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05.03.2008, 21:42
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Ich lese gerade, dass die moderne Optik von den alten Arabern stammt. Alt Vater der Optik und damit der Brillen und Lupen gilt Ibn al-Haytham (965-1039) mit seinen Erkenntnissen.
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09.03.2008, 17:43
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Noch auf etwas anderes bin ich jetzt gestoßen: Während in Europa psychische Probleme Dämonen zugeschrieben wurden und Betroffene im Zweifelsfall Teufelsaustreibern ausgeliefert waren oden auf dem Scheiterhaufen landeten, setzten sich arabische Ärzte auch schon damit auseinander. Als Vorbereiter der Psychoanalyse und Psychotherapie wird ein gewisser Avicenna (980 - 1037) gesehen.
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09.03.2008, 17:47
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Praetor
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Registriert seit: 29.06.2005
Ort: Gelsenkirchen
Beiträge: 442
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Zitat von Sokotra
Noch auf etwas anderes bin ich jetzt gestoßen: Während in Europa psychische Probleme Dämonen zugeschrieben wurden und Betroffene im Zweifelsfall Teufelsaustreibern ausgeliefert waren oden auf dem Scheiterhaufen landeten, setzten sich arabische Ärzte auch schon damit auseinander. Als Vorbereiter der Psychoanalyse und Psychotherapie wird ein gewisser Avicenna (980 - 1037) gesehen.
Gewisser ist gut
Avicenna oder auch Ibn Sina genannt. Ist der Universalgelehrte Damals. Er hat ein Buch verfast gennant " Der Kanon" bestehend aus 5 Bändern. Enmthalten waren Wissen über Chirogische eingriffe, Kräuter, Diagnose usw.......
Verfast hat er natürlich noch viel mehr Bücher.
Dieses Buch galt als Standartwerk auch für Europäische Mediziner bis ins 18Jhr.
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Wenn du dich klein , nutzlos, beleidigt und depressiv fühlst, denke immer daran; du warst einmal das schnellste und erfolgreichste Spermium in deiner Gruppe!
"Seid vor allem immer fähig,jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen.Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs." Che Guevara
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09.03.2008, 19:23
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Ädil
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Registriert seit: 19.02.2008
Beiträge: 226
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Zitat von Sokotra
Als Vorbereiter der Psychoanalyse und Psychotherapie wird ein gewisser Avicenna (980 - 1037) gesehen.
Naja......................
Mag sein, daß er einer der ersten war, der sich mit der Psyche ein wenig mehr auseinandergesetzt hat. Ihn aber als Vorbereiter der Psychoanalyse und Psychotherapie zu bezeichnen, klingt mir eher nach der Gallileo Sendung oder Guido Knoop.
Zwischen Avicenna und Freud liegen nicht nur Welten, sondern Universen.
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19.03.2008, 02:02
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Habe noch was gefunden. Eine Erfindung arabischer Ärzte war auch die Narkose. Bei Operationen wurde den Patienten ein Schwamm unter die Nase gehalten, der mit einer Mischung von Haschisch und Alraunwurzelextrakten getränkt war. Eine Beschreibung des Verfahrens lieferte zum Beispiel Abulcasis, der Hofarzt des Kalifen von Cordoba.
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19.03.2008, 17:43
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 310
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@Sokotra
Wenn ich mir da vor Augen führe, wie die "Narkose" bei Operationen im besagten Zeitraum im feudalen Europa aussah.
In der Schweiz wurde im Mittelalter als Betäubungsmittel bei Operationen und Unfällen Branntwein gereicht, der als Heilmittel galt und deshalb in Apotheken verkauft wurde. Bis ins 15. Jahrhundert hinein war Alkohol das Standart-Narkotisiaka. Es gab belegte Fälle, bei denen der Alkohol bei Operationen in derart grossen Mengen verabreicht wurde, dass der Patient an Blutvergiftung starb 
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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19.03.2008, 18:34
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.068
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Wobei auch in den allermeisten Fällen das Operationsmittel Nummer Eins ein Stück Holz war auf das der Patient beißen durfte um sich nicht in die Zunge zu beißen. 
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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19.03.2008, 19:06
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Demokrat
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Registriert seit: 08.06.2005
Ort: Zürich, Schweiz
Beiträge: 310
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Wenn man sich die medizinischen Fähigkeiten der damaligen "Ärzte" genauer anschaut, dann wird einem eh Angst und Bange. Ich beziehe das erneut auf die Schweiz, weil ich hier einfach die grösste Literaturkenntnis habe. Ich denke man kann das aber auch auf die anderen Regionen West- und Mitteleuropas übertragen.
Erstmal waren die meisten Ärzte in dieser Zeit rein theoretisch geschult. Sie plapperten die Lehren des römischen Arztes Galen nach und besassen einen zweifelhaften akademischen Bildungsgrad. In der Regel wendeten sie zwei Methoden an: Schröpfen und Aderlass. Diese wurden als Allerheilmittel betrachtet, wobei speziell mit dem Aderlass der Tod bei vielen Patienten noch schneller herbeigeführt wurde.
