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15.04.2008, 23:21
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Ich glaube der Krieg war auf alle Fälle einer der ersten mit moderneren Waffen, z. Bsp dieses Gathering Maschinengewehr.
Und die ersten Fotodokumente über einen Krieg.
U-Boote wurden auch zum ersten Mal eingesetzt, da war sogar mal ein Bericht im Fernsehen. Die Männer bewegten das Boot mit Muskelkraft und versuchten so Blockaden durch feindliche Schiffe zu sprengen.
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
Ben Hur: "Und unseren Zielen treu bleiben."
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16.04.2008, 08:30
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Patriot
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Registriert seit: 16.06.2005
Ort: Heikendorf, nahe Kiel
Beiträge: 600
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Guten Morgen !
Wenn man das Ganze noch etwas pro-amerikanisch anhauchen möchte, so würde ich noch die "Gettysburg Address" einbauen, am besten am Ende, um zu zeigen, wie wichtig der Bürgerkrieg auch heute noch im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner ist.
Man sollte zunächst die Gründe (wirtschaftliche Aspekte, Sklavenfrage usw.), dann den Ablauf (ein paar Schlachten als Beispiel, erwähnung der materiellen Überlegenheit der Nordstaaten etc.) und schließlich das Ergebnis behandeln - die Einigung der USA, wobei die oben bereits genannte Gettysburg Address geeignet ist, um das amerikanische Demokratieverständnis und die Interpretation des gesamten Krieges aufzuzeigen.
Hier eine Übersetzung, Quelle ist wikipedia:
Vor 87 Jahren gründeten unsere Väter auf diesem Kontinent eine neue Nation, in Freiheit empfangen und dem Grundsatz geweiht, dass alle Menschen gleich geschaffen sind. Nun stehen wir in einem großen Bürgerkrieg, um zu erproben, ob diese Nation oder irgendeine so empfangene und solchen Grundsätzen geweihte Nation dauerhaft bestehen kann.
Wir haben uns auf einem großen Schlachtfeld dieses Krieges versammelt. Wir sind gekommen, einen Teil davon jenen als letzte Ruhestätte zu weihen, die hier ihr Leben gaben, damit diese Nation leben möge. Es ist nur recht und billig, dass wir dies tun.
Doch in einem höheren Sinne können wir diesen Boden nicht weihen – können wir ihn nicht segnen – können wir ihn nicht heiligen. Die tapferen Männer, lebende wie tote, die hier kämpften, haben ihn weit mehr geweiht, als dass unsere schwachen Kräfte dem etwas hinzufügen oder etwas davon hinweg nehmen könnten. Die Welt wird wenig Notiz davon nehmen, noch sich lange an das erinnern, was wir hier sagen, aber sie kann niemals vergessen, was jene hier taten.
Es ist vielmehr an uns, den Lebenden, dem großen Werk geweiht zu werden, das diejenigen, die hier kämpften, so weit und so edelmütig voran gebracht haben. Es ist vielmehr an uns, geweiht zu werden der großen Aufgabe, die noch vor uns liegt – auf dass uns die edlen Toten mit wachsender Hingabe erfüllen für die Sache, der sie das höchste Maß an Hingabe erwiesen haben, – auf dass wir hier einen heiligen Eid schwören, dass diese Toten nicht vergebens gefallen sein mögen, – auf dass diese Nation eine Wiedergeburt der Freiheit erleben; und auf dass die Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk niemals von der Erde verschwinden möge.
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Deutschlands Einigkeit, meine Stärke
Meine Stärke, Deutschlands Macht.
Freund der Freiheit
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16.04.2008, 08:45
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Quaestor
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Registriert seit: 22.06.2005
Ort: Leipzig
Beiträge: 180
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Zitat von K. Ropp
Unser Englisch-Lehrer sagte uns, dass der Hauptgrund für den Bürgerkrieg nicht die Sklavenfrage war. Lincoln soll sogar bereit gewesen sein, den Südstaaten die Beibehaltung der Sklaverei zuzugestehen, wenn diese sich wieder der Union anschlössen.
