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28.11.2006, 20:39
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Basiléos
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Registriert seit: 08.03.2006
Beiträge: 284
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Fragen zu Russland
Sooooo  und gleich nochmal einen Thread zum eigentlichen Thema des Forums
Ich möchte einen Sammelthread posten mit diversen Fragen zur Neuzeit  :
1.) Russland der Erbe von Byzanz - War dies stets ein Deckmantel für eine Rechtfertigung einer Eroberung Konstantinopels/Istanbuls?
2.) Sind es Russlandas weiten, die es stets vor einer Niederlage gerettet haben - hätte Karl XII. eine Chance gehabt - oder Napoleon I.? Woran scheiterten ihre Feldzüge - und was hätten sie "besser machen" können?
mfg
Baldu
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Möge die Welt eine andere sein, wenn es an der Zeit ist für mich zu gehen...
Aber bis dahin wird gekämpft  !
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28.11.2006, 20:52
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Neuzeitliche Entwicklungen
Sammelthreads nicht erwünscht. Ich benenne das Thema gleich mal um in Fragen zu Russland oder so ähnlich.
__________________
Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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28.11.2006, 21:00
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Fragen zu Russland
So und jetzt gehts zu dn Antworten...
1.) Russland der Erbe von Byzanz - War dies stets ein Deckmantel für eine Rechtfertigung einer Eroberung Konstantinopels/Istanbuls?
Ich denke nicht, dass es ein Deckmantel für eine gezielte Eroberung war, sondern ein sehr sehr großer Deckmantel.
Zum einen ist es für einen Staat immer produktiv, sich auf einen anderen Staat zu berufen. Erst recht, wenn dieser Staat bereits mehr als ein Jahrtausend existierte. Russland hatte immer imperiale Bestrebungen und wetteiferte auf dem Balkan und überhaupt stark mit dem Osmanischen Reich, dass ja ebenfalls das Erbe von Byzanz in Anspruch nahm (Zufall?).
Ich denke mit der Inanspruchnahme wollte man sich die Schutzherrschaft über die orthodoxe Christlichkeit sichern und damit einen Kriegsgrund gegen das Osmanische Reich dauerhaft in der Hinterhand sichern. Zum zweiten wollte man sich damit als europäische Großmacht ins Spiel bringen.
2.) Sind es Russlandas weiten, die es stets vor einer Niederlage gerettet haben - hätte Karl XII. eine Chance gehabt - oder Napoleon I.? Woran scheiterten ihre Feldzüge - und was hätten sie "besser machen" können?
Einerseits ja, anderseits nein. Im Prinzip war es für einen Eroberer nicht nötig bis Wladiwostock vorzustoßen um Russland zu besiegen. Russland ist noch heute und war damals erst recht hauptsächlich der europäische Teil vor dem Ural. Trotzdem ist schon alleine dieser Teil so gewaltig, dass die Versorgungslinien praktisch immer überstrapaziert wären und deshalb das "Ja". Das "Nein" eben weil ich nicht glaube, dass die Weiten Sibiriens irgendeine Rolle spielten.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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28.11.2006, 21:49
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Censor
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Registriert seit: 25.12.2005
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.191
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AW: Fragen zu Russland
1.) Russland der Erbe von Byzanz - War dies stets ein Deckmantel für eine Rechtfertigung einer Eroberung Konstantinopels/Istanbuls?
Siehste, hier wäre es sogar praktisch, "Istanbul" zu benutzen!
Von russischen Bestrebungen das Konstantinopel byzantinischer Zeit zu erobern, weiß ich nichts, für das osmanische Istanbul sieht das natürlich anders aus.
Wie Wulfnoth schon sagte, nationale Mythen sind wichtig für die Völker; und die Moskowiter können sich ein Loch in den Bauch freuen, dass sie sich als "Drittes Rom" fühlen. Viel wichtiger für die russischen Machthaber ist aber der Zugang zum Schwarzen Meer und den Bosporus gewesen.
Das "Nein" eben weil ich nicht glaube, dass die Weiten Sibiriens irgendeine Rolle spielten.
Für die von Balduin genannten Beispiele stimme ich dir zu, während des Zweiten Weltkriegs wurden aber Produktionsstätten tatächlich nach Sibirien verlagert, mal ganz vom Rohstoffreichtum abgesehen, der in industrialisierter Zeit ganz andere Gewichtung genießt als zu Zeiten eines Bonaparte.
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Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können - G.K. Chesterton
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Kennt ihr schon unsere Benutzerkarte?
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28.11.2006, 21:56
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The Censor
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Registriert seit: 29.01.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 6.343
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AW: Fragen zu Russland
Siehste, hier wäre es sogar praktisch, "Istanbul" zu benutzen!
