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22.05.2008, 22:56
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Plebejer
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Registriert seit: 20.05.2008
Ort: Eberswalde
Beiträge: 36
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Chosrau II. vs. Herakleios ... Türöffner für den Islam?
Ich eröffne mal einen Thread und spitze daher zu Beginn eine Theorie zu, hoffe das eine interessante Diskussion draus wird.
Haben die islamischen Araber und damit der gesamte Islam nur einen Moment der Schwäche zweier Weltreiche genutzt um im richtigen Moment einen Fuß in die Tür der Weltgeschichte zu bekommen und diese regelrecht aus den Angeln zu heben?
Rom (das Gesamtimperium, danach das "Byzantinische Reich) und
Persien (die sasanidischen Perser, vorher die Parther) sind seit ihrem ersten Kontakt im Konflikt. Beide Reiche besitzen Expansionsdrang und sind nie in der Lage den jeweils gegenüber entscheidend zu besiegen. Die Römer reiten 3 mal in den Persischen Hauptsitz Ktesiphon ein und müssen ihn jeweils wieder aufgeben. Die Perser kommen mehrmals bis Antiochia, behaupten können sie sich ebenso nicht. Friedensperioden sind rar und immer nur Unterbrechungen eines 500jährigen Dauerkonflikts.
591 wird zwischen Kaiser Maurikios und Großkönig Chosrau II. Frieden geschlossen. Der Großkönig war vor einer Rebellion zum Erbfeind geflohen und war von dort aus zurück an die Macht gelangt. Der Konflikt wird gegen römische Geldzahlungen ausgesetzt.
Beide Reiche können sich im folgenden Zeitraum anderen Fronten zuwenden, Persien besiegt die Hephtaliten in Mittelasien vernichtend, Rom erringt mit Geld und militärischen Erfolgen Vorteile gegen Awaren und Slawen auf dem Balkan.
602 Maurikios wird vom Heer unter Phokas gestürzt und umgebracht. Chosrau II. eröffnet den Krieg gegen die Römer(-Byzantiner) mit dem Grund seinen Freund Maurikios zu rächen. Persien kommt aber mit dem Krieg nur langsam in die Gänge, ein paar Festungen am Euphrat fallen, eher durch Verrat auf römischer Seite.
610 Der Nordafricanische Exarch Herakleios eröffnet einen Bürgerkrieg gegen Phokas zuerst in Ägypten. Danach bringt dieser seinen Sohn gleichen Namens in Konstantinopel an die Macht. Persien forciert seine Offensive und erobert bis 619 Syrien, Palästina und Ägypten.
626 wird Konstantinopel von den Persern erreicht und von den Awaren angegriffen. Kaiser Herakleios ist zu der Zeit in "Iberien" (Georgien) und sammelt Truppen zur Gegenoffensive. Die Belagerung Konstantinopels scheitert, wesentlich weil die Perser am asiatischen Ufer passiv bleiben.
627 Herakleios dringt mit seinem neuen Heer von Georgien aus ins persische Kernland vor und schlägt ein Persisches Heer. Damit löst er einen Bürgerkrieg im Perserreich aus, der zum völligen Zerfall von dessen Militärmacht führt. Persien gibt alle eroberten Gebiete auf und zieht sich (allerdings innerhalb zwei Jahren) aus ihnen zurück.
Ab 629 dringen arabische Heere temporär in Palästina und Syrien, sowie den persischen Irak ein. 636 erleiden die Römer eine vernichtende Niederlage (am Jarmuk) und verlieren bis 642 ganz Syrien und Palästina, danach Ägypten. Ab 642 erobern sie das Perserreich das 651 verschwunden ist.
Das Arabische Kalifat war in der Welt hatte das (zoroastrische) Persien ausgelöscht und das (christliche) Ostrom zu einer Mittelmacht degradiert, zwei Reiche die mindestens 500 Jahre die Region bestimmt hatten.
War der letzte Römisch-Persische Krieg so viel Resourcen fressender als die vorherigen?
Waren die Araber plötzlich so erstarkt (wie, warum, wodurch)?
Warum platzte das Perserreich wie ein Luftballon als Herakleios von Georgien aus reinstach, wo es doch vorher immer sehr flexibel war gegen römische Offensiven?
Welchen Anteil an den Geschehnissen hatten die "Nebenkriegsschauplätze": Jemen, Mittelasien (Hephtaliten, Göktürken), der Balkan (Slawen, Awaren,Chasaren)?
