08.09.2008 - 20:56
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  #1  
Alt 15.03.2008, 21:28
Benutzerbild von TigerMC
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Zeitarbeit (im Kontext der Agenda 2010)

ich denke auch nicht dass die agenda 2010 als ganzes zurückgenommen wird, ABER ich glaube dass eine sozialere partei strenge korrekturen in die andere richtung vornehmen würde und das lässt mich hoffen.

Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Der einzige wirkliche Missstand den ich sehe ist die Zeitarbeit, alles andere gab es vorher auch schon, denn der Kündigungsschutz und die Arbeitsvertragsgesetze wurden meines Wissens nach nicht wirklich angetastet.
Zeitarbeit ist die problemgruppe nr 1 knapp gefolgt von zeitverträgen, die vielleicht nicht von der spd eingeführt wurden, ABER es wurde nichts gegen unternommen, das ist wie mit dem wegsehen bei sachen die in der öffentlichkeit passieren, sprich wen die courage, was zu unternehmen, fehlt der ist meines erachtens genauso schuldig wie der ders macht

Geändert von TigerMC (15.03.2008 um 21:31 Uhr).
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  #2  
Alt 16.03.2008, 09:57
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
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Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 303
Zitat von TigerMC Beitrag anzeigen
ich denke auch nicht dass die agenda 2010 als ganzes zurückgenommen wird, ABER ich glaube dass eine sozialere partei strenge korrekturen in die andere richtung vornehmen würde und das lässt mich hoffen.
Zeitarbeit ist die problemgruppe nr 1 knapp gefolgt von zeitverträgen, die vielleicht nicht von der spd eingeführt wurden, ABER es wurde nichts gegen unternommen, das ist wie mit dem wegsehen bei sachen die in der öffentlichkeit passieren, sprich wen die courage, was zu unternehmen, fehlt der ist meines erachtens genauso schuldig wie der ders macht
Lieber Tiger,
Du hast vollkommen recht. Es werden und müssen noch weitere Änderungen an den Harz-Reformen kommen, weil die nicht so zu halten sind. Allein der Name Hartz, mit seiner Verurteilung vor Gericht wegen Bordellbesuche der Betriebsräte, zeigt, mit was für Menschen man es hier zu tun hat.
Durch die Zeitarbeit werden immer mehr Menschen in niedrige Lohngruppen gedrückt.
__________________
Nichts ist unmöglich

Geändert von dieter 4711 (17.03.2008 um 15:38 Uhr).
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  #3  
Alt 16.03.2008, 10:08
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Ja Zeitarbeit ist wirklich so ein Problem, das ich auch sehe.
Die Zeitarbeiter verdienen weniger als die normalen Arbeiter, haben schlechtere Verträge und machen diesselbe Arbeit. Zudem ist die Arbeit ja vorhanden, sonst würde es keine Zeitarbeit geben.
Jedoch bin ich auf der anderen Seite auch bereit die Probleme der Arbeitgeber mit dem Kündigungsschutz zu sehen. Vor dem Arbeitsgericht verliert man als Mittelständler fast immer, da kann sich der Arbeitnehmer noch so daneben verhalten haben.
Meiner Meinung nach wäre beides nötig, eine Reform der Zeitarbeit bei gleichzeitiger Reform des Kündigungsschutzes.
Natürlich müssen Arbeitnehmer vor willkürlicher Kündigung geschützt werden aber was bringt ein Gesetz, dass die mittelständigen Arbeitgeber benachteiligt, die Arbeitnehmer aber nicht wirklich schützt. Der Kündigungsschutz hat keine Jobabbauwelle der letzten Jahre verhindert und jeder Arbeitnehmer weiß mit was für Methoden die Arbeitgeber wegen des Kündigungsschutzes ihre Angestellten zur Kündigung treiben.

Na ja aber so lange ich keine ausgereiften Lösungsvorschläge präsentieren kann halte ich mich bei dem Thema lieber bedeckt.
__________________
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  #4  
Alt 16.03.2008, 11:52
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Meiner Meinung nach wäre beides nötig, eine Reform der Zeitarbeit bei gleichzeitiger Reform des Kündigungsschutzes.
Wo bleibt dann der Reiz, Zeitarbeiter einzustellen? Wenn der Mann um 11:33 Uhr nicht mehr gebraucht wird, kann er nach Hause gehen, und Tschüß. Ich stelle keinen Zeitarbeiter ein, ich leih mir die Arbeitskraft von einer Zeitarbeitsfirma aus.

Gib einer Sache einen anderen Namen und schon wird es salonfähig gemacht.

