Login
|
|
|
Forenübersicht
|
|
|
|
 |
|

04.05.2008, 10:58
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
|
|
Zitat von Wulfnoth
Wieso sollten die alle immer einer Meinung sein?
Sind sie gewiss nicht; da Du aber mit Gewerkschaften & Fußgängern zwei eher wirtschafts- bzw. Unternehmerferne Gruppen ansprachst, und JEDER der Wirtschafts- oder Branchenverbände mehr Geld in ihre Lobbyisten investiert als... na gut... die Fußgänger zumindest stimmts immer noch.
Und bei den gwerkschaften läst sich mE sagen, dass der entsprechende Arbeitgeberverband IMMER mehr politischer Lobbyarbeit leisten kann als die entsprechende Gewerkschaft.
Also: Es gibt innerhalb "der Wirtschaft" sicher unterschiedliche Interessen, was aber nicht dagegen spricht, dass es mit BDA (Bunderverband Deutscher Arbeitgeber) oder BDI (Bundesverband der Deutschen industrie) SEHR mächtige Lobbyverbände bestehen, die zumindest von sich behaupten, für "die Wirtschaft" zu sprechen bzw. deren Interessen zu formulieren.
Und mE meistens eine miserable Politik machen...
|

04.05.2008, 11:01
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
|
|
|
Da magst du recht haben aber wie sokotra richtig anmerkte krankt das System weniger am Lobbyismus als an der rückgratlosen politischen Kaste. Lobbyismus bzw. Interessensvertretung ist ein sehr menschliches Phänomen und kann bei der Entscheidungfindung hilfreich sein, jedoch nur wenn die "Entscheider" allen Lobbyistengruppen gehör schenken.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

04.05.2008, 11:47
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
|
|
Zitat von Wulfnoth
Da magst du recht haben aber wie sokotra richtig anmerkte krankt das System weniger am Lobbyismus als an der rückgratlosen politischen Kaste. Lobbyismus bzw. Interessensvertretung ist ein sehr menschliches Phänomen und kann bei der Entscheidungfindung hilfreich sein, jedoch nur wenn die "Entscheider" allen Lobbyistengruppen gehör schenken.
Dummerweise ist Rückgratlosigkeit auch ein sehr menschliches Phänomen.
In einer Demokratie muss es Interessenvertretung geben; problematisch wird es, wenn hierbei wirtschaftliche Macht eine große Rolle spielt, da diese absolut ungleich verteilt ist und damit dem demokratischen Prinzip zuwider läuft. Diese Verknüpfung von Wirtschaftsmacht und Einfluss auf politische Prozesse ist es, was für mich Lobbyismus ausmacht, nicht das der Vertreter des Kaninchenzüchtervereins seine Vereinsinteressen beim Bürgermeister vorträgt.
|

04.05.2008, 12:14
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
|
|
|
Und was wäre deiner Meinung nach ein Lösungsvorschlag? Ich meine ich bin ja auch kein Mensch der tanzt wenn die Pharmalobby mal wieder eine Beitragserhöhung der Krankenversicherung durchgesetzt hat aber wie will man Lobbyismus verbieten? Denn so wie ich das sehe gibt es eben keine objektive Unterscheidung zwischen deinem Kaninchenzüchterverband und z.B. dem BDI.
Das einzige was ich mir vorstellen kann ist eine öffentlich einsehbare Registrierung sämtlicher Lobbyisten. Interessierte hätten dadurch einen größeren Durchblick und Politiker könnten bei ihren Beratern stärker in Bedrängnis geraten.
Ein weiteres Problem, dass ich hierzu einwerfen möchte ist die Verstrickung beider Berufsfelder, denn viele ehemalige Abgeordnete werden nach Ablauf ihres Mandats zu Lobbyisten, bekanntestes und aktuellstes Beispiel dafür ist doch Herr Clement, der anscheinend bei der RWE in Lohn und Brot steht.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

04.05.2008, 17:07
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
|
|
Naja, das wichtigste ist und bleibt eine kritische Betrachtungsweise des Ganzen; Parteien & Politiker, die zwar für tolle Ideen gewählt werden, dann aber doch nur den von Lobbyisten aufoktroyierten "Sachzwängen" folgen sind ja eher in der Verantwortung als Lobbyisten, die "nur" ihren Job tun. Und natürlich kann man Lobbyismus schlecht unterbinden.
Patentvorschläge habe ich zwar auch, aber die werden erst gesammelt und dann als Buch herausgegeben; im Anschluss dürft ihr mich dann zum Diktator wählen. 
|

