08.09.2008 - 06:09
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  #46  
Alt 15.07.2006, 15:24
Benutzerbild von Samurai
Großkönig Persiens
 
Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Greven ( Münsterland / NRW)
Beiträge: 344
Ah vom Orakel von Delphi habe ich auch schon gehört!

Weiß jemand wie lang es das Orakel gab??

Das hier habe ich aus einem Buch :

"Beunruhigt über den schnellen Machtzuwachs Irans entschließt sich der König der Lyder, Kroisos, ermutigt durch das zweideutige Orakel von Delphi "Wenn Du den Halys überschreitest wirst Du ein Reich zerstören" zum Angriff auf Iran."

War ja aber irgendwie schon komisch wenn es immer zweideutig war , da wäre ich mir net so sicher sofort bei dem Orakel sofort den fein anzugreifen, wie gesat zweidieutig, in dem falle wurde das Lydische Reich zerstört... was sagt ihr dazu? war das Orakel eher nürzlich oder eher nicht so?
__________________

Dein Christus ein Jude
Dein Auto ein Japaner
Deine Pizza italienisch
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Dein Nachbar nur ein Ausländer.
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  #47  
Alt 15.07.2006, 17:00
Benutzerbild von Draconarius
Historiddler
 
Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 781
Original von Samurai
"Beunruhigt über den schnellen Machtzuwachs Irans entschließt sich der König der Lyder, Kroisos, ermutigt durch das zweideutige Orakel von Delphi "Wenn Du den Halys überschreitest wirst Du ein Reich zerstören" zum Angriff auf Iran."

War ja aber irgendwie schon komisch wenn es immer zweideutig war , da wäre ich mir net so sicher sofort bei dem Orakel sofort den fein anzugreifen, wie gesat zweidieutig, in dem falle wurde das Lydische Reich zerstört... was sagt ihr dazu? war das Orakel eher nürzlich oder eher nicht so?
Hm, das Orakel war wie im Fall Salamis zweideutig, weil eben nicht feststand wer gewinnen würde und man die Antwort dann immer zum Gunsten des Orakels auslegen konnte. Im Falle des Kroisos war der Ausgang des Kampfes gegen die Perser ja zunächst auch ungewiss: Die erste Schlacht endete unentschieden, darauf suchte Kroisos - wie es der damaligen Zeit entsprach - das Winterquartier in Sardis auf und entließ sein Heer, worauf er allerdings von Kyros, der sich nicht an diese Gewohnheit hielt, angegriffen und besiegt wurde.
Man kann bei den Orakelsprüchen zudem auch davon ausgehen, dass die Priester die damalig vorherrschende Situation kennen.
__________________
μηδὲν ἄγαν
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  #48  
Alt 16.07.2006, 00:21
Benutzerbild von SeniorDingDong
Propraetor
 
Registriert seit: 18.03.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 543
Wahrscheinlich waren die Priester des Orakels mitunter die am besten informierten Menschen ihrer Zeit. Denn alle ihr wichtigen Prophezeiungen konnten nur mit einer Menge an informationen getroffen werden. Daher ist es durchaus logisch anzunehmen dass das Orakel die Gegebenheiten der Konflikte kannte.
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  #49  
Alt 29.04.2007, 22:53
Plebejer
 
Registriert seit: 29.04.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 5
Hallo an alle!

Hab den thread gerade erst gefunden,weil ich mich gerade damit beschäftige.

Also das Orakel gab es wohl ungefähr 1000 Jahre.Allerdings hat zuerst die Göttin Gaia Ratschläge erteilt.Dann kam Apollon und hat laut Sage die Phyton erschlagen,die den Ort bewacht hat.Er wollte sich rechen,weil die Phyton von Hera auf seine Mutter gehetzt wurde.Die Phyton hatte hellseherische Fähigkeiten und das Blut vereinigte sich mit der Göttlichen Macht an diesem Ort und gaben ihm diese Kraft.Fortan wurde dort Apollon verehrt.
Was die Dämpfe anbelangt,so treten in der Region tatsächlich welche aus.Sie enthalten wie bereits erwähnt Schwefel aber auch Methan und Ethan.Die Wissenschafftler sind sich aber nicht ganz einig, ob diese Konzentration von heute mit der von damals übereinstimmt.Aber genau auf die Konzentration kommt es wohl an.Es gab einige Vorbereitungszeremonien um das Orakel zu reinigen.Möglich ist,dass all diese Dinge zusammengewirkt haben und somit einen Tranczustand bewirkt haben.Dafür ist ja auch die Stimmung ganz wichtig.Schliesslich kann man auch ohne irgendwelche Bewußtseins erweitenden Stoffe in Trance geraten.
Es wird tatsächlich auch vermutet,dass die Priester sehr gut über alles informiert waren und ihre eigenen Schlüsse mit eingebracht haben.
Dies ist auch deshalb sehr wahrscheinlich, weil es zwei arten der Vorhersagen gab.Für Arme die ja/nein Vorhersagen und für Reiche und Bedeutende die genauen.Das Orakel hat auch nur einmal im Monat Vorhergesagt.Und dann auch nur wenn eine Ziege zusammengezuckt hat,die mit kaltem Wasser übergossen wurde.Daraus folgt;die Priester hatten ne Menge Zeit zwischendrin tot zu schlagen.Ich weis nix genaues darüber,ob sie sich mit dem Orakel die Zeit vertrieben haben aber selbst wenn,bliebe immer noch genug für Recherchen,Klatsch und Tratsch.
Soviel dazu was ich dazu ermitteln konnte.Hoffe es bringt euch weiter.Auch wenn es schon spät ist.

