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25.03.2008, 00:57
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 403
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Soll man die Entwicklungsländer sich selbst überlassen?
In PoWi haben wir kürzlich das Thema „Entwicklungspolitik“ behandelt. Dabei haben wir in einer Stunde eine Diskussion geführt, ob sich die Industriestaaten aktiv bei der Entwicklung der Dritten und Vierten Welt beteiligen sollten oder ob es nicht doch das bessere wäre, wenn wir diese Länder sich selbst überlassen würden.
Natürlich sind die Zustände in der Dritten Welt alles andere als schön und ein Völkermord, wie der in Darfour, ist schwer hinzunehmen, doch auch in Europa gab es früher zahlreiche Kriege und aus unserem Kontinent ist doch auch etwas geworden. Waren Deutschland und Frankreich vor nicht einmal 100 Jahren erbitterte Feinde, so besteht nun eine sehr enge deutsch-französische Freundschaft.
Wie seht ihr das?
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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25.03.2008, 09:11
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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Meiner Meinung nach, muß die Entwicklung eines Landes von innen heraus erfolgen. Alles andere versickert dann nur irgendwo und erfüllt seinen Zweck nicht.
Die derzeitige Entwicklung bestätigt das, da sich die Landeshaushalte auf den Empfang von Entwicklungshilfe eingestellt haben und somit unfamssende Reformen nicht wirklich passieren.
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25.03.2008, 12:50
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 727
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Zitat von Titus_Livius
Meiner Meinung nach, muß die Entwicklung eines Landes von innen heraus erfolgen. Alles andere versickert dann nur irgendwo und erfüllt seinen Zweck nicht.
Die derzeitige Entwicklung bestätigt das, da sich die Landeshaushalte auf den Empfang von Entwicklungshilfe eingestellt haben und somit unfamssende Reformen nicht wirklich passieren.
Ersteres ist als Theorie, das zweite in der Praxis ein richtiger Aspekt. Aber wir leben in Europa nicht auf einer Insel. Drei andere Argumente, und es gibt mehr:
1) Moralische Verantwortung. Die Europäer haben als Kolonialherren (die Rolle endete gerade erst vor einem halben Jahrhundert, historisch ist das eine sehr kurze Zeit) in der Dritten Welt Strukturen zementiert, die auf Ausbeutung (von Rohstoffen) ausgerichtet war und zur Unterentwicklung führten. Schon bei der meist unzureichenden Vorbereitung auf die Unabhängigeit wurde der Fürsorgegedanke aufgegeben. Eine Frucht ausquetschen und dann weg werfen, das kann man - aber mit Menschen sollte man das nicht tun.
2) Eigeninteresse 1. "Boat people" strömen nach Europa. Weil sie daheim keine Existenzgrundlagen haben. Wir können sie nur von der Reise abhalten, wenn per Entwicklungshilfe in der Heimat Existenzgrundlagen geschaffen werden.
3) Eigeninteresse 2. Nach wie vor hängt unsere Wirtschaft von Rohstoffen in der Dritten Welt ab (vor allem Erzen für die Industrie). Da stehen wir im Wettbewerb. Die Chinesen drängen jetzt nach Afrika - genau wegen des Rohstoffnachschubs. Die Europäer müssen was dagegen setzen, um sich Rohstoffquellen zu erhalten.
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25.03.2008, 13:08
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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zu Pkt.
1: Wie lange hat man "moralische" Verantwortung und wer oder was bestimmt die Kriterien?
2: Hat sich da 40 Jahre nach der De- Kolonisation etwas geändert, oder sind Entwicklungshilfen nicht längst Bestandteil von Haushalten geworden und das Geld versickert irgendwo in Waffen, Taschen anstatt für den eigentlichen Zweck verwendet zu werden?
3: Hat Wettbewerb etwas mit bisher praktizierter Entwicklungshilfe zu tun? Genau das hätte schon viel eher passieren müssen. Der Wirtschaftsmarkt hat eben immer Recht. Die Politik mit ihren Gleichmachereigedanken hinkte mal wieder meilenweit hinterher und versenkte dabei Milliarden in irgendwelchen Taschen.
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25.03.2008, 13:51
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 727
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Zu 1) Ich gebe die Frage an Frau Merkel weiter, die gerade in Israel auftrat.
Zu 2) Die Kritik ist teilweise berechtigt - Korruption ist ein Hindernis, die Finanzierung großer Prestigeprojekte ist ein Missstand. Aber ich kenne viele, viele Kleinprojekte von der GTZ (die dafür praktisch zuständig ist), die Hilfe zur nachhaltigen Selbsthilfe möglich machten - ohne viel Geldeinsatz.
Zu 3) Es hätte viel eher passieren müssen.
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25.03.2008, 14:44
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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Es hätte viel eher passieren müssen.
Da zeigt sich doch deutlich, daß Regularien und der ganze Marktbehinderungszinnober nicht das Papier wert sind, auf das sie gedruckt sind. Dann wäre das auch alles schon viel eher passiert.
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25.03.2008, 20:24
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Wie kann man die Entwicklungsländer sich selbst überlassen, wenn man für deren Rohstoffe nur einen Spottpreis bezahlt und deren Wirtschaft damit nie stark genug wird, um Produkte im großen Stile selber weiter zu verarbeiten?
__________________
Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
_________________________________________
BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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26.03.2008, 09:31
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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Angebot und Nachfrage bestimmen auch bei den Rohstoffen den Preis. Das war schon vor 30 Jahren so und auch heute.
