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  #1  
Alt 21.10.2006, 12:34
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Freihandelszone zwischen der USA und Europa

ich habe eben einen intresanten Artikel auf der Internetseite des Spiegels gefunden - leider auf Englisch. Der Spielgelartikel

Der Artikel schlägt vor, eine westliche Freihandelszone zu Gründen, um der wirtschaftlichen Bedrohung durch China und Indien etwas entgegensetzen zu können. Diese Freihandelszone sollte wie eine wirtschaftliche NATO funktionieren, in der sich gleichgesinnte Staaten (Europa und die USA) zusammenschließen würden. Über diese "Wirtschafts-NATO" würden einerseits die westlichen Wirtschaften geschützt, und gleichzeitig die Interessen in anderen Staaten vertreten. So soll zum Beispiel die Idee des fairen Handels auch nach China udn Indien gebracht werden.
All das würde zwar nicht Asien am Aufstieg hindern, was es ja auch nicht soll, diese Staaten haben das gleiche Recht wie wir reich zu werden, aber es würde zumindest verhindern dass der Westen dramatsich absteigen wird.

Was denkt ihr darüber? Ist dies der richtige Weg? Ist das überhaupt eine Möglichkeit die in Betracht gezogen werden kann? Gibt es eventuell andere Möglichkeiten den Abstieg des Westens zu verhindern?
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  #2  
Alt 21.10.2006, 12:46
Benutzerbild von Scipio
Separatisto
 
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Beiträge: 1.006
AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

Eien gute Entscheidung, dass würde vor allem uns als Export Meister zu gute kommen. Und deutsche Waren haben einen guten Ruf in der Welt, warum also nicht?
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Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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  #3  
Alt 21.10.2006, 12:48
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
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AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

Mich würde im Moment viel eher interessieren weshalb China immer so hochgelobt wird? China die Supermacht des kommenden Jahrhunderts, China die Wirtschaftsmacht...
Wie lange geht dieser China-Hype schon? 5 Jahre? Viele Firmen sind nach China gegangen und es sind auch viele gescheitert und kommen zurück. Man spricht immer davon dass man sich den chinesischen Markt nicht entgehen lassen will, aber wie groß ist dieser Markt denn wirklich? Garantiert nicht die 1 Milliarde an Staatsbürgern, davon sind viel zu viele bitterarm. Auch China als die Supermacht des kommenden Jahrhunderts zu sehen halte ich immer mehr für sehr gewagt. Das kapitalistisch-kommunistische System in China untergräbt sich selbst. Mit wachsendem Wohlstand der Bevölkerung wird es immer schwieriger sein die demokratischen Bestrebungen zu unterdrücken. Doch was ist wenn das System zusammenbricht? Die meisten westlichen Firmen haben doch keine Erfahrung darin was es heißt in einem zusammen gebrochen Staat zu wirtschaften und würden wieder abziehen.
Indien halte ich da für besser gestellt, da es politisch stabiler ist.

Was die Freihandelszone zwischen Europa und der USA betrifft bin ich sehr skeptisch. Meiner Meinung nach würde es die europäische Wirtschaft noch mehr an die der USA koppeln und Tigers schönen Vergleich nochmal unterstreichen. (Wenn die USA hustet hat Europa gleich 'ne Lungenentzündung) Weiterhin ist die amerikanische Wirtschaft mit ihrer chronisch negativen Handelsbilanz mit Ostasien sicher nicht mehr die stabliste.
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  #4  
Alt 21.10.2006, 12:52
Benutzerbild von Scipio
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AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

Zitat von Wulfnoth Beitrag anzeigen
Was die Freihandelszone zwischen Europa und der USA betrifft bin ich sehr skeptisch. Meiner Meinung nach würde es die europäische Wirtschaft noch mehr an die der USA koppeln und Tigers schönen Vergleich nochmal unterstreichen. (Wenn die USA hustet hat Europa gleich 'ne Lungenentzündung) Weiterhin ist die amerikanische Wirtschaft mit ihrer chronisch negativen Handelsbilanz mit Ostasien sicher nicht mehr die stabliste.

Warum sollte Europa zu stark an Amerika gebunden sein? Ich denke, dass es sich ausgleichen wird. Eine amerikanische Dominant fürchte ich nicht.

Welcher Markt ist schon stabil in den zeiten? Der Deutsche? Noch weniger, ganz Europa hat Probleme.
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  #5  
Alt 21.10.2006, 12:57
Benutzerbild von SeniorDingDong
Propraetor
 
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Ort: Bremen
Beiträge: 543
AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

In naher zukunft ist aber China nunmal eine der wichtigsten Wirtschaftststaaten. Langfristig jedoch wird Indien China vermutlich überholen. Aber diese Freihandelszone würde zwar Europa noch enger an die USA binden, aber die USA natürlich auch enger an Europa. Das vielleicht größte Problem dass sich dann vielleicht auftun würde, wäre der Rohstoffmangel (noch mehr als jetzt) da Europa sowie die USA schlieslich mehr konsumiere als herstellen.
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  #6  
Alt 21.10.2006, 13:23
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Separatisto
 
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AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

Zitat von SeniorDingDong Beitrag anzeigen
In naher zukunft ist aber China nunmal eine der wichtigsten Wirtschaftststaaten. Langfristig jedoch wird Indien China vermutlich überholen. Aber diese Freihandelszone würde zwar Europa noch enger an die USA binden, aber die USA natürlich auch enger an Europa. Das vielleicht größte Problem dass sich dann vielleicht auftun würde, wäre der Rohstoffmangel (noch mehr als jetzt) da Europa sowie die USA schlieslich mehr konsumiere als herstellen.
Also gemeinsame Vorteile ,gemeinsame Nachteile, passt doch perfekt zusammen.
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  #7  
Alt 22.10.2006, 10:24
Plebejer
 
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Beiträge: 15
AW: Freihandelszone zwischen der USA und Europa

Eine Differenzierung ist notwendig.

