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28.08.2008, 10:19
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Beiträge: 410
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Zitat von Wulfnoth
Was das für völkerrechtliche Konsequenzen hat, wenn ab sofort die Großmächte über die territoriale Integrität kleinerer Staaten entscheiden, bleibt abzuwarten.
Willkommen zurück im 19. Jahrhundert.
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28.08.2008, 10:48
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Ädil
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Registriert seit: 14.07.2008
Beiträge: 215
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Zitat von mozart2
Willkommen zurück im 19. Jahrhundert.
War (leider) noch nie anders.
Im übrigen ist das Völkerrecht sowieso von Großmächten beschlagnahmt. Bleibt also so oder so Sache der Großmächte.
"Völkerrechtlich" bedeutet in dieser Sache wenigstens das Entwicklungsländer ihre Stimme wenigstens noch verkaufen können, besonders für Länder die sonst nix haben ein sicheres Handelsgut.
Geändert von Didt (28.08.2008 um 11:09 Uhr)
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28.08.2008, 23:09
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Tribun
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Beiträge: 84
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Weltweiter Protest: Georgien-Krise bringt Russland ins Abseits - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Hat sich Russland verkalkuliert? Selbst China hält sich bedeckt.
Nach dem ich meinen ersten Schrecken überwunden hatte, muss ich sagen, dass sich Russland meiner Meinung nach mit der Anerkennung von Süd-Ossetien und Abchasien einfach nur lächerlich gemacht hat, denn (sorry falls ich mich irre) bislang hat kein anderes Land mitgezogen?
Was hat Russland also bewiesen? Das es wegen Tschetschenien nicht glaubhaft ist? Das es doch keine Weltmacht mehr ist, weil keiner mehr kuscht, wenn es Boo schreit? Das es isolierter da steht, als gedacht?
Inzwischen scheint mir die Forderung, dass diese beiden de-facto Regime unabhängig werden sollen, nur eins zu bewirken: Russland hat sich zur Lachnummer gemacht.
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28.08.2008, 23:37
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.234
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Hat sich Russland verkalkuliert? Selbst China hält sich bedeckt.
Das die Chinesen nicht offen HURRA rufen war abzusehen. Die Tibetfrage steht da zu groß im Raum.
Nach dem ich meinen ersten Schrecken überwunden hatte, muss ich sagen, dass sich Russland meiner Meinung nach mit der Anerkennung von Süd-Ossetien und Abchasien einfach nur lächerlich gemacht hat, denn (sorry falls ich mich irre) bislang hat kein anderes Land mitgezogen?
Du irrst dich. Weißrußland hat die Beiden anerkannt und die "Unabhängige Republik Berg-Karabach" auch. Wobei die letztere Republik auch noch der Anerkennung eines Staates harrt.
Was hat Russland also bewiesen? Das es wegen Tschetschenien nicht glaubhaft ist? Das es doch keine Weltmacht mehr ist, weil keiner mehr kuscht, wenn es Boo schreit? Das es isolierter da steht, als gedacht?
Da kommt man wieder auf die Spekulationen zurück. Und in Diplomatenkreisen geht so einiges um sich. Zuletzt, soviel wie ich weiß, daß die USA Georgien fallen lassen und Rußland im Gegenzug den Iran hängenlassen. Damit würde einer Wirtschafts- und Seeblockade nichts mehr entgegenstehen. An einen Irankrieg möchte ich mal nicht glauben.
So schrieb die ägyptische Zeitung "The Middle East Times", daß eine amerikanische Kampfgruppe im Atlantik die Blockade trainiert und Kuwait bereits für den Fall des Krieges Notfallpläne eingeleiet hat. Ob da was dran ist, wird die Zukunft zeigen.
Politik kann manchmal doch recht spannend sein!
edit:// Für die, die es interessiert hier der Zeitungsartikel der Middle East Times.
Geändert von Titus_Livius (29.08.2008 um 00:05 Uhr)
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29.08.2008, 00:09
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Beiträge: 410
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Zitat von Zemiocro
Weltweiter Protest: Georgien-Krise bringt Russland ins Abseits - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Hat sich Russland verkalkuliert? Selbst China hält sich bedeckt.