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26.03.2008, 09:50
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 727
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Zitat von Titus_Livius
Angebot und Nachfrage bestimmen auch bei den Rohstoffen den Preis.
Zusatz: Und die Spekulanten an den Rohstoffbörsen (siehe Öl, aber nicht nur ...)
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26.03.2008, 10:12
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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Ist es nicht nur die Angst, die mit solchen Argumenten spielt? Gibt es nicht auch Vorteile, die das Spekulieren hervorruft?
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26.03.2008, 12:02
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.474
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Ich bin dafür, Afrika es allein regeln zu lassen, denn die Hilfe die jetzt reingesteckt wird, verpufft wirklich nur in irgendwelchen Militärhaushalten.
PS: Es muss schon ein krasser Zufall sein, dass Südafrika (noch) und die arabischen Staaten Afrikas, haushoch (vor allem wirtschaftlich) den anderen Staaten Afrikas überlegen sind  Ein Schelm wer übles dabei denkt
Geändert von TigerMC (26.03.2008 um 12:05 Uhr).
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26.03.2008, 12:26
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.048
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Zitat von Titus_Livius
Ist es nicht nur die Angst, die mit solchen Argumenten spielt? Gibt es nicht auch Vorteile, die das Spekulieren hervorruft?
Nein. Spekulationen machen wenige reich und verfälschen nur die Preisentwicklung (Angebot-Nachfrage). Man kann sie also (sofern man allgemein denkt) nur als schlecht betrachten.
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26.03.2008, 13:36
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Pöbel
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Registriert seit: 30.01.2008
Ort: Da wo die Sonne durchs fenster scheint
Beiträge: 58
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Leute ihr verkennt den Zweck der Entwicklungshilfe als politisches Instrument. Im Kalten Krieg wurde sie zu großen Teilen dazu eingesetzt Abhängigkeiten zu schaffen. Daran knabbert man noch heute, den einfach geld raufschütten wurde Mitte der Achtziger ineffektiv, jedoch sah kein theoretisches Konstrukt dieses vor. Das gipfeöte in der Theorienkrise die bis heute nicht ganz behoben ist. Hier zu sagen keine Entwicklungshilfe ist wohl mehr als unfair. Jedoch gehe auch ich konform mit der AUssage einfach geld überweisen ist der falsche Weg. es ist aber auch Tatsache das dies häufig nicht mehr der Fall ist.
Und auch was Spokatra sagt ist nicht von der Hand zu weisen. Dieser isolationistische Gedanke ist mir unerklärlich. Es gibt doch Erfolge. Mikrokredite zum Beispiel.
Des Weiteren ist Entwicklung von Sicherehit abhängig. Die Geschäftsklimaindizees für Entwicklungsländer sind nunmal sehr ungünstig. Es muss also Sicherheit geschaffen werden damit Entwicklungshilfe richtig funktioniert. Dummerweise ist diese auch von Entwicklung abhängig^^. Fakt ist die hier angesprochenen Korruption ist ein großes Problem und muss auf irgendeine Weise bekämpft werden.
Indess zu sagen keine Entwicklungshilfe mehr ist wohl mehr als falsch.
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Mit der Politik des kleineren Übels sind 6000 Jahre lang die großen Übel gemacht worden. (Lore Lorentz)
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26.03.2008, 14:24
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.048
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Zitat von Chefbosz
Indess zu sagen keine Entwicklungshilfe mehr ist wohl mehr als falsch.
Es ist einfach ein anderer Lösungsansatz, wenn man meint, dass diese Staaten sich erst einmal selbst finden müssen sozusagen. In Europa gab es Jahrhunderte der "natürlichen Staatenbildung" mit den damit verbundenen Kriegen und Greueltaten. In den modernen Nationalstaaten hat das dann, zumindest vorerst, sein Ende gefunden.
Wenn man nun sagt, dass Afrika diesen Prozess auch durchmachen muss, ist das eine durchaus legitime Meinung und nicht einfach falsch.
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26.03.2008, 14:30
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 727
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Wovon reden wir überhaupt? Ich hab mal von den GTZ-Internetseiten - sehr willkürlich - Beispiele deutscher Entwicklungshilfe aufgelistet:
- Pilotprojekte zur Erzeugung Erneuerbarer Energien auf dem Land im Jemen wie in Pakistan
- Maßnahmen zur Gewaltprävention unter Jugendlichen in Armutsvierteln in El Salvador, Honduras, Nicaragua, Kolumbien, Peru und Argentinien
- Seit 1987 unterstützte die GTZ etwa zehn Jahre lang mit rund 25 Millionen Mark die Entwicklung der Grameen Bank für Minikredite, für die der Gründer Yunus den Nobelpreis erhielt
- Berufsausbildung von Jugendlichen in Sierra Leone wie in Senegal oder in Indien
- In einem "Pro-Poor Growth"-Projekt werden beispielsweise die*Regierungen von Benin, Burkina Faso, Guinea, Kamerun, Malawi, Mali, Mauretanien, Sambia und Senegal durch Beratung und Qualifizierung bei der Formulierung und Umsetzung von breitenwirksamen Wachstumsstrategien gegen die Armut unterstützt.
- In Indien hat die Self Employed Women’s Association (SEWA) mit Unterstützung der GTZ Gruppenversicherungssysteme für 250 000 weibliche Beschäftigte und ihre Familien im informellen Sektor aufgebaut.
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