07.01.2009 - 22:44
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  #46  
Alt 18.10.2008, 13:19
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Afirka wird nur dann eine Rolle spielen wenn in die dortige Infrastruktur, vor allem Bildungsinfrastruktur investiert wird. Ich errinere mich noch an die Erzählung eines ehemaligen Farmers. Er wurde enteignet und man erntete seine reifen Felder ab. Ein Jahr später waren die lokalen Afrikaner verwundert warum nichts mehr aus dem Boden wächst. Aber das nur als Geschichte am Rande. Aber da müssen die Afrikaner auch ein wenig eigeninitiative zeigen. Von nichts kommt nichts. Das kolonialer Erbe ist zwar unglaublich groß (siehe meinen Strang zum Kongo) aber davon darf man sich nicht beirren lassen. Ich habe das Gefühl man macht es sich in Afirka auch ein wenig zu einfach wenn man die Zeitung aufschlägt. Ich habe gelegentlich die Möglichkeiten lokale, afrikanische Kleinzeitungen zu lesen.
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  #47  
Alt 18.10.2008, 13:24
Spender
 
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Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 922
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Die Probleme des heutigen Afrika kann man aber nicht ausschließlich mit den kolonialen Nachwehen erklären. Dazwischen liegen 50 Jahre voll raffgieriger Diktatoren und verblendeter Ideologen, die dafür gesorgt haben, dass viele Staaten heute schlechter dastehen als bei der Unabhängigkeit.
Richtig ist, dass man das "nicht ausschließlich" tun kann, aber ich meine, zum größten Teil schon.
So wurden zum Beispiel bei der Berliner Kongokonferenz die Grundlagen für heutige Staatsgrenzen gezogen, die ethnische Siedlungsgebiete ignorierten, was heute Rivalitäten zwischen zwangsweise zusammengewürfelten Volksgruppen bedingt.
Es wurden subsistenzwirtschafts-fähige Ökonomien vergewaltigt und wurde eine ökonomische Ausrichtung auf Exporte fixiert (Beispiel: Verkehrswesen; versuch mal heute, in einem Land wie Portugal oder Deutschland das Eisenbahnnetz ganz anders zu gestalten).
Länder wurden in einer Krisensituation in die De-jure-Unabhängigkeit entlassen, ohne darauf vorbereitet worden zu sein (Paradebeispiel Kongo-Zaire, wo es nur eine Handvoll in Europa ausgebildete Verwaltungsfachleute gab, die plötzlich ein Land in der mehrfachen Größe des Mutterlandes managen sollten).
Trotz der De-jure-Unabhängigkeit blieben in vielen Fällen wichtige Wirtschaftszweige in der Hand der früheren Kolonialherren.
Alles in allem ein Gemisch an Erbschaft, das nichgt funktionieren konnte, und in vielen Fällen - nach eben 50 Jahren - nicht funktionieren kann. Raffgierige Diktatoren? Korruption haben die Kolonialherren (in der Literatur nachweisbar) eingeführt und vorgemacht, das ist keine afrikanische Erfindung.
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  #48  
Alt 18.10.2008, 13:41
Propraetor
 
Registriert seit: 19.09.2008
Ort: Hollabrunn
Beiträge: 550
Ich will Dir da auch nicht widersprechen, zwei relevante Punkte hast Du aber ausgespart:

Erstens setzten und setzen viele Regierungen auf eine vom Staat dirigierte Wirtschaft. Es griffen und greifen häufig Politiker in die Wirtschaft ein, die oft einen militärischen Background haben, jedenfalls nicht qualifiziert sind. Das kann man nicht den Kolonialherren anlasten, Europa macht ja das Gegenteil vor.
Halbwegs aktuelles Beispiel:
Die Landwirtschaft von Guinea-Bissau ist einseitig auf den Export von Cashew-Nüssen ausgerichtet, die insbesondere in Indien gefragt sind. Zur Erhöhung der Exporterlöse verordnete die Regierung 2006 eine drastische Erhöhung des Kilopreises über das Weltmarktniveau hinaus, woraufhin sich die Inder anderen Produzenten zuwandten und die Bauern auf ihrer Ernte sitzen blieben. Durch diese Maßnahme wurde die gesamte Wirtschaft nachhaltig geschädigt.

Zweitens wurde und wird Wirtschaftspolitik häufig nach ideologischen Kriterien betrieben. Aktuelles Beispiel ist Simbabwe, wo Mugabe aus Rassenhass die weißen Farmer vertrieb und das Land Günstlingen ohne Ahnung von Landwirtschaft übergab.
In Tansania gelang es Präsident Nyerere, das Land mit seinem Sozialismus von einem der reichsten zu einem des ärmsten Staaten Afrikas zu machen.
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  #49  
Alt 18.10.2008, 17:06
Spender
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 922
Ich meinte auch nur, dass die Spuren der Kolonialzeit zum größten Teil für die Misere verantwortlich sind - aber natürlich nicht ausschließlich. Das stimmt schon, dass ideologische Kriterien eine Rolle spielten (und teilweise noch spielen). Das Fatale war, dass nach der (schlecht vorbereiteten) Entlassung in die Unabhängigkeit Afrika in den Kalten Krieg hinein gezogen wurde.
Mugabe würde ich nicht als Beispiel für einen ideologischen Ansatz hernehmen. Ich zweifle an seinem Geisteszustand. Ein alter Mann, der nur noch an sich denkt und der von der Sucht nach Macht nicht lassen kann. Dummerweise stützt ihn sein Clan - weil der auch von dieser Macht profitiert. Ich habe vor rund 15 Jahren mal (als Journalist) ein ausführliches Gespräch mit ihm gehabt. Damals lebten Afrikaner, Weiße und andere (ich glaube mich zu erinnern, dass der Finanzminister Koreaner war) relativ harmonisch zusammen. Mugabe wusste viel über Goethe und war interessiert, meine Meinung über die Vereinigung Deutschland zu erfarhren. Er hätte vor 15 Jahren abtreten sollen und wäre als großer Führer Afrikas in die Geschichtsbücher eingegangen. Die Chance hat er vertan - dass ist schon mehr alten Männern passiert, die nicht loslassen wollten und dadurch ein Schlamassel anrichteten. Die Menschen in seinem Land müssen's ausbaden - egal, ob schwarz oder weiß.
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