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20.11.2007, 10:28
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Der Ölpreis hat sich längst von realen Faktoren abgekoppelt, ohne die Spekulanten wäre 100$ nicht erklärbar. Sofern keine riesigen neuen Ölfelder entdeckt werden wird der Preis weiter steigen, egal was kommt.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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20.11.2007, 18:17
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.037
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Zitat von Wulfnoth
Der Ölpreis hat sich längst von realen Faktoren abgekoppelt, ohne die Spekulanten wäre 100$ nicht erklärbar. Sofern keine riesigen neuen Ölfelder entdeckt werden wird der Preis weiter steigen, egal was kommt.
Es ist erst vor einigen Tagen eines der größten Erdölfelder vor der Küste Brasiliens entdeckt worden. Ich glaube mit dessen Erschließung würde Brasilien zum drittgrößten Rohölproduzenten weltweit aufsteigen.
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20.11.2007, 19:15
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Zitat von Argeados
Es ist erst vor einigen Tagen eines der größten Erdölfelder vor der Küste Brasiliens entdeckt worden. Ich glaube mit dessen Erschließung würde Brasilien zum drittgrößten Rohölproduzenten weltweit aufsteigen.
Das Öl ist aber sehr schwer zugänglich und deshalb lohnt sich die Förderung nur bei einem stabil hohen Ölpreis.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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20.11.2007, 19:49
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 685
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Ich kehre mal zurück zur ursprünglichen Frage über den Iran und die Atombombe. Die Verbindung zum Öl ist dabei durchaus gegeben. Meine Quellen sind die iranische Nachrichtenagentur Irna (englisch) und diverse Energie- und Finanzmarktdienste. Selbst die Financial Times hat das folgende schon thematisiert. Demnach ist das amerikanische Gezetere gegen angebliche Atomwaffenpläne nur ein vorgeschobenes Thema.
Fakt ist: Im Iran ist ein großer Teil der Bevölkerung noch ohne Stromanschluss (die genaue Zahl habe ich nicht). Deshalb hat die Regierung in Teheran verschiedene Maßnahmen ergriffen, das zu beheben. Besuchern im Land (meine Tochter war kürzlich im Iran, auf Uni-Exkursion) fallen die neuen Windenergie-Parks auf. Die reichen aber nicht aus. Deshalb also, im Mix, Atomkraft. Damit verbindet sich durchaus ein Paradigmenwechsel. Denn als Khomeini den Schah einst ablöste, erklärte er Atomkraft als teuflisch. Deshalb wurden die Bauarbeiten am AKW in Bushir (Siemens-KWU war damals beteiligt) eingestellt. Jetzt laufen die AKW-Arbeiten also wieder ...
Dann meldete also Irna: Der Iran wolle eine eigene Ölbörse eröffnen - in Konkurrenz zu denen in New York, London, Rotterdam. Der Standort stand fest, die Lizenz war erteilt, seit Monaten passiert nichts weiter. Der Gag an der Geschichte: Der Iran verkündete, dass er sein Öl in Euro statt in Dollar bezahlt haben wolle. Es gab Konferenzen am Golf, auf denen die anderen OPEC-Staaten das besprachen. Wer Nachrichten verfolgt, wird gehört haben, dass dies auch auf der jüngsten OPEC-Konferenz Thema war.
Öl gegen Euro, das bedeutet: Die Käuferländer müssen ihre Staatsreserven von Dollar auf Euro umschichten. Das geschieht derzeit weltweit. Damit ist der Dollar aber im Arsch. Und damit die amerikanische Wirtschaft und vor allem wird dann die Pleite der US-Regierung mit ihrem Mega-Defizit immer brisanter. Denn die internationalen Finanzmärkte haben kein Interesse mehr, das abzustützen und Darlehen zu geben. Dazu kommen die im Vergleich zum Euro-Währungsraum unattraktiveren Zinsen in den USA. Die müssen niedrig sein, wegen der amerikanischen Binnenwirtschaft. Das sind, zugegeben, sehr komplexe Zusammenhänge.
Um den Dollar zu retten gehe es eigentlich, wenn von Atomwaffen die Rede sei und der Iran als "böse" dargestellt wird, sagen Analysten. Ein Präsident mit aussenpolitisch bescheuerten Parolen lwra da den USA nur ein gefundenes Fressen. Der sollte isoliert werden, damit seine Euro-Pläne nicht funktionieren. Notfalls, so wissen wir, denke ich, sollte das Land vernichtet werden. Auch ein Saddam Hussein spielte mal offen mit dem Gedanken einer Umorientierung vom Dollar auf den Euro. Wir wissen, was im Irak geschah ...
Ich denke, die Drohgebärden der USA gegen den Iran verpuffen. Die Dollar-Baisse hat sich verselbständigt. Der Dollar erreichte heute 1,48 Euro.
Die Botschaft dahinter: Liebe Leute, lasst Euch nicht blenden. Hinter vielen Themen und Ereignissen in der Geschichte stehen und standen nichts anderes als ökonomische Interessen. Das wird in der Geschichtsschreibung ebenso wie in der Diskussion um aktuelle Phänomene leider immer wieder vergessen.
Jetzt verabschiede ichmich für eine Woche auf Dienstreise.
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20.11.2007, 22:53
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Ich schließe mich dieser Einschätzung voll und ganz an. Der Supermachtstatus ist für die USA äußerst gefährdet, wenn die Erdölexportierenden-Länder die Euro-Währung akzeptieren. Das hätte eine weitere Schwächung des Einflusses der USA zur Folge. Ich schätze das iranische Volk als sehr ziviliesiert an und mit einer äußerst intelligenten, jungen Elite. Dieses Land könnte, wenn man ihnen die Zeit lässt, aus eigener Kraft zumindest annähernd demokratisch werden und wahrscheinlich viel stabiler wie Pakistan oder Nord-Korea.
Die US-Zinsen werden auch deswegen niedrig gehalten, Sokotra, damit sie ihren Krieg günstig finanzieren können...
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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21.11.2007, 10:25
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.249
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Ich möchte diese Einschätzung keineswegs bestreiten aber ich bezweifel dass es die komplette Geschichte ist. Dazu kommt einfach noch, dass das Mullah-Regime den USA seit seiner Entstehung ein Dorn im Auge ist weil es das ihnen treue Schah-Regime beseitigte.
Zusätzlich zu diesen (aus amerikanischer Sicht) pragmatischen Gründen kommt also noch die alte Geschichte.
Drittens glaube ich dass Bush, wie auch Kohl, in die Geschichte eingehen will und das möglichst nicht als Präsident der zwei Kriege verloren hat. Aus seiner Sicht kann er also durch einen weiteren Krieg viel gewinnen aber wenig verlieren.
Dass wie Waffenlobby ihm dabei den Rücken stärkt dürfte selbstverständlich sein.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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21.11.2007, 19:57
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Die USA unterstützen ja traditionell diese korrupten und verschwenderischen Herrscherhäuser des Mittleren Ostens. So lange diese die US-Interessen vertreten... Das nennt sich dann "demokratisch legitimierte konstitutionelle Monarchie" oder "demokratisch gewählter Präsident" (ca. 90-99% der Stimmen des Volkes). Diejenigen Herrscher die eine gegensätzliche Politik fahren sind die Bösen und Häßlichen. Ich sehe, wie Scholl-Latour, jeden kriegerischen Eingriff in diesen Staaten als folgenschweren Fehler für die ganze Region und für die lebenswichtige Rohstoffzufuhr.
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