07.01.2009 - 20:06
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  #1  
Alt 23.06.2008, 18:16
Plebejer
 
Registriert seit: 23.06.2008
Beiträge: 0
Wieso muss man(n) in Gebäuden die Mütze abnehmen?

Hallo liebe User
da ich stolzer Besitzer mehrerer Mützen bin und ich daher zweimal in der Schule erwischt wurde (innerhalb von 10 Minuten) muss ich jetzt eienn kleinen Vortrag morgen darüber halten, warum man(n) dies nicht darf? Er gab mir einen kleinen Tipp den Begriff "Ritterhelm". Nun habe ich über Ritterhelme was rausgefunden, alles schön und gut - aber es kam nichts bzw. ich kam nicht drauf warum man diese jetzt nicht in Gebäuden tragen darf.
Bitte liebe User, helft mir. Bis morgen muss ich den Kurzvortrag halten, sonst nimmt er Maßnahmen auf. Ich bin total durcheinander und weiß nich weiter!
Bitte helft mir!

Danke im Vorraus
D.one
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  #2  
Alt 23.06.2008, 18:27
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Die Frage ist nicht ganz uninteressant, aber ich weiß es nicht...
Die Regel mit dem "Handschuh ausziehen" bevor man sich (unter Männern) die Hand reicht, kann ich Dir erklären:

Die Handschuhe waren früher Waffen die zum Teil auch Giftringe "integriert" hatten, deswegen durfte ein Behandschuhter nie die Hand einem nicht-behandschuhten geben.
Bei Frauen gilt diese Regel übrigens nicht, da sie angeblich zu solchem nicht fähig sind (die machen das eher mit Rattengift im Kochtopf).

Hut ziehen war doch eine Form der Höflichkeit im Barock? Eine ritterliche Verneigung bei der die Hutfeder den Boden streifte (ich meine damit solche Hüte wie die der 3 Musketiere, keine Baseballkappen!)
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #3  
Alt 23.06.2008, 18:36
Plebejer
 
Registriert seit: 23.06.2008
Beiträge: 0
okay danke für deine schnelle antwort. hast mir geholfen!
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  #4  
Alt 23.06.2008, 18:40
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 348
Wenn ich mich recht entsinne durfte man doch sogar auch bei den alten Griechen im Stadion als Zuschauer schon keine Kopfbedeckung tragen.
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

und Ordograffi feler kan der fiender bealten
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  #5  
Alt 23.06.2008, 20:08
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Ich habe mal einen Roman gelesen, indem sich zwei Edelleute aus folgendem Grund duellierten: sie wollten über einen schmalen Steg mit ihrem Gefolge. Der eine wollte seine Vorfahrt geltend machen, aber der andere warf ihm vor, kein Anrecht auf diese Vorfahrt zu haben, da er erst seit einer Generation adelig sei...
Das Duell führte zu einem Toten - der andere flüchtete in einem Konvent (was zu damliger Zeit nicht von der Polizei betreten werden durfte).
Und die duellierten sich tatsächlich aus solchen Gründen, es gibt sogar Regelwerke für Edelleute die genau diese Fälle beschreiben.
Aber zum alten Hut:

Man zieht den Hut als symbolischen Akt der Unterwerfung und des Respekts, seit der Antike.
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #6  
Alt 23.06.2008, 22:52
Proconsul
 
Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.285
Stammt aus dem 13. Jhdt und war ein Zeichen der Ehrerbietung des Rangniederen vor dem Ranghöheren.


PS: Im römischen Reich war der Hut ein Zeichen der Freiheit. So erhielten freigelassene Sklaven einen Hut und in Griechenland setzte man den Filzhut in aller Regel nur auf Reisen und der Jagd auf.

Geändert von Titus_Livius (23.06.2008 um 22:55 Uhr)
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  #7  
Alt 24.06.2008, 22:43
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Habe gelesen, daß es in der Antike üblich war die Kleidung abzugeben als Zeichen der Erniedrigung und Unterwerfung.
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #8  
Alt 09.07.2008, 13:43
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 227
Zitat von Jason Beitrag anzeigen

....

Man zieht den Hut als symbolischen Akt der Unterwerfung und des Respekts, seit der Antike.

Ganz bestimmt nicht; und wenn, dann nur in einigen Kulturen, und nicht in anderen.


Wo lebst Du denn, D.one? In Nordkorea?

Ich würd' Deine Schule informieren, dass Du Dich um Rechtsbeistand bemühst, und sie auch notfalls mit Klagen überziehen (für wen hält die sich, für den christlichen Gott persönlich, vor dem die männliche Gemeinde in der Neuzeit den Hut zieht?),

zumal auch gerade mit der Massnahme (den Hut vor dem Besatzer Ziehen, s. Warschauer Getto) in der Vergangenheit von entscheidender Stelle oft Schindluder betrieben wurde....



LG
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  #9  
Alt 09.07.2008, 14:13
Benutzerbild von Belisarius
Tribun
 
Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 95
den hut abzuziehen ist einfach nur eine respektsbekundung.

im mittelalter öffneten die ritter vor dem tunier ihr viesier, damit der gegner sah wen er vor sich hatte . aus dieser bewegung ist zb. das salutieren hervorgegangen bzw. im 17 / 18 jahrhundert zog man seinen hut ab um jemanden zu begrüßen
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  #10  
Alt 09.07.2008, 17:42
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 714
Etikette

Zitat von Sarto Beitrag anzeigen
Ganz bestimmt nicht; und wenn, dann nur in einigen Kulturen, und nicht in anderen.