China und Indien sind als Absatzmärkte interessant wegen ihrem Potenzial und nicht wegen ihrer aktuellen Stärke. In den klassischen westlichen Märkten können Produzenten bei den Volkswirtschaften mit Wachstumsraten von ca. 3% rechnen in diesen asiatischen Märkten 10-20%. Dies sagt natürlich nichts über die Qualität aus, aber die Chance die sich viele nicht entgehen lassen wollen, d.h. wer von Beginn dabei ist, hat u. a. bessere Chancen gegenüber seiner Konkurrenten und natürlich dem Hauptargument, z.B. ich führe in diesem Absatzmarkt einen Schokoriegel ein (das sich jeder leisten kann) und 1 Milliarde Menschen kaufen diesen. Selbst wenn es nur 10% wären, hätte ich ausgesorgt.....

Dann die zweite Differenzierung. Deutschland ist Exportweltmeister aber wenn man sich die Zahlen näher anschaut, dann erkennt man das große Dilemma. Die Hauptabsatzmärkte der Deutschen sind in Europa und nicht in der restliche Welt.

Jetzt etwas ökonomische Theorie.....wenn man Zölle und Handelsbarrieren abbaut
z.B. wenn man keine länderspezifische Kennungen auf seinen Produkten platzieren muss, dann kann man ein einheitliches Produkt für alle weltweiten Märkte produzieren. Es sind keine Übersetzer notwendig, man kann eine Produktionslinie fahren etc. etc. oder man hat eine einheitliche Währung und der Produzenten müssen sich nicht gegen Währungsschwankungen absichern, höhere Kosten die auf das Produkt draufgeschlagen werden müssten.

Man könnte nun glauben, wenn alle Schranken fallen, dann fallen die Preise und die Ökonomie wächst. Das stimmt so nicht, wir laufen eher Gefahr zu einem Kannibalen- Kapitalismus zu gelangen. Weil nur die stärksten auf Basis rein ökonomischer Prinzipien agieren und sich durchsetzen.

Das Problem mit China ist eher ein rechtliches. Es fehlt die Rechtsicherheit gegenüber den Chinesen. So kann man z.B. die Produktpiraterie in China nicht bekämpfen, man ist drauf angewiesen, dass die Zöllner hier zu Lande diese gefälschten Produkte abfangen. Ein anderes Beispiel ist zurzeit Russland, wo die Verträge mit den ausländischen Ölkonzerne nun geändert werden.....

Es sind diese typischen Angstszenarien die immer wieder kreiert werden und die historische wiederlegt werden können. Z.B. hat ja nicht USA die Welt geschluckt, obwohl die USA einer der größten Märkte der Welt hat. Größe ist keine Vorraussetzung für Erfolg, mittelfristig zählt nur die Effizienz und der Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Die erfolgreichste Wirtschaftsnation in Asien und auch weltweit ist Südkorea.

Noch ein letztes zu China. Schon der Vater der Ökonomie, Smith, sagte: Der Egoismus des einzelnen, dient dem Wohl aller; aber nur vorhandenen staatlichen Rahmenbedingungen (einheitliche und gesicherte Regeln), sonst mutiert die Wirtschaft zu einem Steinzeitkapitalismus, wie wir es zurzeit in China sehen. Da Produziert Ikea für 1,8 Euro ein Duschvorhang in China, verkauft es aber für 20 Euro in Deutschland..... oder der Schuhhersteller Deichmann in Indien, in einer Region die als die verseuchte der Welt angesehen wird (dies zum Thema Umweltstandards).

Diesbezüglich kann man zwei Sachen sagen, in China wird irgendwann diese Soziale Bombe explodieren. Dann haben auch westliche Firmen nichts davon, wenn ihre Fabriken in China verloren gehen (bei einem sehr negativen Szenario).
Der ökonomische Gesichtspunkt: Reines Profitdenken, oder Quersubventionierung, weil der Heimatmarkt zu teuer ist, können die Unternehmen nur durch diese Subvention ihre nationalen Märkte halten. Tragisch wenn nun, z.B., die Märkte der USA und der EU zusammengelegt werden und ein amerikanisches Unternehmen effizienter agiert als der beschriebene Fall......ich glaube nciht das die AOK in diesem Wirtschaftraum eine Chance hätte....

Es sind sehr komplexe Probleme und mit einfachen Mittel nicht zu lösen.....z.B. unsere Sozialmarktwirtschaft. Wenn wir keine Sozialhilfe bezahlen würden, hätten wir einige Millionen potentielle "Unzufriedene". Wie ein afrikanischer Bekannter von mir immer wieder gern sagt: "Mit einem vollen Bauch, gibt es keine Revolution...." und wenn man ihnen noch ein Fernseher spendiert, dann ......

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