04.05.2008, 21:44
|
|
|
|
Passt zum Thema. Letztens (gestern??) war in der Zeitung ein Interview mit einem Staatsrechtler zu lesen. Der meinte in Deutschland gibt esschon lange keine Demokratie mehr. Demokratie = Herrschaft des Volkes, sei der Parteien"diktatur" gewichen. Er plädiert dafür Ministerpräsidenten, Kanzler, Präsident direkt wählen zu lassen. Die demokratische Legitimation wäre größer als wenn diese Posten in irgendwelchen Hinterzimmern gemacht werden.
Politikverdroßenheit und glaubwürdigkeitsproblem die unsere "Demokratie" haben sind u.a. ein Resultat aus der "Parteiendiktatur"
|

05.05.2008, 01:24
|
|
Pöbel
|
|
Registriert seit: 30.01.2008
Ort: Da wo die Sonne durchs fenster scheint
Beiträge: 53
|
|
Zitat von Wulfnoth
Lobbyismus bzw. Interessensvertretung
Ich will nur mal kurz anmerken das Lobbyismus nicht gleich Interessenvertretungm und auch nicht zwangsläufig undemokratisch sein muss.
Lobbying ist nicht ausschließlich irgendwelchen Verbänden zu unterstellen. Das ist klassische Interessenvertretung. auch umwelt-, sozial-, menschenrechtsverbände betreiben diese. Der Erfolg muss gemessen werden, das kann hier kaum einer einschätzen. Lobbying ist eher einzelnen Interessen vorbehalten, bzw. fusst aus diesen.
Interessen sind nicht undemokratisch, im Gegenteil, es wird erst undemokratisch wenn sich das Minderheitsinteresse gegen alle widestände durchsetzt. Dafür gibts Beispiele und Gegenbespiele(Ich erinnere nur an Interssenverbände auf kommunaler Ebene). Das ist nun sehr idealtypisch und mit der Realität nicht immer vereinbar, was an anderen Faktoren hängt, aber ich glaub ihr vertstehts.
Gegenfrage:
Sind Partein Undemomkratisch? sie sind ein Zusammenschluß von Interessen. Sie haben ein spezifischen Interesse ihre Ideologie durchzusetzen. Also eine reine Interessenvertretung. Das wie ist lobbying, dabei gehts weniger um den großen zusammenhang sondern um die Durchsetzung des spezifischen Interesses. Ähnlic der Unterschied zwischen Strategie und Taktik.  Problematisch, und da stimme ich sokotra zu ist die informalität des Lobbying.
wollts nur mal anmerken weil ihr hier die zwei begriffe durcheineander würfelt das es nem Powi graust 
__________________
Mit der Politik des kleineren Übels sind 6000 Jahre lang die großen Übel gemacht worden. (Lore Lorentz)
|

05.05.2008, 11:02
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
|
|
Zitat von Kafka
Der meinte in Deutschland gibt esschon lange keine Demokratie mehr. Demokratie = Herrschaft des Volkes, sei der Parteien"diktatur" gewichen. Er plädiert dafür Ministerpräsidenten, Kanzler, Präsident direkt wählen zu lassen.
Wenn der Herr mal nach Übersee geblickt hätte (USA), wo es die Direktwahl der Exekutive gibt, hätte er festgestellt, dass es da auch nicht besser läuft.
Geändert von Thersites (05.05.2008 um 11:19 Uhr).
|

05.05.2008, 12:24
|
|
Thete
|
|
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 701
|
|
Zitat von Titus_Livius
Also ich würde das genau anders herum sehen: Die durch mich gewählte Partei sollte meinen Wählerauftrag ausführen. Deshalb sollte der Abgeordnete ja auch dem Wähler und seinem Gewissen verpflichtet sein in der Theorie und dem Grundgesetz.
Im GG ist der Abgeordnete NUR seinem Gewissen verpflichtet.
Zitat von Titus_Livius
Ansonsten gibt es auch ein großes Problem: In der Kopfzeile der Zeitung steht: Überparteilich- unabhängig. Gehört diese Zeitung z.B. der SPD, (...)
Das ist schon irreführend, da geb ich Dir recht. Auch wenn sich Zeile
Abhängig, Parteiisch, Zensiert
wohl nicht bes. gut macht... 
|

