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03.09.2008, 02:30
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Registriert seit: 29.07.2008
Beiträge: 405
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Belgien, der Westen und der Kongo
Ich schaue gerade ein Doku über die Geschichte des afrikanischen Landes auf Phönix. Super interessant und sehr erschreckend.
König Leopold beutete den Kongo aus und im Namen Belgiens wurden ca. 10 Mio.!! Kongolesen ermordet. Leopold "erwirtschaftet" nach heutigen Maßstäben ca. 700 Mio Euro. Kautschuk ermöglicht es Leopold, gigantische Bauvorhaben in Belgien zu finanzieren. Quoten werden eingeführt. Kongolesen die diese nicht erfüllen werden getötet. Zum Anspornen werden die Frauen, Alten und Kinder als Geiseln gehalten und bei nichteinhaltung der Quote ebenfalls getötet. Quoten gibt es auch beim "Negerschießen". Die Munition die ausgegeben wird ist genaustens notiert. Zum Beweis müssen die Soldaten die abgetrennten Hände der Kongolesen vorzeigen was zur Folge hat das Soldaten die Jagen gehen willkürlich Menschen die Hände abtrennten.
Durch einen amerikanischen Missionar, der ebenfalls afrikanische Wurzeln hat den Kongo bereist werden die Greuel der breiten Öffentlichkeit publik. Auch in Belgien macht sich nun ein belgischer Redakteur daran schonungslos aufzudecken was im Kongo vor sich geht. International gerät Belgien/Leopold weniger in Schwierigkeiten, einzig Bismarck traut Leopolds reden über Belgischen Schutz und Zivilisationsbringung im Kongo nicht, wie er im Anschluß an die Berliner Konferenz äußert.
Ironischerweise kritisiert GB die Zustände im Kongo intern als Schändlich. Als die Greuel der belgischen Soldaten den Druck doch zu groß werden lassen, verkauft Leopold den Kongo an Belgien.
Frage: Wie geht denn das? Ist das Kolonialreich Belgiens des Königs privater Besitz, also nichtstaatlich?
Nach der unabhängigkeit (die man in Belgien als Vollendung Leopolds Traum ansah...) macht die CIA Jagd auf den demokratisch gewählten Präsidenten des Kongo und ermordeten ihn (wobei die wirkliche Drecksarbeit von gekauften Kongolesen gemacht wird). Die neuen Machthabe sind diktatorisch und brutal. Aber strikt antikommunistisch. Das reicht den USA um einen jungen demokratischen Staat zu unterwandern, seine politische Führung zu ermorden und Marrionetten einzusetzen.
Noch heute beherrschen Bürgerkriege, extreme Armut, unmenschliche Zustände das Bild Kongos. Die Überlebenschance für ein geborenes liegen bei 30%. Aber der Westen bekommt pünktlich seine Diamanten und Rohstoffe. Das reicht um den Kongo aus dem Alltag herauszuhalten. Statt über Bohlen, Gina-Lisa etc. sollten Bild und andere Medienvertreter über den Kongo und die dortige seit mehr als 100 Jahre stattfindenden Ausbeutung berichten.
In einer Welt in der McDoof an jeder Ecke anzufinden ist, diemeisten Menschen fett und faul in ihren Sesseln sitzen und Britt und sonstigen Scheiß schauen, ist die Ausbeutung des Kongos, und die westliche Kooperation mit brutalen Machthabern eine riesen Schweinerei. Eine Schande für die Menschheit.
Und nun haben auch noch die Chinesen erkannt welches Potential in Afrika steckt. Natürlich rein wirtschaftlich gesehen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Anstatt wirklich zu helfen, wird Afrika z.T. künstlich weiter unten gehalten, damit der Westen ja weiter verdienen kann, glaubt man irgendwie aber doch was falsch gemacht zu haben und meint mit der lächerlichen Zahlung von "Entwicklungshilfe" die man korrupten Unterdrückern und beamten in die Tasche steckt sich von vergangenen und aktuellen Schandtaten frei kaufen zu können.
Belgien hat sich bis heute noch nicht für die Ausbeutung, die Ermordung von 10 Mio (10.000.000) Kongolesen entschuldigt.
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03.09.2008, 02:39
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Quaestor
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Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 191
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Ja, der Kongo war Privatbesitz des Königs von Belgien. Das war bei der Kongokonferenz so ausbaldowert worden, weiß der Geier warum. Deswegen konnte Leopold da auch so unbehindert herumasen, weil keine staatliche Kontrolle vorhanden war. Eine Frechheit ist, dass von Leopold - den ich irgendwo zwischen Hitler, Polpot und Stalin einordnen würde - in Belgien immer noch reichlich Denkmäler herumstehen und er in Schulbüchern, usw. als "großer König" dargestellt wird. Das ist so, als hätten wir in Deutschland überall Denkmäler des Herrn "v. Trotha" stehen: "Dem heldenhaften Kämpfer gegen die barbarischen Hererobanditen".