Wo lebst Du denn, D.one? In Nordkorea?

Ich würd' Deine Schule informieren, dass Du Dich um Rechtsbeistand bemühst, und sie auch notfalls mit Klagen überziehen (für wen hält die sich, für den christlichen Gott persönlich, vor dem die männliche Gemeinde in der Neuzeit den Hut zieht?),

zumal auch gerade mit der Massnahme (den Hut vor dem Besatzer Ziehen, s. Warschauer Getto) in der Vergangenheit von entscheidender Stelle oft Schindluder betrieben wurde....



LG
Wieso? Ich finde ein Minimum an Etikette (es muß ja nicht in Manierismus ausarten) gar nicht schlecht.
Ein bisschen Respektbezeugungen geraten niemand zum Nachteil und man bricht sich keinen Zacken aus der Krone raus.

Ich finde dieses Querulantentum in allen möglichen Dingen und um jeden Preis um einiges schlimmer.
Rechtsbeistand wegen so einer Sache einzufordern... Na, wenns Spaß macht!
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #11  
Alt 09.07.2008, 18:29
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 227
Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Wieso? Ich finde ein Minimum an Etikette (es muß ja nicht in Manierismus ausarten) gar nicht schlecht.
Ein bisschen Respektbezeugungen geraten niemand zum Nachteil und man bricht sich keinen Zacken aus der Krone raus.

Ich finde dieses Querulantentum in allen möglichen Dingen und um jeden Preis um einiges schlimmer.
Rechtsbeistand wegen so einer Sache einzufordern... Na, wenns Spaß macht!

Mir persönlich würd's Spass machen, die in die Knie zu zwingen (oder es zumindest zu versuchen), aber so richtig,

denn, so scheint es ja wohl, man ist dort doch sehr unsensibel der Geschichte gegenüber,

noch dazu sieht man sich offensichtlich auf einer Stufe mit dem Herrn.

Und da fängt es an.


Als Schüler kann man lauthals Protest usw. natürlich selten wagen, und darauf bauen die Herrschaften, die viel zu sehr an der langen Leine gelassen werden.


Was Mützen allgemein mit Höflichkeit oder Etikette zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.
Der letzte Ritter ist seit 500 Jahren unter der Erde, und die Verknüpfung Mütze auf - respektlos ist weit hergeholt (Ritterrüstung? Hast Du eine? Gehst Du mit ihr aus?).

Adolph Freiherr Knigge würde den Lehrern was husten, und Giovanni della Casa würd' ebensowenig begeistert sein.


LG
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  #12  
Alt 09.07.2008, 19:43
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
Wenn man mal als Verkäufer oder sonstwie direkt "am Kunden" gearbeitet hat, wünscht man sich manchmal etwas mehr Höflichkeit. Denn es sind bei weitem nicht nur die jungen, die durch penetrantes Dutzen nerven (übrigens etwas sehr schönes an der deutschen Sprache), auch eine einfache Begrüßung kriegt kaum noch jemand raus.
Ich kann diesem Aufruf zu weniger Etikette nichts abgewinnen, wo sollen wir denn aufhören? Ich glaube ich rülpse, den nächsten Kassierer den ich sehe mal kräftig ins Gesicht. Gefährlich ist das ja nicht, nur unhöflich.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #13  
Alt 09.07.2008, 22:14
Benutzerbild von Ythor
Quaestor
 
Registriert seit: 29.11.2006
Ort: Im schönen Oberbayern
Beiträge: 133
Verkäufer werden von mir standartmäßig gedutzt. Wäre in Bayern ja noch schöner.

Allerdings bedanke ich mich auch wenn mir die Ware bzw. das Wechselgeld ausgehändigt wird. Wenn ich an der Reihe bin begrüße ich den Verkäufer mit einem "Servus" und wenn ich gehe gibts wieder ein "Servus" und ein "Schönen Tag/Abend/Feierabend/...noch"

Oftmals reagieren die Verkäufer dann auch auf ähnliche Weise. So ein paar Freundlichkeiten tun doch keinem weh und wenn man dann Gleiches zurück bekommt hebt das doch auch die Stimmung ein klein wenig.
__________________
Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
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  #14  
Alt 10.07.2008, 00:00
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 227
Ja,

wenn es sich um freiwillige Gesten unter Gleichen handelt, dann habt Ihr beiden recht.

Aber dass das Lehrpersonal praktisch vom untergebenen Schüler divine Rechte einfordert, find' ich einen Hammer. Haben die einen an der Klatsche?

Für mich klingt das Einfordern des Mützabnehmens nach Vogt Gessler, nach dem Bonnet Phrygien auf dem Pfahl, nach Warschauer Getto (und den Photos von Heydecker). Dass ausgerechnet Lehrer das nicht wissen oder nicht nachvollziehen können, spricht nicht gerade für sie, oder?



LG
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  #15  
Alt 10.07.2008, 00:08
Ädil
 
Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 227
.... und dann noch mit irgendwelchen Tips über Rittergeschichten aufwarten zur Lösung der Strafarbeit, als wären wir in den 30ern....

find ich absolut unwürdig.


Und sowas will Lehrer sein.... unehrenhaft aus dem Dienst entlassen, ohne Pensionsansprüche, das fänd' ich 'ne Massnahme...



LG
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