07.10.2008 - 02:26
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  #1  
Alt 16.05.2008, 16:01
Kafka
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Beiträge: n/a
Alexander in Ägypten

Habe letztens eine sehr interessante Doku über Alexanders Aufstieg im Fernsehen gesehen (glaube N-24; 2-teiler). Auch über seinen Einmarsch in Ägypten wurde berichtet. Dort wurde gesagt, die Ägypter verehrten ihn wie einen Gott und sahen in ihm auch eien Abkömmling einer damaligen Ägyptischen Gottheit.

Was nicht gesagt wurde ist warum?

Das Phänomen das man z.b. bei Urvölkern hat, die noch nie weiße Menschen sahen und daher glaubten diese wären Götter kanns ja nicht sein, immerhin war der Mittelmeerraum et.c ja schon ein riesiger Wirtschaftsraum mit Austausch über die Kontinente.

Warum diese Bewunderung für Alexander und später seine Verwandten in Ägypten?
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  #2  
Alt 16.05.2008, 17:39
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
Er war ja in der Oase Siwa, in der Wüste. Und dort wurde ihm seine Herkunft von Ammon vom Orakel gesagt.

Warum er der Sohn Ammons und nicht Philipps gewesen ist, das könnte wohl nur die Mutter erzählen...
__________________
"So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"

Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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  #3  
Alt 16.05.2008, 18:11
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Die Ägypter neigten ja eh dazu ihre Herrscher zu vergöttlich, das war also kein neuer Akt. Alexander ist nach allem was wir wissen wohl ziemlich klug in Ägypten vorgegangen, er hat sich wohl mit der lokalen Priesterelite gut gestellt und sich eben zum Pharao von Ägypten krönen lassen und nicht Ägypten einfach nur annektiert.
Zudem wird er wohl einfach eine willkommene Alternative zum persischen Großkönig gewesen sein.

Die Ptolemaier waren jedoch keineswegs so populär. Ihre Macht stützte sich primär auf ihre Söldnerarmee und die städtischen Kulturen. Das Ptolemaierreich war zu Anfang auch keineswegs auf Ägypten beschränkt und ich glaube man findet ohne Probleme 10 handfeste Aufstände der Ägypter gegen die makedonischen Herrscher.

Diese Neigung die Vergöttlichung der Herrscher als festen Staatsbaustein zu sehen war allerdings weder neu noch sollte es in Ägypten das letzte Mal sein. Im Rahmen des Kaiserkultes wurden viele römische Caesaren posthum zu Göttern erhoben.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #4  
Alt 16.05.2008, 18:48
Kafka
Gast
 
Beiträge: n/a
[quote=Wulfnoth;60952]Die Ägypter neigten ja eh dazu ihre Herrscher zu vergöttlich, das war also kein neuer Akt. Alexander ist nach allem was wir wissen wohl ziemlich klug in Ägypten vorgegangen, er hat sich wohl mit der lokalen Priesterelite gut gestellt und sich eben zum Pharao von Ägypten krönen lassen und nicht Ägypten einfach nur annektiert.
Zudem wird er wohl einfach eine willkommene Alternative zum persischen Großkönig gewesen sein.

War es kein Problem das er quasi kein Ägypter war?

Was war mit den damaligen ägyptischen Herrscherhäusern?
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  #5  
Alt 16.05.2008, 20:24
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Zitat von Kafka Beitrag anzeigen
Was war mit den damaligen ägyptischen Herrscherhäusern?
Ägypten war persische Provinz.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #6  
Alt 16.05.2008, 20:53
Kafka
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ägypten war persische Provinz.
Ok, danke. Diese Information hat in der Doku u.a. gefehlt.
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  #7  
Alt 16.05.2008, 20:57
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
Zudem dürften die letzten einheimischen Herrscher ja noch in etwa die Ramessiden (evtl noch ein paar Priesterkönige danach) sein.
Von dort bis Alexander ca.700 Jahre fremde Herrscher, sodass dies eigentlich kein Problem sein dürfte.
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

und Ordograffi feler kan der fiender bealten
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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  #8  
Alt 17.05.2008, 17:15
Benutzerbild von tejason
Quaestor
 
