29.08.2008 - 00:49
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  #1  
Alt 08.09.2005, 20:04
Konsul
 
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Pyrrhos

Was haltet ihr von König Pyrrhos von Epirus?

Und, denkt ihr er hätte ein starkes Makedonien erschaffen können, das sogar Rom trotzen konnte, das aus Griechenland und Makedonien, Epirus, Thrakien besteht, und das sich sogar gegen andere Diadochen hätte durchsetzen können, wenn er nicht gleich nach Italien gegangen wäre, sondern seine Armee für einen Feldzug in Griechenland und Makedonien verwendet hätte?
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  #2  
Alt 08.09.2005, 20:18
Benutzerbild von TigerMC
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interessantes thema, er ist ja net einfach so nach italien, ich meine er wurde gerufen. Dh ich glaube der hatte nicht wirklich ne wahl
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  #3  
Alt 08.09.2005, 20:27
Konsul
 
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Hm, er wurde zu Hilfe gerufen. Aber er hätte ja auch Geld schicken können, und selbst dann sein Reich in riechenladn und dem Balkan aufbauen und stärken. "müssen tut man gar nix"^^
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  #4  
Alt 09.09.2005, 23:16
Benutzerbild von Wulfnoth
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Auch wenn ich diese "was wäre wenn" - Themen überhaupt nicht mag schreibe ich mal was dazu.

Pyrrhos hat einfach als König der Molosser in Epirus versucht in der "Weltpolitik" von damals Fuß zu fassen, die von den Diadochenkriegen erschüttert wurde. Im Grunde unterschied ihn auch nicht viel von den Diadochen, mit der Ausnahme dass er ähnlich wie z.B. Mithridates nicht mit Alexander in Verbindung gebracht werden kann.
Er versuchte ein möglichst großes Reich zu errichten und scheiterte. Der einzige Grund weshalb wir uns an ihn vielleicht mehr erinnern als an einen anderen Herrscher der damaligen Zeit ist sein gescheiterter Italienfeldzug und das auch nur weil unsere Geschichtsschreibung stark römische beeinflusst ist und er der letzte große Feind des frühen Roms war.
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  #5  
Alt 30.09.2005, 19:44
Benutzerbild von SeniorDingDong
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ICh frage mich immer wieder, warum Pyrrhos sich so nah an Rom ran gewagt hat, da er so sein Hinterland für die römischen Truppen freimachte, gleichzeitig aber Rome zu Verhandlungen bringen wollte. ICh denke er hätte mehr erreicht, wenn seine Armee beim Überstezten von Greichenland nach Italien nicht abdgedrfitete wäre, und er anstatt sich ins Italienische Hintzerland zu begenben, er die Bundesgenossen und römische Städte an der Küste traktiert hätte, was ROm mehr in Bedrängis gebracht hätte.
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  #6  
Alt 30.09.2005, 20:27
Benutzerbild von TigerMC
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die römischen bundesgenossen....
Die sind immer son thema für sich.
Ich glaube der grösste irrtum was rom betrifft ist deren standfestigkeit zu rom gewesen.
Den selben kack wollte doch hannibal auch machen, die bundesgenossen gegen rom aufbringen, aber auch er hats leider net geschafft. Und das obwohl er ne deutlich stärkere armee hatte und auch als persönlichkeit erheblich grösser war als pyrrhus
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  #7  
Alt 01.10.2005, 09:06
Plebejer
 
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zum thema bundesgenossen:

die mußten alle mit drakonischen strafen rechnen wenn sie von rom abgingen. ich denke das haben ihnen die römer schon von anfang an klar gemacht. die wenigen städte die zu hannibal übergingen wie capua - die wurden ja bis auf die grundmauern niedergebrannt.
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  #8  
Alt 01.10.2005, 15:26
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Man sollte nicht unterschätzen in welch beträchtlichem Maß die Römer Propaganda betrieben haben. Es wurden viele Lügenmärchen über Punier verbreitet, die uns teilweise noch heute geläufig sind wie z.B. die Kinderopfer.

Bezüglich Pyrrhus ist es ja so, dass im Süden Italiens viele Griechen lebten, diese aber aus typischem Seperatismus ihn auch nicht vollends unterstützen.
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  #9  
Alt 04.10.2005, 16:41
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ne kurze frage nebenbei, bei den samnitzischen kriegen usw, auf welcher seite standen da die griechen süditaliens?
Und wann wurden sie teil des römischen imperiums?
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  #10  
Alt 25.10.2005, 09:27
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Ich habe gestern noch mal Auschnitte zu diesem Thema gelesen und dabei sind mir vor allem in Bezug auf deinen Beitrag, Senior DingDong noch was eingefallen.

