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Meines Wissens fand während der Amtszeit Urbans V. nur ein bedeutendes Kreuzzugsunternehmen in der Levante statt: Die Eroberung Alexandrias durch den Zypriotischen König Peter I. Wobei das eigentlich nicht das war, was Urban V. ursprünglich unterstützt hatte.
Aber der Reihe nach.
Peter hatte im Vorfeld des Kreuzzuges sämtliche Höfe Europas abgeklappert, um Unterstützung zu finden. Peter war jedoch ein zwiespältiger Charakter. Öffentlich erklärte er wiederholt, er wolle Jerusalem für die Christenheit zurückerobern. Peter war ein ehrgeiziger Mann, der in Zypern über einen hervorragenden Brückenkopf für Einfälle ins Heilige Land verfügte. Das erklärt vermutlich auch, weshalb Papst Urban V. ihm seine Unterstützung zusagte. In einer Zeit, in der der Kreuzzugsgedanke kaum mehr Begeisterung auslösen konnte, erschien Peter wie ein "Schnäppchen".
Peter I. handelte jedoch mit grosser Sicherheit von Anfang an aus sehr eigensinnigen Motiven. Es ist davon auszugehen, dass er niemals vorhatte, überhaupt nur in die Nähe von Jerusalem zu gelangen. Alexandria war der wichtigste Handelshafen Ägyptens. Die Stadt und ihr Hafen standen damit in direkter Konkurrenz zu Peters eigenem Hafenzentrum in Famagusta und waren dem König von Zypern somit ein Dorn im Auge.
Nun muss man eigentlich nur noch eins und eins zusammenzählen. Peter zielte darauf ab, den Hafen von Alexandria entweder einzunehmen, oder ihn zumindest zu zerstören, sodass Famagusta zur Nummer 1 der Region werden konnte.
Papst Urban V. glaubte vermutlich tatsächlich daran, dass Peter I. ihm und der gesamten Christenheit Jerusalem zurückerobern könne. Wenn nicht er, wer dann?
Er täuschte sich...
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Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
Geändert von Kriegsknecht (29.04.2008 um 19:10 Uhr).
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