle erfüllt werden.«
Gemeint ist die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften Zeitarbeit
Eine Gewerkschaft als Erfüllungsgehilfe der Arbeitgeber? Merkwürdig. Doch es gibt viele solcher Merkwürdigkeiten.

MfG Radegis
__________________
Ein Urteil läßt sich widerlegen, ein Vorurteil nie.
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  #18  
Alt 17.03.2008, 15:45
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 288
Zitat von Radegis Beitrag anzeigen
Leiharbeiter= Zeitarbeiter
Verleihfirma= Zeitarbeitsfirma

Die Parteien könnten und hätten die Pflicht gehabt diesen Missbrauch der modernen Sklaverei zu verhindern und m.E. sind die wahren Schuldigen die Gewerkschaften.
Lieber Radegis,
Schuld sind alle von Schröder angefangen über die Gewerschaften bis zur Union, welche bei ihrer Mitwirkung, ohne diese hätte Schröder sie nicht durchbekommen, die Gesetze noch verschärft hat.
__________________
Nichts ist unmöglich
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  #19  
Alt 17.03.2008, 16:13
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
Zitat von TigerMC Beitrag anzeigen
Ich habe ne menge freunde bei bmw die eben nach wie vor über leiharbeitsfirem drin stecken und wirklich mit nem hungerlohn abgespeist werden, also dieses zitat muss falsch sein, oder anders nicht umgesetzt worden sein
Nach Berichten, die ich fand, soll das bei BMW erst ab diesem April umgesetzt werden. Aber ich fand noch einen Bericht zu Audi, vom letzten November:

"Im Audi-Werk in Ingolstadt ist der Durchbruch gelungen. Die Gewerkschaft (IG Metall) und der Branchenriese Adecco haben vor zweieinhalb Monaten einen unbefristeten Tarifvertrag für die Leiharbeitnehmer bei Audi abgeschlossen, der eine kleine Sensation bedeutete: Mitarbeiter von Adecco, die in der Produktion eingesetzt sind, erhalten demnach in den ersten drei Monaten einen Stundenlohn von 13,70 €. Danach erhöht sich das Einkommen auf 14,43 € plus individueller Zulagen. Das entspricht in etwa dem Facharbeiter-Lohnniveau der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Bei künftigen tariflichen Lohnerhöhungen steigt das Einkommen der Adecco-Mitarbeiter entsprechend. Und: Der Anteil der Leiharbeiter in der Fabrik darf höchstens fünf Prozent des Stammpersonals erreichen."
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  #20  
Alt 17.03.2008, 16:23
Benutzerbild von TigerMC
Administrator
 
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Ort: München
Beiträge: 2.366
also das von adui ist mal ne wirklich gute nachricht, auch wenn ich massive zweifel an der umsetzung habe
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  #21  
Alt 17.03.2008, 20:00
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Mitarbeiter von Adecco, die in der Produktion eingesetzt sind, erhalten demnach in den ersten drei Monaten einen Stundenlohn von 13,70 €. Danach erhöht sich das Einkommen auf 14,43 € plus individueller Zulagen.
Adecco: Chef des Unternehmens,

Chef: Unsere Branche ist zersplittert. Wir zahlen ja einen flächendeckenden Tariflohn von 7,31 Euro, es gibt aber auch Unternehmen, deren Tariflöhne nur 6,80 Euro betragen. Manche Haustarifverträge schreiben nur drei bis vier Euro vor. Bei der Höhe kann ich manchmal verstehen, dass die Gewerkschaften auf den Plan treten.

Adecco: Zeitarbeiter müssen im Schnitt alle zwei Monate den Arbeitgeber wechseln.

Hat man da schon die 6 Wochenreglung auf´m Zettel?

Warum ist das eigentlich für mich so wichtig? (als Arbeitgeber)
Industrie macht vor.

Namen editiert - Wulfnoth
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Geändert von Wulfnoth (18.03.2008 um 06:23 Uhr).
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  #22  
Alt 18.03.2008, 06:24
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.068
Sorry wenn ich das jetzt evt. hart formuliere aber kannst du vielleicht mal ganze Sätze schreiben und keine Halbsätze in die man alles möglich hineininterpretieren kann. Danke!
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  #23  
Alt 18.03.2008, 20:26
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Hallo Wulfnoth,
bin kaputt von der Maloche, schreibe morgen mehr,ok.
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  #24  
Alt 19.03.2008, 19:41
Plebejer
 