Nach dem ich meinen ersten Schrecken überwunden hatte, muss ich sagen, dass sich Russland meiner Meinung nach mit der Anerkennung von Süd-Ossetien und Abchasien einfach nur lächerlich gemacht hat, denn (sorry falls ich mich irre) bislang hat kein anderes Land mitgezogen?
Was hat Russland also bewiesen? Das es wegen Tschetschenien nicht glaubhaft ist? Das es doch keine Weltmacht mehr ist, weil keiner mehr kuscht, wenn es Boo schreit? Das es isolierter da steht, als gedacht?
Inzwischen scheint mir die Forderung, dass diese beiden de-facto Regime unabhängig werden sollen, nur eins zu bewirken: Russland hat sich zur Lachnummer gemacht.
Das russische Selbstbewußtsein hat nach der Wende extrem gelitten. Man hat den kalten Krieg verloren, man hat Territorium, Staaten und an Einfluß verloren.
Mit der EU und Nato Osterweiterung wurde die russische Seele ein weiteres mal gedemütigt. Das sich in Russland in Teilen Wohlstand und Reichtum etabliert haben, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass Russland sich zurückgesetzt und gedemütigt fühlt. Nicht umsonst hört man immer wieder, dass sich viele Russen die SU wieder zurück wünschen. Dabei geht es den Leuten weniger um die Ideologie die das System hatte, als vielmehr um den Imperiumscharakter den die SU inne hatte.
Eine interessante Parallele übrigens zum Deutschland der 30er Jahre. Die unterstützung die die Nazis aus den konservativen Kreisen erhielt war viel weniger die Tatsache, dass es sich um überzeugte NS-Anhänger handelte, als der Wunsch und die Hoffnung das die Nazis Deutschland wieder zu einer internationalen Großmacht wie vor 1918 zu machen.
Kosovo kürzlich zeigte Russland dann, dass mittlereile sogar Politik über die Köpfe Russlands hinweg gemacht wird. Zudem handelte es sich auch noch über in Russlands Augen gesehenes historisches russisches Einflußgebiet.
Amerikanische Raketen in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze, weitere Ambitionen die Nato an Russlands direkte Grenze zu verlegen. ...
Irgendwann musste es zum großen Rums kommen. Dass Russland dann so intensiv reagiert hat war auf der einen Seite natürlich die Wahrung eigener Interessen da unten und andererseits ein Signal an den Westen. So gehts nicht weiter, lieber Westen. Jetzt kommen wir wieder...
All das natürlich Hand in Hand mit einer westlichen Berichterstattung die ebenso unangemessen war/ist wie manche russische Aktionen da unten. Also wenn ich an Saarkaschwilis Erkenntnisse über russische Truppenbewegungen denke, müsste Russland ja jetzt im Oman stehen.
Zudem, welche wirkliche Alterntiven hatte Russland? Die Nato, den Westen gewähren lassen? Nato-Raketen an der russischen Grenze? Also das möchte ich sehen, wenn Russland auf die Idee käme Raketensysteme im amerikanischen Grenzraum zu installieren. Die russische Bevölkerung hat meiner Meinung nach nichts anderes erwartet. Die Angst die im Westen vor Russland im stile des alten Ost-West Konfliktes besteht existiert ebenso in der russischen Bevölkerung vor dem Westen. Die ganze amerikanische Außenpolitik hat sich nicht vom kalten Krieg lösen können. Zudem was sieht Russland wenn man den Westen seit der Wende betrachtet? Angriffskriege, Lügen (Irak) und Konzentrationslager.
Russland mag sich isoliert haben, Chinas Reaktion halte ich im übrigen für nebensächlich, denen wird scheiß egal sein was auf dem Balkan in Europa vorgeht, aber Russland ging es darum zu zeigen das man in Zukunft nicht ohne Russland weitermachen kann.
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29.08.2008, 00:27
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Proconsul
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Das russische Selbstbewußtsein hat nach der Wende extrem gelitten. Man hat den kalten Krieg verloren, man hat Territorium, Staaten und an Einfluß verloren.
