07.01.2009 - 18:01
Historik Forum
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  #61  
Alt 11.10.2007, 17:32
MacX
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Beiträge: n/a
@Thersites: Novalis hat die Mitschrift der Sendung gepostet. (vielen Dank dafür!)
Ich habe es gerade gelesen. Sie hat wiederholt und energisch alle Vorwürfe des Sympathisierens mit der NS Ideologie abgestritten. Klarer hätte man es gar nicht ausdrücken können, wie sehr man gegen die NS Politik ist.
Ich finde, sie hat ihren Standpunkt gut klargestellt und kann die Empörung der anderen Gäste nicht nachvollziehen.
Das war ein sprichwörtlicher Kreuzzug gegen sie. Dieser Historiker, der dauernd befragt wurde, hat ihr lang und breit runter gebetet, wie schlimm das NS System war, was sie selbst auch die ganze Zeit sagte.
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  #62  
Alt 11.10.2007, 17:35
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Vielleicht hat er bei Guido Knopp gelernt.
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  #63  
Alt 11.10.2007, 19:56
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von mozart Beitrag anzeigen
Vielleicht hat er bei Guido Knopp gelernt.
Wie sagte Raab doch gleich? Guido Knoops neue Serie: "Kerners Helfer"?
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  #64  
Alt 11.10.2007, 21:33
Benutzerbild von Tacitus
Tribun
 
Registriert seit: 27.07.2007
Ort: NRW
Beiträge: 79
Ich habe auch leider nur die Mitschnitte auf YouTube gesehen und muss schon sagen die habe die Eva Hermann ganz schön abgefertigt und wie der Kerner die raus geschmissen hat da sag ich nur eiskalt.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
Friedrich d. Grosse
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  #65  
Alt 15.10.2007, 09:44
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Lesenswert:

http://www.zdf.de/ZDFforum/ZDFde/inh...msg1338308.php
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  #66  
Alt 22.11.2008, 18:12
Propraetor
 
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 542
Ich erlaube mir mal, dieses Thema wieder aufzugreifen, weil ich gerade auf einen Zitat gestoßen bin, das ich wirklich mitteilenswert finde:

Sebastian Haffner zur Weltanschauung des Nationalsozialismus in Anmerkungen zu Hitler. S. 99

Er stellt fest, daß
"[...]mehr als man denken sollte, von Hitlers theoretischen Gedanken fortleben, und zwar keineswegs unter den Deutschen, und nichteinmal nur unter bewußten Hitleranhängern. Andererseits weil, solange das Irrige in diesen Gedanken nicht klar vom mehr oder weniger Zutreffenden geschieden ist, das Richtige in Gefahr ist, tabuisiert zu werden, nur weil es auch Hitler gedacht hat. Aber zweimal zwei bleibt vier, obwohl auch Hitler zweifellos zugestimmt hätte."

Ich finde, das ist ein ganz essentieller Punkt, auch in vielen aktuellen politischen Diskussionen, den Haffner bereits 1978 erkannt hat.
Es gibt eine Vielzahl von nur oberflächlich bezüglich des Nationalssozialismus gebildeten, die aber denken, sie hätten diesbezüglich die Weisheit mit Löffeln gefressen, und die dann, wie der Herr Kerner, mit der "Nazikeule" schlagen und damit ganze Themen tabuisieren.

Seriös wäre es, wie Haffner schreibt, das Irrige in diesen Gedanken klar zu benennen, ohne das Richtige zu tabuisieren.

In dem Zusammenhang dieses threads bedeutet das, hervorzuheben, daß die Nationalsozialistische Familiepolitik auf den Krieg ausgerichtet war und deswegen keine hehre Absicht hinter den - separat betrachtet - u.U. vernünftigen Maßnahmen stand.
__________________
Glory, glory to old Ireland,
glory, glory to this island,
glory to the memory of the men
who fought and died,
"No surrender" is the war cry of
the Belfast Brigade.