Die Sklaverei war in sofern das Thema, als sie vom Süden immer wieder als Grundlage der Lebensweise der Südstaaten ins Feld geworfen wurde. Lincolns Wahlprogramm ließ die Sklavereifrage völlig unangetastet.
Zitat von K. Ropp
Der Grund für den Sezessionskrieg lag in der Wirtschaft begründet:
Um die eigene Baumwollproduktion schürzen, sperrten die Südstaaten ihren Markt für britische Importe. Als Reaktion darauf sperrte Großbritannien seinen Markt seinerseits für US-amerikanische Waren, worunter vor allem der Export der Nordstaaten litt.
Hinzu kam der galoppierende politische Machtverlust des Südens. Die ersten Präsidenten der USA wurden praktisch ausnahmslos vom Süden gestellt. Die Südstaaten hatten im Kongress das höchste politische Gewicht und das bröckelte seit etwa den 1840er Jahren.
Wenn dann die Abolitionisten immer lauter nach Befreieung der Sklaven schreien (obwohl diese Gruppe nur eine verschwindende Minterheit war), so fühlten sich viele Südstaatler persönlich angegriffen und erstaunlicherweise auch Leute, die keine Sklaven besaßen und durch das System sogar eher benachteiligt waren.
Zitat von Jason
Ich glaube der Krieg war auf alle Fälle einer der ersten mit moderneren Waffen, z. Bsp dieses Gathering Maschinengewehr.
Du meinst sicher das Gatling Maschinengewehr.
Die Dinger waren aber eher selten und gerade in der Anfangsphase des Krieges sah es auf den Schlachtfeldern nicht viel anders aus, als in den europäischen Kriegen dieser Zeit.
Entscheidender als Maschinengewehre waren da schon eher die Hinterlader- und Repetiergewehre, die dem Norden einen weiteren kleinen Vorteil boten.
Aber der wesentliche Faktor war der Einsatz der Eisenbahn, die Material- und Truppentransporte in einem bisher ungekannten Maße ermöglichte.
Ab der Hälfte des Krieges wandelte sich der Krieg aber langsam aber sicher hin zu einem "modernen" Krieg. Wenn man sich Fotos der Befestigungen zum Schutz Richmonds anschaut, gibt es da Bilder auf denen man nur die Soldaten austauschen muss und die Bilder könnten genausogut in Frankreich 1916 sein.
Zitat von Jason
Und die ersten Fotodokumente über einen Krieg.
Ich bin mir gerade nicht sicher, aber ich glaube, die ersten Fotodokumente eines Krieges stammen aus dem Krimkrieg.
Nichtsdestotrotz wurde das Medium Foto im US-Bürgerkrieg erstmals sehr intensiv genutzt und der US-Bürgerkrieg gilt auch heute noch als einer der bestdokumentierten Kriege überhaupt.
Zitat von Jason
U-Boote wurden auch zum ersten Mal eingesetzt, da war sogar mal ein Bericht im Fernsehen. Die Männer bewegten das Boot mit Muskelkraft und versuchten so Blockaden durch feindliche Schiffe zu sprengen.
Das war die CSS Hunley. Sie konnte erfolgreich ein Blockadeschiff angreifen, ging dann aber selbst unter. Das Wrack wurde vor ein paar Jahren geborgen.
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QVOD BONVM FAVSTVM FELIX FORTVNATVMQVE SIT
AMICVS CERTVS IN RE INCERTA CERNITVR
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16.04.2008, 17:39
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Danke für die Berichtigungen, Dinictis.
Ein Agrar- gegen einen Industriestaatenverbund.
Habe mir mal in meinem Buch die Fotos der Gefallenen in der Schlacht bei Gettysburg angeschaut.
Hier eine detaillierte Darstellung dieser Schlacht die wohl als Höhepunkt des Krieges gelten darf.
Schlacht von Gettysburg – Wikipedia
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16.04.2008, 19:05
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 741
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Zitat von Dinictis
Die Emancipation-Proclamation bezog sich "... auf die Staaten und Teile der Staaten, die sich in offener Rebellion gegen die Union der Vereinigten Staaten ..." befanden. Die Unionstreuen "Sklavenstaaten" betraf das zunächst nicht. Das änderte sich erst nach dem Krieg, als die Sklaverei generell verboten wurde.