Es geht der russischen Politik und Bevölkerung nicht um die alten Sowjetrepubliken, sondern um urrussische Gebiete mit nationalem Symbolcharakter wie die Krim, das Kernland Rußlands, die alte Kiewer Ruß (heute Ostukraine und Mutterland Russlands).
Außerdem ist es der russischen Bevölkerung sehr sauer aufgestoßen, daß in der Ukraine seit der Jutschtschenkos Machtantritt und Annäherung an die westlichen Staaten ein Nationalfeiertag für die Ehrung ehemaliger ukrainischer SS Angehöriger gekommen ist. das gleiche in Estland, wo seit EU Beitritt die Ehemaligen Verbände der estnischen SS marschieren. Das das bei einem Volk, das mit Weißrußland allein über 20 Millionen Tote im 2. Weltkrieg zu beklagen hatte, da nicht die Jubelfeiern ausbrechen über den "Westen" ist ein weiteres Puzzlestück in der russischen Seele.
Ein Hauptproblem ist nach wie vor, daß die UDSSR genau an ihren künstlich geschaffenen Sowjetrepubliksgrenzen zerbrochen ist und diese Grenzen nicht mehr im Einklang der ursprünglichen Grenzen waren und somit, wie bei den Osseten, per Federstrich ganze Völker zerrissen wurden, die gestern noch in einem Land lebten und ab morgen die Grenze zum Verwandtenbesuch mit Zoll, Visum etc. überschreiten mussten. Da wurde schon der Grundstein für die zukünftigen Konflikte gelegt, weil es 1991 einfach niemanden interessierte.
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29.08.2008, 00:36
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Administrator
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Krim das Kernland der Russen? Wöär mir aber recht neu, ich meinte immer die "Ur"-Einwohner der Krimhalbinsel sind die Skythen + die Bosporianier, dann der Übergang zu den Turkvölkern (Tataren, Mongolen, Türken etc.) mit ein Paar vereinzelten Slaven drin und erst in der Neuesten Zeit durch Russen/Ukrainer eingenommen.
Das die Kiever Rus genauso wie die Moskauer Rus und Nowgoroder Rus zu den Urkerngebieten (wenn mans genau nimmt eigentlich das Gebiet um die Pripjetsümpfe) der späteren Russen gehörten lass ich ja gelten, aber die Krim?
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29.08.2008, 08:44
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The Censor
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Die von mozart angesprochene Parallele zum Deutschen Reich der 30er lohnt sich durchaus mal zu betrachten.
Ein gewaltiges nationalistisches Potenzial, kombiniert mit Phantomschmerzen über verlorenen Weltmachtstatus und vermeintlich verlorener Gebiete. Es folgt die übliche Mythenbildung über "urrussische" Gebiete, Danzig wurde auch als "urdeutsch" betrachtet.
Dazu kommt noch eine verhältnismäßig schwache Wirtschaftskraft, der mit einer massiven öffentlichen Aufrüstung begegnet wird. Dazu dann noch verhältnismäßig weit verbreitete Armut, sowie einige Superreiche, die den Staat faktisch in der Hand haben.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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29.08.2008, 09:17
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Proconsul
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Zitat von TigerMC
Krim das Kernland der Russen? Wöär mir aber recht neu, ich meinte immer die "Ur"-Einwohner der Krimhalbinsel sind die Skythen + die Bosporianier, dann der Übergang zu den Turkvölkern (Tataren, Mongolen, Türken etc.) mit ein Paar vereinzelten Slaven drin und erst in der Neuesten Zeit durch Russen/Ukrainer eingenommen.
Das die Kiever Rus genauso wie die Moskauer Rus und Nowgoroder Rus zu den Urkerngebieten (wenn mans genau nimmt eigentlich das Gebiet um die Pripjetsümpfe) der späteren Russen gehörten lass ich ja gelten, aber die Krim?
