11.10.2008 - 23:57
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  #1  
Alt 08.04.2005, 20:36
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Die Makedonische Armee

Ich möchte hier mal ein wenig zur Makedonischen Armee unter Philipp II. und Alexander III. aufschreiben. Philipp korrigiere mich wenn ich falsch liege. Von uns beiden bist du der Fachmann in diesem Gebiet.
Bei der makedonischen Armee handelte es sich seit Philipp II. um ein stehendes Heer, was bis auf Sparta kein Griechischer Staat hatte.

Die Makedonische Armee baute auf den Kampfgefährten zu Fuß auf.
Bei ihnen handelte es sich um Soldaten die mit kleinen, runden Schilden bewaffnet waren und mit der berühmten makedonischen Sairisse eine Phalanx bildeten. Diese Speere waren 4 - 7 Meter lang. Wobei man davon ausgeht das sich bei 4 Metern gerade noch gut gehandhabt werden konnte. Alles größere machte erhebliche Kenntnisse erforderlich. Gefertig wurden die Lanzen aus Konrelkirchbäumen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die makedonische Kavallerie. Im Gegensatz zu den Griechen besaßen sie eine sehr gute Kavallerie.
Diese Kavallerie war leicht gepanzert und trug offene Helme. Sie hatten keine Sättel sondern lediglich Felle auf den sie saßen. Bewaffnet waren sie ebenfalls mit einer Sarissa.

Eine bedeutende Rolle kam den königlichen Schildträgern zu, die auch wenn der Name es vermuten lässt keine königliche Leibgarde waren.
Sie waren Schwertkämpfer und dazu da die rechte Flanke einer Phalanx zu decken, da die Kampfgefährten zu Fuß in ihrer Phalanxformation an der Flanke besonders verwundbar waren und ihre Schilde immer am linken Arm trugen.
Zudem waren sie äußest ausdauernd und beweglich. Man sagt ihnen nach, dass sie mehr als 50 km am Tag marschieren konnten.
Viele dieser Soldaten waren älter und manche von ihnen hatten die 60 schon überschritten.
Der Hindukusch sollte für diese Männer der vorerst letzte Einsatz sein. Doch nach Alexanders Tod kamen sie aus dem Ruhestand zurück und es gibt Berichte über eine Schlacht in der die Armee eines Diadochen vernichtet wurde von Soldaten die die vom Alter her die Großväter der Vernichteten hätten sein können. Dies alles zeigt ihre Ausdauer.

Dazu gab es noch kretische Bogenschützen und Steinschleuderer aus Rhodos.
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  #2  
Alt 08.04.2005, 22:48
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RE: Die Makedonische Armee

Original von Wulfnoth


Dazu gab es noch kretische Bogenschützen und Steinschleuderer aus Rhodos.
super bis hierhin, aber ab hier biste faul geworden wa?
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  #3  
Alt 08.04.2005, 22:50
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Das mit den kretischen Bogenschützen und Steinschleuderern aus Rhodos hast du doch von Rome. Es gab bestimmt auch Bogenschützen aus Sparta oder Larissa...
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  #4  
Alt 08.04.2005, 22:53
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es gab sie wirklich, wobei die bezeichnung kretische bogenschützen ireführend ist, jeder der gut mit dem bogen umgehen konnte und griechisch sprach, war ein kretischer bogenschütze, die wirklichen kretaner wurden meist als bogenschützenlehrer eingesetzt, für nen krieg waren se zu schade.

zu den rhodos steinschleuderern weiss ich nur dass es sie 1523 auch noch gab, als die insel von den türken erobert wurde, allerdings waren die steine recht uneffektiv gegen die osmanischen rüstungen.
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  #5  
Alt 08.04.2005, 22:56
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Wie lange wurden die Steinschleuderer eigentlich eingesetzt? Ich kann mir vorstellen, dass die "Hightech-Griechen" relativ schnell das Interesse an dieser relativ primitiven Waffen verloren.
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  #6  
Alt 08.04.2005, 23:21
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Die Makedonische Armee baute auf den Kampfgefährten zu Fuß auf.
die fußgefährten wurden unter Philipp als neuer Kern des Heers eingeführt
Ich schreib morgn dazu mehr, ich geh jetz nämlich schlafen.
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  #7  
Alt 09.04.2005, 10:03
Benutzerbild von Wulfnoth
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Ich würde mir nie wenn ich einen Text schreibe ein Beispiel an einem Computerspiel nehmen. Vielmehr bin ich immer positiv überrascht wenn solche Einheiten relativ realistisch in solchen Spielen vorkommen.

