20.07.2008 - 04:15
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  #1  
Alt 11.05.2008, 12:17
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Darf eine Regierung Hilfe erzwingen?

In Myanmar/Birma steht die Welt momentan von der - glaube ich zumindest - bisher einzigartigen Situation, dass das herrschende Regime jede fremde Hilfe ablehnt und bereit ist im Dienste des eigenen Machterhaltes hunderttausende Menschen sterben zu lassen.
Das einzige Organ, dass Myanmar zu etwas zwingen könnte, der UN-Sicherheitsrat, ist mal wieder gelähmt, da der große Verbündete der Militärs in Peking jede Resolution abblocken wird.

Frankreich hat jetzt wohl ein Kriegsschiff mit Hilfsgütern an Bord in die Region geschickt und gibt zumindest an Hilfe erzwingen zu wollen. Darf eine Regierung das ohne ist muss man die staatliche Souveränität eines Landes anerkennen, auch wenn es von einem verbrecherischen Regime beherrscht wird? Muss die Welt einem Massenmord tatenlos zusehen? Beim Genozid zwischen Hutsi und Tutsi wurde immer gesagt, dass sowas nicht wieder unter den Augen der Welt passieren darf. Sind die Unterschiede so groß? Immerhin lässt hier anscheinend eine Regierung sein Volk sterben.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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  #2  
Alt 11.05.2008, 17:47
Thete
 
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Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
In Myanmar/Birma steht die Welt momentan von der - glaube ich zumindest - bisher einzigartigen Situation, dass das herrschende Regime jede fremde Hilfe ablehnt und bereit ist im Dienste des eigenen Machterhaltes hunderttausende Menschen sterben zu lassen.
Hunger als Mittel der Repression ist so alt wie der Krieg selbst; in den letzten Jahren fallen mr spontan Nordkorea ein, das sich trotz Hungersnot weigerte, ausländische Hilfe ins Land zu lassen. In jedem drittklassigen Konflikt in Afrika sind die Hilfsorganisationen auch nur Marionetten in den Händen der jeweiligen Busch-Potentaten: Wenn die nicht primär die Versorgung der eigenen Milizen sicherstellen kriegt die Zivilbevölkerung gar nichts, so einfach ist das.

Also, diese Militärs in Birma sind geiss unsympathische Tyrannen, aber auch die haben weder des rad noch die Unmenschlichkeit neu erfunden.

zu Deiner Frage, ob man solche Hilfe mit Gewalt durchsetzen "darf": Wer will's denn verbieten? Jemand mt noch größeren Kanonen? Ich sehe den Sinn nicht: Die Eskalation bis hin zum militärischen Konflikt wird den Menschen da auchnich weiter helfen.
Weder Demokratie noch Wohlstand kann man mit Waffegealt verbreiten; die Folgen der Gewalt sind schlimmer als der angestrebte Nutzen.
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  #3  
Alt 11.05.2008, 19:19
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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Eine auf Lufteinsätze begrenzte Aktion mit massiver Unterstützung von Düsenjägern und Hubschraubern um eine Verteilung der Güter vor Ort zu garantieren wäre in so einem Fall bestimmt moralisch vertretbar, aus meiner Sicht. Zwar nicht das ideale, aber besser wie zusehen wie Menschen sterben und sich hinter Gesetzen verstecken. Dazu würde ich noch die Bevölkerung über den Bojkott der eigenen Regierung informieren.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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  #4  
Alt 12.05.2008, 00:13
Propraetor
 
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Moralisch mag das zwar vertretbar sein, aber juristisch gesehen darf man sich nicht in die innenpolitischen Belange eines Staates einmischen.
Da man das auch in Frankreich weiß, ist das alles mal wieder eine schönes Beispiel für Propaganda und klassische Imagewerbung einer Regierung.
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  #5  
Alt 12.05.2008, 08:54
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen
Da man das auch in Frankreich weiß, ist das alles mal wieder eine schönes Beispiel für Propaganda und klassische Imagewerbung einer Regierung.
Natürlich, gerade unter dem jetztigen Präsidenten muss man davon ausgehen. Die Frage hat es aber trotzdem aufgeworfen.
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  #6  
Alt 12.05.2008, 09:39
Propraetor
 
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Naja, einmal innenpolitisch irgendwo eingemischt, sollte man sich nicht wundern, wenn andere Staaten das im eigenen Staat auch machen. Und das sollte keiner wollen. (Wobei Ausnahmen immer die Regel bestätigen, wenn es um politische Interessen geht, wie beispielsweise der Irak, die Ukraine und Serbien zeigen)
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  #7  
Alt 12.05.2008, 10:43
Thete
 
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Zitat von Jason Beitrag anzeigen
Eine auf Lufteinsätze begrenzte Aktion mit massiver Unterstützung von Düsenjägern und Hubschraubern um eine Verteilung der Güter vor Ort zu garantieren wäre in so einem Fall bestimmt moralisch vertretbar, aus meiner Sicht.
Die Gewalt-Eskalation, die man bei einem sokchen Vorgehen provozieren wird, wird in den allermeisten Fällen mehr Not über die Menschen bringen als solche Hilfe verhindernkann. (Es geht hier um Militärdiktaturen! Die lassen fremde Militärs nicht irgendwelche Luftspielchen in ihrem Hoheitsraum spielen!)