Wie stand es mit dem Zusammenhalt der beiden Großreiche, liegen da Erklärungen (Kirchenstreit Monophysiten, Monotheleten, Ortodoxie - Zoroastrer, Manichäer, Christen)?
Ich halte die nahöstlichen Ereignisse im Zeitraum ca. 590-650 eine grosse Weichenstellung der Geschichte, deren Auswirkungen in den folgenden Jahren von Indien bis Frank(en)reich erreichen, die Wirkungen der Eroberungen halten bis in die Neuzeit, bis heute an.
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24.05.2008, 16:59
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Gut erklärt, was ich noch ergänzen würde, wäre das durch die vorangegangene Besetzung des Lachmidenreiches durch die Perser sowie der zwischenzeitlichen Aufteilung des Gahassanidenreiches durch die Oströmer/Byzantiner und die nun fehlenden Rivalität zwischen zwei vorherrschenden Stämmen auch ein wichtiger Faktor für den Aufstieg der Araber waren.
Genauso hat wahrscheinlich Mohammed und die teilweise noch vorhandenen Christen unter den Arabern, die Plünderung Jerusalems durch die Perser und die Entführung des Kreuzes dabei beinflusst.
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Auch Demokratie ist nur eine (Geld-)Aristokratie 
alles Geschriebene zeigt meine "bescheidene und nicht gefragte" Meinung.
und Ordograffi feler kan der fiender bealten 
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BIG SCHÄUBLE IS WATCHING YOU
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24.05.2008, 17:41
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
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Zitat von Basileios
Haben die islamischen Araber und damit der gesamte Islam nur einen Moment der Schwäche zweier Weltreiche genutzt um im richtigen Moment einen Fuß in die Tür der Weltgeschichte zu bekommen und diese regelrecht aus den Angeln zu heben?
Das klingt so nach Planung, als hätten die Araber nur auf der Lauer gelegen und gewartet, bis ihre Stunde schlug. Das lief aber anders. Mohammed war in seiner Jugend Schafhirte, mit 25 trat er in den Dienst einer reichen Händlerswitwe, Khadidscha, die er dann heiratete. So wurde er zu einem angesehenen Mann. Immer mehr zog er gegen die Götzenanbeter in seinem Wohnort Mekka zu Felde. Bei Meditationen erschien ihm eines Tages der Engel Gabriel mit der ersten Offenbarung. Mohammeds Lehren prallten mit anderen aufeinander. Dahinter stand ein Kampf um die politische und wirtschaftliche Macht in Mekka. Mohammed muste nach Medina fliehen, hier wurde er zum Gesetzgeber und Kriegsherrn - 623 bestand seine Streitmacht aus 305 Mann ...
Ich breche hier mit Mohammeds Vita-Nacherzähluing ab. Am Ende stand, vor allem nach Mohammeds Tod, die Expansion der Anhänger seiner Lehre. Quod erat demonstrandum: Die Expansion der islamischen Araber folgte einer eigenen Agenda, die nichts mit Weltmacht-Spielchen zu tun hatte ...
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24.05.2008, 17:45
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Das sehe ich auch so.
Die neue Religion verbreitete sich mit einer Wucht und einer Schnelligkeit die ihresgleichen in der Geschichte sucht.
Bei der Expansion spielte trotz allem der -ich wills mal vorsichtig formulieren- der fanatische Jenseitsglaube der Krieger eine entscheidende Rolle.
Der Tod für Allah als Garantie für den Eintritt ins Paradies.
So eine Armee ist nicht aufzuhalten.
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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24.05.2008, 17:59
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
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Beiträge: 682
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Ergänzung zu Jason: Zugute kam den Armeen der islamischen Arabern, dass sie vielerorts (in Persien vor allem von den Juden!) als Befreier von unterdrückenden Regimen willkommen geheißen wurden. Ich zitierte aus meinem "Lexikon des Islam":
"Wenn ein muslimischer Herrscher ein von Ungläubigen bewohntes Land erobert, haben die Einwohner dieses Landes drei Möglichkeiten:
1. Übertritt zum Islam. In diesem Fall werden die Besiegten zu vollwertigen Mitgliedern des islamischen Staates.
2. Zahlen einer Kopfsteuer (Dschizya). Dadurch werden die Ungläubigen unter den Schutz der Obrigkeit gestellt, vorausgesetzt, sie gehören nicht zu den arabischen Götzendienern.
