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  #1  
Alt 15.12.2007, 13:52
Benutzerbild von Nero
die Schwarze
 
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Beiträge: 186
Zweihänder auf dem Rücken?

Hallo,

einige Fragen, die mich schon sehr lange beschäftigen:
1. Ist es möglich ein Zweihänderschwert, das auf den Rücken geschnallt ist aus der Scheide zu ziehen?
2. Ist sowas historisch oder nur eine Erfindung von FantasyAutoren?

Ich hab lange mit jemandem darüber diskutiert, ob es möglich ist, so ein Zweihänder überhaupt aus der Scheide zu bekommen, weil rein theoretisch ist der Arm viel zu kurz um so ein langes Schwert zeieh zu können. Seöbst Pfeile aus einem Köcher zu ziehen ist schwierig und die sind nicht mal annähernd so lang wie ein Bihänder ...

Grüße
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  #2  
Alt 15.12.2007, 14:49
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Aus einer herkömmlichen Scheide: Nein, unmöglich. (Ist doch offensichtlich)
Aus speziell dafür gefertigten: Ja, da wird nicht nach oben herausgezogen sondern ausgeklickt.

Realistisch: Nein. In welcher Situation sollte es jemandem von nutzen gewesen sein, einen enorm schweren zweihänder über den Rücken zu ziehen? Ginge es um Schnelligkeit, so wäre man tot, bevor man die Hände wieder über den Kopf hätte. Das ist eben keine Schnellziehwaffe.
Von Gewichts-Gleichgewichtsproblemen ganz zu schweigen.
Damit eindeutig Erfindung.
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  #3  
Alt 15.12.2007, 16:33
MacX
Gast
 
Beiträge: n/a
Glaube auch, dass das unmöglich sein dürfte... aber es sähe cool aus ;P
Denke, wenn es soetwas gegeben hat, dann nur zum Zweck des Transports. Zum Kämpfen denkbar ungeeignet.
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  #4  
Alt 15.12.2007, 20:56
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 733
MW gab es das durchaus; meist nicht mit einer vollständigen Scheide, sondern einem zu öffnenden Band direkt unter der Parierstange und einem Schuh, in dem die Spitze der Waffe ruhte. Quelle: ein Buch von F. u. L. Funcken übers Mittelalter (Titel könnte ich nachliefern, hab ich nicht im Kopf). Dort werden u.a. Landsknechte und Schotten mit solchen Waffenahlterungen gezeigt.

Der Sinn ist es, diese schweren, sperrigen Waffen zu transportieren; Novalis hat sicher recht, das waren keine schnell oder einfach zu ziehenden Waffen; wer sein Schwert bei Kampfbeginn nicht in den Händen hielt hatte ein Problem. In kampffernen Augenblicken, z.B. auf Märschen,macht eine solche Vorrichtung aber Sinn.
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  #5  
Alt 16.12.2007, 01:49
Benutzerbild von toblu
Homo Novus
 
Registriert seit: 30.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 288
ich kann mir auch ehrlich gesagt nur schwer vorstellen, wie landsknechte ihren waffen sonst transportiert haben
__________________
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  #6  
Alt 16.12.2007, 09:40
Benutzerbild von Nero
die Schwarze
 
Registriert seit: 28.02.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 186
@toblu

Eben. Wo soll man sonst ein Zweihänder unterbringen als auf dem Rücken. Ich denke nicht, dass es da zu Gleichgewichtsproblemen gekommen ist, Rucksäcke tragen wir ja auch auf dem Rücken ohne umzufallen.
Ich kann mir allerdings vorstellen, dass man in den Kampf schon mit gezogenem Schwert gegangen ist und die Vorrichtung wirklich nur für den Transport gedacht war, wie Thersites schon sagte.

Grüße
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  #7  
Alt 16.12.2007, 10:12
Novalis
Gast
 
Beiträge: n/a
Zitat von Nero Beitrag anzeigen
@toblu

Eben. Wo soll man sonst ein Zweihänder unterbringen als auf dem Rücken. Ich denke nicht, dass es da zu Gleichgewichtsproblemen gekommen ist, Rucksäcke tragen wir ja auch auf dem Rücken ohne umzufallen.
Das mit dem Gleichgewicht bezog sich logischerweise auf das Ziehen, nicht auf das Tragen.
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  #8  
Alt 16.12.2007, 10:53
Benutzerbild von Nero
die Schwarze
 
Registriert seit: 28.02.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 186
Zitat von Novalis Beitrag anzeigen
Das mit dem Gleichgewicht bezog sich logischerweise auf das Ziehen, nicht auf das Tragen.
Achso, gut, dann habe ich das an dieser Stelle falsch verstanden.

Nun aber noch zu meiner zweiten Frage.
Ist es historisch korrekt? Thersites scheint ja eine Quelle mit Bild gefunden zu haben. Scheint also tatsächlich damals so gewesen zu sein oder?
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  #9  
Alt 16.12.2007, 13:38
Benutzerbild von Renascor
Tigers Hare Krischna Jung
 
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Ort: Niedersachsen
Beiträge: 754
Wie schon geschrieben wurde, zum Transport ist es warscheinlich, dass ein 2-Händer auf den Rücken getragen wurde, aber sicherlich nicht vor einem möglichen Kampf, aus genannten Gründen.