Grüsse
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  #50  
Alt 29.04.2007, 23:14
Benutzerbild von Wurstwasser
Brotwurst
 
Registriert seit: 16.03.2007
Beiträge: 143
was nicht zu vergessen ist, ist die Tatsache, dass Orakel auch mit pekuniären Mitteln zu gewissen Aussagen gebracht wurden, sprich, Bestechung war eine gängige Methode.
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  #51  
Alt 01.05.2007, 17:52
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Sehr interessant! Was mich interessiert ist was für Fragen dem Orakel gestellt werden durften.
Also konnte ich als armer Bauer das Orakel fragen ob meine Frau fremdgeht oder durten nur "staatstragende" Fragen gestellt werden?
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #52  
Alt 01.05.2007, 20:41
Plebejer
 
Registriert seit: 29.04.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 5
Nun grundsätzlich durfte wohl Jeder hin,wenn er genug Gaben mitgebracht hat.Aber ob das Orakel spricht hat die Ziege entschieden.Und auch nur einmal im Monat.Ich weis nu leider nicht,ob sie einmal im Monat für Mehrere sprach oder dann nur für Einen.Anfangs gab es nur einmal im Jahr einen Orakelspruch.Die Priester haben wohl festgestellt,dass einmal im Monat mehr einbringt.
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  #53  
Alt 09.05.2007, 15:38
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 733
Gas oder Grass, das ist hier die Frage ?!?

Aber mal ehrlich, wie diese Sprüche zustande kamen war wohl schon in der Antike ein Geheimnis aller erster Güte; Priester, Propheten lassen sich nun mal nicht in die Karten gucken...

Aber noch mal zur Ausgangsfrage zurück.

Die Orakelsprüche waren immer so zweideutig. Eben so das sich immer stimmten. Egal wie es ausging und wir wissen auch, dass sie nicht von den Göttern kamen, aber müssen die Priester jeden Orakelspruch ausgeheckt haben oder kann es sein, dass die Phyta unter dem Einfluss von Drogen Erläuchtungen (nennen wir sie mal so) hatte?
Kennt jemand überlieferte Orakelsprüche aus Delphi? So mit Zusammenhang und so?

Mir fällt nur die Geschichte von einem kleinasiatischen König ein (war´s Krösus? könnt sein, will aber nicht drauf wetten), der gegen einen Nachbarn in den Krieg ziehen wollte (Kyros, erster persischer Großkönig?, Auch hier bin ich mir gerade nicht sicher, mea culpa...). Das Orakel antwortete auf seine Frage, ob ein Krieg sinn voll wäre, dem Sinne nach: "Wenn die in den krieg ziehst, wirst Du ein großes Reich zerstören." Er griff an, wurde besiegt und sein eigenes Reich zerstört. So kanns kommen...

Noch mehr Überlieferungen?
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  #54  
Alt 09.05.2007, 15:53
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
Irgendwas mit Philipp II. der seinen Tod vorhergesagt bekommt und kurz darauf ermordet wird. Keine Ahnung ob das Legende ist oder historisch verbürgt.
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  #55  
Alt 24.01.2008, 19:42
Plebejer
 
Registriert seit: 24.01.2008
Beiträge: 1
also mit fällt zum thema orakel von delphi nur ödipus ein- entweder die geschichte beruht wirklich auf einem Orakelspruch und es wurde ein bisschen war dazu gedichtet .. oder man hat die geschichte erfunden um das Orakel zu huldigen?
was meint ihr
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  #56  
Alt 24.01.2008, 21:37
Benutzerbild von Nichts
nobodys fault
 
Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
Bei Orakelsprüchen fallen mir auch noch die im Zusammenhang mit den Perserkriegen ein.
(Evakuirung Athens z.B.)
Zu Ödipus: ich würd mal sagen das ist wie bei den meisten alten Sagen. Viel Ausgedachtes bei einen kleinen wahren Kern.
Was ich nur bei Ödipus bemerkenswert finde ist die Sphinx. Die haben sie wohl aus Ägypten importiert.
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.