3. Tod durch das Schwert für diejenigen, die sich weigern, die Kopfsteuer zu zahlen."
Solche günstigen Bedingungen, sich einer fremden Herrschaft zu unterwerfen, hatten vorher noch nicht bestanden. So war es dann ja auch später möglich, dass Christen und Juden in Andalusien und im Osmanischen Reich zu Wohlstand und Ansehen kommen konnten.
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24.05.2008, 18:06
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 712
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Hinzu kamen eben- nach der Eroberungsphase - die Einführung von modernen Bewässerungssystemen und neuartiger Agrarerzeugnisse im gesamten Mittelmeerraum.
Die Insel Sizilien, die die Römer durch radikale Abholzung als Wüste hinterlassen hatten, wurde von den Arabern in einen Garten Eden verwandelt.
Dies trug dann zur Festigung ihrer Machtposition und ihres Einflusses auf die Bevölkerung beträchtlich bei.
Und zur Gewinnung von Sympathien, natürlich.
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24.05.2008, 18:35
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.247
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Um zu den Ausgangsfragen zurück zu kehren:
Einigkeit macht stark, das ist ja bekannt und der neue Glaube schien die Araber zum ersten Mal zu vereinen. Bis dahin hatte Ostrom es dort wie auch an vielen anderen Grenzen so gehandhabt die Araber mit Arabern zu bekämpfen. In der Schlacht am Jamuk liefen aber die arabischen Hilfstruppen über, was die kaiserlichen Truppen selbstverständlich schwächte.
Ansonsten gilt soweit ich weiß immer noch die These von der völligen Verausgabung in den Perserkriegen, die einen weiteren Kriegsschauplatz einfach nicht verkraftete. Das Reich war ja zudem auch durch Justinian I. extrem geschwächt worden, auch wenn seine vielen Kriege letztendlich siegreich waren.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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24.05.2008, 18:41
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nobodys fault
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Registriert seit: 10.12.2007
Ort: Braunschweig
Beiträge: 322
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Zitat von Jason
Hinzu kamen eben- nach der Eroberungsphase - die Einführung von modernen Bewässerungssystemen und neuartiger Agrarerzeugnisse im gesamten Mittelmeerraum.
Die Insel Sizilien, die die Römer durch radikale Abholzung als Wüste hinterlassen hatten, wurde von den Arabern in einen Garten Eden verwandelt.
Dies trug dann zur Festigung ihrer Machtposition und ihres Einflusses auf die Bevölkerung beträchtlich bei.
Und zur Gewinnung von Sympathien, natürlich.
So ähnlich ging es ja auch in Spanien zu.
Bloss war es dort halt so gut wie nie richtig friedlich.
Zitat von Sokotra
623 bestand seine Streitmacht aus 305 Mann ...
... und schon 632 stand die erste Beduinenreiterarmee vor Damaskus und 634 war schon Gaza nach einer Schlacht erobert und die Araber drangen sogleich bis Kaisereia vor 636 war schliesslich mit der schon erwähnten (aus römischer Sicht) Katastrophe am Jarmuk der Grundstein für die weitere Expansion gelegt.
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Geändert von Nichts (24.05.2008 um 18:44 Uhr).
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25.05.2008, 16:19
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Plebejer
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Registriert seit: 07.05.2008
Ort: Musterländle
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Zitat von Nichts
Gut erklärt, was ich noch ergänzen würde, wäre das durch die vorangegangene Besetzung des Lachmidenreiches durch die Perser sowie der zwischenzeitlichen Aufteilung des Gahassanidenreiches durch die Oströmer/Byzantiner und die nun fehlenden Rivalität zwischen zwei vorherrschenden Stämmen auch ein wichtiger Faktor für den Aufstieg der Araber waren.
Genauso hat wahrscheinlich Mohammed und die teilweise noch vorhandenen Christen unter den Arabern, die Plünderung Jerusalems durch die Perser und die Entführung des Kreuzes dabei beinflusst.
Den Fehler, einen schützenden Pufferstaat zu annektieren, hat Konstantinopel übrigens 2 x gemacht: Im 6. Jh. war es der Ghassanidenstaat (Puffer gegen die arabische Halbinsel), im 11. Jahrhundert war es Armenien (Puffer gegen die Seldschuken). Beide Male war dies kurzsichtig und mit fatalen Folgen...
