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31.10.2007, 18:43
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 659
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Aufstand in Indien
Um das Jahr 1848 rum gab es einen groß angelegten Aufstand in dem von der East India Company kontrollierten Subkontinent. Der Auslöser des Aufstandes war das berühmte Problem mit den Kartuschen für die neuen Gewehre der Sepoys, diese waren angeblich mit Schweine- bzw. Rinderfett geschmiert und mussten vor dem beladen des Gewehrs mit den Zähnen aufgerissen werden. Die wahren Hintergründe dieses Aufstandes sind aber andere- ich würde gerne mehr darüber wissen. Ist hier ein Indien-freak der sich damit auskennt? Was mir auch aufgefallen ist, der Mangel an Literatur über dieses Kapitel der britisch/indischen Geschichte. Es war immerhin ein ziemlich großer Aufstand, die Dinge gerieten ganz schön außer Kontrolle für die Briten dort...
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 Wir lassen euch leben im Dienste dieses Schiffes - also rudert gut. Und lebt!
Quintus Arius aus "Ben Hur"
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01.11.2007, 11:27
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 599
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Zwar bin ich kein Indien-Freak, aber ich finde in meinem Bücherschrank ein Buch über „Main currents of Indian History“ von indischen Historikern, erschienen 1979 in New Delhi; dort ist dieser Vorgang beschrieben. Dazu, in der Einordnung: „...gradually widespread discontent grew against British rule and vague apprehensions prevailed among all classes of people, both civil and military, that the British government intended to convert them wholesale to Christianity. The sepoys had additional grievances in respect of their pay and promotion, and there were mutinies of sepoys on a small scale on several occasions ....“ Dann folgt die Geschichte mit dem Fett, und es ist von einem „rebellious spirit“ die Rede, „which was evident at Barrackpur on 29 March 1857, when a sepoy struck a blow at his officer“. Aus indischer Sicht war 1857 das wichtige Datum (Kapitel-Überschrift: „The Outbreak of 1857“). Noch ein Zitat: „In these and other places the successful rebellion of the sepoys was followed by popular outbreaks and plunders“. Also nochmal: Die „grievances in respect of their pay and promotion“ spielten eine Rolle.
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01.11.2007, 14:48
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 659
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Soviel ich weiß ging es im Laufe der Rebellion doch auch um eine Restauration der Zustände vor dem britischen Einfall? Es waren, glaube ich, auch ein paar Maharadschas dabei.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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17.05.2008, 19:11
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Hoplit
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Registriert seit: 29.10.2007
Ort: Durmersheim bei Karlsruhe
Beiträge: 659
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Konnte jetzt ein paar Tatsachen über dieses interessante Thema lesen.
Das Datum dieser groß angelegten Revolte gegen die Briten der East India Co war 1857 und zog sich bis 1859. Im April dieses Jahres wurde der Marathen Brahmane Tantia Topi hingerichtet.
Die oberflächliche Ursache der Revolte war ja das berühmte Problem mit dem Rinder und Schweinefett an den Kartuschen eines neuen Gewehrs.
Die tiefer greifenden Gründe waren die befürchtete europäisierung und christianiesierung des Subkontinents.
Die britische Verwaltung verbot Witwenverbrennungen und Menschenopfer an Kalì. Und die zum Christentum übergetretenen Hindus hatten das Recht Familieneigentum zu erben.
Vor allem die oberen Schichten der Hindus fühlten sich durch diese Reformen bedroht.
Die alte Machtbasis war gefährdet.
Und die bengalischen Sepoys waren entweder Hindus höherer Kasten oder Mohammedaner aus vornehmen Familien.
Dieser Aufruhr hatte zur Konsequenz, daß die East India Co. 1858 aufgelöst wurde und der Subkontinent zur Kronkolonie wurde, gleichzeitig wurden der Reformeifer der Briten gedämpft.
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Quintus Arius aus "Ben Hur"
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