Leiharbeiter= Zeitarbeiter
Verleihfirma= Zeitarbeitsfirma

Die Parteien könnten und hätten die Pflicht gehabt diesen Missbrauch der modernen Sklaverei zu verhindern und m.E. sind die wahren Schuldigen die Gewerkschaften.
__________________
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  #5  
Alt 16.03.2008, 11:59
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Zitat von Radegis Beitrag anzeigen
Wo bleibt dann der Reiz, Zeitarbeiter einzustellen? Wenn der Mann um 11:33 Uhr nicht mehr gebraucht wird, kann er nach Hause gehen, und Tschüß. Ich stelle keinen Zeitarbeiter ein, ich leih mir die Arbeitskraft von einer Zeitarbeitsfirma aus.
Herje das meinte ich doch.
Zeitarbeit hat schon ihren Sinn, wenn man an einem Tag Engpässe hat kann man sich für diesen Tag oder nur wenige Stunden einen Arbeiter ausleihen. Viele Menschen mögen nicht jeden Tag in eine andere Firma geschickt werden aber andersherum kenne ich auch viele, die es keine zwei Wochen im selben Laden aushalten.
Wirklich problematisch finde ich nur die Verhältnisse in den Zeitarbeiter monatelang an dieselbe Firma ausgeliehen werden, denn dann ersetzen sie reguläre Arbeitskräfte und so werden dann Löhne gedrückt. Hier müsste die Politik Riegel vorschieben, denn das kann nicht der Sinn der Zeitarbeit gewesen sein.
Denn wenn eine Firma weiß, dass sie z.B. 6 Monate eine ziusätzliche Arbeitskraft braucht kann sie auch mit befristeten Verträgen arbeiten.
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  #6  
Alt 16.03.2008, 12:30
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Denn wenn eine Firma weiß, dass sie z.B. 6 Monate eine zusätzliche Arbeitskraft braucht kann sie auch mit befristeten Verträgen arbeiten.
Nein, warum sollte ich, es entstehen nur Unkosten. Außerdem kann ich den Arbeitnehmer bei einem befristeten Vertrag auch bei schlechter Auftragslage kündigen, selbst wenn die Leute von der Agentur gefördert werden.
Nicht nur Arbeitnehmer auch Arbeitgeber haben moralische Verpflichtungen.
( leider bleibt das Menschliche und Soziale oft auf der Strecke )
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  #7  
Alt 16.03.2008, 12:32
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Drum sagte ich ja, dass die Politik einen Riegel vorschieben sollte, man sollte Sätze nicht aus dem Zusammenhang reißen.
Natürlich entstehen so Unkosten (wie groß die wirklich sind lässt sich drüber streiten, ein Zeitarbeiter kostet ja auch mehr als den bloßen Stundenlohn) aber die Firmen haben sich noch nie ein möglichweise bestehende Moralverpflichtungen gehalten, warum sollten sie auch?
Hier muss dann eben der Staat seine Bürger schützen, er schützt sie ja auch vor einer immer weitergehenden Abfolge befristeter Verträge, weshalb also nicht in diesem Fall?
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  #8  
Alt 16.03.2008, 12:50
Plebejer
 
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Beiträge: 11
(wie groß die wirklich sind lässt sich drüber streiten, ein Zeitarbeiter kostet ja auch mehr als den bloßen Stundenlohn)
Was bezahl ich außer den Stundenlohn? Mit dem Stundenlohn ist alles abgedeckt.
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  #9  
Alt 16.03.2008, 13:16
Benutzerbild von Wulfnoth
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Zitat von Radegis Beitrag anzeigen
Was bezahl ich außer den Stundenlohn? Mit dem Stundenlohn ist alles abgedeckt.
Eine Zeitarbeitsfirma wird ihre Mitarbeiter nicht für lau verleihen, neben dem Studenlohn geht sicherlich auch ein Geldbetrag an die Firma. So genau kenne ich mich damit aber nicht aus. Diese Kosten fallen nicht an wenn man den Mitarbeiter direkt beschäftigt.
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  #10  
Alt 16.03.2008, 14:12
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
Beiträge: 11
Eine Zeitarbeitsfirma wird ihre Mitarbeiter nicht für lau verleihen, neben dem Studenlohn geht sicherlich auch ein Geldbetrag an die Firma.