Aber das Beste kommt noch: Die Ärzte besassen eine Art berufliche Arroganz. Weil sie in der sozialen Hierarchie meist viel höher standen, als ihre Patienten, weigerten sie sich, Hand an diese zu legen, geschweige denn chirurgische Operationen durchzuführen. Das muss man sich mal vorstellen: Ärzte, die sich weigern, ihre Patienten anzufassen!
Weil sich die Ärzte nicht zu chirurgischen Eingriffen herabliessen, wurde diese Aufgabe an "Spezialisten" delegiert. Dadurch entstanden teils furchterregend klingende Berufsgattungen: Zahnbrecher, Steinschneider, Hoden- und Bruchschneider und Starstecher (nach W.Meyer). Diese Leute boten ihre Dienste entweder unter ärztlicher Aufsicht an oder traten auf Jahrmärkten in Dörfern als Gaukler mit Heilfähigkeiten auf (man fühlt sich an den Bader aus "Der Medicus" erinnert). Für ihre chirurgischen Eingriffe verwendeten sie Rasiermesser, Ahlen, spitze Haken, Sägen und Brenneisen. Die Zähne zerrte man mit einem im Kariesloch verankerten Haken aus dem Kiefer.
Die fähigsten Ärzte im europäischen Mittelalter waren die Juden. Sie verhielten sich in der Regel tatsächlich wie Ärzte und verfügten über breiter abgestützte Kenntnisse. Es ist kein Zufall, dass viele Adlige und Könige die Ansiedlung von Juden in ihrem Gebiet förderten – dies nicht zuletzt in der Erwartung, einen berühmten Arzt anzulocken, der im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls eine Heilung herbeiführen konnte. Die jüdischen Ärzte lebten aber gefährlich. Wenn eine Heilung nicht gelang, konnte es durchaus vorkommen, dass der Arzt dafür verantwortlich gemacht und vertrieben oder umgebracht wurde...
Bei allem Schrecken, den solche "Heilmethoden" heute hervorrufen, muss man sich aber doch vergegenwärtigen, dass die Menschen im Mittelalter von Kindesbeinen an gewöhnt waren, Schmerzen zu ertragen.
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
Geändert von Kriegsknecht (19.03.2008 um 19:10 Uhr).
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19.03.2008, 20:22
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Sehr guter Beitrag, Kriegsknecht! Eine kleine Fußnote von mir: Das Konzil von Tours 1163 verbot die Chirurgie regelrecht - vor allem war das an Geistliche gerichtet (Motto: ecclesia abhorret a sanguine = Die Kirche vergießt kein Blut). Dadurch wurde die Chirurgie als mindere Medizin aus den Universitäten ausgeschlossen und handwerklich ausgebildeten Badern und Barbieren überlassen.
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22.03.2008, 12:35
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 776
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Aber das Beste kommt noch: Die Ärzte besassen eine Art berufliche Arroganz. Weil sie in der sozialen Hierarchie meist viel höher standen, als ihre Patienten, weigerten sie sich, Hand an diese zu legen, geschweige denn chirurgische Operationen durchzuführen. Das muss man sich mal vorstellen: Ärzte, die sich weigern, ihre Patienten anzufassen!
Man würde vermutlich aus der Pestzeit sogar Quellenbelege auftreiben können, die eben diese Arroganz der Ärzte wiederlegen.
Die Sache mit der Chirurgie hat Sokotra ja schon ausgeführt, aber vllt. kann man es noch einmal darstellen:
Wie bereits erwähnt, dass Konzil von Tours 1163 Verbot die Chirurgie, allerdings betraf das Verbot nur die Geistlichen (führte dafür aber zu einem Aufschwund der Klostermedizin bei diesen) und wurde bei späteren Konzilen (etwa dem viertem Lateranum, allerdings beinhaltet das auch ein generelles Gewaltverbot) bestätigt. Das Problem dabei war , dass viele Ärzte dem Klerus angehörten, ihnen eine Ausübung der Chirurgie dadurch verboten war und die Medizin an den Hochschulen, die wiederum auch stark geistlich geprägt waren, die Chirurgie ausschloss.
Folglich hatten die Ärzte mit akademisch Ausbildung keinerlei chirurgische Erfahrung? Und solche sollte man dann auf Patienten loslassen?
Außerdem: Das Verhältnis Arzt - Patient ist nicht nur durch die Sicht des Arztes bestimmt. Blickt man in die Mitte des 19. Jahrhunderts gibt die einfache Bevölkerung oftmals den medizinischen Handwerkschirurgen einen Vorzug vor den studierten Ärzten und weist auch eine gewisse Beratungsresistzen auf.
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μηδὲν ἄγαν
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28.05.2008, 23:42
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 606
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Der Tipp des Monats von mir: Wenn ihr mal in jene Gegend kommt, besucht das Deutsche Apotheken Museum auf dem Gelände des Heidelberger Schlosses - dort wird auch das Thema dieses Threads gut dargestellt. Habe selbst das Museum heute erst auf einem Ausflug entdeckt.
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