Ich habe zu den kretischen Bogenschützen und rhodesischen Steinschleuderern nicht viel gesagt, weil es sich um keine spezifisch makedonische Einheit handelte. Es war ja vielmehr nur Söldner.

Niochmal zu den Steinschleuderern. Diese wurden noch recht lange eingesetzt, da die persischen Bogenschützen immer weiter schießen konnten als die griechischen (sogar als die kretischen) und nur die Steinschleuderer eine ausreichende Reichweite hatten.
Desweiteren war es äußerst gut eine gegnerische Einheit von Bogenschützen und Steinschleuderern gleichzeit beschießen zu lassen. Denn dann wussten dies nicht in welche Richtung sie ihr Schild ausrichten sollten, denn Schleudergeschosse flogen horizontal und Pfeile in einem hohen Bogen.
Schon die Assyrer setzten deshalb gemischt Ferkampfkontigente ein.
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  #8  
Alt 09.04.2005, 14:08
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die fußgefährten wurden von Philipp eingeführt,
weil er eine neue und verlässliche Fußtruppe brauchte.
Eine neue Kerntruppe für die neue, reformierte Phalanx.
Die Phalanx bestand ja schon immer aus Bauern,
in makedonien eben aus ausgebildeten Bauern, da Makedonien ja
ein Militärstaat war. Aber um die die Ordnung und die Grundformationen und
Aufstellung der Fußtruppen, vorallem eben der Phalanx brauchte er eine
zuverlässigere und bessere Truppe als die "normalen" Phlanaxsoldaten.
Er nahm dazu Makedonen aus dem niederen Adel und/oder verdiente Bauern.
Diesen gab er als Sold/Lohn Land. Sie bekamen eine bessere Ausbildung und besser Ausrüstung, und Land. Dadurch wurden sie bessere Soldaten und
weil sie Land bekamen, dass der König ihnen aber wieder nehmen konnte,
stark an der König gebunden (der Name Fußgefärten kommt davon, dass die hohen Adligen die Berater des Königs waren und in der Kavallerie dienten, sie wurden als "Gefärhten" bezeichnet. Der nieder Adel diente als "Fußgefährten").
Als Führer dieser Truppen der Fußgefährten setzte er Gefährten ein. Die Gefährten waren ja sowieso die Heerführer und Offiziere, aber sie kämpften in der Schlacht als Einheitenführer bei den Fußgefährten (natürlich nicht alle Gefährten sonst gäbe es ja keine Kavallerie mehr außer den thessalischen schweren Söldnerreitern).
So hatte Philipp, und auch Alexander, eine verlässliche, effiziente und an ihn gebunden Kerntruppe vür sein Heer.
Ein berühmter Fußgefährte war z.B. Koinos der aus dem niedrigen Adel stammte. Er war nach Parmenion, Antigonos,Krateros und Perdikkas einer der höchsten Männer der Infanterie Alexanders und nach ein paar anderen noch im gesamten Heer auch sehr hoch gestellt.(die Truppen ernannte Koinos in Indien zu ihrem Sprecher, als sie Alexander bewegen wollten, umzukehren. Koinos machte seinen Job gut, starb aber wenige Tage nach dem Beginn des Rückmarsches).
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  #9  
Alt 22.11.2005, 22:08
Tribun
 
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Ich schreib mal was zu einem sehr alten Thema!

Bevor Phillipp II. an die Macht kam, kämpfte man in Makedonien traditionell wie Griechenland, nämlich in Phalanxformation. Jedoch nicht so wie ihr es aus Rome kennt. Die Phalanxsoldaten hatte 2m lange Speere mit denen sie dann in Formation kämpften (müsstet ihr aus dem Film "Troja" kennen). Am linken Arm hatten sie ein Schild mit dem sie ich zum Teil und vor allem aber den linken Nebenmann schützen sollten. Damit waren die, die ganz links standen einigermaßen geschützt. Der Haken der Sache ist dann natürlich der, dass die, die ganz rechts standen ungeschütztt waren. um den ein wenig entgegen zu wirken, war dies die Position des Generals!! Nicht verwunderlich dass die Verluste unter den Generälen recht hoch waren!