Registriert seit: 08.02.2007
Beiträge: 15
Zitat von Radegis Beitrag anzeigen
Nein, warum sollte ich, es entstehen nur Unkosten. Außerdem kann ich den Arbeitnehmer bei einem befristeten Vertrag auch bei schlechter Auftragslage kündigen, selbst wenn die Leute von der Agentur gefördert werden.
Nicht nur Arbeitnehmer auch Arbeitgeber haben moralische Verpflichtungen.
( leider bleibt das Menschliche und Soziale oft auf der Strecke )
Das siehst Du zu einseitig. Bei handwerklichen Betrieben mag dies gehen, bei Dienstleistungen ist dies aber schwer zu regeln. Und kein größeres Unternehmen wird einen Mitarbeiter befristet oder gar unbefristeten einstellen, weil die Situation es jetzt kurzfristig und nur temporär erfordert. Für eine befristete Einstellung ist hier auch von zumindest einem Zeitraum von 6 Monaten und mher auszugehen, aber halt nicht wenn mal 3 Monate Land unter ist. Allein das Thema Ausschreibung der Stelle, Einstellung mit AGG etc. erfordert mehr Aufwand und bringt nicht den kurzfristigen Ertrag, der benötigt wird. Letztendlich wird es ansonsten so sein, dass mehr Arbeit für die bleibt, die ohnehin schon da sind.
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  #25  
Alt 19.03.2008, 21:08
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Es ist einseitig und ich meine natürlich einen handwerklichen Betrieb. Nur das zählt für mich und da kann ich schon mitreden, auch wenn es nicht in ganzen Sätzen geht.
Letztendlich wird es ansonsten so sein, dass mehr Arbeit für die bleibt, die ohnehin schon da sind.
2007 war das Jahr mit den meisten Überstunden, Krankmeldungen sind zurück gegangen, die Leute haben Angst vor Hartz IV oder in einer Zeitarbeitsfirma für weniger Geld arbeiten zu müssen.
Ich will jetzt nicht auf die Tränendrüse drücken, aber genau aufgrund dieser eben von mir erwähnten Sachen hat es heute einen Freund mit Verdacht auf Herzinfarkt aus den Schuhen gehauen.
Vielleicht kann man jetzt verstehen, dass nicht alle Arbeitgeber es toll finden, wie es zur Zeit auf dem Arbeitsmarkt abgeht. Jeder einzelne kann nur für sich entscheiden oder aber er muss mit den Wölfen heulen.

PS.: Verstehe mich nicht falsch, aber mein Freund arbeitet für die Konkurrenz.
Ich glaube ich bin irgendwie vom eigentlichen Thema abgeschweift, sorry.
__________________
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  #26  
Alt 20.03.2008, 06:53
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 121
Durch meine Stellung in einem mittelständischen Unternehmen habe ich mit beiden Seiten der Medallie zu tun.

Die Vorteile den der Einsatz von Zeitarbeitern für ein Unternehmen bringt sind folgende.
  • Als Arbeitgeber bin ich nicht fest an diese Person gebunden, wenn es die Auftragslage erfordert kann ich meine Belegschaft aufstocken, gehen die Aufträge wieder zurück kann ich diese wieder entsprechend zurückfahren
  • Ich trage kein Krankheitsrisiko. Ist der Zeitarbeiter krank bekomme ich einfach einen neuen und muss nicht wie bei regulären Mitarbeitern Lohn zahlen ohne eine Gegenleistung zu erhalten
  • Das selbe trifft auf die Urlaubszeiten zu
  • Erfüllt der Mitarbeiter nicht meine Erwartungen bekomme ich einen neuen ohne aufwendige Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren.

Das unternehmerische Risiko ist also bei einem Leiharbeiter wesentlich geringer als bei einem festen Mitarbeiter.

Wesentlich günstiger ist es für das Unternehmen allerdings nicht Leiharbeiter zu beschäftigen. Die Leiharbeitsfirmen wollen ja auch Geld sehen. Da hauptsächlich Stellen für ungelernte Kräfte von Leiharbeitern besetzt werden kann man hier also rein von den Kosten pro Arbeitsstunde kaum sparen. Denn ungelernte Kräfte sind in einer Festanstellung nicht wirklich teurer.
Wo wir auch schon beim nächsten Nachteil wären. Leiharbeiter sind meist ungelernte Kräfte. Können also nicht in allen Produktionsbereichen eingesetzt werden sondern können meist nur einfachere Arbeiten verrichten.
Für hochwertigere Arbeiten ist eine Anlernphase nötig die bei Fachkräften meist entfällt.

In meiner Abteilung war langezeit ein Leiharbeiter beschäftigt. Mir war auch bekannt was wir pro Arbeitsstunde an die Leiharbeitsfirma zahlen und was dieser Mitarbeiter davon auf seinem Lohnzettel wieder findet.
Es ist wirklich eine frechheit wie hier Menschen ausgebeutet werden.
Allerdings habe ich es geschafft das dieser Mitarbeiter nun seid diesem Monat in ein festes Beschäftigungsverhältniss übernommen wurde.

