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  #1  
Alt 05.12.2006, 11:18
Benutzerbild von Balduin IV.
Basiléos
 
Registriert seit: 08.03.2006
Beiträge: 284
Der Fall Granadas

Mit dem Jahr 1492 veränderte sich die Welt gewaltig - denn Kolumbus sollte in diesem Jahr Amerika "entdecken" (obwohl er bis zu seinem Lebensende dachte, es sei Indien...).

Weit ab von all dem und unbeachtet von der Welt aber vollzog sich der Fall des letzten maurischen Sultanats auf dem Boden Spaniens - das Sultanat von Granada.

Thronwirren und schwache Herrscher machten es den "Reconquistatoren" leicht, ihr Ziel zu erreichen....

Blieb nun dieses Ereignis zu Recht unbeachtet - oder waren seine Auswirkungen doch von größerer Bedeutung?

Was denkt Ihr ?

mfg
Baldu
__________________
Möge die Welt eine andere sein, wenn es an der Zeit ist für mich zu gehen...

Aber bis dahin wird gekämpft !
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  #2  
Alt 05.12.2006, 13:18
Plebejer
 
Registriert seit: 31.12.2005
Beiträge: 34
AW: Der Fall Granadas

Eine sehr interessante Frage, die man hier sicherlich nicht erschöpfend behandeln kann. Gerade das kleine Portugal konnte in dieser Zeit vom Noname zur Weltmacht aufsteigen. Die Erfahrungen der Reconquista waren bestimmend für diese Menschen. Die Europäer wagten sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen (Gewürze) auf den Ozean, sondern auch um den Priesterkönig Johannes zu finden und sich mit ihm gegen die Muslime zu verbünden. Hier lag der Grundsein für den raschen europäischen Aufstieg, der zu Wohlstand, Demokratie und letzendlich auch zu unserem heutigen Leben beitrug.

Auf der anderen Seite spielten viele weitere Entwicklungen eine Rolle, z.B. die Renaissance.

obwohl er bis zu seinem Lebensende dachte, es sei Indien...
Das stimmt im allgemeinen, obwohl man dies auch differenzierter sehen muss. Indien war für die Menschen früher Südostasien allgemein und sie zählten sogar Teile Westafrikas dazu. Kolumbus dachte er sei in Hinterindien gelandet, damit meinte er nicht die Ecke, die wir heute als Indien kennen. Das heutige Indien galt als zivilisiert und der Ursprungsort der Gewürze. Kolumbus begriff Recht schnell, dass er nicht an diesem Ort war, aber aus Unkenntniss bezeichnete er seine Entdeckung als Hinterindien. Er ging davon aus nicht mehr weit weg vom Paradies zu sein, das man irgendwo hinter Indien vermutete.
Kolumbus war auch ein gebildeter und intelligenter Mann, der auch irgendwann zu Zweifeln begann. In seinem Tagebuch findet sich die Vermutung er sei in einer "Neuen Welt" gelandet.

Jeder, der sich für diese Thematik näher interessier kann man einen Blick in "Geschichte der Europäischen Expansion" von Wolfgang Reinhard werfen. Eine sehr interessante Darstellung in 4 Bänden.
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  #3  
Alt 05.12.2006, 13:43
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
AW: Der Fall Granadas

War Protugal denn eine Großmacht !? Gemesse nan der Macht der Franzosen, Engländer und Habsburger !?

Jedenfalls waren sie wichtig, vorallem bei den Entdeckungen (da Gama), aber wirklich eingemischt in die große europäische Politik haben sie sich ja nicht.
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  #4  
Alt 05.12.2006, 13:46
Benutzerbild von Scipio
Separatisto
 
Registriert seit: 23.10.2005
Ort: Bruchsal
Beiträge: 1.005
AW: Der Fall Granadas

Zu dem Zeitpunkt der Entdeckung Amerikas sicher. Später natürlich nicht mehr, zu diesem Zeitpunkt aber definitiv.


Ich denke, dass Ereignis war in dem Sinne auschlagebend, da das königspaar erst nach dem Fall des Maurenreiches sich Kolumbus zuwandte. Wäre das nicht passiert, wäre Kolumbus sicherlich nicht nach Amerika gereist
__________________
Nichts ist unsozialer als der Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung sinken läßt. Ludwig Erhard
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  #5  
Alt 05.12.2006, 14:00
Plebejer
 
Registriert seit: 31.12.2005
Beiträge: 34
AW: Der Fall Granadas

War Protugal denn eine Großmacht !?
Aber ganz sicher. Zu den besten Zeiten verfügte Portugal über immense finanzielle Ressourcen. Die Gewürze wurden zum Teil mit über 1000% Zuschlag verkauft. Desweiteren waren sie die erste globale Macht. Sie besaßen Stützpunkte an der ganzen Indischen Westküste, in Afrika in Malakka und auf den Molukken. Sie legten sich mit den Engländern und Niederländern an. Desweiteren suchten sie sich gegen Florenz und Venedig durchzusetzen, die bis dahin den Gewürzhandel kontrollierten. Im indischen Ozean kämpfte man gegen die Araber und gegen die Mamelucken aus Ägypten. In Ormuz kam man in Konflikt mit der aufstrebenden osmanischen Macht und zu alle dem verwickelte man sich in Kämpfe mit indischen Fürsten und dem Mogulreich. In China ließ man sich in Macao nieder und hatte regen Kontakt zum Kaiser. Auf der japanischen insel wurde ebenfalls interveniert...

Portugal war keine typische Großmacht im klassisch-europäischen Sinne, wie Frankreich, aber hatte trotzdem enormen Einfluss.
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  #6  
Alt 05.12.2006, 14:05
Benutzerbild von Argeados
K.u.K. Hofzensor
 
Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.049
AW: Der Fall Granadas

Worauf ich eher hinaus wollte war, ob Portugal jemals in einem innereuropäischen Konflikt verwickelt war und sich dort bewähren konnte.
Denn Weltmacht ist man imho nur, wenn man sich als diese auch gegen andere bewähren kann und nicht nur, wenn man weltweite Besitzungen hat.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich will Portugal da nichts absprechen. Ich kenn mich in deren Geschichte nicht aus (Wikipedia halt ^^) und deswegen frag ich ja ...
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  #7  
Alt 05.12.2006, 14:12
Plebejer
 
Registriert seit: 31.12.2005
Beiträge: 34
AW: Der Fall Granadas

Es gab auch innereuropäische Konflikte, die waren aber eher wirtschaftlich Motiviert und wurden auch auf diesem gebiet augetragen, dennoch würde ich Ihnen deshalb keinen Weltmachtstatus absprechen. Nimm als Beispiel einfach mal die heutigen Weltmächte...
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  #8  
Alt 05.12.2006, 15:45
Benutzerbild von Wulfnoth
The Censor
 
Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
AW: Der Fall Granadas

Der Niedergang Portugals begann auch erst nachdem die dortige Dynastie ausstarb und Portugal dynastisch an Spanien fiel und die spanischen Könige Portugal vernachlässigten.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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