21.11.2008 - 12:10
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  #1  
Alt 06.10.2008, 10:25
Benutzerbild von Nero
die Schwarze
 
Registriert seit: 28.02.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 195
Tyrannis der Peisistratiden - (+) / (-) für Demokratie?

Hallo,

ich schreibe demnächst eine Klausur über die Entwicklung der Demokratie in Griechenland speziell in Athen und bei der Ausarbeitung einer Chronik bin ich auf ein Problem gestoßen.

Ist die Tyrannis der Peisistratiden eine Unterbrechung oder eine Kontinuität der Demokratie. Wir haben beides gegenübergestellt aber kein Fazit gezogen.

(-)
- sämtliche Ideael der Polisen werden verletzt
- Tyrannis ist asozial
- Misstrauen
- Egoismus
- Kritik: wieder Blutverwandschaft (gentile Herrschaft)

(+)
- Gerichtswesen
- Machtkämpfe werden beendet (soz. Frieden, Sicherheit)
- Gewöhnung an Staatlichkeit (Näherbringen der Gesetze)
- effektive Erfüllung der Staatsaufgaben

Die (+) und (-) ergeben sich hierbei aus Quellenarbeit nicht aus Fakten! Trotzdem oder vielleicht deswegen bin ich verunsichert, ob die Tyrannis vereinfacht gesagt nun gut oder schlecht für die Demokratieentwicklung in Athen war.

Kann wer weiterhelfen?
Danke im Voraus

Grüße
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  #2  
Alt 09.10.2008, 15:35
Plebejer
 
Registriert seit: 09.10.2008
Beiträge: 3
Moin Nero,

in meinen Augen ist die Tyrannis der Peisistratiden eine Unterbrechung der Demokratie, da hier ja nicht mehr das Volk die Entscheidungsgewalt hat. Doch gerade das ist für mich das, was eine Demokratie ausmacht.

Viel Glück für die Klausur
Holdi
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  #3  
Alt 09.10.2008, 16:24
LCF LCF ist offline
Nur ein Mensch.
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 213
Hmm, kann man vor den Peisistratiden wirklich schon von attischer demokratie reden?

Ich würde so argumentieren:

Immerhin hat die tyrannis bewirkt, dass alle athenischen bürger, gleich ob adlige, handwerker, bauern usw.- vor dem tyrannen gleich waren. Die vormaligen standesunterschiede wurden eingeebnet.

Der tyrann verschwand- aber die formale gleichheit der attischen bürger blieb bestehen. Und das war eine wesentliche voraussetzung der späteren demokratie.

Der gedankengang hätte den charme, dass er sowohl die "plus" wie die "minus" integrieren kann, ohne sich für "entweder- oder" entscheiden zu müssen.

Geändert von LCF (09.10.2008 um 16:28 Uhr)
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  #4  
Alt 09.10.2008, 17:18
Benutzerbild von William the Conqueror
Tribun
 
Registriert seit: 23.10.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 72
Peisistratos hat weder die standesunterschiede wurden eingeebnet noch sonst irgendwelchen Gesetze geändert. Das Archontat und alle Gesetze Solons blieben bestehen, nur er manipulierte das System zu seinem Vorteil und bestimmte letztendlich was geschieht.

So steht es zumindest auf usneren Arbeitsblättern.
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  #5  
Alt 09.10.2008, 18:46
LCF LCF ist offline
Nur ein Mensch.
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 213
Zitat von William the Conqueror Beitrag anzeigen
Peisistratos hat weder die standesunterschiede wurden eingeebnet noch sonst irgendwelchen Gesetze geändert. Das Archontat und alle Gesetze Solons blieben bestehen, nur er manipulierte das System zu seinem Vorteil und bestimmte letztendlich was geschieht.

So steht es zumindest auf usneren Arbeitsblättern.
Nunja, welche tyrannis beruht schon auf gesetzen ... ich meine, wenn aufgrund willkürlicher machtausübung die alten gesetzlichen schranken ihre bedeutung verloren, konnte er sie pro forma natürlich intakt lassen.

Aber grade indem die Peisistratiden sie intakt ließ, und trotzdem als tyrannen regierten, haben sie doch demonstriert, dass diese gesetze überholt waren, oder?

Und wenn das über jahrzehnte hinweg geschieht, verändert das die gesellschaft- meiner these zufolge dadurch, dass sie (unter dem tyrannen) eingeebnet wird. Damit war nach dem sturz der tyrannis die "verfassung" Solons veraltet, und Kleisthenes bekam seine chance.
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  #6  
Alt 15.10.2008, 15:14
Plebejer
 
Registriert seit: 27.08.2008
Beiträge: 21
Außerdem hat Pesistratos die Gegenden Attikas näher zusammengebracht, was der Demokratisierung mit Sicherheit nicht schadete!

1. gab es unter ihm gemeinsame Feste und Kulte und
2. vereinte er ja die politische Gewalt in einer Person (in sich ), was dazu führte, dass alle in ihm einen Bezugspunkt hatten, auf den sie alle angewiesen waren!

Aus diesen Gesichtspunkten heraus und dadurch,dass er die Institutionen des Solon unangetastet ließ, würde ich seine Tyrannis von 561-510 v.C als der Demokratisierung förderlich ansehen.

MFG RUUD
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Antwort

Stichworte
athen, demokratieentwicklung, peisistratiden, tyrannis


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