06.10.2008 - 21:02
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  #1  
Alt 10.06.2006, 20:33
farx
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Hannibal im Exil

Nachdem dem Karthago bei Zama besiegt worden war veringen ja noch einige Jahre bis die Römer Karthago annektiert wure. Irgendwann in dieser "Ruhephase" ging Hannibal ins Exil.
Wann war das genau und wie verlief sein leben im seleukidischen Exil?
Ich weiß das er noch eine Art General/ Admiral war und gegen die Römer gekämpft hat aber ist euch darüber hinaus noch etwas über diese Zeit seines Lebens bekannt?

mfg farx
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  #2  
Alt 10.06.2006, 20:34
Benutzerbild von TigerMC
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im buch hannibal von gisbert haeff wird auf diese zeit auch eingegangen. Erst bei den seleukiden dann am ende in bithynien. Wobei da seine funktion als general nicht wirklich genutzt wurde
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  #3  
Alt 10.06.2006, 20:38
Benutzerbild von Wulfnoth
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Nun er war ja keineswegs nur bei den Seleukiden. Man kann sagen, dass er praktisch immer dort war wo gegen Rom gekämpft wurde.
Genaueres habe ich gerade nicht zur Hand. (Oh Gott ich verfluche meine abgebaute Bibliothek)
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  #4  
Alt 11.06.2006, 00:49
Benutzerbild von Draconarius
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Er war ja am Hof von Antiochos III., dort hatte er eine Position als Berater, behielt natürlich seine antirömische Position bei und empfahl Aufrüstungen hinsichtlich eines Krieges mit Rom. Hinsichtlich militärischer Operationen hatten aber beide andere Ansichten, Antiochos dachte eher an einseitig, geschlossene Operationen, während Hannibal in größeren Maßstäben dachte, und mehrere Kriegsschauplätze bevorzugte, er wollte anscheinend auch Antiochos dazu bewegen ihn bei seinem Plan, die karthagische Führungsspitze zu einem neuen Krieg gegen Rom aufzuwiegeln zu unterstützen (Schon die Vorbereitung scheiterte. Überhaupt muss es für Hannibal mühsam gewesen sein, seine Pläne gegen den willensstarken König und Neider am Hof durchzusetzen.
Im Krieg gegen die Römer sollte er mit 5 Schiffen Karthago zum Krieg gegen Rom bewegen, aber das schlug ebenfalls fehl. Er konnte Antiochos überzeugen, dass die Römer auch nach Kleinasien vorstoßen würden und er sich darauf vorbereiten müsse. Bei dem Versuch, die Seeherrschaft über die Ägeis zu erlangen, hatte er den Auftrag, einen Teil der Flotte zu überführen, kommandierte diesen Teil auch in der Schlacht von Side, in der die seleukidische Flotte von Römern und Rhodiern entscheidend geschlagen wurde. Nach dem Friedensschluss von Apameia wurde ihm entgegen der Vertragsbestimmungen die Flucht ermöglicht. Er floh dann erst nach Gortym auf Kreta, von dort nach Armenien, soll dort im Auftrag des Königs Artaxias die Planung der Hauptstad Artaxata übernommen haben. Mit steigenden römischen Einfluss in Kleinasien musste er wieder fliehen, diesmal an den Hof von Prusias von Bithynien. Dort kommandierte er siegreich die Flotte des Königs gegen die Pergamener, setzte aber auch seine antirömischen Bemühungen fort.