Daher: Moralisch mag so etwas legitim wirken; aber nur solche Mittel sind legitim, die auch dem Problem abhelfen. Und das sehe ich hier nicht.
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  #8  
Alt 12.05.2008, 11:22
Spender
 
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Völkerrechtlich gesehen, ist eine "erzwungene Hilfe" natürlich nicht zulässig. Aber auf der Welt wird ständig Völkerrecht ignoriert und mit Füßen getreten - das dramatischste Beispiel der letzten zehn Jahre lieferten die USA im Irak. Wenn man sich mit dieser Erscheinung abfindet, und das ist in der Völkergemeinschaft der Fall, dann ist eine solche Hilfe doch legitim. Sonst wäre es zweierlei Maß: Wegen erfundenen Massenvernichtungswaffen ein Land zu überfallen und mit Krieg zu überziehen, wird nicht geahndet, aber Zig- wenn nicht Hunderttausende Menschen vor dem Verhungern und Verdursten zu retten, das ist böse. So kann man nicht unterscheiden.
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  #9  
Alt 12.05.2008, 12:25
Propraetor
 
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Nun hat das Land aber kein Öl noch sonst irgendeine politische oder wirtschaftliche Bedeutung auf dieser Welt im Unterschied zum Irak oder anderen Ländern. Diese Vorgehensweise wird sich aller Wahrscheinlichkeit auch die nächsten 1000 Jahre nicht ändern.
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  #10  
Alt 12.05.2008, 22:03
Benutzerbild von Jason
Hoplit
 
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ein Abwurf von Nahrungsmitteln ist aus meiner Sicht vertretbar und gerechtfertigt. Es geht um unschuldige Menschen und Kinder. Ich denke kaum, daß eine III.klassige Armee imstande ist, solche Abwürfe zu unterbinden. Und ich gehe davon aus, daß Frankreich de facto dies tun wird. Die Öffentlichkeit braucht es ja nicht zu erfahren, dann wahren die Operetten-Generäle dort ihr Gesicht.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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  #11  
Alt 13.05.2008, 10:33
Kafka
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Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen
Nun hat das Land aber kein Öl noch sonst irgendeine politische oder wirtschaftliche Bedeutung auf dieser Welt im Unterschied zum Irak oder anderen Ländern. Diese Vorgehensweise wird sich aller Wahrscheinlichkeit auch die nächsten 1000 Jahre nicht ändern.
Du zweifelst an den humanen und demokratischen Absichten der US-Führung.

Damit stehst du auf meine Liste der Schurken-User
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  #12  
Alt 13.05.2008, 11:07
Rattus Liber
 
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Beiträge: 43
Erzwungene Hilfe kann es aber nur durch einen massiven Millitärangriff geben. Ich behaupte mal, dass es nicht viel bringt Nahrungsmittel einfach so abzuwerfen, da zu mindestens die Bauern sich einigermaßen selbst versorgen können. Wirklich gebraucht werden doch eher frisches Trinkwasser und medizinische Hilfe. Und da stellt sich die schwierige Frage: Durch was bringt man mehr Zivillisten um, durch einen Krieg oder durch langwierige Verhandlungen
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  #13  
Alt 13.05.2008, 12:10
Propraetor
 
Registriert seit: 04.08.2007
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Beiträge: 575
Zitat von Kafka Beitrag anzeigen
Du zweifelst an den humanen und demokratischen Absichten der US-Führung.

Damit stehst du auf meine Liste der Schurken-User
Bin mal gespannt, was deine Waffeninspektoren bei mir finden. Btw. finde ich Atomstrom gut.
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  #14  
Alt 13.05.2008, 13:12
Kafka
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Titus_Livius Beitrag anzeigen
Bin mal gespannt, was deine Waffeninspektoren bei mir finden. Btw. finde ich Atomstrom gut.
Als erstes werde ich ein Wirtschaftsembargo gegen dich durchsetzen. Medizin, Medikamente etc. Damit könntest du immerhin eine Bombe bauen... glaub ich.

Zum Thema: Wieviel Zivilisten würde diese Art der Hilfe denn das leben kosten? Sollte man auch nicht vergessen. Was bringt es wenn ich 100.000 Menschen dadurch versorgen konnte, wenn durch den Militäreinsatz 200.000 das Leben verloren haben.
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  #15  
Alt 13.05.2008, 14:17
Benutzerbild von Wulfnoth
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birma, frankreich, myanmar, nothilfe, uno


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