Die Krim hat einen sehr hohen Symbolwert für Russland. Das sie Kernland war habe ich so nicht geschrieben.
kombiniert mit Phantomschmerzen über verlorenen Weltmachtstatus
Den Großmachtstatus hat Rußland auch so. Die halbe Welt ist ja von den Lieferungen der dortigen Bodenschätze abhängig. Was die Phantomschmerzen betrifft: sie sind ziemlich real in Bezug auf die Bedrohung durch westliche Staaten, die nicht an einem starkem Rußland als Gegenpol interessiert sind und auch nicht sein werden, solange die USA die westliche Führungsmacht sind.
Dazu kommt noch eine verhältnismäßig schwache Wirtschaftskraft, der mit einer massiven öffentlichen Aufrüstung begegnet wird.
Rußland wird bis 2010 sein BIP verdoppeln. Soviel zu der Wirtschaftskraft, die in den letzten 5 Jahren enorm zugenommen hat, was aber nach wie vor aus typisch westlicher Sicht völlig unterschätzt wird.
Zur Armut: In Deutschland würde das nicht anders aussehen, wenn es keine Sozialversicherungen und damit Umverteilungen bzw. horrenden Staatsausgaben hierzu gäbe. Dort gibt es (fast) keine staatlichen Leistungen.
Geändert von Titus_Livius (29.08.2008 um 09:39 Uhr)
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29.08.2008, 09:31
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
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Zitat von Wulfnoth
Die von mozart angesprochene Parallele zum Deutschen Reich der 30er lohnt sich durchaus mal zu betrachten.
Ein gewaltiges nationalistisches Potenzial, kombiniert mit Phantomschmerzen über verlorenen Weltmachtstatus und vermeintlich verlorener Gebiete. Es folgt die übliche Mythenbildung über "urrussische" Gebiete, Danzig wurde auch als "urdeutsch" betrachtet.
Dazu kommt noch eine verhältnismäßig schwache Wirtschaftskraft, der mit einer massiven öffentlichen Aufrüstung begegnet wird. Dazu dann noch verhältnismäßig weit verbreitete Armut, sowie einige Superreiche, die den Staat faktisch in der Hand haben.
Die Gebiete sind tatsächlich verloren und nicht nur vermeintlich. Und das nicht durch irgendeinen verlorenen Krieg, sondern durch irgendwelche Federstriche in der Zeit, als Rußland eine Sowjetrepublik wa, um einen Ausgleich zwischen den einzelnen Sowjetrepubliken in Form auf Bevölkerungszahl und Wirtschaftsausgleich zu schaffen.
Im Grunde genommen könnte man das auch so übertragen: Das sorbische Gebiet um Cottbus wird von heut auf morgen Polen zugeschlagen und nach dem Zerfall der Bundesrepublik, wo sich souveräne Staaten entlang der ehemaligen Landesgrenzen bilden, stehen Brandenburg und Sachsen nun plötzlich ohne diese wichtige Region dar, zumal sich deren Bevölkerung noch als Brandenburger oder Sachsen fühlen. (Wobei das hier mit der Historie und den nationalem Symbolwert auch nicht passt und es darum mit einem 3. Reich absolut nicht vergleichbar ist.)
DAzu paßt dann auch das gestrige Zitat des russischen Gesandten Maximytschew:
«Russland steht mit dem Rücken zur Wand. Seit der Zeit Gorbatschows war das Land auf dem Rückzug. Wir gaben alles, was von uns gefordert wurde in der Hoffnung, dass das belohnt wird, dass wir als Partner betrachtet werden. Am Ende habe aber gestanden, dass Russland aussätzig ist und dass alles, was da geschieht, verdammungswürdig ist»
Und trotz Kosovo, EU und NATO Beitritten von 3 ehemaligen Sowjetrepubliken, der immer größer werdenden EU und NATO in Osteuropa im Schnellverfahren, Juschtschenkos Westannäherung der Ukraine mit amerikanischem Geld, der Unterstützung der Tschetschenen mit saudi-arabischen und amerikanischen Dollars, Irak- Krieg, verhinderten wirtschaftlichen Einstiegen, die immer zu Ungunsten "der Russen" ausfielen, egal, wieviel Geld russische Firmen boten, die ausgeschlagenen Kooperationen in Bezuzg auf Luftfahrtentwicklungen und Raketenabwehr und all den anderen kleineren und größeren Provokationen, da sollte man sich ernsthaft überlegen, ob ein westlicher Staat da nicht schon lange den Öl- und Gashahn an Rußlands Stelle zugedreht hätte. So gesehen war Rußland sogar noch extrem zuverlässig in der Rohstoffversorgung und jetzt wundert man sich, daß irgendwann das Faß überlief?