Diesen Nachteil schaffte Phillipp II. in seiner Heeresreform ab:

- Einführung der 6m langen Sarissa (jetzt siehts wie bei Rome!!!)
- Einführung der Gefährtensoldaten zur Deckung der Flanken

Mit diesen Neuerungen und der schlagkräftigen makedonischen Armee konnte Phillipp sehr erfolgreich gegen Thraker und Illyrer vorgehen.
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  #10  
Alt 22.11.2005, 23:16
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also die gegner, die thraker und illyrer, die waren doch nicht dumm, oder generell gegner der makedonen. Der menschliche verstand blockt doch jeden frontalangriff oder gar frontalkampf gegen 5 reihen speere aus. Dh kein mensch lässt sich frontal zwingen dagegen zu kämpfen, die müssten doch ständig ausgewichen sein um an den flanken anzugreifen.
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  #11  
Alt 22.11.2005, 23:47
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Hmm guter Einwand! ICh schätz mal die waren im ersten Moment überrascht und sind dann auf die Formation zu! (aus Mangel an Möglichkeiten der Taktik??)
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  #12  
Alt 23.11.2005, 11:51
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Hmm guter Einwand! ICh schätz mal die waren im ersten Moment überrascht und sind dann auf die Formation zu! (aus Mangel an Möglichkeiten der Taktik??)
Mein einwand beruht auch auf den film alexander und die schlacht am gaugamela. Der perserkönig sagt angriff und alle stürmen auf grosser front los. Im ernst das ist doch dumm, ich denke nicht mal die fanatischsten krieger aller zeiten (jihadisten gegen konstantinopel, kreuzfahrer, ss soldaten, japanische samurai/kamikaze) wären frontal dagegen angerannt. Genauso die streitwagen, die fahren ja auch frontal in die speere, ich halte das echt für unglaubwürdig, weil kein pferd, egal wie gut ausgebildet und gedrillt, läuft in frontale speere rein...
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  #13  
Alt 23.11.2005, 13:32
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Streitwägen waren damals ein gutes Mittel um eine Phalanx aufzubrechen. Die wenigsten Phalanxen hatten den Mumm und blieben in Reih und Glied stehen.
Aber auch wenn sie nicht zurückwichen, mussten nur drei, vier Streitwägen durchkommen und der Schaden wäre verheerend gewesen. Die Phalangiten stehen so nahe beieinander und die hinteren sehen garnichts mehr. Wenn da ein Streitwagen mit seinen langen "Sensen" auf der Seite durchpflügt, bleibt nicht mehr viel stehen.
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  #14  
Alt 23.11.2005, 14:53
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ja scho klar, wenn er einmal drin ist, sägt er alles in zwei, aber er muss erstmal reinkommen, verstehst? Das ist in meinen augen unmöglich frontal, denn nach 5 speertreffern fällt jedes pferd vom sockel
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  #15  
Alt 23.11.2005, 14:54
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Hmm guter Einwand! ICh schätz mal die waren im ersten Moment überrascht und sind dann auf die Formation zu! (aus Mangel an Möglichkeiten der Taktik??)
Mein einwand beruht auch auf den film alexander und die schlacht am gaugamela. Der perserkönig sagt angriff und alle stürmen auf grosser front los. Im ernst das ist doch dumm, ich denke nicht mal die fanatischsten krieger aller zeiten (jihadisten gegen konstantinopel, kreuzfahrer, ss soldaten, japanische samurai/kamikaze) wären frontal dagegen angerannt. Genauso die streitwagen, die fahren ja auch frontal in die speere, ich halte das echt für unglaubwürdig, weil kein pferd, egal wie gut ausgebildet und gedrillt, läuft in frontale speere rein...
Da kann man eigentlich als Soldat der ersten paar Reihen garnichts machen. Man wurde einfach von den Hintermännern nach vorne geschoben. Wenn man stehen blieb wurde man ertrampelt.
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