07.01.2009 - 20:30
Historik Forum
internationale Politik Dies ist der Bereich für alle Themen der internationalen Politik.
Thema geschlossen
 
LinkBack Themen-Optionen
  #1  
Alt 11.10.2007, 11:21
Weltrevolutionsbuchhalter
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 28
Antiamerikanismus

Ist es jetzt etwa "cool" die Amerikaner zu verunglimpfen? Wo liegen die Ursprüneg dieses Phänomens? Man kann sich doch nicht einfach so auf ein Land einschießen und alle Bürger dämonisieren. Natürlich haben die USA in den letzten Jahren viele Fehler gemacht, aber sind sie deswegen von Grund auf böse? Wenn man was gegen den legal und korekt gewählten Präsidenten eines Staates hat ist das eine Sache, aber man kann doch nicht gleich ein ganzes Land in Mißkredit bringen, bloß weil man denkt dass der Staats- und Regierungschef ein Schawachkopf ist. Hängt das wirklich nur mit Bush zusammen, hat man nicht vielmehr auch Clinton die Hölle heiß gemacht? Wenn er seine Frau betrügt, ist das sein Problem und geht die Öffentlichkeit nichts an. Kann es sein das er Antiamerikanismus in Europa vom Neid beeinflusst wird? Leidet Europa unter einem Minderwertigkeitskomplex?
  #2  
Alt 11.10.2007, 11:31
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
Wenn du von einem europäischen Antiamerikanismus sprichst liegst du sicherlich falsch. Antiamerikanismus ist ein sehr deutsches Phänomen, jedenfalls in dieser ausgeprägten Form.
Ich denke dafür gibt es zwei ursächliche Probleme. Trotz oder gerade wegen beider Weltkriege sehen sich die Deutschen - aller dementi zum trotz - als wichtige Nation. Die Art wie die Amerikaner Deutschland immer wieder übergehen löst eine gewisse Trotzreakion aus.
Zweitens sind die wachsenden Spannungen beidseitig. In den USA wird offen von Old Europa gesprochen, bei uns offen über die Kriegstreiber jenseits des Teichs geschimpft. Der Grund dafür ist einfach, dass sich Europäer und vor allem Deutsche und Amerikaner vom Denken und auch Kulturellen nicht so nahe sind wie immer gerne verdeutlicht wurde. Klar man ist sich näher als z.B. mit China aber eben nicht so nahe. Sowas löst naturgemäß Spannungen aus. Der Kalte Krieg hatte das lange übertüncht, aber die Welt ist offener geworden und das schwarz-weiß Denken der Amerikaner funktioniert nicht mehr...
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
  #3  
Alt 11.10.2007, 11:47
mozart
Gast
 
Beiträge: n/a
Man sollte vorsichtig mit sochen Pauschalanschuldigungen sein!! Wenn die Mehrheit bsp.weise sagt "Scheiß Amis" meinen sie deren Politik und nicht die Bevölkerung. Sind wir nun schon so politisch korrekt, dass man sowas nicht mehr umgangssprachlich ausdrücken darf?
  #4  
Alt 11.10.2007, 11:58
Weltrevolutionsbuchhalter
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 28
wulfnoth

Es gibt sicherlich einen europäischen Antiamerikanismus, oder besser gesagt: es gibt Antiamerikanismus in ganz Europa. Das ist kein speziell deutsches Phänomen. Europa sieht in Amerika immer wieder ein etas hinterbliebenes Kind. Das kann man auch an deinem Satz erkennen: "Das Schwarz-Weiß-Denken der Amerikaner funktioniert nicht mehr." Hälst du die Amrikaner wirklich für so naiv?