Danke für den Hinweis; hab das wohl gedanklich zusammengeworfen...
Zitat von K. Ropp
Unser Englisch-Lehrer sagte uns, dass der Hauptgrund für den Bürgerkrieg nicht die Sklavenfrage war.
Es war nicht der konkrete Kriegsanlass; die großen gesellschaftlich-politischen Gegensätze zwischen den Nordstaaten (industrialisiert, ohne Sklavenhaltung) und den Südstaaten (agrarisch, Sklavenhaltung)sind aber mE der tiefere Grund für den Krieg. (Da spielt dann auch die von Dir bzw. Deinem Lehrer erwähnte Handelspolitik rein.)
Zitat von Jason
U-Boote wurden auch zum ersten Mal eingesetzt, da war sogar mal ein Bericht im Fernsehen. Die Männer bewegten das Boot mit Muskelkraft und versuchten so Blockaden durch feindliche Schiffe zu sprengen.
Naja, dieses erste "U-Boot" war wohl kriegstechnisch wenig richtungsweisend; ganz anders diese beide Gesellen, die das Ende der hölzernen Schifffahrt einleiteten:
USS Monitor – Wikipedia
CSS Virginia – Wikipedia
Zitat von Dinictis
Die Sklaverei war in sofern das Thema, als sie vom Süden immer wieder als Grundlage der Lebensweise der Südstaaten ins Feld geworfen wurde. Lincolns Wahlprogramm ließ die Sklavereifrage völlig unangetastet.
Das mit dem Wahlprogramm mag sein, aber Licoln galt als Gegner der Sklaverei; mit seiner Wahl verbanden die Abolitionisten große Hoffnungen, die Befürworter der Sklaverei große Befürchtungen. Ich würde schon einen Zusammenhang sehen zwischen seiner Wahl zum Präsidenten und den Sezessionserklärung der nächsten Monate.
Abraham Lincoln – Wikipedia
Abolitionismus – Wikipedia
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18.04.2008, 21:32
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 713
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Hier ist eine Seite mit einer Übersicht über die während des "Civil War" verwendeten Waffen, inklusive der "Gatling Gun".
Civil War Weapons
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 "So lange nicht alle Menschen werden wie er, müßen wir unsere Schwerter scharf halten"
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03.08.2008, 23:06
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Quaestor
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Registriert seit: 06.07.2008
Beiträge: 163
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Hallo,
da der 3d mal wieder aufgewärmt wurde,
dachte ich, ich könnte anmerken,
dass auch die Bevölkerungsstruktur im Norden bzw. im Süden den Ausschlag hat geben können:
http://upload.wikimedia.org/wikipedi...ation_1872.jpg
Zählung von 1850:
http://upload.wikimedia.org/wikipedi...3c/-LUTHER.JPG
Image:Census-2000-Data-Top-US-Ancestries-by-County.svg - Wikipedia, the free encyclopedia
Nun ist die letztere heutige natürlich nicht jene von damals; aber gerade in den 1860ern zeichnete sich eine starke Zunahme der dt. Einwanderung (deren Siedler kein Verständnis für oligarchische Clans mit Sklavenhaltung hatten) im Norden ab, während im Süden das keltische Element (aus Schottland, Wales, Nordirland, Bretagne) überwog.
Traditionell war der Norden Einwanderungsort für politisch Verfolgte, der Süden eher für Wirtschaftsflüchtlinge. Das kippte aber schon lange vor Kriegsbeginn (d.h. auch Wirtschaftsinteressierte nur noch in den Norden), da im Süden alle Pfründen (das Land) schon vergeben waren, und nur noch die Westwärtsbewegung ins heutige Mississippi, Louisiana und Arkansas Neueinwanderer (oder die zweiten und dritten Söhne der Plantagenbesitzer) locken konnte...
Ausserdem war man in England und besonders Westfrankreich schlecht auf amerikanische Ware zu sprechen (schon seit langem), da auch durch Sklavenhand produziert, was wiederum den immer stärker industrialisierten Norden auf die Palme brachte...