Pyrrhos war Hellene und als solcher in seiner Mentalität Verschieden zu den Römern. Vor allem natürlich in seiner Bündnispolitik, obwohl diese im frühen Rom auch noch nicht so drastisch war.
In der hellenischen Tradition ist es kein Problem eine fremde Macht zu besiegen und sie danach weiterbestehen zu lassen. Und nichts anderes hat Pyrrhos tun wollen! Er hatte in seinen Sieg-Niederlagen die Römer besiegt (auch wenn er sich dadurch beinahe handlungsunfähig gemacht hat) und fragte nun eben nach einem Ende des sinnlosen Krieges an. Vermutlich mit dem gewünschten Ergebnis, dass die Römer ihn als König von Italien anerkennen oder selbst Teil des Königreichs werden. Das wird u.a. auch dadurch gezeigt, dass Pyrrhos die Auflösung des Bündnissystems der Römer verlangte.
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  #11  
Alt 25.10.2005, 17:00
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als sie dann verneinten zog er einfach wieder ab?
Wenn ja dann war die anfrage recht sinnlos?
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  #12  
Alt 25.10.2005, 17:24
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Einfach so ist gut :lol:
Er zog ab weil er einfach nicht weiterkam und keine Kräfte mehr hatte. Aber er ließ eine Besetztung in Tarent zurück um eventuell später nochmal wiederzukommen. Dies verhinderte nur sein Tod wenige Jahre später.
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  #13  
Alt 26.10.2005, 21:55
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Eines Hauptprobleme des Phyrroswaren meiner Meinung nach die falsche Behandlung der Verbündeten, z.B. Einzug der Tarentiner und anderer italienschier Griechen in die Armee, außerdem die Forderung an die Verbündeten auf Sizilien seine Forderungen zu erfüllen, was letztendlich dazu führte, dass sie von ihm abfielen.
Anderer Punkt: Die Fehleinschätzung von Völkern, dazu siehe schonmal oben, er erwartet zu viel von Verbündeten, schätzt wie schon so oft erwähnt den Durchhaltewillen und das mittlelitalienische Bündnissystem der Römer falsch ein fordert aber auch für Frieden zu viel: praktisch ein Verzicht auf griechischen Gebiete in Süditalien, Aufgabe der hart erkämpften Gebiete an Samniten, Lukkaner etc., Bündnis mit ihm. Außerdem beachtete er nicht, dass letztgenannte italienische Völker - die von Rom abfielen - eigentlich mit den Griechen in Süditalien verfeindet waren, somit eher unsichere Verbündete für ihn sind.
Ein anderer Punkt wäre vllt. die Ziellosigkeit, er kann die Römer nicht besiegen, wendet sich nach Sizilien, dort ist er erfolglos, Rückkehr nach Italien, dort läuft es schlecht für ihn, also Rückkehr nach Epirus, später greift er auch einmal Sparta an, wieder kein Erfolg, also nach Argos.
Auch wenn er als ein guter Feldherr galt - ein guter "Führer" ( das ist wieder ein Wort) in Sachen Politik etc. war er meiner Meinung nach weniger.

Die gute Darstellung des Phyrros in römischen Quellen resultiert meiner Meinung nach u.a. daraus, dass er der erste richtige außeritalische Gegner war und er sich teilweise "nobel" gegenüber den Römern zeigte (Rückgabe von Kriegsgefangenen).
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  #14  
Alt 26.10.2005, 21:59
Benutzerbild von Wulfnoth
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Du hast natürlich recht wenn du sagst dass er das römische Bündnissystem vollkommen unterschätzt hat aber ich würde nicht behaupten dass er die Verbündeten falsch behandelt hat. Denn er kam ja mit dem Ziel nach Italien dort ein Königreich zu errichten und nicht um den Tarentinern den Weg zu ebnen und sich dann wieder in sein kleines Königreich zurück zu ziehen.

Eine gewisse Ziellosigkeit oder mangelnde Hartnäckigkeit muss man ihm allerdings unterstellen.
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  #15  
Alt 26.10.2005, 22:11
Benutzerbild von Draconarius
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Original von Wulfnoth
aber ich würde nicht behaupten dass er die Verbündeten falsch behandelt hat. Denn er kam ja mit dem Ziel nach Italien dort ein Königreich zu errichten und nicht um den Tarentinern den Weg zu ebnen und sich dann wieder in sein kleines Königreich zurück zu ziehen.
Nunja, die Tarentiner, aber auch die anderen Verbündeten, die auf Sizilien, haben ja eine gewisse Erwartungshaltung gehabt, eben diese, dass er als Befreier kommt. Natürlich hatte er nicht diese Ziele, allerdings waren die Griechen Süditaliens relativ stolz auf ihre Unabhängigkeit. Also denke ich, dass er sie falsch behandelt - und womöglich wiederum falsch eingeschätzt - hat, falsch im dem Sinne, dass er zu schnell seinen Herrschaftsanspruch festigen wollte
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