Sein Ende beschreibt Cornelius Nepos:
Cornelius Nepos, Übersetzung von Gottwein.de
Während sich dies in Asien zutrug, geschah es zufällig, dass Gesandte des Prusias zu Rom bei dem Konsular Titus Quinctius Flamininus speisten und dort einer von ihnen, als das Gespräch auf Hannibal kam, sagte, er befinde sich im Reich des Prusias. Dies berichtete am folgenden Tag Flamininus dem Senat. Die Väter der Stadt, die, solange Hannibal lebe, niemals vor seinen Anschlägen sicher zu sein meinten, schickten Gesandte nach Bithynien, unter ihnen den Flamininus, um den König zu bitten, nicht ihren erbittersten Feind bei sich zu behalten, sondern ihn ihnen auszuliefern. Diesen wagte Prusias nicht eine abschlägige Antwort zu geben, nur, sagte er, sollten sie keine Handlung von ihm verlangen, die das Gastrecht verletze: sie selbst möchten ihn, wenn sie könnten, ergreifen; seinen Aufenthaltsort würden sie leicht ausfindig machen. Hannibal pflege sich nämlich an ein und demselben Ort aufzuhalten, in einem festen Schloss, das ihm der König zum Geschenk gegeben hatte; und zwar war er es so von ihm gebaut, dass es auf allen Seiten des Gebäudes Ausgänge hatte, aus Besorgnis nämlich, es möchte im eben das, was erfolgte, widerfahren. Als die römischen Gesandten dorthin gekommen waren und mit einer Anzahl Leute sein Haus umstellt hatten, sagte der vom Tor ausschauende Sklave dem Hannibal, es zeigten sich außergewöhnlich viele Bewaffnete. Dieser gebot ihm, um alle Türen des Gebäudes die Runde zu machen und ihm schnell zu melden, ob er in gleicher Weise auf allen Seiten eingeschlossen sei. Als ihm der Sklave eilige Rückmeldung machte, wie es stehe, und ihm angezeigt hatte, dass alle Ausgänge besetzt seien, sah er ein, dass das nicht zufällig geschehen sei, sondern dass sie es auf ihn abgesehen hätten und er nicht länger am Leben bleiben dürfe. Um es nun nicht nach fremdem Gutdünken zu verlieren, nahm er im Bewusstsein seiner früher oft bewiesenen Mannhaftigkeit, Gift, das er immer bei sich zu tragen gewohnt war (183) .So gelangte der so tapferer Mann, nachdem er viele und mannigfache Mühsalen überstanden hatte, im 70. Jahr zur Ruhe.
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μηδὲν ἄγαν
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  #5  
Alt 11.06.2006, 01:38
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man stelle sich nur vor der seleukide hätte weise gehandelt und seiner armee hannibal unterstellt, der im seleukidischen auftrag den krieg geführt hätte...
Nene mit den seleukidischen möglichkeiten (bevölkerungszahl, ausrüstungsqualität des nahen ostens usw) und hannibal als general wäre der krieg anders gelaufen und die ganze geschichte hätte wohl einen anderen lauf genommen. Aber mal ehrlich ich hätte meiner armee auch nicht einen fremden general vorgesetzt der nicht mal hellene war, wobei man erleichternd hinzufügen kann dass die damalige zeit nicht so nationalistisch geprägt war wie heute, vor allem in den diadochenreichen
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  #6  
Alt 11.06.2006, 10:49
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Aber war es nicht so, dass es bei der griechischen Oberschicht ein starker Rassismus gegen Nicht-Griechen vorherrschte?
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  #7  
Alt 11.06.2006, 11:58
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Nicht nur das. Man denke auch an die lange Feindschaft zwischen Karthagern und Griechen.
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  #8  
Alt 11.06.2006, 14:52
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Aber war es nicht so, dass es bei der griechischen Oberschicht ein starker Rassismus gegen Nicht-Griechen vorherrschte?
jo bei den festland griechen jo, aber bei alexanders weltreich wurde das ja von ihm selbst untersagt, er war ja der gründer der ersten multikultireiche
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  #9  
Alt 11.06.2006, 15:12
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Aber war es nicht so, dass es bei der griechischen Oberschicht ein starker Rassismus gegen Nicht-Griechen vorherrschte?
jo bei den festland griechen jo, aber bei alexanders weltreich wurde das ja von ihm selbst untersagt, er war ja der gründer der ersten multikultireiche
Was faktisch aber schon nach seinem Tod scheiterte.
Paradebeispiel dafür ist Ägypten, wo die Ägypter im eigenen Land von den herrschenden Makedonen und Griechen unterdrückt wurden. Meines Wissens nach war kein Ptolemäer in der Lage Ägyptisch zu sprechen.