Geändert von Titus_Livius (29.08.2008 um 13:06 Uhr)
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30.08.2008, 22:12
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Tribun
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Registriert seit: 25.11.2007
Beiträge: 84
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@Titus_Livius: Die EU als eine Bedrohung zu sehen, kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegensatz zu den USA ist die EU militärisch gesehen doch fast schon lächerlich. Ebenso nicht, dass Russland mit dem Rücken zur Wand steht, denn dazu hat es zu viele zu wichtige Rohstoffe und ein tatsächlich beeindruckendes Wirtschaftswachstum. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass es in den Köpfen einiger Funktionäre dort noch nicht den Schritt von Imperial- zu Nationalstaat vollzogen hat, geschweige denn hin zu einer mordernen Demokratie. Was hat denn Russland bitte verloren? Hauptsächlich doch Länder die es durch Staatsterorrismus kontrolliert hat.
Gerade Estland, Lettland und Litauen kann ich in ihrem Bestreben verstehen, ebenso wie Finnland, dass sich ja zum Glück größtenteils den Zugriff der Sowjets enziehen konnte. Was wenn der der Winterkrieg anders ausgegangen wäre? (Oder war auch dieser Krieg nur eine dubiose Machnschaft und Provokation der USA und nicht der Wille der Finnnen?)
Um im entfernten wieder zu Ossetien / Abchasien zurück zu kommen…
Wenn man sich die Konflikte in anderen Ex-Sowjet Republiken ansieht, scheint es da wirklich ein Muster zu geben.
Moldawien ? Wikipedia
Bergkarabach ? Wikipedia
Civil war in Tajikistan - Wikipedia, the free encyclopedia
Beispiel Bergkarabach:
Im Januar und Februar unterlag die neu formierte aserbaidschanische Armee den zum Teil von regulären russischen Truppen (unter anderem dem 366. russischen motorisierten Schützenregiment) unterstützten paramilitärischen Einheiten der Karabach-Armenier in Bergkarabach (siehe auch Monte Melkonian).
Wie Russland in Georgien schon den Abchasen und Osseten beim Völkermord und der Vertreibung an den Georgiern geholfen hat, haben sie es hier offensichtlich auch getan, hier nur zum Vorteil der Armenier, bzw. der armenischen Minderheit.
Beispiel Transnistrien:
Im Jahre 1992 eskalierte der Konflikt mit Transnistrien zu einem Krieg, der erst nach Vermittlung Russlands beendet wurde. 1994 beruhigte sich die Situation etwas, als die moldawische Zentralregierung den zwei abtrünnigen Gebieten einen Autonomiestatus innerhalb Moldawiens vorschlug. Gagausien akzeptierte den Vorschlag, Transnistrien aber nicht. Letzteres bildet seitdem einen international nicht anerkannten Staat, welcher die moldauischen Gebiete östlich des Dnestr umfasst und in dem russische Armeeeinheiten stationiert sind.
Seit dem 30. November 2005 gibt es die EUBAM, eine Grenzkontrollmission der Europäischen Union an der moldawisch-ukrainischen Grenze zur Unterbindung des Waffen-, Menschen- und Drogenschmuggels von und nach Transnistrien.
Auch hier fällt auf: 1. dass Russland einen nationalen Konflikt dazu nutzte, um eigene, so genannte "Friedenstruppen" in dem Land zu stationieren. Hier sind die Seperatisten anscheinend tatsächlich Russen. 2. Dass dieses von Russland unterstützte De-Facto Regime den unlogischen Weg geht, und nicht auf vernünftige Vermittlungen eingeht und nicht auf einen Sonderstatus innerhalb von Moldawien ein geht. (Komisch nicht, das gleiche hatten wir doch mit Abchasien und Ossetien auch, nicht?) 3. Dass auch dieses Gebiet, wie auch Ossetien, vom Waffen, Menschen und Drogenschmuggel lebt.
