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16.02.2008, 09:23
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 356
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Bayern
Warum hat sich Bayern 1871 eigentlich dem Deutschen Reich angeschlossen?Stammesmäßig, konfessionell, dynastisch und auch politisch stand es Österreich viel näher? 
Quelle: G/Geschichte
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Nichts ist unmöglich
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16.02.2008, 09:32
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.464
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Nun Österreich hatte sich in den Einigungskriegen nicht als Schutzmacht der süddeutschen Staaten behaupten können, da es immer eine potenzielle Kriegsgefahr mit Frankreich gab ist das sicherlich kein unwesentlicher Grund.
Zweitens natürlich die immense Überredungssumme die der bayrische König erhalten hat, was uns eigentlich nur lehrt dass auch Monarchen mit Geld zu ködern sind, vor allem wenn sie große Architekten sind.
Die Frage des Anschlusses an Österreich hat sich nie gestellt, jedenfalls nicht über ein Militärbündnis hinaus. Außerdem wäre das für Bayern eher nachteilig gewesen, da das Kaiserreich eher ein loser Bund war und innenpolitisch viele Freiheiten garantierte, während die Donaumonarchie, von Ungarn abgesehen, zentral regiert wurde.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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16.02.2008, 10:26
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Ich war der Meinung die Allianz der süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund im Krieg gegen Frankreich hatte dem ohnehin vorhandenen Wunsch nach nationaler Vereinigung ein konkretes Gesicht gegeben.
Dass Bayern noch mit Privilegien "eingekauft" wurde, kommt noch erschwerend dazu.
Österreich hat zu der Zeit ja einiges an Prestige einbüßen müssen, beim Rest stimme ich Wulfnoth also zu.
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16.02.2008, 14:05
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 356
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Lieber Mac,
dass Bayern wohl eingekauft wurde von Bismarck stimmt wohl. Vorallem durch die Zuwendungen an König Ludwig II. Bayern durfte auch bis 1919 eigene Briefmarken herausgeben. Diese Privilegien spielten aber in der Weimarer Republik keine Rolle mehr.
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Nichts ist unmöglich
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17.02.2008, 12:02
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Thete
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Registriert seit: 02.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 773
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Die Bayern hatten mehr oder minder eine eigene Postverwaltung; Ziata aus Wikipedia:
Die unterschiedlichen deutschen Landesposten, im Norden hatte sich der Norddeutsche Postbezirk gebildet, passten sich in den Tarifen und Behandlungsvorschriften immer mehr an. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg ging Bayern in der deutschen Reichspost auf. Im Vertrag von Versailles von 1870, war Bayern das Fortbestehen seines Postwesens zugestanden worden, mit der Folge, dass Bayern die internen Angelegenheiten in der Abteilung Bayern in München selbst regelte. Mit der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871, ging das gesamte Post- und Telegraphenwesen auf das Reich über. Bayern und Württemberg behielten ihre eigene Post- und Telegraphenverwaltung. Die Postgesetzgebung stand auch für Bayern und Württemberg dem Reiche zu. Nach einigen weiteren kleinen Änderungen, in der bayerischen Postverwaltung wurden mit Geltung vom 1 Januar 1876 die gemeinschaftlichen Oberpostämter und Oberbahnämter getrennt. Die jeweiligen Verkehrsanstalten wurden ihnen unterstellt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Postges...marken_Bayerns
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17.02.2008, 14:10
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Mensch
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Registriert seit: 09.01.2008
Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 356
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Zitat von Thersites
Die Bayern hatten mehr oder minder eine eigene Postverwaltung; Ziata aus Wikipedia:
Lieber Thersites,
vielen Dank für diese Information.
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Nichts ist unmöglich
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17.02.2008, 15:01
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Historiddler
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Registriert seit: 04.06.2005
Beiträge: 833
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Nicht nur Post, soweit mir bekannt ist war auch die Bahn weitgehend selbstständig und auch im Militär gab es eine weitgehend eigene Verwaltung. So gibt es aus der Zeit zwischen 1871 und 1918 weitgehend eigene Orden, eigene Truppenverzeichnisse etc.
