Hi, habe mich hier auch mal registriert, weil in letzter Zeit in den Rome-Foren zu wenig los ist, grade in Richtung Geschichte.
zur Phalanx:
Ich würde grundsätzlich in 2 Typen unterscheiden:
Die klassische (dorische (wurde so von Engels bezeichnet) Hoplitenphalanx und die makedonische Phalanx.

Die erstere würde ich als eine Art Schildwall bezeichnen. Die "Hauptwaffe" ist der Druck den die Phalanx ausübt, d.h. die hinteren Reihen schieben nach vorne und es gilt so die gegnerische Formation aufzubrechen.
Wichtigster Ausrüstungsgegenstand dabei ist der hoplon (wegen Bedeutung "hoplon": wird laut meinen Lexikon mit Waffe/schwerer Rüstung übersetzt, der Begriff Schild ist angeblich ein späterer Fachausdruck) der meiner Quelle nach 6-8 kg wog, und der Xytson, der über dem Schild geführt wurde.
Durch ihn wurde der eigene Oberkörper aber auch der des Nebenmannes geschützt.
Zu der restlichen Ausrüstung mach ich vllt. einen eigenen Thread auf, zu erwähnen ist vllt. noch, dass zeitweise die Rüstungen für den Oberkörper aufgegeben wurden.
Während des peloponnesischen Krieges gewannen leichte Einheiten und die Kavallerie an Bedeutung, den Athenern gelang es mit Peltasten sogar spartanische Hopliten zu besiegen (war bei Leachaeum?). Der athenische General Iphikrates versuchte neben dem klassischen Hopliten einen anders bewaffneten "Hopliten" einzuführen, d.h. weniger und leichtere Panzerung (kein Hoplon, keine Beinschienen, Leinenpanzer) und einen längeren Speer (3,6 m), damit konnte er sich aber soweit ich weiß dauerhaft nicht durchsetzen.
Eventuell kann man auch den Verzicht der Hopliten auf eine Rüstung als einen Versuch sehen die Mobilität zu erhöhen.
Den Sieg der Makedonen über die Griechen würde ich aber nicht auf die Phalanx an sich zurückführen, eher auf die Überlegenheit an Kavallerie und leichter Infanterie, ich glaube sogar einmal gelesen zu haben, dass sich Hopliten erfolgreich gegen die makedonischen Phalangisten wehren konnten.
Die Hoplitenphalanx wurde trotzdem durch die makedonische ersetzt.
Hauptwaffe des Phalangisten in dieser ist die beidhändig geführte Sarissa, der Schild wird über die Schulter getragen und hatte an Bedeutung verloren.
Die längeren Sarissen wurden soweit mir bekannt ist aus 2 Teilen zusammengesetzt (wenn jemand genaueres weiß, immer her damit). Ich behaupte jetzt mal, dass ihre Effektivität in ihrer massiven Anzahl in der Phalanx liegt, die Phalangisten konnten duch Hin- und Herschwenken der Sarissen sogar Pfeile abwehren-
Auf ebenen Gelände ist die Phalanx auch offensiv einsetzbar, ihre stärke liegt aber in der Defensive, da durch die tiefe Staffelung eine große Widerstandskraft verliehen wird..
In den Diadochenstaaten waren die Phalangisten nicht nur von Söldnern, sondern in einigen Fällen auch von Einheimische.
Wie konnten die Römer mit ihrer Manipularlegion nun hellenistischen Staaten mit ihrer makedonischen Phalanx besiegen.
1. Die Mentalität:
Wie hier schon angesprochen wurde: Die Römer hatten das Ziel die gegnerischen Armee zu vernichten (zeigt sich bei Kynoskephalai) während die Schlachten der Diadochen "harmloser" verliefen und der Friede durch Verhandlungen erreicht wurde.
Zum Vergleich: Hätten die Römer eine hellenistische Einstellung gehabt, hätten sie spätestens nach Cannae den Frieden mit Hannibal gesucht.
2. Die Erfahrung:
Die römische Armee mit der die Diadochenstaaten besiegt wurde, profitierte aus den Erfahrungen der punischen Kriege, sowohl auf Führungsebene als auch beim einzelnen Soldaten.
3. Rekrutierung: Hellenistische Heere bestanden meist aus Berufssoldaten, die Heere der Diadochen waren aber afaik aufgrund von Machtkämpfen geschwächt, zudem wurde bei der Kavallerie nicht mehr die Qualität, wie sie unter Alexander vorhanden war, erreicht, so dass die Taktik, bei der die Phalanx als Amboß und die Kavallerie als Hammer verwendet wurde nicht mehr aufging.
Die Römer hatten dank des Bürgerheers (Zugriff auf ein riesiges Rekrutierungspotential, Polybios sprich im zweiten punischen Krieg von 7200000 Wehrfähigen bei Römern und Verbündeten (halte diese Angaben aber übertrieben).
4. Armeeorganisation:
Manipularsystem oder Phalanx?
Ich würde sagen, Manipularsystem.
Vorteil: Es ist flexibler. Die Phalanx muss eine starre Formation aufrechterhalten, tut sie das nicht entsteht eine Lücke, durch die der Gegner einbrechen kann, d.h. aber auch, dass der Angreifer seinen Ansturm leicht auf eine Stelle konzentrieren kann.
Außerdem besteht im unvorteilhaften Gelände die Gefahr, dass die Phalanx auseinanderbricht.
Ferner bildet die Phalanx nur eine Linie, ist diese durchbrochen, gibt es keine Reserven um die Lücke zu stopfen, anders dagegen die Triolex Acies der Römer.
5. Soldaten:
Da würde von den kämpferischen Fähigkeiten her keinen der Soldaten einen Vorteil geben, v.a. da die hellenistischen Armeen teilweise über sehr gute Kämpfer wie die Agryaspiden verfügten, die auch im Nahkampf gut waren, die Römer aber auch eine gute Ausbildung erhielten. Ich würde sagen, es liegt an der Ausrüstung/Kampfweise (und ist dann wieder mit der Formation verknüpft)
Nur soviel: Die Römer müssem versuchen Lücken in die Phalanx zu reißen und die Entfernung der Sarissen zu überbrücken.
Das kann v.a. durch den Einsatz der Pila erreicht werden, die nur von der ersten Reihe der Legionssoldaten geschleudert schlecht durch die Phalangisten abgewehrt werden kann.
Wie das ablaufen kann wird unter folgenden Link geschildet:
http://163.238.8.180/~jshean/pikvspil.htm
Im Nahkampf ist der Legionssoldat dank Ausrüstung meiner Meinung nach überlegen.
Die Kavallerie dürfte relativ ausgeglichen sein, da die Römer in diesem Bereich auf Söldner zurückgriffen.
Habe jetzt ein paar Punkte, die ich noch schreiben wollte vergessen...