25.07.2008 - 19:09
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  #1  
Alt 21.02.2008, 18:26
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
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Aristonikos und "Heliopoliten"

Aristonikos war der Halbbruder von Attalos III, des letzten Königs von Pergamon.
Nachdem dieser testamentarisch sein Reich den Römern vermachte, versuchte er dies zu verhindern und machte einen Aufstand. Interressant ist sein Versuch eines Sonnenstaates mit Sklavenbefreiung und anderen fast schon kommunistischen Zügen.Auch im Vergleich mit den Aufständen in Sizilien.

Mehr dazu z.B.hier:http://www.utzverlag.de/buecher/40625les.pdf
oder auch bei wiki http://de.wikipedia.org/wiki/Aristonikos , etc.

Meine Fragen "dazu":
1.Was haltet ihr vom Sonnenstaat des Aristonikos?
Utopie oder realisierbar?
2.Was hat Attalos und (andere Situation als später Nikodemes von Bithynien) bewogen den Römern sein Reich zu vermachen?
3.Kennt wer Literatur bzw. weiss wer mehr über Markus Perpena als "relativ frühen homo novus" ?
4.Kennt wer gute Literatur zu Pergamon, Bithynien und Pontus und Galater und Seleukiden, eigentlich den ganzen antiken kleinasischen und syrischen Raum ab Alexander?
5.Kennt wer noch gute Quellen zu Aristonikos?
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

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Geändert von Nichts (21.02.2008 um 19:15 Uhr). Grund: Ordograffi
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  #2  
Alt 23.02.2008, 15:09
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 664
Diese Ideen sind ja immer wieder aufgetaucht. Es gibt ja auch ein Buch von Campanella "Die Sonnenstadt"- ich glaube aus dem späten Mittelalter.
Und die Sklavenaufstände in Rom zeugten auch immer wieder von der Idee der gleichheit aller Menschen. Und der erste scheint mir immer noch Echnaton zu sein, mit solchen subversiven Idealen.Auf alle Fälle interessantes Thema.
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  #3  
Alt 23.02.2008, 16:07
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
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Beiträge: 776
Zitat von Nichts Beitrag anzeigen
1.Was haltet ihr vom Sonnenstaat des Aristonikos?
Utopie oder realisierbar?
Wie wäre es mit keinem von beiden, sondern einer knallharten politischen Maßnahme?
Man muss sich ja seine Situation ansehen:
Das Reich Pergamon stellt ein heterogenes Territorium ausTempelstaaten, freien griechischen Städten, große Gruppen nicht hellenistischer Phryger auf Königsland und Katoikien mit Militärsiedlern dar. Aristonikos ist zudem nicht der legitime Nachkomme des Attalos II.
Die Römer bringen Attalos II. vor seinem Tod dazu, sie als Erben seines Reiches und seines Privateigentums einzusetzen und die Griechenstädte für autonom zu erklären. Es droht dadurch natürlich ein Abfall der Griechenstädte von Aristonikos, der sich gegen dieses Testament wendet. Und wie kann man die aristokratisch oder oligarchisch geleiteten Griechenstädte unter Druck setzen: Indem man die Befreiung der Sklaven und die Gleichstellung aller Bürger verkündet.


Da gibts ein paar Literaturlisten...ansonsten vllt. auf anderen Uni-HPs schauen.
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  #4  
Alt 23.02.2008, 16:59
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
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Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Und der erste scheint mir immer noch Echnaton zu sein, mit solchen subversiven Idealen.
Wobei bei Echnaton die Gleichheit der Menschen und das "Sozialistische" nicht gerade stark ausgeprägt war.
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Wie wäre es mit keinem von beiden, sondern einer knallharten politischen Maßnahme?
Man muss sich ja seine Situation ansehen:
Das Reich Pergamon stellt ein heterogenes Territorium ausTempelstaaten, freien griechischen Städten, große Gruppen nicht hellenistischer Phryger auf Königsland und Katoikien mit Militärsiedlern dar. Aristonikos ist zudem nicht der legitime Nachkomme des Attalos II.
Die Römer bringen Attalos II. vor seinem Tod dazu, sie als Erben seines Reiches und seines Privateigentums einzusetzen und die Griechenstädte für autonom zu erklären. Es droht dadurch natürlich ein Abfall der Griechenstädte von Aristonikos, der sich gegen dieses Testament wendet. Und wie kann man die aristokratisch oder oligarchisch geleiteten Griechenstädte unter Druck setzen: Indem man die Befreiung der Sklaven und die Gleichstellung aller Bürger verkündet.
Da hast du natürlich recht, worauf ich allerdings hinauswollte (da hab ich mich halt wohl etwas ungeschickt ausgedrückt) ob ein Staat mit diesen Merkmalen bestehen hätte können oder ob so etwas garantiert nicht gelungen oder von selbst solche Sachen befürchtenden Nachbarn verhindert worden wäre?
Zitat von Draconarius Beitrag anzeigen
Die Römer bringen Attalos II. vor seinem Tod dazu, sie als Erben seines Reiches und seines Privateigentums einzusetzen und die Griechenstädte für autonom zu erklären.
Wunderbar, wenn du mir jetzt auch noch sagen könntest wie?
Im Gegensatz zu Nikomedes Bithynien stand doch Pergamon damals relativ sicher und ohne übermächtige Feinde dar und mit Aristonikos ein nach griechischem Recht legitimen Erbe, sodass es doch eigentlich keinen Grund dazu gab.
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  #5  
Alt 23.02.2008, 18:38
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
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Beiträge: 776
Zitat von Nichts Beitrag anzeigen
worauf ich allerdings hinauswollte (da hab ich mich halt wohl etwas ungeschickt ausgedrückt) ob ein Staat mit diesen Merkmalen bestehen hätte können oder ob so etwas garantiert nicht gelungen oder von selbst solche Sachen befürchtenden Nachbarn verhindert worden wäre?
Konkret an dem Beispiel hat man schon gesehen, dass die Nachbarn dies nicht tollerieren. Einfach weil die Sklavenbefreiung und Gleichstellung der Schichten in sozialer und wirtschaftlicher (Sklavenhandel) Hinsicht einen tiefen Einschnitt darstellte.

ad Rest: Die genauen Ursachen sind mir auch nicht mehr bekannt, die VL dazu liegt schon länger zurück. Aber da gibts einen Titel speziell zu diesem Thema:
Daubner, Frank: Bellum Asiaticum. Der Krieg der Römer gegen Aristonikos von Pergamon und die Einrichtung der Provinz Asia. München 2003.
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Stichworte
aristonikos, marcus perpena, pontus, sklavenbefreiung, sonnenstaat


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