Leiharbeit kann, sinnvoll eingesetzt, durchaus positiv sein. Es gibt immer wieder Arbeiten die stoßweise und nicht kontinuirlich auftreten, welche von meiner festen Belegschaft nur unter Überstunden abgearbeitet werden können und zu welcher ich keine gelernten Kräfte benötige. Diese können von Leiharbeitern erledigt werden.
Denn kein Unternehmer würde für eben solche Arbeiten eine Arbeitskraft beschäftigen die ansonsten nicht benötigt wird.
Somit werden Arbeitsstellen geschaffen welche es sonst nicht geben würde.

Den Einsatz von Leiharbeitern als feste Arbeitskräfte halte ich aber für falsch und entgegen dem ursprünglichen (garnichtmal so schlechten) Gedanken.
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.

Geändert von Ythor (20.03.2008 um 09:05 Uhr).
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  #27  
Alt 20.03.2008, 08:48
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
Zitat von Ythor Beitrag anzeigen
  • Als Arbeitgeber bin ich nicht fest an diese Person gebunden, wenn es die Auftragslage erfordert kann ich meine Belegschaft aufstocken, gehen die Aufträge wieder zurück kann ich diese wieder entsprechend zurückfahren
  • Ich trage kein Krankheitsrisiko. Ist der Zeitarbeiter krank bekomme ich einfach einen neuen und muss nicht wie bei regulären Mitarbeitern Lohn zahlen ohne eine Gegenleistung zu erhalten
  • Das selbe trifft auf die Urlaubszeiten zu
  • Erfüllt der Mitarbeiter nicht meine Erwartungen bekomme ich einen neuen ohne aufwendige Stellenausschreibungen und Bewerbungsverfahren.
Die meisten Punkte gehören zum typischen Unternehmer-Risiko. Aber eine Sozialisierung von Risiken und Verlusten bei gleichzeitiger Privatisierung des Gewinns ist ja das, was in der Welt seit Jahren passiert.

Die Zeche zahlen in diesem Fall die Leiharbeiter, die schlechtere Arbeitsbedingungen hinnehmen müssen als festangestellte Arbeitnehmer.

Ein weitererEffektvon Leiharbeit: Es entsteht ein Druck auf die Löhne der Kernbelegschaft; auch für diese werden sich Arbeitsbedigungen undLöhne verschlechtern (zumindest besteht die Gefahr).

Geändert von Thersites (20.03.2008 um 08:51 Uhr).
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  #28  
Alt 20.03.2008, 09:32
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 121
Die meisten Punkte gehören zum typischen Unternehmer-Risiko
Und wie jeder andere Mensch auch versucht ein Unternehmer sein Risiko so klein wie möglich zu halten. Vorallem da er ja auch eine Verantwortung gegenüber seiner Stammbelegschaft hat.
(Das viele Unternehmer das leider oft vergessen ist ein anderes trauriges Thema)

Ein weitererEffektvon Leiharbeit: Es entsteht ein Druck auf die Löhne der Kernbelegschaft
Nur bedingt. Ausgebildete Fachkräfte sind nicht durch Leiharbeiter zu ersetzten. Bei ungelernten Kräften ist dies natürlich etwas anderes.

Im Prinzip ist dieses Leiharbeitersystem ja nichts schlechtes, es muss nur richtig und vorantwortungsbewusst eingesetzt werden. Hier liegt unser Problem.
__________________
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  #29  
Alt 20.03.2008, 09:55
Propraetor
 
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 585
Die Zeche zahlen in diesem Fall die Leiharbeiter, die schlechtere Arbeitsbedingungen hinnehmen müssen als festangestellte Arbeitnehmer.

Auch der Arbeitsmarkt ist ein Markt, in dem Angebot und Nachfrage, hier nach Arbeitskraft, die Preise vorgeben.
Da ich beruflich bedingt auch sehr viel mit Arbeitnehmern zu tun habe, stelle ich mir schon öfters die Frage, warum man über zu wenig Geld (was auch relativ ist) jammert, aber beim shoppen im Ausland hergestellte Waren eingekauft werden. Da beißt sich die Katze auch irgendwie in den Schwanz.
Außerdem sollte man den Menschen hier schon sagen, daß sie bisher extrem gut entlohnt worden sind (ich rede hier vom Brutto, da der Unternehmer für die staatlichen Abzüge nichts kann) und sich nun aufgrund der Globalisierung auch das Lohngefälle in der Perspektive annähern wird, was bedeutet, daß Hochlohnstaaten natürlich bei den Löhnen sich nach unten bewegen und sogenannte Niedriglohnstaaten aufgrund der höheren Produktivität sich bei den Löhnen nach oben hin bewegen, was ich persönlich mal gar nicht so schlecht finde. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
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