Registriert seit: 17.10.2007
Beiträge: 116
Kennzeichnend für das alte Ägypten ist vor allem das unglaubliche kulturelle Beharrungsvermögen der einfachen Ägypter. Hier war es absolut normal, dass der herrschende Pharao „vergöttlicht“ wurde. Der Pharao alleine garantierte den Untertanen ihr Fortleben im Jenseits nach ihrem irdischen Tode. Dies ist ein Schlüsselpunkt zum Verständnis altägyptischer Kultur und des ägyptischen Sonderweges. Der Pharao war immer ein Priesterkönig

Die „Vergöttlichung“ Alexanders war also kein Einzelfall und hat nichts mit seinen „besonderen Rassemerkmalen“ als Grieche zu tun. Durch diese „Vergöttlichung“ wurde er von den Priestereliten und damit vom einfachen ägyptischen Volk als legitimer Pharao anerkannt. Nun erwartete man auch von ihm sich entsprechend dem Volk zu präsentieren. Noch römische Kaiser "mussten" ihre Tempel im altpharaonischen Stil errichten lassen - voller Hieroglyphen, Bildern in der traditionell-flachen Seitenansicht und dergleichen mehr. Durch die vielen vorangegangenen Fremdherrschaften (etwa die Hykos, die "adaptierten" Pharaonen nubischer Abkunft, sowie Abhängigkeiten zu Assyrien, Neubabylonien und Persien…) und indem das Militär häufiger auf angeworbenen Fremdsöldnern beruhte als auf einheimischen Fellachen, waren die Menschen Ägyptens mit der Zeit ziemlich Apolitisch geworden. Man akzeptierte fast jede Fremdherrschaft, so lange sie sich in traditionellem Gewand zeigte und das Land nicht zu sehr auspresste.

Ägypten verschloss sich damals seit Jahrhunderten allem Fremden, ähnlich wie in der Neuzeit China bis (vielleicht?) der kürzlichen wirtschaftlichen Öffnung nach Westen. Man sah sich selbst als den Mittelpunkt der Erde, wie China später, welches sich als das "Reich der Mitte" verstand. Fremdherren mochten kommen und gehen, Ägypten blieb immer gleich! Entsprechend waren die Ägypter mit der Zeit ziemlich Apolitisch geworden. Beließ man ihnen ihre Eigenheiten, vor allem ihre Götter, die mächtigen Priesterkasten und presste das extrem reiche Land nicht zu sehr aus, regten sich die Ägypter nicht. Ging ein Herrscher allzu ungeschickt in diesen Bereichen vor, konnten die Ägypter unvermittelt sehr leidenschaftliche und blutige Aufstände bei scheinbar geringem Anlass vom Zaun brechen.
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  #9  
Alt 21.09.2008, 18:06
Tribun
 
Registriert seit: 19.09.2008
Ort: Hollabrunn
Beiträge: 54
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Ägypten war persische Provinz.
Aber erst seit 10 Jahren, und auch während der persischen Herrschaft gab es einen aufständischen Gegenpharao namens Chabbasch. Irgendwie finde ich es schon erstaunlich, dass kein Angehöriger der 30. Dynastie mehr eine Rolle zu spielen versuchte. Der letzte Pharao Nektanebos II. war ja bei der persischen Invasion spurlos verschwunden, sein weiteres Schicksal blieb ungeklärt.
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  #10  
Alt 21.09.2008, 19:46
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
Davor war Ägypten aber trotzdem mehrfach Provinz anderer Großreiche gewesen. Darauf bezog sich ja die Frage mit dem Ägypter und da ist es unerheblich ob nun Perser oder Assyrer die Oberhoheit inne hatten.
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