und Ordograffi feler kan der fiender bealten
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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  #57  
Alt 24.01.2008, 21:58
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.037
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Sehr interessant! Was mich interessiert ist was für Fragen dem Orakel gestellt werden durften.
Also konnte ich als armer Bauer das Orakel fragen ob meine Frau fremdgeht oder durten nur "staatstragende" Fragen gestellt werden?
Was ich weiß, durfte alle gefragt werden, allerdings bekam man halt selten die Antwort die man hören wollte ... bzw. nicht so wie man sie hören wollte.
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  #58  
Alt 26.01.2008, 13:43
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 685
Zitat von SeniorDingDong Beitrag anzeigen
Wahrscheinlich waren die Priester des Orakels mitunter die am besten informierten Menschen ihrer Zeit. Denn alle ihr wichtigen Prophezeiungen konnten nur mit einer Menge an informationen getroffen werden. Daher ist es durchaus logisch anzunehmen dass das Orakel die Gegebenheiten der Konflikte kannte.
Ich habe gelesen, dass sich um Delphi eine Art Geheimdienst-Netz (die antike CIA) sponn, das für viele Informationen aus dem Herkunftsort der Befrager stammte. Das würde vieles erklären. Allerdings kann ich mich an die Quelle nicht erinnern.

Im Bücherschrank gefunden habe ich allerdings folgenden Titel, der ausführlich auf Delphi eingeht:
Philipp Vandenberg, Das Geheimnis der Orakel, erschienen 1979 bei Bertelsmann.
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  #59  
Alt 29.01.2008, 15:24
Benutzerbild von dieter 4711
Mensch
 
Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 303
Zitat von Argeados Beitrag anzeigen
Was ich weiß, durfte alle gefragt werden, allerdings bekam man halt selten die Antwort die man hören wollte ... bzw. nicht so wie man sie hören wollte.
Lieber Argeados,
so ist es. Die Deutung der Weisagung war wichtiger als was tatsächlich gesagt worden ist.
__________________
Nichts ist unmöglich
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  #60  
Alt 08.05.2008, 19:45
Benutzerbild von Ranilda
Plebejer
 
Registriert seit: 05.11.2007
Beiträge: 19
Zitat von SeniorDingDong Beitrag anzeigen
Wahrscheinlich waren die Priester des Orakels mitunter die am besten informierten Menschen ihrer Zeit. Denn alle ihr wichtigen Prophezeiungen konnten nur mit einer Menge an informationen getroffen werden. Daher ist es durchaus logisch anzunehmen dass das Orakel die Gegebenheiten der Konflikte kannte.
Die Weissagungen wurden höchstens bei den normalen Bürgern und armen Schluckern dem Zufall überlassen, ansonsten wurde Politik gemacht.

Es soll ein Agentennetz, ein Geheimdienst existiert haben und man geht auch von einer Kundenkartei aus. Jede Information, der man habhaft werden konnte, wurde wahrscheinlich gespeichert. Nicht anders als Heute.

So fragte ein Großkaufmann aus Magnesia, ob er nicht die größten Opfer dargebracht hätte und musste hören, dass der arme Bauer Klearchos aus Methydrion durch die Regelmäßigkeit der kleinen Gaben Größeres dargebracht hatte.

Als zweites Beispiel mag dienen, dass der Lyderkönig Gyges auf die Frage, ob er nicht der Glücklichste auf der Welt wäre, ein „Nein“ zur Antwort erhielt. Der Glücklichste wäre ein Mann in Arkadien, der noch nie aus seinem Dorf herausgekommen war. Der ungläubige Gyges suchte diesen Agelaos und fand ihn tatsächlich.

Diese Antworten kann man nur durch gezielte Aufzeichnungen geben.

Die Fragesteller kamen oft von weither und waren wochenlang unterwegs gewesen. Bei bedeutenden Persönlichkeiten oder deren Gesandtschaften waren gewiss schon Kenntnisse über den Grund bis zu den Priestern nach Delphi gelangt und sei es durch Bestechung. Bei ihnen liefen viele politische Informationen zusammen. Sie wussten sie wohl auszuwerten und zu verknüpfen.

Nicht zuletzt konnten die Priester während der Wartezeit so Einiges aus ihren Klienten herauslocken. Manchmal mussten die Fragesteller einen ganzen Monat warten, bis die Pythia für sie bereit war. In dieser Zeit kümmerten sich die Priester um sie, wenn sie bedeutend genug waren. Fehlten ihnen dann evtl. noch Informationen, konnte auch der Eingangsritus, das Besprengen eines Zickleins mit Wasser ungünstig ausfallen und der Termin wurde verschoben.
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