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21.11.2008, 21:11
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Leseratte
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Registriert seit: 11.10.2008
Ort: Brandenburg
Beiträge: 27
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Studium
Hallo ich hätte mal eine Frage/Bitte und zwar muss ich mich demnächst um mein Studium kümmern und ich hatte vor Geschichte zu studieren aber ich habe da nicht so viel ahnung wo und in welche Richtung ich studieren soll (welche Uni könnt ihr eventuell aus eigener erfahrung empfehlen und welche nicht usw. ...)
außerdem wäre ich dankbar für tipps bezüglich eines Broterwerbs in diesem bereich...
ich hatte zwar historiker als Traumjob im Auge aber ich habe gehört dass die Sicherheit und auch die Menge der Vergütung eher unregelmäßig sind und nun fehlten mir alternativen...
Danke schon mal im vorraus für alle tipps und hinweise
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21.11.2008, 21:33
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
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So viele Richtungen dürftest du gar nicht zur Auswahl haben, eigentlich gibts nur B.A. Altertumswissenschaften, Geschichte, Neuere und Neueste Geschichte und auf Lehramt.
Die Frage wo hängt auch wesentlich von deinen Vorlieben ab, wenn dich interessiert welche Unis allgemein gut bewertet werden schau dir das CHE Ranking an aber daneben gibt es noch so viele andere Faktoren, nicht zuletzt einfach das Bauchgefühl, aber auch die finanzielle Lage.
Wenn du ein Studium suchst, dass dir klare Berufsperspektiven bietet bist du bei Geschichte (ausnahme auf Lehramt) ziemlich sicher falsch aufgehoben. Klar es gibt die klassischen Stellen im Archiv, einer Stiftung oder an der Uni aber das ist angesichts der Absolventenzahlen geradezu lächerlich. Es ist also immer die Frage was man draus macht, in erster Linie hast du ein geisteswissenschaftliches Studium gemacht.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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22.11.2008, 09:29
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Plebejer
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Registriert seit: 06.11.2008
Beiträge: 8
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Die erste Frage die Du Dir stellen musst ist, welche Richtung Du studieren willst. Wie Wulfnoth schon richtig sagte gibt es da die verschiedenen Disziplinen. Zum Bachelor kann ich wenig sagen. Beim Magister war es so, dass Du im Grundstudium erst einmal Kurse in allen Bereichen belegen musst und Dich dann im Hauptstudium für eine Richtung entscheidest. Ich denke mal, dass Du beim Bachelor auch Seminare für Alte Geschichte, Mittelalter usw. machen musst und dann in Deinem von Dir gewünschten Bereich die Hauptseminare machst.
Neben der finanziellen Frage (Bundesland mit Studiengebühren) ist es in meinem Augen auch wichtig, ob Du an eine "Massen-Uni" oder an eine kleiner möchtest. Ich studiere an einer kleineren Uni und bin damit sehr zufrieden. Man bekommt schnell Kontakt zu den Dozenten und ist nicht einer unter Hunderten. Natürlich ist die Auswahl an Kursen in einer großen Uni zum Teil besser, aber ich weiß nicht, ob das auch besser für die Lehre ist.
Bei Geisteswissenschaften ist es natürlich immer so eine Frage, was man später damit macht. Sicher gibt es die klassische Variante an der Uni zu bleiben und wissenschaftlich zu arbeiten. Wulfnoth hat natürlich recht, dass es bei den Absolventenzahlen nicht ganz leicht ist da rein zu kommen. Auf der anderen Seite kenne ich Studenten, die sich für diesen Weg entschieden haben und es geschafft haben. Es ist ein Vorurteil, dass man nur die Wahl zwischen Dozentenstelle und staubigen Archiven hat. Es bieten sich im kulturellen Bereich viele Möglichkeiten und ich kenne Menschen die mit ihrem Geschichtsstudium in die Politik gegangen sind. Weniger in die erste Reihe, aber spontan fällt mir da jemand ein, der das Büro eines Abgeordneten leitet und dessen Reden schreibt.
Das Studium der Geschichte schult nicht nur Dein historisches Verständnis. Du lernst das wissenschaftliche Umgehen mit Texten und das Referieren vor wissenschaftlichem Publikum.
Ach ja, was man nicht vergessen sollte ist, dass man an den meisten Unis das Latinum für das Geschichtsstudium braucht. Ich musste es an der Uni nachholen und es hat mich enorm viel Zeit gekostet. Es schadet also nicht, wenn man es bereits hat.
Wenn Du Dir über diese paar Grundfragen Gedanken gemacht hast, lohnt dann auch evtl. ein genauerer Blick, wer denn als Prof. auf dem Lehrstuhl sitzt. Was sind seine Schwerpunkte, was seine Veröffentlichungen? Dabei solltest Du bedenken, dass es nicht darauf ankommt, wieviele Bücher Du unter seinem Namen bei amazon findest. Viele arbeiten ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit und ihre Aufsätze erscheinen in renommierten Fachzeitschriften.
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22.11.2008, 10:24
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
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Zitat von Stammtischler
Die erste Frage die Du Dir stellen musst ist, welche Richtung Du studieren willst. Wie Wulfnoth schon richtig sagte gibt es da die verschiedenen Disziplinen. Zum Bachelor kann ich wenig sagen. Beim Magister war es so, dass Du im Grundstudium erst einmal Kurse in allen Bereichen belegen musst und Dich dann im Hauptstudium für eine Richtung entscheidest. Ich denke mal, dass Du beim Bachelor auch Seminare für Alte Geschichte, Mittelalter usw. machen musst und dann in Deinem von Dir gewünschten Bereich die Hauptseminare machst.
Richtig, das hat sich auch mit dem Bachelor nicht geändert. Ich mache Neuere und Neueste Geschichte und muss trotzdem die ersten Semester Proseminare und Überblicksvorlesungen in allen Bereichen besuchen.
Zitat von Stammtischler
Neben der finanziellen Frage (Bundesland mit Studiengebühren) ist es in meinem Augen auch wichtig, ob Du an eine "Massen-Uni" oder an eine kleiner möchtest. Ich studiere an einer kleineren Uni und bin damit sehr zufrieden. Man bekommt schnell Kontakt zu den Dozenten und ist nicht einer unter Hunderten.
Wobei man das so pauschal auch nicht sagen kann. Die Uni Freiburg muss man schon als Massenuni bezeichnen aber die Seminare sind trotzdem klein (ich glaub bei in meinem sind momentan gerade mal 11 Leute) und auch längst nicht alle Vorlesungen sind so überlaufen. Natürlich gibts dann aber auch die anderen Typen, wo du im Audimax mit mehreren hundert Studenten einer Überblicksvorlesung lauschen darfst.
Zitat von Stammtischler
Es bieten sich im kulturellen Bereich viele Möglichkeiten und ich kenne Menschen die mit ihrem Geschichtsstudium in die Politik gegangen sind. Weniger in die erste Reihe, aber spontan fällt mir da jemand ein, der das Büro eines Abgeordneten leitet und dessen Reden schreibt.
Das würde ich allerdings schon wieder unter fachfernes Arbeiten einordnen. In meinem Beitrag wollt ich keineswegs ausdrücken, Geschichtler würden im Taxi landen.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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