Auch in dem Konflikt in Tadschikistans scheinen die Russen nicht nur friedlich einzugreifen, sondern zu gunsten eines angenehmen Regims schätzungsweise 50000 - 100000 Tote in Kauf zu nehmen.
Ich finde, dass sind recht viele "Zufälle" um nicht von einer russischen Strategie zu sprechen. Für mich ein weiterer Beweis, dass Georgien so lange nicht in der Lage sein wird, Abchasien und Ossetien friedlich zu lösen, wie Russland nicht von einer imperialen "Teile und Herrsche" Politik gebrauch macht, und den Kaukasus (und andere Regionen) gezielt destabilisiert hält. In Detailfragen kann man sicherlich hinterfragen wer die Schuld trägt. Ich gehe aber so weit und behaupte, es gäbe gar kein Problem, wenn Russland tatsächlich neutral, oder an Frieden interessiert wäre.
Zitat von Titus_Livius
der Unterstützung der Tschetschenen mit saudi-arabischen und amerikanischen Dollars,
Hört sich interessant an. Hast du dazu Quellen? Denn soweit ich weiß, sind die Tschetschenen so etwas wie die russische Taliban, denn viele Tschetschenen haben in Abchasien “Kampferfahrung“ gesammelt, haben dort von Russland ihre Waffen erhalten, usw. Für mich hört es sich stark nach einem selbst erschaffenen Problem an.
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31.08.2008, 10:01
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Königin der Amazonen
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Registriert seit: 30.08.2008
Beiträge: 46
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da sollte man sich ernsthaft überlegen, ob ein westlicher Staat da nicht schon lange den Öl- und Gashahn an Rußlands Stelle zugedreht hätte. So gesehen war Rußland sogar noch extrem zuverlässig in der Rohstoffversorgung und jetzt wundert man sich, daß irgendwann das Faß überlief?
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat Medwedev neulich auf die Frage, wie denn der Westen auf die Anerkennung von Abchasien und Südossetien reagieren würde, geantwortet:
"Der Westen wird gar nichts tun. Und wenn er etwas tut, werden wir den Gashahn abdrehen"
So gesehen sind das schon ziemlich eindeutige Drohungen, die Russland in den Raum stellt. Aber im großen und ganzen kann ich auch verstehen, dass Russland nicht alles einfach so hinnehmen will: Die Stationierung des amerikanischen Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien ist eine offene Provokation. Wie begeistert waren denn die USA, als die damalige Sowjetunion Langstreckenraketen auf Kuba stationiert haben?
Dennoch glaube ich kaum, dass solche Drohungen (oder gar deren Wahrmachung) zu einer Lösung führen, mit der beide Seiten einverstanden sind.
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31.08.2008, 11:43
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Proconsul
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Die EU als eine Bedrohung zu sehen, kann ich nicht nachvollziehen. Im Gegensatz zu den USA ist die EU militärisch gesehen doch fast schon lächerlich.
Kriege führt man heute nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich. Die Osterweiterungen der EU z.B. dienen einzig dem Zweck, Rußland als größten Konkurrenten auf diesen Märkten, angestammte Märkte zu entziehen und diese sich selbst einzuvernehmen.
Und das ist auch ein extrem wichtiger Aspekt bei den ehemaligen Sowjetrepubliken.
Und wer an die Heilsbringerei der "Demokratie" glaubt, der sollte sich einmal mit dem Thema Volkswirtschaft auseinandersetzen. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie man die Menschen mit solchen politischen Phrasen immer noch fangen an.