Geändert von Beckmann (22.11.2008 um 18:18 Uhr)
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  #67  
Alt 23.11.2008, 12:29
Benutzerbild von Didt
Ädil
 
Registriert seit: 14.07.2008
Beiträge: 219
Zitat von Beckmann Beitrag anzeigen
Ich erlaube mir mal, dieses Thema wieder aufzugreifen, weil ich gerade auf einen Zitat gestoßen bin, das ich wirklich mitteilenswert finde:

Sebastian Haffner zur Weltanschauung des Nationalsozialismus in Anmerkungen zu Hitler. S. 99

Er stellt fest, daß
"[...]mehr als man denken sollte, von Hitlers theoretischen Gedanken fortleben, und zwar keineswegs unter den Deutschen, und nichteinmal nur unter bewußten Hitleranhängern. Andererseits weil, solange das Irrige in diesen Gedanken nicht klar vom mehr oder weniger Zutreffenden geschieden ist, das Richtige in Gefahr ist, tabuisiert zu werden, nur weil es auch Hitler gedacht hat. Aber zweimal zwei bleibt vier, obwohl auch Hitler zweifellos zugestimmt hätte."

Ich finde, das ist ein ganz essentieller Punkt, auch in vielen aktuellen politischen Diskussionen, den Haffner bereits 1978 erkannt hat.
Es gibt eine Vielzahl von nur oberflächlich bezüglich des Nationalssozialismus gebildeten, die aber denken, sie hätten diesbezüglich die Weisheit mit Löffeln gefressen, und die dann, wie der Herr Kerner, mit der "Nazikeule" schlagen und damit ganze Themen tabuisieren.

Seriös wäre es, wie Haffner schreibt, das Irrige in diesen Gedanken klar zu benennen, ohne das Richtige zu tabuisieren.

In dem Zusammenhang dieses threads bedeutet das, hervorzuheben, daß die Nationalsozialistische Familiepolitik auf den Krieg ausgerichtet war und deswegen keine hehre Absicht hinter den - separat betrachtet - u.U. vernünftigen Maßnahmen stand.
100%ige Zustimmung!
Genau das hat mich damals auf die Palme gebracht, Herrmann wollte genau dieses mit dem Einwand "Autobahn" ausdrücken und als ob diese Halbaffen Schreinmackers und Kerner darauf gewartet hatten ging die Empörung los.
Wie Haffner so erkannte auch Joachim Fest diese Fehlentwicklung bei den 68er die in ihrem Gebahren und Ansichten ab einem gewissen Punkt schon nicht mehr erkannten das sie den Nazis ähnlicher wurden als sie subjektiv zu erkennnen in der Lage gewesen wären. Endprodukte dieser Fehlentwicklung sitzen dann in Talkshows als Moderator.
Ich kann nur dazu aufrufen dem alten Titanic Aufruf zu folgen und sich bei der Gez abmelden mit der Begründung "Kerner ist eindeutig überbezahlt."
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  #68  
Alt 23.11.2008, 13:08
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 805
Frau Hermann hat die stockkonservativen "Die Frau gehört an den Herd"-Thesen selber in einen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gebracht; mE genau wegen der Medienaufmerksamkeit, die ihr damit sicher war. Also ist mein Fazit: Selber schuld.

Dass in dieser Kerner-Show jetzt nicht unbedingt die ideale Methode verwandt wurde, wie man mit solchen Provokationen umgeht, ist sicher richtig. Hysterie und Redeverbote haben nur selten positive Effekte.

Den Zusammenhang mit dem Haffner-Zitat ist mir aber nicht einsichtig. Denn die rückwärtsgewandten, emanzipationsfeindlichen Thesen dieser Person sind weder "das Richtige", noch sind sie eine billige mathematische Gleichung. Es sind politische Thesen, die mE bekämpft gehören, im Interesse von Freiheit, Gleichheit, Solidarität usw.; und die den von den Nazis vertretenen Thesen nun mal sehr, sehr ähnlich sind...
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  #69  
Alt 23.11.2008, 13:52
Propraetor
 
Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 542
Frau Hermann spricht ein Problem in der Familienpolitik an.
Sie ist der Meinung, daß eine Frau sich auch durchaus als Hausfrau verwirklichen kann, wenn sie das denn möchte.
Frau Hermann sagt nicht, daß alle Frauen an den Herd sollen, sie fordert weder eine diesbezügliche Gesetzesinitiative, noch den Frauen das Wahlrecht abzuerkennen.
Solange sie das nicht tut, vertritt sie lediglich eine Meinung und mit Verlaub, das ist in diesem Land erlaubt und auch gewollt.

