So ich habe jetzt gesalzene Erdnüsse in Mengen und ein Bier vor der Nase stehen. Der Film über Hitler fängt er in einer Stunde an und somit habe ich genug Zeit ein wenig über Gaugamela zu schreiben.
Alös Quellenlage empfehle ich das Internet (aber dort aufpassen!), Robin Lane Fox und noch ein Buch das ich gerade nur in ausgedruckter Form vor mir liegen habe und das ich deswegen hier gerade nicht nennen kann.
Wir schreiben den 1. Oktober 331 v. Chr.
Dareios hat für diese Schlacht mit der er die unerwünschten Eindringlinge aus seinem Reich entfernen will eine unglaubliche Armee zusammen gezogen. Vielleicht sogar das Größte das bis dahin jemals zusammen gezogen worden war. Die Zahlen gehen da sehr weit auseinandern allerdings können wir von mehr als doppelter Übermacht des Dareios gegeüber den Makedonen ausgehen. Ich persönlich tendiere zu einer Viertelmillionen. Primär besteht das Heer des Dareios aus Kavalleristen. Erstmalig auch skytische Gegenstücke zu den Sarissenreitern der Makedonen. Eine Besonderheit ist der persische Streitwagen der auch in dieser Schlacht teilnehmen soll. Auch wenn er mehr Lärm als Nutzen bringt

Die Ebene war vor der Schlacht von den Persern für ihre Streitwagen planiert worden. Dies und die weite der Ebene war für das makedonische Heer, dass eine kürzere Schlachtlinie als die Perser hatte äußerst gefährlich. Alexander wusste dies und stellte sein Heer dementsprechend auf.
Das entrum bildeten die Phalangiten in der Phalanxformation. Die rechte Flanke er Phalangiten wurde von den Schildträgern gedeckt. Den schildträgern folgte die makedonische Reiterei vor der sich verschiedene Plänklertruppen und Bogenschützen platziert hatten.
Auf der linken Seite befand sich Parmenion mit den Kampfgefährten zu Fuß und die griechische Bündniskavallerie. Da wie bereits oben gesagt die Gefahr einer Flankierung durch die Perser bestand hatte Alexander ganz außen an seinen beiden Fügeln noch einmal einen Pulk aus gemischter Infanterie und Kavallerie postiert, der leicht nach hinten abgeknickt war. Sozusagen als Flankenschutz. Doch er hatte noch eine weitere Vorsichtsmaßnahme eingebaut. Hinter der eigentlichen Schlachtreihe befand sich eine weitere aus Barbarischer und Griechischer Infanterie. Sollten die beiden Pulks an den Flügeln die Einkreisung nicht aufhalten können hatten diese Befehl nach hinten abzuschwenken und im rechten Winkel zur eigentlichen Schlachtreihe zu bleiben. Die zweite Schlachtlinie sollte dann eine Kehrwende um 180° machen und einen Angriff von hinten abfangen. Die Schlachtformation wäre dann wie ein riesiges hohles Rechteck gewesen und nur unsicher geworden, wenn der Feind sie irgendwo durchbrach oder wenn eine der beiden Schalchtlinien auf die andere raufgedrängt worden wäre.
Soviel zur Aufstellung. Über die Schlacht kann man sicher auch so einiges sagen, aber sicher weniger als zur Aufstellung. Wie ich bereits oben sagte halte ich den Staub für einen nicht unwesentlichen Faktor in einer Schlacht in der alles über Trompetensignale oder Meldereiter weitergeleitet wurde.
Ungefähr gegen Mittag rückt Alexander mit seiner Armee vor. Die Formation glich dabei dem für die Phalanx typischen Dwarsläufer.
Alexander versuchte wohl vom planierten Gelände herunter zu kommen und fiel leicht nach rechts ab. Das forderte natürlich den perischen Angriff heraus der dann gleich zur erwarteten Umfassung ausartete.
Der Ansturm der Streitwagen bedeutete letztendlich weniger Probleme als eigentlich angenommen. Es war eben doch eine archaische Kriegstaktik!
Durch sein Abfallen nach rechts öffnet sich vermutlich ungewollt in der persichen Schlachtlinie eine Lücke in das Alexander sofort sich selbst mit der Kavallerie hinein schmeißt. Zielt ist wie auch bei Issos 333 v. Chr. der perische Großkönig! Dieser flieht und hier kommt der Faktor Staub und Sand zur Geltung. Alexander sah nicht wohin der Perser floh und ritt ausversehen in die falsche Richtung.
Die Flucht des perischen Großkönigs hatte die Schlacht bei weitem nicht entschieden, denn sowohl der Satrap von Babylon als auch Bessos hielten noch die Flügel fest im Griff. Weil Alexander vermutet das der Großkönig auf seinen linken Flügel zuflieht reitet er dorthin. Er reitet dabei mitten durch die persichen Einheiten durch ohne sie zu sehen (Staub!) denn nur so kann man erklären wieso er überhaupt am linken Flügel ankam. Dort befindet sich Parmenion in schwerer Bedrängnis und der linke Flügel kann nur wegen dem Eintreffen der makedonischen Kavallerie und Alexander gehalten werden. Zwar sprechen einige antike Quellen von einem Boten Parmenions an Alexander mit der Bitte um Hilfe. Allerdings halte ich dies für unwahrscheinlich, denn wie sollte ein Bote Alexander bei dem Staub und Chaos finden?!
Durch den völlig überraschenden Angriff von den Hinten bricht bei den Persern die gerade die Thessaler völlig aufgerieben haben Panik aus. Denn diese glaubten ja ihre Flanke etc. durch persische Truppen gedeckt.
Sie denken also die letzten Perser auf dem Schlachtfeld zu sein und ergeben sich. Die Schlacht ist gewonnen obwohl noch immer ein großer Teil des persichen Heers kampffähig ist. Sie wussten es nur nicht!
Bilder folgen noch