Mozart

Ich meinte nicht das mich "Scheiß Amis" stört, sonder die Einstellung das wir in Europa ja ach so gescheit sind. Auf politsche Korrektheit lege ich zwar natürlich wert, aber wenn ich mit Freunde quatsche kann mir schon mal so was rausrutschen.
__________________
Proleten aller Länder, vergammelt endlich!
  #5  
Alt 11.10.2007, 12:01
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
Zitat von homo sovieticus Beitrag anzeigen
Es gibt sicherlich einen europäischen Antiamerikanismus, oder besser gesagt: es gibt Antiamerikanismus in ganz Europa. Das ist kein speziell deutsches Phänomen. Europa sieht in Amerika immer wieder ein etas hinterbliebenes Kind. Das kann man auch an deinem Satz erkennen: "Das Schwarz-Weiß-Denken der Amerikaner funktioniert nicht mehr." Hälst du die Amrikaner wirklich für so naiv?
Von welchem Europa sprichst du? Von Deutschland und Frankreich oder von Großbritannien, Polen, Tschechien etc.?
Ich halte die Amerikaner nicht für naiver als die Deutschen aber die Amerikaner haben die Angewohnheit Politiker zu wählen, die genauso naiv sind wie sie selbst. Das ist in Deutschland anders.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
  #6  
Alt 11.10.2007, 12:05
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Antiamerikanismus ist ein sehr deutsches Phänomen, jedenfalls in dieser ausgeprägten Form.
Der französische Antiamerikanismus ist sehr viel älter und ausgeprägter. Das beruht allerdings auf Gegenseitigkeit.


Ich halte die Amerikaner nicht für naiver als die Deutschen aber die Amerikaner haben die Angewohnheit Politiker zu wählen, die genauso naiv sind wie sie selbst. Das ist in Deutschland anders.
Ähm...
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
  #7  
Alt 11.10.2007, 12:06
Weltrevolutionsbuchhalter
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 28
[quote=Wulfnoth;51123]Von welchem Europa sprichst du? Von Deutschland und Frankreich oder von Großbritannien, Polen, Tschechien etc.?
Ich halte die Amerikaner nicht für naiver als die Deutschen aber die Amerikaner haben die Angewohnheit Politiker zu wählen, die genauso naiv sind wie sie selbst. Das ist in Deutschland anders.[/QUOTE]

Genau dass meine ich: wir halten uns für den Amerikanern überlegen. Wir sehen im durchschnittlichen Amerikaner einen fetten Mann der Abends vor dem Fernseher sitzt, ein Bier trinkt und rülpst. (Al Bundy eben)

Es gibt natürlich in ganz Europa Menschen die Amerika lieben und solche die es nicht mögen. Sogar im UK (von welchem man immer noch nicht weiß ob es in Europa oder in Amerika ist) hört man eine antiamrikanische Stimmung.
__________________
Proleten aller Länder, vergammelt endlich!
  #8  
Alt 11.10.2007, 12:08
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
Kimon du kannst über unsere Spitzenpolitiker sagen was du willst, ich halte weder Schäuble, noch Müntefering oder Merkel für naiv oder gar dumm. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Die Deutschen mögen vielleicht keine abgehobenen Politiker aber letzendlich wollen sie auch keine Menschen die genau wie sie sind. Das ist bei den Amerikanern definitiv anders.

Zitat von homo sovieticus Beitrag anzeigen
Genau dass meine ich: wir halten uns für den Amerikanern überlegen. Wir sehen im durchschnittlichen Amerikaner einen fetten Mann der Abends vor dem Fernseher sitzt, ein Bier trinkt und rülpst. (Al Bundy eben)
So sehe ich den typischen Deutschen auch, nur handeln die Deutschen aus irgendeinem Grund anders.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
  #9  
Alt 11.10.2007, 12:18
Weltrevolutionsbuchhalter
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 28
Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
So sehe ich den typischen Deutschen auch, nur handeln die Deutschen aus irgendeinem Grund anders.
Das heißt für dich sind alle Amerikaner Dumpfbacken?
__________________
Proleten aller Länder, vergammelt endlich!
  #10  
Alt 11.10.2007, 12:19
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.531
Nein sicherlich nicht aber Prozentual in etwa so wie in Deutschland. Ich glaube das ist überall auf der Welt gleich.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
  #11  
Alt 11.10.2007, 12:24
Weltrevolutionsbuchhalter
 
Registriert seit: 27.08.2007
Beiträge: 28
Dann verstehen ich nicht, was dir am Wahlverhalten der Amerikaner nicht passt.

