Eine Differenzierung ist notwendig.
China und Indien sind als Absatzmärkte interessant wegen ihrem Potenzial und nicht wegen ihrer aktuellen Stärke. In den klassischen westlichen Märkten können Produzenten bei den Volkswirtschaften mit Wachstumsraten von ca. 3% rechnen in diesen asiatischen Märkten 10-20%. Dies sagt natürlich nichts über die Qualität aus, aber die Chance die sich viele nicht entgehen lassen wollen, d.h. wer von Beginn dabei ist, hat u. a. bessere Chancen gegenüber seiner Konkurrenten und natürlich dem Hauptargument, z.B. ich führe in diesem Absatzmarkt einen Schokoriegel ein (das sich jeder leisten kann) und 1 Milliarde Menschen kaufen diesen. Selbst wenn es nur 10% wären, hätte ich ausgesorgt.....
Dann die zweite Differenzierung. Deutschland ist Exportweltmeister aber wenn man sich die Zahlen näher anschaut, dann erkennt man das große Dilemma. Die Hauptabsatzmärkte der Deutschen sind in Europa und nicht in der restliche Welt.
Jetzt etwas ökonomische Theorie.....wenn man Zölle und Handelsbarrieren abbaut
z.B. wenn man keine länderspezifische Kennungen auf seinen Produkten platzieren muss, dann kann man ein einheitliches Produkt für alle weltweiten Märkte produzieren. Es sind keine Übersetzer notwendig, man kann eine Produktionslinie fahren etc. etc. oder man hat eine einheitliche Währung und der Produzenten müssen sich nicht gegen Währungsschwankungen absichern, höhere Kosten die auf das Produkt draufgeschlagen werden müssten.
Man könnte nun glauben, wenn alle Schranken fallen, dann fallen die Preise und die Ökonomie wächst. Das stimmt so nicht, wir laufen eher Gefahr zu einem Kannibalen- Kapitalismus zu gelangen. Weil nur die stärksten auf Basis rein ökonomischer Prinzipien agieren und sich durchsetzen.
Das Problem mit China ist eher ein rechtliches. Es fehlt die Rechtsicherheit gegenüber den Chinesen. So kann man z.B. die Produktpiraterie in China nicht bekämpfen, man ist drauf angewiesen, dass die Zöllner hier zu Lande diese gefälschten Produkte abfangen. Ein anderes Beispiel ist zurzeit Russland, wo die Verträge mit den ausländischen Ölkonzerne nun geändert werden.....
Es sind diese typischen Angstszenarien die immer wieder kreiert werden und die historische wiederlegt werden können. Z.B. hat ja nicht USA die Welt geschluckt, obwohl die USA einer der größten Märkte der Welt hat. Größe ist keine Vorraussetzung für Erfolg, mittelfristig zählt nur die Effizienz und der Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Die erfolgreichste Wirtschaftsnation in Asien und auch weltweit ist Südkorea.
Noch ein letztes zu China. Schon der Vater der Ökonomie, Smith, sagte: Der Egoismus des einzelnen, dient dem Wohl aller; aber nur vorhandenen staatlichen Rahmenbedingungen (einheitliche und gesicherte Regeln), sonst mutiert die Wirtschaft zu einem Steinzeitkapitalismus, wie wir es zurzeit in China sehen. Da Produziert Ikea für 1,8 Euro ein Duschvorhang in China, verkauft es aber für 20 Euro in Deutschland..... oder der Schuhhersteller Deichmann in Indien, in einer Region die als die verseuchte der Welt angesehen wird (dies zum Thema Umweltstandards).
Diesbezüglich kann man zwei Sachen sagen, in China wird irgendwann diese Soziale Bombe explodieren. Dann haben auch westliche Firmen nichts davon, wenn ihre Fabriken in China verloren gehen (bei einem sehr negativen Szenario).
Der ökonomische Gesichtspunkt: Reines Profitdenken, oder Quersubventionierung, weil der Heimatmarkt zu teuer ist, können die Unternehmen nur durch diese Subvention ihre nationalen Märkte halten. Tragisch wenn nun, z.B., die Märkte der USA und der EU zusammengelegt werden und ein amerikanisches Unternehmen effizienter agiert als der beschriebene Fall......ich glaube nciht das die AOK in diesem Wirtschaftraum eine Chance hätte....
Es sind sehr komplexe Probleme und mit einfachen Mittel nicht zu lösen.....z.B. unsere Sozialmarktwirtschaft. Wenn wir keine Sozialhilfe bezahlen würden, hätten wir einige Millionen potentielle "Unzufriedene". Wie ein afrikanischer Bekannter von mir immer wieder gern sagt: "Mit einem vollen Bauch, gibt es keine Revolution...." und wenn man ihnen noch ein Fernseher spendiert, dann ......