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"Eine Kuh kann nicht wiehern und ein Pferd hat kein Euter" - Kord der Suchende
Geändert von EL_Mercenario (03.09.2008 um 02:41 Uhr)
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03.09.2008, 03:10
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.597
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hmm, man lernt nie aus, die zahl 10 mio opfer im kongo höre ich zum erstenmal, obwohl ich halbwegs wusste, dass die belgier dort recht brutal vorgegangen sind.
10mio ist natürlich schon ne unfassbar hohe zahl, schade dass dafür bis heute keine art der reue gezeigt wurde, also offiziell. ich rede nicht von blechen, denn daran denken alle die irgendeine art völkervrechen ahnden wollen, ich meine eine wirklich ernstgemeinte entschuldigung, das wäre ja wohl das allermindeste
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03.09.2008, 20:15
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Praetor
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Registriert seit: 03.11.2006
Ort: Belgien
Beiträge: 351
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Die 10 Millionen werden noch erstaunlicher, wenn man weiß, dass es vor uns etwa 20 Millionen Kongolesen gab. (Belgien hat heute übrigens auch um die 10 Millionen Einwohner)
Dieses kleine Stück Geschichte erzähl ich auch immer den Belgiern, die denken, Belgien wäre immer brav gewesen. Schade, dass niemand das weiß!
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Schon Schiller sagte: "Durch diese kalte Hose wird er kommen!"
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04.09.2008, 02:12
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Quaestor
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Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 191
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Die 10 Mio sind eine sehr vage Schätzung, indem man die Bevölkerung des Kongo "vorher" und "nachher" vergleicht. Wobei es da genauere Volkszählungen nicht gab.
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"Eine Kuh kann nicht wiehern und ein Pferd hat kein Euter" - Kord der Suchende
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04.09.2008, 12:43
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.597
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diese voher- nachher betrachtung würde ja eine verlustquote von 50% der bevölkerung als ausmaß der vernichtung annehmen, geht man denn auch wirklich von diesen unvorstellbar hohen 50% aus?
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04.09.2008, 14:21
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Freiburg
Beiträge: 6.464
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Zitat von TigerMC
diese voher- nachher betrachtung würde ja eine verlustquote von 50% der bevölkerung als ausmaß der vernichtung annehmen, geht man denn auch wirklich von diesen unvorstellbar hohen 50% aus?
Soweit ich weiß wurde das Thema nie detailliert aufgearbeitet aber angesichts dessen was wir über die belgischen Praktiken wissen scheint es zumindest möglich. Immerhin musste der König irgendwann sein Privateigentum wegen der dortigen Zustände abtreten und das will bei den damaligen Moralvorstellungen über die Kolonien schon was heißen.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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06.09.2008, 00:22
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Quaestor
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Registriert seit: 23.01.2008
Beiträge: 191
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@Tiger
Ja, man nimmt an, dass die Bevölkerung des Kongo von 20 auf 10 Millionen gesunken ist. So unvorstellbar ist das nicht, ich habe kürzlich gelesen, dass die Bevölkerung von Nordamerika im Laufe der Kolonisierung von 20 auf 2 Mio gefallen sei. Für Afrika ist das aber schon ein sehr hoher Wert.
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"Eine Kuh kann nicht wiehern und ein Pferd hat kein Euter" - Kord der Suchende
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06.09.2008, 10:24
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Administrator
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Registriert seit: 04.03.2005
Ort: München/Hannover
Beiträge: 2.597
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das ist schlecht vergleichbar, da die siedler in amerika mehr oder weniger ständig in kriegen mit den indianern waren.
im kongo hat man die hälfte der bevölkerung dezimiert nur durch"kolonialverwaltung"
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06.09.2008, 13:14
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Spender
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Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Raum Nürnberg
Beiträge: 849
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Der Hintergrund ist schnell und einfach geklärt: Der Kongo war zu jener Zeit der größte Kautschuk-Lieferant der Welt, und durch den Boom der Autoindustrie weltweit (wann wurden die Gummireifen eingeführt?) war die Nachfrage unersättlich. Im Tausch gegen Kautschuk brachten die Frachter Waffen und Munition ins Land, die zum Teil Sklaven zur Rekrutierung von Arbeitersklaven verhalfen, zum anderen Teil Stammeskonflikte aufbrechen ließen.
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