Insofern würd' ich die Sklavenfrage nicht als so sekundär abtun, nur weil man ihretwegen erst keinen Krieg mit vielen Toten rikieren wollte...
Auch geht's im Krieg vor allem um die Frage, ob die Staaten nun ein Bundesstaat sind oder eher nur ein Staatenbund (bzw. wie weit das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Staates reicht). Ist zwar auch richtig, dass sich das im Verlauf des Krieges verliert, aber die Position im Norden dazu war klar, die des Südens nicht (und da es im letzteren sehr weit auseinanderreichende Meinungen drüber gegeben hat, hat sich das nicht gerade positiv auf den Kriegsverlauf und die Zusammenarbeit innerhalb des Südens ausgewirkt).
LG
Geändert von Sarto (03.08.2008 um 23:12 Uhr).
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11.08.2008, 22:49
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Plebejer
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Registriert seit: 11.08.2008
Beiträge: 3
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Zitat von K. Ropp
Der Grund für den Sezessionskrieg lag in der Wirtschaft begründet:
Um die eigene Baumwollproduktion schürzen, sperrten die Südstaaten ihren Markt für britische Importe. Als Reaktion darauf sperrte Großbritannien seinen Markt seinerseits für US-amerikanische Waren, worunter vor allem der Export der Nordstaaten litt.
Das war eher umgekehrt: Der Norden war für Schutzzölle, um seine Industrie zu schützen, der Süden wollte Freihandel, um seine Baumwollexporte nicht zu behindern.
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12.08.2008, 15:54
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Tribun
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Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 80
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es ging meienr meinung nach eigentlich primär um eine föderalismus debatte, welche kompetenzen lagen bei der union und welche bei den staaten .
da die staaten im süden möglichst viel autonomie haben wollten und sich wie zb in der sklaven oder zoll frage nicht mehr so stark bevomunden lassen wollten kam es halt zu sezession bzw während des krieges kam es bei den nordstaaten auch zu einem ausbau der kompetenzen der zentralregierung gegenüber den staaten
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12.08.2008, 21:53
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Plebejer
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Registriert seit: 11.08.2008
Beiträge: 3
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Naja, auch wenn oft behauptet wird, daß die Frage der Sklaverei gar nicht die eigentliche Kriegsursache war, war das natürlich schon das Thema, das letztlich zum Krieg führte.
Durch den Louisiana-Ankauf und den Eroberungen aus dem Mexikokrieg erweiterte sich das Territorium der Vereinigten Staaten erheblich nach Westen. Die Aufnahme neuer Staaten aus diesen Territorien bedrohte immer wieder das Gleichgewicht aus freien Staaten und Sklavenstaaten.
Insbesondere die Aufnahme des Staates Kansas ließ den Streit eskalieren, denn hier wurde der früher geschlossene Missouri-Kompromiss ausgehebelt.
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28.08.2008, 03:53
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Plebejer
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Registriert seit: 28.08.2008
Beiträge: 3
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Hi zusammen, was mir noch nicht ganz einleuchtet ist, warum die Ablehnung der Sklaverei im Norden so weit ging, dass eine Sezession der Südstaaten riskiert wurde. Klar gab es moralische Gründe. Die USA sahen sich ja als Kämpfer für die Demokratie und eine weitere Ausbreitung der Sklaverei hätte genau das Gegenteil bedeutet. Aber reicht das wirklich, um ein Auseinanderbrechen des Staatsgebildes zu riskieren? Die Nordstaatler hätten ja auch einfach nachgeben können und sich dem Dred Scott Urteil fügen können. Somit hätten sie die Sklaverei in den Territorien zumindest nicht kategorisch verboten. Wäre die Sezession und der Krieg nicht vermeidbar gewesen? Oder wogen die gesellschaftlichen Gegensätze so schwer, dass es keinen anderen Ausweg gab? Dass der Süden die Union verließ ist in meinen Augen ja noch plausibel, (ihnen drohte die vollständige politische Majorisierung durch das Übergewicht an "freien" Staaten im Senat) nur warum war der Norden nicht kompromissbereiter?