Das könnte einem auch alles gleichgültig sein, wenn das jetzige System funktionieren würde, das tut es aber nicht.
Wir haben heutzutage Frauen, die Beruf und Karriere vorziehen und das ist auch gut so.
Wir haben Frauen die sich in ihrer Tätigkeit als Hausfrau selbst verwirklichen und das ist auch gut.
Aber wir haben auch Frauen, die müssen entweder aus finanziellen Gründen
berufstätig sein und deswegen auf Kinder verzichten und wir haben Frauen, die wollen sich gerne beruflich weiterentwickeln und trotzdem Kinder haben.

Und gerade die beiden letzten Gruppen sind in diesem Land einer Vielzahl von Problemen ausgesetzt. Der stetige Geburtenrückgang liegt nämlich nicht nur an Verhütungsmitteln und DINKI-Prinzip, sondern auch an negativen Vorraussetzungen.
In den skandinavischen ländern oder in Frankreich sieht das viel besser aus.

Darüber hätte man eine Debatte führen können, auch mit den Thesen von Frau Hermann.
Jede Meinung bereichert eine öffentliche Diskussion, solange sie sich in den rechtlichen Grenzen hält.
Und das hat sich die Meinung von Frau Hermann.
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the Belfast Brigade.
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  #70  
Alt 23.11.2008, 15:06
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 805
Zitat von Beckmann Beitrag anzeigen
Frau Hermann spricht ein Problem in der Familienpolitik an.
Sie ist der Meinung, daß eine Frau sich auch durchaus als Hausfrau verwirklichen kann, wenn sie das denn möchte.
Frau Hermann sagt nicht, daß alle Frauen an den Herd sollen, sie fordert weder eine diesbezügliche Gesetzesinitiative, noch den Frauen das Wahlrecht abzuerkennen.
Sie tut weit mehr als das; sie vertritt in einer politischen Debatte mit starken aktuellen Bezügen eine ganz bestimmte Meinung. Und die ist, dass die Mutterrolle die natürliche Rolle der Frau ist.

Das hat auf einen ganzen Schwanz von aktuellen Fragen ein nicht unbeträchtlichen Einfluss. Vatermonate? Verstärkte staatliche Unterstützung der Kinderbetreuung versus antiquiertes Elterngeld?

Zitat von Beckmann Beitrag anzeigen
Solange sie das nicht tut, vertritt sie lediglich eine Meinung und mit Verlaub, das ist in diesem Land erlaubt und auch gewollt.
Sicher ist das erlaubt; mir wäre auch neu, dass irgend jemand Frau Hermann einsperren möchte. Wer aber eine Familienpolitik einfordert, wie sie vor 100-200 modern war, muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, er wäre von gestern...

Zitat von Beckmann Beitrag anzeigen
Aber wir haben auch Frauen, die müssen entweder aus finanziellen Gründen berufstätig sein und deswegen auf Kinder verzichten und wir haben Frauen, die wollen sich gerne beruflich weiterentwickeln und trotzdem Kinder haben.
Gerade diesen Frauen, die Beruf und Kinder unter einen Hut bringen wollen, ist Frau Hermann in den Rücken gefallen; denn die Konsequenz, die sie aus ihren Thesen zieht, ist doch eben, dass sich Frauen nur am Herd verwirklichen können.

Mal ehrlich: Frau Hermann hat nicht umsonst die Familienplotik der Nazis als "nicht völlig schlecht" dargestellt, und nicht von Schweden alsleuchtendem Vorbildgesprochen.
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  #71  
Alt 23.11.2008, 21:18
Benutzerbild von Didt
Ädil
 
Registriert seit: 14.07.2008
Beiträge: 219
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Mal ehrlich: Frau Hermann hat nicht umsonst die Familienplotik der Nazis als "nicht völlig schlecht" dargestellt, und nicht von Schweden alsleuchtendem Vorbildgesprochen.
Naja, Kindergeld und Sozialer Wohnungsbau sind dort erfunden worden, also auch des Teufels?
Hermann hat eine gewisse psychologische Entwicklung in Deutschland festgestellt die ihre unmittelbare kausale Quelle in dem deutschen Verhältnis zum Nationalsozialismus hat.
Nicht mehr und nicht weniger. Die Begründung die du gibst hatte Kerner auch gebracht, Ursprung ist ein derbe zusammengeschnittenes Interview.
Zu diesem, vom öffentlich rechtlichem Fernsehen ohne Zweifel mutwillig zusammengeschnitten Interview,kam Kerner andauernd zurück, auf penetrante Art und Weise.
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