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25.05.2008, 19:43
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Plebejer
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Registriert seit: 20.05.2008
Ort: Eberswalde
Beiträge: 36
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Was sich mir bisher nicht recht erschliesst, ist die Tatsache des plötzlichen Überrollens. Das öströmische Reich dürfte ca.5 Millionen Einwohner gehabt haben. Auch wenn die wehrunwillig waren, waren sie ein gewaltiges Potenzial an Steuereinkünften um Söldner zu heuern (die gibts ja gerade nach beendeten großen Kriegen immer im Sonderangebot).
Wärend des vorrangegangen Krieges agierten die Römer mit großem strategischen Geschick, dagegen knickten sie gegen die Araber völlig ein. Höhepunkt war dann wohl die in allen Belangen diletantische Verteidigung Ägyptens gegen gerade mal 4000 ungepanzerte Reiter. Die Ägypter mögen aus konfessionellen Gründen zwar nicht für die Römer gewesen sein, sie waren aber wenigstens passiv. Stattdessen gab man auf römischer Seite starke Festungen frühzeitig auf, die die Araber mangels Technik kaum hätten nehmen können. Der Überraschungseffekt kanns ja kaum gewesen sein, denn seit dem Jarmuk wusste man wie der Hase läuft. Dazu kommt das das Potenzial der Araber ebenfalls seit der "Brückenschlacht" 634 in einem Zweifrontenkrieg eingespannt war.
Der Islam mag eine agressive Religion gewesen sein, aber gerade in seiner Frühzeit richtete er sich noch als eine Art "Nationalreligion" alleine an das kleine Volk der Araber (können insgesamt kaum 400000 gewesen sein und Südarabien war noch nicht islamisch). Syrer, Kopten und "Palästinenser" waren ja noch stramm christliche Monophysiten, Perser waren (mehrheitlich Zoroastrer). Die großen Konvertierungen der Bevölkerung setzten ja erst ein als diese die "Steuervorteile" unter dem Kalifat nutzen konnten.
Die späteren Zivilsatorischen Leistungen der Araber erblühen ja erst, als sie die Kentnisse der Perser, Ägypter, Syrer und Römer in einem großen Wirtschaftsraum zusammenbringen. Da sie im Gegensatz den vieles Vorchristliche "verketzernden" Römern und den in der schriftlichen Überlieferung nicht ganz so fitten Persern eine offenere Weltsicht hatten, im vormals durch Lateinisch-Griechisch-Aramäisch-Persische Sprachgrenzen geteilte Räume eine neue lingua franca etabliert werden konnte, die die semitischen Völker leichter lernen und beherrschen konnten.
All das kann aber während der Eroberungsphase noch nicht absehbar gewesen sein, bleibt also für nach wie vor offen warum die beiden Großreiche gegen das damals immer noch schwach ausgerüstete Araberheer so schnell und nachhaltig den Kürzeren zogen.
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26.05.2008, 11:44
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 315
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Zitat von Basileios
All das kann aber während der Eroberungsphase noch nicht absehbar gewesen sein, bleibt also für nach wie vor offen warum die beiden Großreiche gegen das damals immer noch schwach ausgerüstete Araberheer so schnell und nachhaltig den Kürzeren zogen.
Diese Frage wird wohl nie entgültig zu beantworten sein. Vielleicht war der Hauptgrund tatsächlich derjenige, dass sich die beiden dominanten Kräfte der damaligen Zeit (Sassaniden und Oströmer) schlichtweg verausgabt hatten. Und damit meine ich nicht nur die militärische Verausgabung. Um einen Feind zu besiegen braucht es Entschlossenheit und Siegeswillen. Ob bei den damaligen Grossmächten dieser Wille am Ende noch vorhanden war, darf man anzweifeln.
Das beste militärische System, die beste Ausrüstung und das meiste Geld nützen nichts, wenn sich diese Dinge nicht in fähigen Händen befinden. Das sieht man in der Geschichte übrigens immer wieder. Vermutlich war die Zeit dieser Herrschaftssysteme einfach abgelaufen. Das mag jetzt stark vereinfacht klingen, entsprach wohl aber der Realität. Die Araber füllten im Nahen Osten zwar kein zivilisatorisches, sicher aber ein herrschaftliches Vakuum auf. Und Glück spielte dabei oftmals auch eine nicht unwesentliche Rolle.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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