Wenn ich mich recht erinnere schnallte man aber auch Ein- oder Eineinhalbhänder beim Marsch auf einem Pferd auf den Rücken. Ich bin mir aber nicht mehr sicher in welchem Buch ich das mal gelesen habe. Wäre sicherlich bequemer, als das Schwert am Gürtel zu haben oder irgendwo am Sattel.
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  #10  
Alt 16.12.2007, 15:34
Thete
 
Registriert seit: 02.05.2007
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Beiträge: 733
Zitat von Renascor Beitrag anzeigen
Wenn ich mich recht erinnere schnallte man aber auch Ein- oder Eineinhalbhänder beim Marsch auf einem Pferd auf den Rücken.
Ich kenn die Bezeichnung "Sattelbaumschwert" für das Schwert zu anderthalb Hand; würde implizieren, dass es eher am Sattel als über dem Rücken getragen wurde (wo ein Ritter möglicherweise auch den Schild trug).
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  #11  
Alt 17.12.2007, 06:54
Praetor
 
Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 351
Zitat von Thersites Beitrag anzeigen
Ich kenn die Bezeichnung "Sattelbaumschwert" für das Schwert zu anderthalb Hand; würde implizieren, dass es eher am Sattel als über dem Rücken getragen wurde (wo ein Ritter möglicherweise auch den Schild trug).
Soviel ich weiss, wird es so bezeichnet, weil es am Sattelknauf befestigt wurde.
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  #12  
Alt 17.12.2007, 08:52
Plebejer
 
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Moin Community : )

also mein allererster Post und dann gleich zum Zweihänder ... also am Rücken getragen und dann gezogen ist eher nicht vorgekommen. Dazu sind die Arme einfach zu kurz. Gewichtsprobleme hätte es auf keine Fall gegeben, die waren meist weniger als 5kg schwer. Ob es für den Transport irgendwelche Scheiden gegeben hat weiss ich nicht.

Aber getragen wurden sie auf alle Fälle meist auf der Schulter. Denn direkt über der Pariestange befindet sich die sog. Fehlschärfe. Also ein Bereich der nicht wirklch scharf ist. Dieser hat dann auf der Schulter gelegen.

Der Vorteil besteht hier nun darin das man das Schwert aus dieser Position schnell schwingen kann.

MFG Nivek

Geändert von Nivek (17.12.2007 um 08:56 Uhr).
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  #13  
Alt 17.12.2007, 08:56
Plebejer
 
Registriert seit: 17.12.2007
Beiträge: 3
Hier mal ein Beispiel wie sowas an einem Landsknecht ausgesehen hat : )

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Landsknecht_1.JPG
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  #14  
Alt 20.12.2007, 09:57
Benutzerbild von Tacitus
Tribun
 
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Beiträge: 79
Ich glaube allerdings auch nicht das man so einen Zweihänder mittem im Kampf getragen hat, sondern nur zum Transport weil es enfach besser war das Schwert auf dem Rücken zu tragen und nicht am Gürtel oder am Pferd.
__________________
Kenntnisse kann jedermann haben,
aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
Friedrich d. Grosse
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  #15  
Alt 22.01.2008, 15:35
Benutzerbild von Kriegsknecht
Demokrat
 
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Hmmh, ich kann mir durchaus vorstellen, dass die "Bidenhander" ihre Waffe auch in der Schlacht auf der Schulter trugen. So war sie am schnellsten einsatzbereit und auf diese Weise war wohl auch die Gefahr am geringsten, dass die eigenen Kameraden verletzt wurden.

Die Zweihänder wurden im Spätmittelalter gemäss meinem Wissensstand meistens hinter den Pikenieren eingesetzt. Sie benötigten viel Platz, um ihre Waffen zu schwingen. Deshalb warteten sie, bis die Pikenträger sich verkeilt hatten, um dann Breschen in die Linien des Gegners zu schlagen. Sie waren also eigentlich keine "Sturmangriffstruppe", was angesichts eines Walls aus Piken auch ziemlich selbstmörderisch gewesen wäre. Sie konnten jedoch effektiv dazu eingesetzt werden, in ein bereits vorhandenes Getümmel einzudringen und für Unordnung zu sorgen.

So richtig kann ich mir den Einsatz dieser Zweihänder in der Schlacht allerdings trotzdem nicht vorstellen. Wenn man sich die Gründe ansieht, weshalb die römischen Legionäre mit einem Kurzschwert kämpften, dann muss man angesichts der klobigen Zweihänder eigentlich den Kopf schütteln. Vielleicht waren die Zweihänder aber einfach eine Reaktion auf die "Piken- und Hellebardenkultur" auf den Schlachtfeldern des Spätmittelalters.
__________________
Man vergißt vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergißt niemals, wo das Beil liegt. Mark Twain, 30.11.1835 bis 21.04.1910
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