Nehmen wir als Beispiel Hillary Clinton. Es ist zwar verfassungswidrig, dass sie zum dritten Mal Präsident wird, aber das ist ne andere Geschichte. Auf jeden Fall gefällt mir ihr politisches Programm und ich hoffe dass sie gewählt wird. In den Umfragen für den Spitzenkandidaten ihrer Partei liegt sie ja wiet vorne. Das ist doch ein gutes Zeichen.
__________________
Proleten aller Länder, vergammelt endlich!
  #12  
Alt 11.10.2007, 13:32
Benutzerbild von Kimon
Censor
 
Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
Arroganz ist wirklich fehl am Platze, vielleicht ist der durchschnittliche Bildungsstand in Europa höher, aber um zu sehen wer weltweit in der Forschung führend ist, reicht ein Blick in die Liste der Nobelpreisträger.
Ob George W. Bush wirklich so dumm ist, wie er gerne dargestellt wird, wage ich ganz stark zu bezweifeln. Er hat an einer der angesehensten Unversitäten der Welt (Yale) seinen Bachelor gemacht und seinen Master in Harvard hinterhergeschoben.
Es ist die Frage, ob Bush seinen Landsleuten nicht einfach ein "einfach gestricktes Weltbild" verkaufen will anstatt es aufgrund mangelnder Geistesfähigkeiten tun zu müssen. Nebenbei ist der Erfolg von "Onkel Helmut" nicht anders zu erklären, als das er wohl bodenständigste aller Kanzler war (noch vor "Acker" Schröder).
__________________
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton

---
Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
  #13  
Alt 11.10.2007, 13:44
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Einen breiten Antiamerikanismus kann ich beim besten Willen nicht sehen.
In Deutschland orientiert man sich doch sehr stark an der amerikanischen Kultur.

Der einzige Knackpunkt ist die derzeitige Außenpolitik unter George W. Bush, die für einen 0815 Deutschen so eindeutig falsch ist, dass er nicht nachvollziehen kann, wie das Gros der amerikanischen Bevölkerung hinter ihm sein kann. Und das sorgt für gewisse Spannungen.
Aber die Amis generell haben wir doch alle lieb ^^
  #14  
Alt 11.10.2007, 21:35
Plebejer
 
Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Husum/Nordsee
Beiträge: 49
Sicher, es gibt auf der Welt einen starken Anti-amerikanismus. Grundsätzlich hier wohl zwei Tendenzen.
1. In der muslimisch-arabischen Welt. Dieser ist ja bekanntlich oft militant. Warum dieser existent ist sollte klar sein. Hier herrscht ein krasser Unterschied zw. den Weltanschauungen. Ich denke, dieser sollte hier auch nicht Thema sein. Vielmehr scheint es euch um den deutschen bzw. europäischen zu gehen.

2. Der "europäische" AA :

Dieser scheint zunächst widersinnig. Schließlich sind es die Amerikaner, die sich als Schutzmacht der westl. Welt und Kultur erweisen. Warum sollten wir also gegen die USA sein, wo sie uns doch schützen und stärken? Eine pauschale Begründung, wie den "G. W. Bush Hass" kann man hier sicher anführen, ist aber nicht der eigentliche Grund. Auch vorher war Amerika Ziel von Attacken. Viele Europäer sehen die US-Gesellschaft, bzw. das, was wir hier von ihr geboten bekommen, als dekadent und rückständig an. Ihr habt nicht unrecht. Die Simpsons, King of Queens und Micheal Moore tuen ihr Bestes, um dieses Bild nach Außen zu tragen. Sie gelten als Spiegel der dortigen Gesellschaft! Ob sie es sind, sei dahingestellt, selbst war ich nie dort, weiß aber von Freunden, dass ihre Klisches und Vorurteile oft bestätigt wurden. Aber, mit welcher Berechtigung wird unsere Kultur als höher angesehen, wo wir doch dem gleichen Kulturkreis entstammen?