05.05.2008, 16:22
|
 |
The Censor
|
|
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.048
|
|
|
In Zeiten in denen so ziemlich alle großen Zeitungen bzw. Verlagshäuser Aktiengesellschaften sind hast du immer einen Eigentümer im Hintergrund, der sicherlich auch direkt oder indirekt auf den Inhalt Einfluss nimmt. Ob das nun eine Partei oder eine Firma ist hat doch keine Bedeutung unabhängig und damit überparteilich ist kaum eine Zeitung.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
|

05.05.2008, 16:37
|
|
Spender
|
|
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 605
|
|
|
Mal wieder Fakten, die zeigen, dass es Alternativen bei der Morgenlektüre gibt:
In der Zeitungslandschaft dominieren die lokale und regionale Tagespresse. Die größte Gesamtauflage haben die 333 lokalen und regionalen Abonnementszeitungen mit 16,1 Millionen Exemplaren, gefolgt von den acht Straßenverkaufszeitungen mit insgesamt 5,4 Millionen Exemplaren.
„Bild“ ist mit knapp vier Millionen Exemplaren die auflagenstärkste deutsche Straßen*ver*kaufs*zeitung. Weniger Auflage, aber großen Einfluss auf die Meinungsbildung haben die großen überregionalen Tageszeitungen „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und „Die Welt“ sowie Zeitungen mit überregionaler publizistischer Geltung wie die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Rundschau“ und das „Handelsblatt“. Weitere wichtige Meinungs*träger sind die Nachrichtenmagazine „Der Spiegel“ und „Focus“ sowie das Wochenblatt „Die Zeit“. Ergänzt wird das Angebot durch Sonntagszeitungen wie „Bild am Sonntag“, „Welt am Sonntag“, „Sonntag Aktuell“ und „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ mit einer Auflage von rund vier Millionen Exemplaren.
Auch der deutsche Zeitschriftenmarkt ist breit gefächert: Einschließlich aller Fachzeit*schriften werden fast 10.000 Titel angeboten. Der Bereich der Fachzeitschriften ist bezogen auf die Titelzahl mit 3.450 der stärkste, die Publikumszeitschriften folgen mit rund 1.800 Titeln. Neben den Nachrichtenmagazinen zählen dazu vor allem die auflagenstarken Gattungen der Programmzeitschriften, der aktuellen Illustrierten wie „Stern“ und „Bunte“ sowie der Frauenzeitschriften. Immer mehr Leser gewinnen auch so genannte Special-Interest-Titel, die sich an bestimmte Zielgruppen wenden. Hinzu kommen konfessionelle Blätter, mehr als 2.300 Kundenzeitschriften und Anzeigenblätter. Ein Drittel des Zeitschriftenmarkts entfällt auf Publikationen der Organisationen und Verbände. Die „ADAC-Motorwelt“ des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs ist mit rund 13 Millionen Exemplaren das auflagenstärkste Blatt.
|
 |
|
|
Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
|
|
|
Forumregeln
|
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist aus.
|
|
|
|
Letzte Themen
|
Historische Einordnung der...
|
Wie behaltet ihr euer Wissen?
|
Der Sozialstaat, der Anfang...
Views: 2075,
Antworten: 118
|
Dinge, die es nicht geben...
Views: 115,
Antworten: 11
|
Themenbezogener...
|
Forsa: SPD bei 25%?
Views: 449,
Antworten: 25
|
Bodenbesitzverhältnisse in...
|
Freisler
|
Entnazifizierung in der BRD
Views: 886,
Antworten: 46
|
Sollte Horst Köhler eine...
Views: 324,
Antworten: 19
|
Sind Nationen Erfindungen?
Views: 1850,
Antworten: 104
|
Moses zog einst in den Jemen
Views: 517,
Antworten: 11
|
Geschichtsfälschung!
Views: 6939,
Antworten: 216
|
Projekt: Geschichte im...
Views: 214,
Antworten: 16
|
Küche spiegelt Geschichte
Views: 712,
Antworten: 41
|
|
|
Letzte Links
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|