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  #10  
Alt 11.06.2006, 15:15
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ich meine dass es bei den seleukiden keine zwangsrekrutierungen gab aber die armee zumgrossteil aus nichtgriechen bestand, also muss das ja bei denen zumindest funktioniert haben mit der verschmelzung des orientalischen und des hellenischen?
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  #11  
Alt 11.06.2006, 15:23
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Meines Wissens nach war kein Ptolemäer in der Lage Ägyptisch zu sprechen.
Doch, eine ab es: Cleopatra VII. (die "Berühmte") - war zwar die letzte Ptolemäerin, aber immerhin!
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

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Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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  #12  
Alt 11.06.2006, 15:33
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ich meine dass es bei den seleukiden keine zwangsrekrutierungen gab aber die armee zumgrossteil aus nichtgriechen bestand, also muss das ja bei denen zumindest funktioniert haben mit der verschmelzung des orientalischen und des hellenischen?
Ich kann momentan (wegen einer immer noch nicht aufgebauten Bibliothek ) leider keine Quellen auffahren, nur habe ich bisher immer gelesen und gehört dass es eine extreme Zweiteilung gab. Auf der einen Seite, die in den Städten lebenden Griechen und auf der anderen Seite die iranische Landbevölkerung.
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  #13  
Alt 10.09.2006, 21:46
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Weil ich grade über den Thema sitze.
Die Kriegspläne die Hannibal am Hof des Antiochos angeblich für den Kriegsfall mit Rom entworfen hatte sind an sich recht interessant. Es gab da zwei Entwürfe, einem vor dem Krieg, und einen während des Krieges. Der erste sah folgendes vor (Überlieferungen von Livius und Appian):
„Für sich forderte er 100 Deckschiffe, sowie 10000 Fußsoldaten und 1000 Reiter. Mit dieser Flotte werde er zunächst nach Afrika fahren. Er habe die feste Überzeugung, dass er auch die Karthager für einen neuen Krieg gewinnen könne. Wenn sie zögerten, werde er den Krieg gegen die Römer in irgendeinen Teil Italiens beginnen lassen. Der König müsse mit allen übrigen Truppen nach Europa hinüberkommen und in irgendeinem Teil Griechenlands seine Streitkräfte zusammenhalten, ohne nach Italien überzusetzen, aber doch in Bereitschaft zum Übersetzen, was genug sei, um den Anschein und das Gerücht von einem Krieg entstehen zu lassen.“
„Er drang daher in den König, vorweg etwas von Italien zu besetzen und von dort ausgehend Krieg zu führen damit die Römer sowohl in ihrer Heimat als auch auswärts geschwächt würden. “Ich kenne Italien aus Erfahrung“, sagte er, „und kann mit 10000 Mann seine wichtigen Punkte besetzen und nach Karthago an meine Freunde schreiben, dass sie das Volk zum Abfall bewegen sollen, das schon mit seiner Lage unzufrieden ist, den Römern gegenüber kein Vertrauen hat und voll Wagemut und Hoffnung sein wird, wenn es erfährt, dass ich erneut Italien verheere.“
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  #14  
Alt 10.09.2006, 21:55
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die frge ist doch 10000 mann das muss doh für die selukiden nen leichtes gewesen sein, hätten sie denn nicht sogar 100000 geschafft wenn sie gwollt hätten?
Wieso also hat selukos nicht eingegriffen? Ich vermute aus misstrauen zu hannibal und zweitens aus angst vor roms vergeltung
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  #15  
Alt 10.09.2006, 23:56
Tribun
 
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Sicher wären 100000 möglich gewesen aber ich als König der Seleukiden hätte
niemals einem kathargischen General eine so riesiege Streitmacht anvertraut. Außerdem hätten die Seleukiden dann zu Hause keine oder nur noch wenige Reserven gehabt.
War Kathago damals überhaupt noch in der Lage einen weiteren Krieg gegen Rom zu führen?
Außerdem denke ich das es Hannibal nie im Leben geschafft hätte mit den 11000 Soldaten in Italien die Römer ernsthaft zu gefährden
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