Ich habe des öfteren gelesen, dass die Differenzen zwischen Nord- und Südstaaten auch wirtschaftlich begründet waren. Häufig wurde in dem Zusammenhang der Gegensatz zwischen liberalem Kapitalismus und Sklaverei genannt. Schließt sich das denn beides aus? Kann es eine freie Marktwirtschaft nicht auch in einer Gesellschaft mit Sklaven geben?
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28.08.2008, 09:50
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Proconsul
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Registriert seit: 04.08.2007
Ort: da, wo Deutschland am Schönsten ist
Beiträge: 1.035
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Der Norden war das Industriezenntrum während der Süden agrarisch geprägt war und für den Baumwoll- und Tabakanbau brauchte man auf den Plantagen die unzähligen billigen Sklaven als Arbeitskräfte, da die Mechanisierung der Landwirtschaft technisch noch nicht ging.
Außerdem trat der Süden aufgrund seiner monopolistisch geprägten Agrarstruktur für den Freihandel ein, während der Norden seine Industrie schützen wolte und eine isolationistische Wirtschaftspolitik betrieb.
Lincoln selbst sagte dann 2 Jahre von seiner Präsidentschaftswahl folgenes:
Ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben. Ich glaube, diese Regierungsform kann keinen Bestand haben, wenn sie auf Dauer halb für die Sklaverei, halb frei ist. Ich erwarte nicht, dass die Union aufgelöst wird. Ich erwarte nicht, dass das Haus zusammenbricht. – Aber ich erwarte, dass es aufhört gespalten zu sein. Es wird entweder ganz das eine oder ganz das andere sein.
Und als er dann Präsident wurde, traten die Südstaaten aus der Union aus.
Geändert von Titus_Livius (28.08.2008 um 09:56 Uhr).
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28.08.2008, 13:56
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
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Zitat von tobybo
Ich habe des öfteren gelesen, dass die Differenzen zwischen Nord- und Südstaaten auch wirtschaftlich begründet waren. Häufig wurde in dem Zusammenhang der Gegensatz zwischen liberalem Kapitalismus und Sklaverei genannt. Schließt sich das denn beides aus? Kann es eine freie Marktwirtschaft nicht auch in einer Gesellschaft mit Sklaven geben?
Eine freie Marktwirtschaft schon; die gabs ja in den Südstaaten auch in zeiten der Sklaverei.
Industrialisierung setzt aber eine Schicht "Proletarier" voraus, um mal den marxschen begriff zu verwenden. Also Menschen, die ohne Besitz (an and o.a. Produktionsmitteln) gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Sklaven verkaufen nicht ihre Arbeitskraft, sondern werden mitsamt dieser ge- und verkauft. Damit entfällt der zwang zu Mechanisierung, um die Arbeitskosten zu minimieren, und damit ein (der?) wichtige Grund für die Voranschreitung der Industrialisierung.
Auch im wirtschaftlichen gesellschaftlich-sozialen Konflikt zwischen Nord und Süd in den USA würde ich allgemeiner auf gesamt Wirtschaftssystem abstellen: Hier (im Norden) eine wachsende Industriemacht, dort (im Süden) ein praktisch vlliger Agrarstaat. Sklaverei ist ein Symptom hierfür (mE das widerlichste), aber nicht DIE Ursache.
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04.09.2008, 16:12
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Plebejer
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Registriert seit: 28.08.2008
Beiträge: 3
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Danke für eure Antworten. Wie lässt es sich denn erklären, dass der Norden die Sezession des Südens unter allen Umständen verhindern wollte? Dass eine Sezession nie auf viel Gegenliebe von Seiten der Zentralregierung stößt, dürfte klar sein, aber lassen sich für den amerikanischen Bürgerkrieg noch ganz spezifische Gründe anbringen, weswegen der Norden eine Sezession nicht tolerieren konnte?
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04.09.2008, 21:08
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Tribun
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Registriert seit: 09.06.2008
Beiträge: 80
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weil sonst noch mehr staaten ausgetreten wären oder von der zentralregierung zusätzliche rechte erpresst hätten.
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