Die deutschen haben Goethe, Schiller, Bach und vorallem Heine. Die Briten Edgar, Shakespeare, D. Lessing! Und die Amerikaner, als Schmelztiegel können sich nur auf unsere Kulturschaffenden berufen. Deren Kultur baut also auf unserer auf, wir sind die BAsis, die Amerikaner die entwachsenden Kinder. Könnte aber genau dies nciht eine weiterentwicklung bedeuten? DAS wollen wir aber nicht zugeben. Also wird munter auf die Amis eingehackt. Hier ist die Basis unser Arroganz. (Auch den anderen Erdteilen gegenüber!)

Die amerikanische Politik war lange unsere Leitlinie, nun wollen viele sich lösen. Und das tut man am Besten indem man eine Anti-Haltung einnimmt. Die aktuelle Politik bietet nur die Angriffsfläche für diese Prozesse...

gruß und leider keine Zeit mehr.

KKH
  #15  
Alt 11.10.2007, 21:48
Benutzerbild von Tacitus
Tribun
 
Registriert seit: 27.07.2007
Ort: NRW
Beiträge: 79
Ich glaube das was den Hass auf die Amerikaner (kann man die so nennen) schürrt ist die Politik, besonders das die den Bush wieder gewählt haben andererseits die unterschiedliche Menatilät wir Europäer denken ganz anderes und handeln politisch anders als der Amerikaner. Aber vielleicht ist es auch die Überheblichkeit des amerikanishcne Staats der machen reizt. Aber der Hauptstreitpunkt in meinen Augen ist die Politik die einem sauer aufstößt.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
Friedrich d. Grosse
Thema geschlossen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks sind aus
PingBacks sind aus
RefBacks sind an

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Wachsener Antiamerikanismus in Deutschland? Renascor deutsche Politik 33 08.09.2006 17:53


Letzte Themen
Israels Angriffe in...
Views: 1101, Antworten: 102
König Ludwig von...
Views: 299, Antworten: 37
Napoleon und die...
Views: 541, Antworten: 15
Scheibenwischer
Views: 350, Antworten: 40
Geschichtsquiz
Views: 26945, Antworten: 1644
Operation Walküre
Views: 1219, Antworten: 54
Japan - Sowjetunion...
Views: 337, Antworten: 22
Reichsteilung/...
Views: 450, Antworten: 7
Suche Statisten für...
Views: 100, Antworten: 13
Sentenz
Views: 112, Antworten: 5
Kriegsberichterstatt...
Views: 95, Antworten: 3
Material...
Views: 28, Antworten: 0
Reichsgewerbeordnun...
Views: 55, Antworten: 1
War das frühe...
Views: 386, Antworten: 15
Hey
Views: 63, Antworten: 4
Zeige:

Letzte Links
Der Wiener... Link Der Wiener Kongress und das "Wiener System" aufrufen
Views: 24, Kommentare: 0
Spätbyzantinisc... Link Spätbyzantinische Geschichte aufrufen
Views: 26, Kommentare: 0
Historische... Link Historische Rezepte aufrufen
Views: 54, Kommentare: 0
Lateinübersetzu... Link Lateinübersetzungenverzeichniss aufrufen
Views: 54, Kommentare: 0
Lakedaimon Link Lakedaimon aufrufen
Views: 61, Kommentare: 0
[ Archiv | Hilfe ]
Design und Inhalt: Copyright© 2005 - 2008 by Historik Forum
Powered by vBCMS® 1.3.0 ©2002 - 2009 vbdesigns.de
vBulletin® Copyright ©2000 - 2009, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 3.2.0