Naja es wurde ja erst unter Attatürk in Istanbul umbenannt und wir beziehen uns ja auf die Stadt davor...
Für die von Balduin genannten Beispiele stimme ich dir zu, während des Zweiten Weltkriegs wurden aber Produktionsstätten tatächlich nach Sibirien verlagert, mal ganz vom Rohstoffreichtum abgesehen, der in industrialisierter Zeit ganz andere Gewichtung genießt als zu Zeiten eines Bonaparte.
Ich bezog mich auch explizit nur auf Napoleon und Karl.
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Demokratie heißt die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt werden.
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28.11.2006, 22:39
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Propraetor
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Registriert seit: 18.03.2005
Ort: Bremen
Beiträge: 543
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AW: Fragen zu Russland
Ein Gebiet wie Russland konnte man nicht, und kann man meiner Meinung nach auch heute noch nicht, in einem großen Feldzug einnehmen. Das Problem ist einmal die schier endlose Weite, selbst des Teils westlich des Urals. Dazu kommt der harte Winter, der einen Krieg nahezu unmöglich macht, sodass man pausieren muss. Für Napoleon und Karl war es damals erst recht unmöglich das Land einzunehmen, und danach stabil zu halten. Die einzige Ausnahme bilden wohl die Mongolen, aber ach nur weil sie ein schwaches, in sich selbst zerstrittenes Russland vor sich hatten. Zum anderen war die Strategie eine völlig andere - den Mongolen ging es anders als den anderen Herrschern und möchtegern Eroberern nicht um eine stabile Herrschaft, sondern um das simple einnehmen, Plündern, Vasallen einsetzen, weiter ziehen.
Dass Russland das Erbe von Byzanz ist in meinen Augen nur verständlich und logisch, schließlich hat man damit auch Anspruch auf fast das ganze schwarze Meer und den Bosporus. Außerdem wäre man eine tatsächliche europäische Macht, die nicht nur auf den entlegensten Teil Europas beschränkt wäre.
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28.11.2006, 22:44
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Propraetor
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Registriert seit: 23.12.2005
Ort: Köln
Beiträge: 537
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AW: Fragen zu Russland
Zitat von Balduin IV.
2.) Sind es Russlandas weiten, die es stets vor einer Niederlage gerettet haben - hätte Karl XII. eine Chance gehabt - oder Napoleon I.? Woran scheiterten ihre Feldzüge - und was hätten sie "besser machen" können?
Naja nicht wirklich das es nur an Russlandsweiten lag das sie immer wieder von einer Niederlage gerettet wurden es lag auch an der riesigen Russischenarmee deren Soldaten von der ganzen Landschaft rekrutiert wurden. Die Russischearmee war damals einer der größten Armeen Europas allerdings brauchte Russland viel Zeit um die Armee zu sammeln und im Krieg ist Zeit der schlimmste Feind. Napoleons Feldzug scheiterte an mehreren Dingen zum einen hat er den Russischenwinter unterschätzt. Ein weiterer Grund war das viele Soldaten der Grand Armee aus allen vielen Ländern Europas stammten die Napoleon unterworfen hat. Die Soldaten hatten gegenüber Napoleon sogut wie keine Treue und viele desertierten. Dann gibs noch den Grund das Napoleon zu schnell ins Russlandsweiten vorgestoßen ist und die Versorgungslinien zu weit ausgestreckt war und diese Wagen wurden von Kossaken (richtig oder?) überfallen. Naja mir fällt nicht gerade fiel ein was Napoleon besser gemacht hätte vielleicht hätte er mehr Französischesoldaten in seiner Armee nehmen sollen. Dann wären zumindest nicht viele desertiert.
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07.06.2007, 15:25
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Praetor
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Registriert seit: 11.01.2007
Ort: München
Beiträge: 418
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er scheiterte vor allem an der verbrannten erde. denn normalerweise wenn man moskau einnimmt kann man davon ausgehen wenn nicht gar russland besiegt zu haben dann doch wenigstens seine armee über den winter bringen zu können. aber durch den abzug der moskowiter der mitnahme sämtlichen proviants und dem niederbrennen ihrer stadt waren ihm die mittel genommen um eine ordentliche versorgung seiner armee zu gewährleisten was ergo zum rückzug und damit zur niederlage führte.
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07.06.2007, 15:39
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Die russische Zielrichtung gen Konstantinopel hatte ganz sicher nicht mit Nachfolgedenken zu tun, sondern ganz alleine mit der russischen Seehäfenpolitik und dem Zugang zum Mittelmeer.
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