Wulfnoth,
ich habe doch mit der Zeitarbeitsfirma einen Vertrag und was der mit seinem Arbeitnehmer macht, da bin ich außen vor. Das ist doch die Schweinerei und das alles auf dem Rücken des Arbeitnehmers. Die Politik müsste schon lange einschreiten, wird es aber schon allein wegen der Arbeitslosenzahlen nicht tun.
Der Staat setzt da noch einen oben drauf, da ich Zeitarbeiter voll steuerlich geltend machen kann. ( Betriebskosten ).
Im Konkurrenzkampf muss ich so gegenhalten auch wenn es mich ankotzt.
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  #11  
Alt 16.03.2008, 14:23
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Ort: Bremen
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Ich glaube wir reden aneinader vorbei.

Natürlich hat man einen Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma, der ja im Haupteil die finanziellen Kosten beinhaltet.
Wenn ich einen Mitarbeiter direkt beschäftige fallen Lohn, Lohnnebenkosten und eventuell Personalabt.-Kosten an. Wenn ich einen Zeitarbeiter beschäftige trage ich eigentlich auch alle drei Faktoren (letzterer möglicherwiese verbilligt) und muss zusätzlich noch eine "Mittlergebühr" an die Zeitarbeitsfirma entrichten. Ich habe keine Ahnung ob das in den Verträgen auch so aufgeschlüsselt ist aber letztendlich werden die Zeitarbeitsfirmen so kalkulieren, die müssen sich ja auch an Tarifverträge halten - auch wenn die niedrig sind.
Das Kostenargument kann man also nicht wirklich zählen. Einzig wenn man damit hphe Haustarifverträge umgehen will.

Die Zeitarbeit hatte schon mal einen Sinn, hat sich aber eben völlig an diesem vorbei entwickelt und das müsste dringend korrigiert werden. Dumm nur, dass einige Zeitarbeitsfirmen inzwischen eine beachtliche Größe erreicht haben und damit ein beachtlichen Umsatz. Diese Firmen werden natürlich gezielt Lobbyarbeit in Berlin betreiben, damit bestehende Gesetze nicht zu ihren Ungunsten verändert werden. Soweit kein Problem, aber mir scheint, dass die Gewerkschaften kaum Gegenlobbyarbeit betreiben.
Möglicherweise ist diese Lobbyarbeit auch einfach nur unwirksam, weil man sich von der SPD als Regierungspartei abgewandt hat und sich auf die Linke fokusiert. Da diese aber keine konstruktive Politik machen kann läuft das mittelfristig ins Leere, es sei denn die Gewerkschaften schaffen es die Links so extrem zu pushen, was momentan unwahrscheinlich erscheint.
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  #12  
Alt 16.03.2008, 14:45
Spender
 
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"Für die Leiharbeiter bei BMW beginnt eine neue Ära. Der Gesamtbetriebsrat und die Geschäftsleitung haben sich darauf geeinigt, dass die Kolleginnen und Kollegen von Zeitarbeitsfirmen in Zukunft auf der Basis des Tarifvertrags für die Metall- und Elektroindustrie entlohnt werden". Zitat aus einer Pressemiteilung der IG Metall vom Dezember 2007. So finde ich es in Ordnung.

Aber vom ursprünglichen Thema sind wir weit weg ...
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  #13  
Alt 16.03.2008, 14:50
Benutzerbild von Wulfnoth
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Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Nun das ist ja auch geklärt, die SPD wird nicht mit einem Ministerpräsident der Linken koalieren und über 50% wird diese wohl nicht holen.
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  #14  
Alt 16.03.2008, 15:55
Plebejer
 
Registriert seit: 14.03.2008
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Aber vom ursprünglichen Thema sind wir weit weg ..
So ist es.
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  #15  
Alt 16.03.2008, 16:08
Benutzerbild von TigerMC
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Beiträge: 2.414
Zitat von Sokotra Beitrag anzeigen
"Für die Leiharbeiter bei BMW beginnt eine neue Ära. Der Gesamtbetriebsrat und die Geschäftsleitung haben sich darauf geeinigt, dass die Kolleginnen und Kollegen von Zeitarbeitsfirmen in Zukunft auf der Basis des Tarifvertrags für die Metall- und Elektroindustrie entlohnt werden". Zitat aus einer Pressemiteilung der IG Metall vom Dezember 2007. So finde ich es in Ordnung.

Aber vom ursprünglichen Thema sind wir weit weg ...

sry ist auch mein letzter beitrag in diesem thread in diese richtung, will ja nicht forenregeln brechen:
Ich habene menge freunde bei bmw die eben nachwievor über leiharbeitsfirem drin stecken und wirklich mit nem hungerlohn abgespeist werden, also dieses zitat muss falsch sein, oder anders nicht umgesetzt worden sein
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