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μηδὲν ἄγαν
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17.02.2008, 15:06
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 408
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Aber soweit ich weiß hatten auch die anderen Bundesstaaten solche Privilegien, wobei Bayern der einzige deutsche Bundesstaat war, der noch bis 1914 seine eigenen auswärtigen Vertretungen hatte. Alle anderen Bundesstaaten hatten diese bereits vorher aufgelöst.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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17.02.2008, 15:09
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.464
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Stimmt, Hitler war z.B. im Ersten Weltkrieg in der bayrischen Armee und nicht in der preußischen. Wobei ich meine mal gelesen zu haben, dass dies eher ein formeller, denn ein faktischer Unterschied war. Es erscheint mir auch ziemlich unwahrscheinlich, dass unter den Kriegsumständen 1914 bis 1918 und der faktischen Militärdiktatur ab 1916 auf bayrische Empfindlichkeiten rücksicht genommen wurde.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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17.02.2008, 17:47
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Glaub jedes Fürstentum hatte formal seine eigene Armee. Erkennbar an den Koppelschlössern der jeweiligen Soldaten.
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18.02.2008, 00:06
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Tribun
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 84
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@topic:
Bayern war um 1870 praktisch bankrott. Ludwig II. hat nahezu das gesamte Staatsvermögen für den Bau von Schloss Herrenchiemsee (nicht vollendet), Neuschwanstein und die vorherigen Schlösser ausgegeben, sodass ihm jede Möglichkeit, an Geld zu kommen, Recht war. Auch wenn er damit dem verhassten Bismarck zur Vereinigung zustimmen musste.
Ein Beitritt Bayerns zu Österreich war übrigens nahezu undenkbar. Seit ungefähr 1705 (Mordweihnacht von Sendling) ist der Hass auf die Österreicher ungefähr auf dem Selben Maße wie der auf die "Preißn". Vor allem in der Bevölkerung Südbayerns.
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18.02.2008, 00:16
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 408
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Zitat von Magpie
Bayern war um 1870 praktisch bankrott. Ludwig II. hat nahezu das gesamte Staatsvermögen für den Bau von Schloss Herrenchiemsee (nicht vollendet), Neuschwanstein und die vorherigen Schlösser ausgegeben,...
Soweit ich weiß, hat Ludwig II. den Bau seiner Schlösser aus seinem Privatvermögen bezahlt. Das Staatsvermögen wurde nicht angetastet.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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18.02.2008, 00:34
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Tribun
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Registriert seit: 09.07.2007
Ort: nähe München
Beiträge: 84
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Naja, das Privatvermögen des Königs stammt ja aus seiner jährlichen Apanage. Und die wiederum kommt aus dem Staatshaushalt. Und wenn die Apanage (oder wie man das schreibt  ) nicht ausreicht, muss die Staatskasse drunter leiden.
Von der Zoll- und Finanzreform des Jahres 1879 im Deutschen Reich profitierten auch die bayerischen Staatsfinanzen, die sich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zunehmend defizitär gestaltet hatten. Quelle
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18.02.2008, 00:49
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Praetor
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Registriert seit: 08.10.2007
Ort: Rheingau
Beiträge: 408
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Zitat von Magpie
Naja, das Privatvermögen des Königs stammt ja aus seiner jährlichen Apanage. Und die wiederum kommt aus dem Staatshaushalt. Und wenn die Apanage (oder wie man das schreibt ) nicht ausreicht, muss die Staatskasse drunter leiden.
Nachdem sein persönliches Vermögen aufgebraucht war, hat Ludwig II. einen Privatkredit aufgenommen.
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Zitat von Helmut Kohl
Ich weiß nicht, was der französische Staatspräsident Mitterrand denkt, aber ich denke dasselbe.
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18.02.2008, 15:28
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K.u.K. Hofzensor
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Registriert seit: 19.05.2005
Ort: Wien
Beiträge: 1.069
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Zitat von Magpie
@topic:
Ein Beitritt Bayerns zu Österreich war übrigens nahezu undenkbar. Seit ungefähr 1705 (Mordweihnacht von Sendling) ist der Hass auf die Österreicher ungefähr auf dem Selben Maße wie der auf die "Preißn". Vor allem in der Bevölkerung Südbayerns.
Das war mir in der Tat neu.
Wars nich so um 1830 (?) mal knapp dran, das Bayern zu Österreich kommt. Ich glaub mich da an was zu erinnern, aber kA woher.
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