Zitat von Penthelisea
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat Medwedev neulich auf die Frage, wie denn der Westen auf die Anerkennung von Abchasien und Südossetien reagieren würde, geantwortet:
"Der Westen wird gar nichts tun. Und wenn er etwas tut, werden wir den Gashahn abdrehen"
Die Sanktionen brachten ja als 1. die EU Politiker ins Spiel. Meine Frage: Was hätte Medjedew darauf sonst antworten sollen?
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31.08.2008, 23:08
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Königin der Amazonen
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Die Sanktionen brachten ja als 1. die EU Politiker ins Spiel. Meine Frage: Was hätte Medjedew darauf sonst antworten sollen?
Ähm... verflixt gute Frage, muss ich zugeben.
Aber ich weiß nicht, ob ein so klar provokantes Vorgehen in dem Fall wirklcih das Richtige ist.
Zwar war der Westen auch sehr provokant, aber, na ja, ich glaube, die Diskussion ist noch lange nicht vorbei.
Spaltet man die Welt nochmal in West und Ost, dann glaube ich kaum, dass eine der beiden Seiten einen offenen Krieg riskieren will oder kann. Das wäre in jeder Hinsicht Selbstmord.
Eine andere Frage hätte ich allerdings noch:
Das ganze fing ja damit an, dass Georgien seine beiden abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien wieder stärker an sich binden wollte, um in die NATO aufgenommen zu werden. (Ich hoffe, das habe ich richtig mitbekommen).
Die aktiven Kampfhandlungen wiederum waren eine offene Provokation gegen Russland, weil Russland keinen unmittelbaren Verbündeten der USA vor seiner Haustür will. Was wiederum heißt, dass Russland eingreift, und zwar aktiv.
Frage: Georgien hätte eigentlich damit rechnen müssen, dass Russland eingreift, war das kleine Land ernsthaft so naiv und hat geglaubt, die USA würden ihnen zu Hilfe eilen und damit einen neuen Kalten Krieg (bzw. Heißen) riskieren? Kann man als ein so kleines Land davon ausgehen, dass jemand anderer einen Krieg riskiert, nur um einen Vorstoß zu sichern?
__________________
Was wir heute tun, bestimmt, wie die Welt morgen aussieht!
Marie von Ebner-Eschenbach
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01.09.2008, 03:20
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Proconsul
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Eine andere Frage hätte ich allerdings noch:
Das ganze fing ja damit an, dass Georgien seine beiden abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien wieder stärker an sich binden wollte, um in die NATO aufgenommen zu werden. (Ich hoffe, das habe ich richtig mitbekommen).
Die aktiven Kampfhandlungen wiederum waren eine offene Provokation gegen Russland, weil Russland keinen unmittelbaren Verbündeten der USA vor seiner Haustür will. Was wiederum heißt, dass Russland eingreift, und zwar aktiv.
In Bezug auf das Fett gedruckte. Rußland selbst nahm den Tod der bei dem georgischen Angriff ums Leben gekommen 15 Friedensoldaten und zahlreichen russischen Staatsbürger (Südosseten) zum Anlaß für den Militärschlag gegen Georgien.
Das was du schreibst, ist nicht der Auslöser des Gegenschlages, sondern einer der mehreren Punkte, die zu der militärischen Alternative führten.
Frage: Georgien hätte eigentlich damit rechnen müssen, dass Russland eingreift, war das kleine Land ernsthaft so naiv und hat geglaubt, die USA würden ihnen zu Hilfe eilen und damit einen neuen Kalten Krieg (bzw. Heißen) riskieren? Kann man als ein so kleines Land davon ausgehen, dass jemand anderer einen Krieg riskiert, nur um einen Vorstoß zu sichern?
Das ist eine sehr gute Frage und zur Zeit recht spekulativ.
Für mich ist es nachvollziehbar, daß Saakaschwili wußte, daß Rußland nicht zusehen wird.
Saakaschwili selbst sagte später in einem Interview, daß er allerdings nicht mit einem solch massivem Gegenschlag gerechnet hat.
Da gibt es jetzt 2 Möglichkeiten:
1. Saakaschwili war wirklich so naiv
2. Saakaschwili hörte auf die falschen Berater. Da stellt sich dann aber die Frage nach dem WER/WANN/WARUM?
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